Night of the Virgin

Night of the Virgin

Originaltitel: La noche del virgen
Genre: Horror • Fantasy • Komödie
Regie: Roberto San Sebastián
Hauptdarsteller: Javier Bódalo • Miriam Martín
Laufzeit: DVD (113 Min) • BD (118 Min)
Label: Pierrot le Fou
FSK 18

Night of the Virgin   16.11.2017 von MarS

Ein Junge auf der Suche nach dem ersten Sex, der an die falsche Frau gerät. Was erwartet uns wohl in Night of the Virgin, dem Langfilmdebüt des spanischen Regisseurs Roberto San Sebastián? Komödie, Erotik, oder gar Torture Porn? Wir haben es gewagt den Film in unseren Player zu schieben...

 

Nico ist nicht gerade das, was man einen Frauenschwarm nennt, und in seinem Freundeskreis ist er der Einzige, der noch niemals Sex hatte. In der Silvesternacht wittert er seine Chance und versucht sein Glück auf einer großen Party, doch die anwesenden Frauen wollen mal wieder nichts von ihm wissen. Als Nico eigentlich schon aufgeben will, trifft er auf die geheimnisvolle Medea. Die ist zwar wesentlich älter als er, aber an seiner Stelle kann er wohl nicht wählerisch sein. Also geht Nico mit Medea nach Hause, wo ihm auf Grund der völlig heruntergekommenen Wohnung schnell die ersten Zweifel kommen. Doch nun ist es zu spät, und Nico muss erkennen, dass er sich auf ein gefährliches Spiel eingelassen hat...

 

Night of the Virgin ist eine bildgewordene Abartigkeit, die weniger auf Sinn und Verstand, denn auf jede Menge ekelhafter Perversitäten und absurde Widerlichkeiten setzt. Nach einer viel zu ruhigen, auf wirren Dialogen aufgebauten Einleitung wird dem Zuschauer ein buntes Potpourri an Blut, Erbrochenem und sonstigen Körperflüssigkeiten präsentiert, das einen starken Magen beim Zuschauer voraussetzt, damit dieser nicht seinen ganz eigenen Beitrag zum Geschehen leistet. Das Ganze ist zwar sehr atmosphärisch in Szene gesetzt und die Effekte sind genauso gelungen, wie sie abartig sind, im Gesamtbild betrachtet dauert der Film jedoch mit knapp zwei Stunden einfach zu lange. Das sorgt letztendlich immer wieder für Passagen, in denen rein gar nichts geschieht, und beim Zuschauer rasch Langeweile aufkommen lassen, denn außerhalb der Vielzahl an widerlichen Ekelszenen gibt es in Night of the Virgin nicht allzu viel Handlungsinhalte zu bewundern. Die Handlung, die der Film überhaupt versucht zu zeigen, ist völlig sinnbefreit und an den Haaren herbeigezogen, so dass sich der spanische Streifen, der sich selbst als Fantasy-Komödie sieht, auf einen reinen Tabubruch mit grotesker Szenerie reduziert. Eigentlich ist es ein wahres Wunder, wie es Regisseur Roberto San Sebastián gelungen ist, Schauspieler für diesen Streifen zu finden, die mit so viel Elan und bemerkenswert niedriger Hemmschwelle wirklich alles über sich ergehen lassen, und sei es noch so brechreizfördernd. In diesem Sinne muss man den Hauptdarstellern wirklich ein Lob aussprechen, denn deren Leistung ist in Anbetracht der ekelhaften Umstände tatsächlich unglaublich gut ausgefallen.

 

Bildergalerie von Night of the Virgin (9 Bilder)

Das Bild der Blu-ray hinterlässt auf Grund des hohen Stilmitteleinsatzes gemischte Gefühle. Stark auf Gelb- bzw. Blautöne reduzierte Farbverläufe passen zwar zur Grundstimmung, wirken aber alles andere als natürlich. Ebenso unschön sind zahlreiche Unschärfen und stets vorhandenes Filmkorn, was allerdings den schmutzigen Look unterstreicht. Deutlich angenehmer ist da die Tonspur, die insgesamt zwar etwas zu wenig Druck auf die Boxen bringt, jedoch durch eine stetige Surroundeinbindung und eine gute Dynamik punkten kann. Die Sprachausgabe ist deutlich und klar ortbar.


Das Fazit von: MarS

MarS

Ein niedrige Punktzahl und dennoch einen Geheimtipp-Award? Ja, das geht. Night of the Virgin ist ein abartiger Albtraum, der mich persönlich weniger unterhalten als vielmehr schockiert und angewidert hat. Der Film, dessen Handlung völlig absurd ist, lässt ein Feuerwerk aus Ekeleffekten, grotesken Figuren und jeder Menge Körperflüssigkeiten auf den Zuschauer einwirken, das wirklich einen extrem starken Magen erfordert. Ich konnte meinen Brechreiz gerade noch unterdrücken, bin jedoch der Meinung, wer auf harten Ekelstoff steht, der sollte sich Night of the Virgin mindestens einmal zu Gemüte führen - Zu Risiken und Nebenwirkungen...ach egal, mir wird schon wieder schlecht.


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Kommentare

15.12.2017 06:08:14 von MarS


Danke für Deine Meinung Mario. Wie man an der Punktwertung erkennen kann fand ich den Film auch nicht gut und bin da bei deinen Kritikpunkten größtenteils bei dir - und das obwohl ich eigentlich ein Fan des spanischen Horrorkinos bin, zu dem ich Night of the Virgin aber kein bischen zähle. Was meinen Magen anbelangt: Bei dem Thema ist wohl einfach die Hemmschwelle bzw. die Grenze für jeden persönlich anders anzusetzen, ich fand Night of the Virgin tatsächlich mehr als ekelhaft.

14.12.2017 19:14:48 von Mario Matika


Brechreiz? Da gibt es ja wohl wesentlich besseres im Horrorgenre, was den Brechreiz hervorruft (z.B. die Schlachtungszene in Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibale), zumal hier alles so übertrieben ist, das man (wenn nicht bereits in den ersten 45 Minuten weggeschaltet oder vor langeweile eingepennt ist) sich nur vor den Kopf schlagen will. Das was Brechreiz an dem Film ausübt, sind nicht die Effekte, sondern die absolut nervenden Charaktere, die dumme Story und die langeweile welche durchgehend wäre, wenn nicht ein paar Effekte dazwischen wären. Für mich einer der miesesten Filme, wenn nicht sogar Platz 1, aus Spanien, die ich je gesehen habe.

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