Ninja Slayer from Animation - Collector´s Edition

Ninja Slayer from Animation - Collector´s Edition

Originaltitel: Ninja Sureiyā: Furomu Animeishon
Genre: Action
Laufzeit: DVD (390 Min)
Label: Nipponart / Trigger
FSK 16

Ninja Slayer from Animation - Collector´s Edition   05.07.2016 von MarS

Eine brandneue Anime-Serie, die mit Retro-Optik, knallharten Ninja-Fights, rasantem Soundtrack und durchgeknallter Story in einer Cyberpunk-Location lockt? Ganz klar, dass wir uns Ninja Slayer from Animation anschauen mussten. Das Ergebnis unserer Reise in die Vergangenheit findet Ihr in der folgenden Kritik.

 

Ninja waren früher übermächtige Wesen, die mit ihren besonderen Kräften das Land regierten. Zwar sind diese Zeiten in Vergessenheit geraten, doch die Seelen der mächtigsten Ninja befinden sich noch immer unter uns. Nun wird die Stadt  Neo Saitama von zwei Ninja-Clans beherrscht, die ihre Rivalität auf offener Straße austragen und dabei vor Kollateralschäden keine Rücksicht nehmen. Nach dem brutalen Mord an seiner Familie steht auch Fujikido Kenji kurz vor seinem Tod, doch da wird er von einer uralten Ninja-Seele übernommen, von dieser gerettet und mit übernatürlichen Kräften ausgestattet. Im Gegenzug verlangt diese einen Rachefeldzug gegen alle noch lebenden Ninja, und so wird Fujikido zum Ninja Slayer...

 

Ninja Slayer from Animation macht es einem wirklich nicht leicht. Müsste man ihn mit einem normalen Spielfilm vergleichen, dann würden wohl am ehesten die Trash-Filme aus der Asylum-Schmiede als Beispiele dienen können. Ähnlich wie bei Sharknado - Genug gesagt! ist hier alles bewusst trashig gehalten und das sollte dem Zuschauer vor dem Genuss der Serie klar sein, denn ansonsten wird man nicht einmal die erste der lediglich ca. 10-12 minütigen Folgen geistig hinter sich bringen können, ohne sabbernd seinen Kopf an die Wand zu schlagen. Aber um beim oben angeführten Vergleich zu bleiben: Wie auch die Trash-Werke von The Asylum wird mit Sicherheit auch Ninja Slayer from Animation einen gewissen Kultstatus erreichen, da bin ich mir sicher.

 

Die Geschichte von Ninja Slayer from Animation ist denkbar einfach und erscheint in weiten Teilen wie eine Mischung aus The Crow - Die Krähe und Spawn, oder auch RoboCop. Eine gequälte Seele kehrt mit Hilfe eines zwielichtigen Dämonen zurück unter die Lebenden und verübt dort blutige Rache an seinen Peinigern. Die in der Geschichte zusätzlich auftauchenden Nebenplots und Handlungsstränge sorgen dabei allerdings nicht für interessante Abwechslung oder neue Wege, sondern stiften beim Zuschauer eher Verwirrung als dass sie der Unterhaltung dienen. Hauptaugenmerk liegt hier auf dem Ninja Slayer, seinen Kämpfen gegen die stets mit anderen Kräften ausgestatteten und optisch von angsteinflößend über schräg bis hin zu lächerlich aussehenden Ninja der städtischen Clans sowie den immer wieder auftauchenden und den Slayer begleitenden Sidekicks in Form von heißen Frauen, die ein wenig Erotik mit ins Spiel bringen. Auf Grund der rasanten, ja schon hyperaktiven Inszenierung bleiben dabei nahezu sämtliche Charaktere sehr blass und haben meist keine Zeit, Tiefe aufzubauen, da sie sehr schnell das Zeitliche segnen, und das übertrieben blutig und brutal - Sayonara. Der punk-, rock- und metallastige Soundtrack ist eines der Highlights der Serie und passt nicht nur perfekt zum Geschehen, sondern unterstützt gleichzeitig auch den überdrehten Erzählstil und geht dabei hervorragend ins Ohr.

 

Kommen wir nun allerdings zu dem Punkt, an dem sich wohl die meisten Geister scheiden dürften: Der Animation von Ninja Slayer from Animation. Die einen feiern die visuelle, auf Retro und bewusst schlecht gemachte Aufmachung als kultverdächtig und außergewöhnlich, die anderen attestieren völlige Einfallslosigkeit und Schwachsinn. Mit nur wenigen Ausnahmen, wie zeitliche Rückblenden oder auch alle weiblichen Charaktere, die realistisch gehalten sind, bietet Ninja Slayer from Animation grottenschlechte Animationen, die übertrieben kunterbunt in knalligen Farben dem Auge schmerzen und an die Figuren eines unbeweglichen Schattentheaters erinnern. So werden zum Beispiel in den Stop-Motion Kämpfen die starren Figuren in 2D-Optik wie in einem Spiel von Kleinkindern aneinander gehauen und jegliche bewegte Animation außen vor gelassen, wobei sich jeder sterbende Ninja-Charakter mit einem "Sayonara" und einer realistischen, dadurch komplett unpassenden Explosion verabschiedet (kennt Ihr noch das Intro von MacGyver, wenn der Schriftzug auftaucht? Ja, genau so eine Explosion). Das ganze sieht so bescheuert aus, dass man als Zuschauer nicht umher kommt, Tränen zu lachen, wenn man das Geschehen verfolgt. Eigentlich ja nicht schlimm, würde sich die Story nicht viel zu Ernst nehmen. 

 

Bei den spärlichen und größtenteils aus Begrüßungen und einzelnen Phrasen bestehenden Dialogen ist es übrigens nicht weiter schlimm, dass der Anime lediglich in der OmU-Fassung vorliegt, denn viel zu Lesen gibt es ohnehin nicht. 

 

Bildergalerie von Ninja Slayer from Animation - Collector´s Edition (12 Bilder)

Bild und Ton sind ebenso schwierig zu bewerten wie der Anime selbst. Auf Grund der extrem stilisierten Optik und den bewusst auf Retro ausgelegten Animationen ist die Schärfe des Bildes ebenso schwankend wie der Anteil an Details. Auch der Kontrast verändert sich immer wieder und macht eine realistische Bewertung nahezu unmöglich. Der Ton, der lediglich als Mono-Spur vorliegt, konzentriert sich dementsprechend auf die Front und liefert selbstverständlich keinerlei Dynamik oder klare Signalortung. Insgesamt könnte man Bild und Ton als filmgewordene Version eines Sega MegaDrive oder Nintendo SNES bezeichnen. 

 

Abschließend der Episodenguide zu Ninja Slayer from Animation:

 

  • Episode 01 - Born in Red Black
  • Episode 02 - Machine of Vengeance
  • Episode 03 - Last Girl Standing Teil 1
  • Episode 04 - Last Girl Standing Teil 2
  • Episode 05 - Rage Against Tofu
  • Episode 06 - Surprised Dojo
  • Episode 07 - Bane of Serpent / Zazen and Ninja
  • Episode 08 - Apocalypse Inside Tainted Soil
  • Episode 09 - One Minute before the Tanuki Teil 1
  • Episode 10 - One Minute before the Tanuki Teil 2
  • Episode 11 - Menace of Dark Ninja
  • Episode 12 - Day of the Lobster / Day of the Lobster 2
  • Episode 13 - Swan Song Sung by a Faded Crow Teil 1
  • Episode 14 - Swan Song Sung by a Faded Crow Teil 2
  • Episode 15 - Sushi Night at hthe Barricade
  • Episode 16 - At the Treasonersvill
  • Episode 17 - Treasure every Meeting
  • Episode 18 - Ever felt Cheated?
  • Episode 19 - Stranger Stranger than Fiction Teil 1
  • Episode 20 - Stranger Stranger than Fiction Teil 2
  • Episode 21 - Neo Saitama in Flames Teil 1: Lika a Bloodarrow Straight
  • Episode 22 - Neo Saitama in Flames Teil 2: Dark Ninja returns
  • Episode 23 - Neo Saitama in Flames Teil 3: And you will kill know him by the Trail of Ninja
  • Episode 24 - Neo Saitama in Flames Teil 4: Dark Dusk, Darker Dawn Teil 1
  • Episode 25 - The Best of Ninja Slayer from Animation
  • Episode 26 - Neo Saitama in Flames Teil 5: Dark Dusk, Darker Dawn Teil 2

 

Alle Bilder ©Ninj@ Entertainment/Ninj@ Conspiracy


Das Fazit von: MarS

MarS

Noch nie hat es mir eine Bewertung so schwer gemacht wie bei Ninja Slayer from Animation, weswegen ich mich nach ewigem hin und her für die goldene Mitte entschieden habe. Die Geschichte der Serie ist einerseits durchaus interessant, wenn auch wie die Charaktertiefe sehr flach, und der Soundtrack sowie der Gore-Gehalt reißen ebenfalls einiges raus, doch der Animationsstil ist wirklich befremdlich und schmälert den Unterhaltungswert enorm. Klar, es heißt "so schlecht, dass es schon wieder gut ist", aber im Fall von Ninja Slayer from Animation gilt für mich eher "so perfekt auf schlecht gemacht, dass es einfach schlecht bleibt". Ninja Slayer from Animation ist das perfekte Beispiel dafür, die Lager der Fans zu spalten und nicht zuletzt gerade wegen der unmöglichen Einschätzung bei denen, die an der Serie Gefallen finden, absoluten Kultstatus zu erreichen. Ich persönlich hatte mit der Serie zwar meine Probleme, bin mir aber sicher dass sie für viele ein echter Kracher ist.


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