Nintendo 3DS

Nintendo 3DS

Publisher: Nintendo
Genre: Tragbare Konsole
Erscheinungsdatum: 25.03.2011
FSK 0

Nintendo 3DS   19.04.2011 von Panikmike

Eine Firma ist seit einigen Monaten in aller Munde. Der Hype über ein neues tragbares Gerät war groß, nun gibt es ihn endlich - den 3DS. Nintendo wagt den ersten Schritt in eine neue Technologie, nämlich Dreidimensionalität ohne Brille oder Zusatzgeräte vor dem Auge. Doch taugt das Gerät auch was oder ist es nur einfach eine riesige Marketing-Strategie???

Bisher kennt man den 3D-Effekt nur vom Kino oder von diversen Messen, auf denen verschiedene 3D Fernseher für zu Hause präsentiert wurden. Die Wenigsten leisten sich ein Gerät fürs Wohnzimmer, der Preis alleine ist aber nicht die Bremse. Die Technik selbst steckt noch in den Kinderschuhen, es ist erst der Anfang. Nintendo geht einen Schritt weiter. Bei ihrem neuen Gerät braucht man keine Brille, welche man aufsetzen muss. Der Nintendo 3DS funktioniert ohne Zubehör, einfach einschalten und staunen. Genau dieses Erlebnis hatte ich auch, als ich den großen Karton öffnete und die Handheld-Konsole in die Hand nahm. Erst wird alles kurz in 2D präsentiert und dann kam er schon, der lang erwartete 3D-Effekt. Ich war überrascht, denn es funktioniert wirklich. Anders als bei diversen Kinofilmen ragt aus dem DS nichts heraus, aber es geht alles in die Tiefe. Daher ist die Technik auf den ersten Blick gut gelungen, doch schauen wir mal, was der 3DS noch so kann.

Die Verpackung und der Inhalt:
Als ich das erste Mal die Verpackung in meinen Händen hielt, traf mich fast der Schlag. Das Ding ist sau schwer, wenn man es mit dem herkömmlichen DS vergleicht. Doch darin befindet sich nicht nur das Gerät, sondern eine ganze Litanei an Zubehör, Anleitungen und sonstigem Kram. Als Erstes stechen mir die sogenannten AR-Karten ins Auge. Was man damit machen kann, erfahrt Ihr aber später. Neben der 515-seitigen Gebrauchsanweisung in vier Sprachen liegt ein Mii-Handbuch, eine Schnellstart Anleitung, wichtige Informationen und noch ein Handbuch in einer Sprache bei. Wow Nintendo, Green-IT ist ein Fremdwort oder? Was das alles an Papier kostet, möchte ich gar nicht wissen. Heutzutage würde ich eine CD mit beilegen, auf der sich alle Handbücher als PDF befinden und nur die wichtigsten Infos per ausgedrucktem Handbuch mitgeben. Nintendo ging aber einen anderen Weg, welcher mir ein wenig unverständlich ist. Doch was liegt noch der Packung bei? Natürlich das Ladegerät mit einer ca. 2 Meter langen Schnur, eine schicke Ladeschale, auf der man den 3DS zum Aufladen nur drauflegen muss und eine Speicherkarte mit 2 GB. Zum Schluss erspäht mein Auge noch ein weißes Mikrofaser-Tuch zum Reinigen des Displays. Natürlich ist alles schön verpackt, foliiert und so in der Schachtel, dass bei einem ruppigen Paketfahrer nichts kaputt gehen kann.

Die Veränderungen am Gerät:
Wer den normalen Nintendo DS oder den DSi kennt, der wird auf den ersten Blick nicht viel Neues erkennen können. Das Digitalkreuz und die Knöpfe sind immer noch vorhanden, das Kreuz ist allerdings nach unten gerutscht, um dem neuen Analog Stick Platz zu lassen. Diesen nimmt man zum genauen Steuern und er funktioniert erstaunlich gut. Der Widerstand ist genau richtig und die Bedienung geht locker von der  Hand. Neu hingegen ist der kleine Regler neben dem Bildschirm, der den 3D Effekt regelt. Dieser lässt sich stufenlos nach unten ziehen, bis man aus dem 3D-Bildschirm auch einen 2D-Bildschirm machen kann. Doch wo ist mein Stift bzw. der Stylus? Beim 3DS ist er hinten am Gerät angebracht und nicht mehr seitlich. Der Modulschacht ist immer noch oben, wo er schon immer war. Die Kompatibilität ist, wie bei den meisten Nachfolgemodellen nach unten gewährleistet, wenn man keine zusätzliche Hardware für das Spiel benötigt. Im Klartext heißt das, dass man normale DS Spiele spielen kann, insofern sie kein zusätzliches Modul brauchen (was zum Beispiel bei Guitar Hero DS nötig ist). Natürlich ist der Bildschirm ein wenig größer und ist auch besser aufgelöst. Die Spiele sehen dadurch feiner aus und können den alten DS-Standard toppen. 

Das Menü und die Möglichkeiten:
Doch bisher gibt es nicht wirklich einen Grund, von einem DS auf einen 3DS umzusteigen. Was gibt es also noch? Ein tolles Feature ist in meinen Augen die Kamera, mit der man 3D Bilder machen kann. Auf einer Messe habe ich vor Kurzem eine Digitalkamera eines namhaften Herstellers ausprobiert und muss feststellen, dass der 3DS ziemlich genau dieselbe Qualität schafft, dafür aber vom Preis her gesehen günstiger ist. Dreht man das Gerät um, so sieht man auch die Technik, die hinter diesem Wunder steckt. Zwei Linsen zieren die Rückseite und knipsen die 3D-Fotos. Doch es gibt leider zwei Probleme, die ich kurz ansprechen möchte. Erstens kann man sich die Fotos zwar auf einem 3D Fernseher zu Hause ansehen, doch wer hat so ein Gerät schon zu Hause? Nur wegen einigen Fotos lohnt es sich noch nicht, sich einen zuzulegen. Das zweite Problem ist, dass die Auflösung des 3DS so niedrig ist, dass das Ansehen auf einem Fernseher nicht wirklich schön ist. Daher muss ich meinen vorherigen Satz korrigieren. Der Kamerahersteller verlangt zwar mehr Geld für seine Digitalkamera, hingegen sind die Fotos auch von einer hohen Qualität, wo der 3DS nicht mal annähernd hinkommt. Als Spielerei ist dieses Feature ganz nett, alltagstauglich ist es jedoch nicht. Für die jungen Spieler unter uns hat Nintendo aber noch ein paar schöne Effekte hinzuaddiert. Wer möchte, der kann seiner Fantasie freien Lauf lassen, Herzchen auf das Foto oder eine Schrift daruntersetzen? Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, welche ein Kind einige Zeit beschäftigen können.

Wer eine Wii zu Hause stehen hat, der kennt die Mii´s. Auf dem 3DS gibt es einen Mii-Maker, der sehr gute Gestaltungsmöglichkeiten enthält. Man kann sein Ebenbild selbst gestalten oder aber auch von sich ein Foto schießen und die Erstellung des Spiegelbildes dem Gerät überlassen. Der Mii kann dann gespeichert und in verschiedenen Spielen eingesetzt werden. Eine schöne Idee, die von der Wii adaptiert wurde.

Vorhin habe ich bereits die AR-Karten angesprochen. Mit diesen kann man in diversen Spielen verschiedene Dinge machen, aber auch beim 3DS gibt es einen AR-Modus. Man legt die Karte auf den Tisch, einem Stuhl oder ein Nutella-Glas, scannt die Karte und und schon kann es los gehen. Das System projiziert quasi einen Gegenstand auf den Tisch. Bei einem Minispiel zum Beispiel kommen verschiedene Zielscheiben aus meinem Glastisch, die ich dann abschießen muss. Stehen Sachen auf meinem Objekt, dann sehe ich diese auch im Display. Bei meinem ersten Versuch musste ich schon Schmunzeln, als auf meinem Nutella-Glas diverse Dinge passierten. Nettes Feature, welches am Anfang ein Ahhhh und Ohhhh auslöst, aber auch schnell wieder vergessen wird. Neben der Erkennungskarte liegen noch fünf Karten mit bekannten Helden von Nintendo-Spielen bei, allerdings bringen diese auch nicht mehr Schwung in dieses Feature. Bei manchen Spielen kann man diese Karten hingegen gut einsetzen, ein nennenswertes Beispiel dafür ist Nintendogs + Cats.

Natürlich gibt es noch mehr, zum Beispiel Face Raiders. Hier kann man von einer Person ein Foto machen und muss diese dann abballern. Sie fliegen überall in Form eines Luftballons daher und wollen abgeschossen werden. Eine nette Idee, die aber auch auf Dauer nicht überzeugen kann. Neben den aufgezählten Programmen sind natürlich noch ein paar weitere wie ein Soundgenerator, ein Logbuch der Aktivitäten, Gesundheitsinformationen und Systemeinstellungen dabei.

Eines darf man aber nicht vergessen und das ist das sogenannte „Street Pass“-System. Sinn und Zweck ist es, den 3DS zuzuklappen und in seiner Tasche rumzutragen. Das Gerät macht quasi im Schlafmodus weiter und scannt die Umgebung nach anderen Geräten. Wenn ein anderer 3DS gefunden wird (zum Beispiel in der U-Bahn, Arbeit oder in der Schule), dann bekommt man von diesem Spieler automatisch ein paar Informationen. Die Mii's der getroffenen Spieler tauchen dann in diversen Spielen auf, man bekommt Puzzleteile geschenkt und kann diese wiederum zusammensetzen. Ein anderes Spiel ist Street Pass Quest, bei dem man in einer Art Rollen-Action-Spiel Geister bekämpfen muss. Hat man keine Lust drauf, dass man den 3DS dauernd bei sich trägt, so kann man sich auch alleine durchschlagen. Wenn man den integrierten Schrittzähler benutzt (ja das Gerät zählt jeden Schritt mit, wenn man ihn durch die Gegend trägt!), dann bekommt man eine virtuelle Währung, mit denen man dann Gegenstände einkaufen kann. Auch eine nette Idee, die hoffentlich in Zukunft bei anderen Spielen ebenso zum Tragen kommt.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ihr habt sicherlich gemerkt, dass ich nicht wirklich auf den 3D Effekt eingegangen bin. Der Grund ist der, dass man diese Technologie nicht beschreiben kann. Anfangs dachte ich nicht, dass mich der 3D Effekt so fesseln kann. Doch während meiner Testphase mit drei 3DS-Spielen, hatte ich selbst nach Stunden immer noch Bock auf die Dreidimensionalität. Man gewöhnt sich daran und was Nintendo aus diesem kleinen Gerät zaubert, ist schon eine Wucht. Auch wenn die mitgelieferten Minispiele auf Dauer langweilig werden, trotzdem kann man diese immer wieder mal benutzen, um den 3DS seinen Freunden vorzuführen. Alles wirkt realitätsnäher und macht einfach Spaß. Ob das bei jedem Spiel so ist werden wir sehen, ich denke es macht sehr viel an der Programmierung der Spiele aus. Wir werden sehen was sich Nintendo noch so alles einfallen lässt, denn diverse Sachen wie zum Beispiel eine Internetanbindung und diverse Funktionen sind bisher noch nicht beantwortet. Es ist auf jeden Fall noch viel nach Oben offen. Danke Nintendo für diese großartige Technologie!


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