Patapon 2

Patapon 2

Publisher: Sony
Genre: Geschicklichkeitsspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 11.03.2009
USK 6

Patapon 2   28.04.2009 von Manu

Als Patapon rauskam, eroberte es die Spielerwelt im Sturm. Ein Rhythmusspiel, welches Echtzeitstrategie mit Göttersimulation verbunden hatte und noch dazu einen absolut genialen, künstlerischen Stil mitbringt? Es war auf einmal DER Kaufgrund für Sonys Handheld. Kann der Nachfolger diese Erfolgsgeschichte fortführen?

Wie auch im ersten Teil sind wir eine Gott-ähnliche Figur für unsere kleinen, einäugigen Freunde, die uns übrigens auch direkt anschauen, ansprechen und uns um Hilfe bitten. Und wie könnte man bei diesem Blick Nein sagen? Also begeben wir uns auf die Reise. Unsere Patapons sind ein Volksstamm, der durch und durch militärisch strukturiert ist. Wir befehligen Schwertkämpfer, Speerwerfer und Bogenschützen. Von der Story knüpft Patapon 2 direkt an das Ende des ersten Spieles an, aber keine Sorge, das Spiel ist komplett eigenständig verständlich und erfordert keine Vorkenntnisse. Im Großen und Ganzen fangen wir sowieso wieder komplett von vorne an, unser Schiff wird nämlich von einem Kraken gekentert und wir stranden an einem uns unbekannten, neuen Land.

Natürlich finden wir uns als Patapon-Veteran sofort zurecht, das alte Savegame existiert leider nicht mehr, also arbeiten wir uns erneut durch das Tutorial, welches als erster Level getarnt ist. Nach und nach finden wir die verschiedenen, heiligen Trommeln, die wir brauchen, um die Befehle und Schlachtrufe an unsere Truppen zu senden. Jede Trommel ist an eine der vier vorderen Buttons der PSP geknüpft und hat einen eigenen Sound. So können wir durch das richtige Trommeln des Beats: „Pata-pata-pata-pon“ unseren Truppen sagen, dass sie sich nach vorne bewegen sollen. Da wir uns nur auf einer 2D-Landschaft bewegen, gibt es nur eine Richtung zum Laufen, es wird also nicht überaus komplex. Auch wenn es zu Beginn etwas verwirrend scheinen mag, aber die Tastenkombinationen gehen uns bereits nach so kurzer Zeit ins Blut über, dass wir nach ein paar Spielstunden gar nicht mehr wirklich darüber nachdenken müssen. Haben wir einen Befehl richtig im Takt getrommelt, rufen uns unsere Truppen diesen Befehl nach und führen ihn aus. So kämpfen und laufen wir im 4/4 Takt durch die Level, jagen Kreaturen für Fleisch und neue Gegenstände, erforschen neue Gebiete und bekämpfen End- und Zwischengegner. Auch Regentänze oder Verteidigungs-Schlachtrufe stehen zur Verfügung, die wir strategisch und zum richtigen Zeitpunkt einsetzen sollen und müssen.

Schaffen wir es lange im Takt zu bleiben, so erreichen unsere Truppen voller Ekstase einen fiebrigen Zustand, der ihnen Kampf und Verteidigungsboni schenkt. Sobald wir aber aus dem Takt kommen, verpuffen diese Effekte und wir müssen wieder erneut die Euphorie anfeuern, indem wir uns wieder stärker auf den Kombination konzentrieren. Die größte Neuerung von Patapon 2 gewinnt auch genau an dieser Stelle an großer Bedeutung. Waren im ersten Teil noch alle Patapons gleichgestellt, erhaltet ihr diesmal die Hilfe eines „Hero“-Patapons, der mit speziellen Gegenständen und Fähigkeiten ausgestattet ist, die er im „Fever“-Modus einsetzt um die wirklichen großen Feinde zu erlegen.

Auch die Basiseinheiten wurden für den zweiten Teil aufgewertet. Neu ist, dass wir uns diesmal auf einer Art Evolutions-Stammbaum unsere Einheiten etwas individueller zusammenstellen können, ganz nach unseren Bedürfnissen. Um diese Evolutionen auszuführen, brauchen wir jedoch eine Menge an Rohstoffen, das heißt jagen gehen in abgeschlossenen Levels um überhaupt gewappnet zu sein für die schwereren Stages. Dieses suchen nach Materialien und Gegenständen wird schnell langweilig und fühlt sich nach unnötigen Stretch-Material an. Zur Abwechslung gibt es auch außerhalb der Levels ein paar kleine Minigames, die ebenfalls Gegenstände freischalten.

Dieses Feintunen der Einheitenypen kann etwas „friemelig“ werden und erfordert etwas an experimentieren, je nach Level eignen sich verschiedene Einheiten besser oder schlechter. Da wir in einen Level nur drei Einheitentypen mitnehmen dürfen, müssen wir auch des Öfteren einen Versuch abbrechen und neu starten. Das Ausrüsten der Einheiten ist dagegen sehr komfortabel und für die ganz Eiligen gibt es einen Button, der stets die bestmögliche Ausrüstung verteilt. Unser Held erwartet dann noch eine Auswahl des Kampfstiles von uns, dann steht dem Ruf des Krieges nichts mehr im Wege und wir marschieren los.

Neben der langen Solokampagne bietet Patapon 2 nun auch endlich einen Multiplayer-Modus. In diesem können uns drei Freunde lokal im Spiel besuchen, sogar, wenn Sie das Hauptspiel nicht haben. Fehlende Plätze füllt der Computer auf. Jeder Spieler kontrolliert einen Helden und man arbeitet zusammen um ein gemeinsames Ei gegen Feinde zu schützen. Bei erfolgreicher Verteidigung erhält der Spielerhost einen speziellen Gegenstand. Ein toller Modus, aber leider auch der einzige.

Patapon 2 sieht fantastisch aus, 2 Dimensionen sahen gib es nirgendwo besser. Das erste Spiel warf die Frage auf, wann ein Spiel ein Kunstwerk ist. Wer das Spiel spielt stellt sich diese Frage nicht mehr. Die liebevollen Animationen, die fantastischen Bosse, Wettereffekte und Spiel mit Licht und Schatten sind so noch nie da gewesen und mit nichts vergleichbar. Außer natürlich mit dem ersten Teil. Das Design hat sich grundlegend nicht geändert, nur verfeinert, aber eben auf einem sehr hohen Niveau. Die Soundkulisse ist bei einem Rhythmusspiel natürlich das A und O. Und so gut Patapon 2 auch aussieht darf man nicht vergessen, dass dies alles zunichte gemacht werden würde, würde es nicht gut klingen. Die Beats, die Schlachtrufe und Geräusche eurer Patapons, die Musikuntermalung im Fiebermodus, dies alles kumuliert sich zu so einer eigenartig, durchgeknallten, aber durch und durch faszinierenden Mischung, die man als Gamer einfach nur lieben kann. Und hassen lernt, wenn man die Geräusche hört, ohne zu spielen, also bitte: Kopfhörer – eurer Umwelt zuliebe!


Das Fazit von: Manu

Manu

Ein geniales, innovatives Spiel, welches drei Genres vermischt, gut aussieht, gut klingt und einen ungeheuren Spaß macht und euch auf lange Zeit motivieren wird. Eigentlich kann man an Patapon 2 nichts besser machen. Das einzige Manko? Das alles war Teil 1 auch schon. Patapon 2 ist höchstens ein Patapon 1.5 und wäre auch als Mission-Pack durchgegangen. Klar, die Heroes und das Evolutionssystem sind sinnvolle und wichtige Neuerungen, alles andere aber ruft starke Deja-Vu Effekte für Spieler des ersten Teiles hervor und wirkt beim zweiten Mal nicht mehr ganz so faszinierend. Habt ihr Patapon bisher verpasst, ist Patapon 2 ein ganz klarer Pflichtkauf, alle Veteranen sollten auf jeden Fall mal anspielen und bedenken, dass Patapon 2 quasi zum Preis eines „Mission-Packs“ angeboten wird und dann ebenfalls zuschlagen.


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positiv negativ
  • Geniales Design, liebevolle Details
  • (Fast) völlig neues Spielprinzip
  • Preis einer Erweiterung
  • Ohrwurmqualitäten
  • Ideal für kurze Spielesessions unterwegs
  • Hohe Motivation durch individuelles Aufrüsten der Einheiten
  • Viele unterschiedlichen Einheitentypen
  • Multiplayer auch nur mit einer UMD
  • Wenig Veränderungen zum Vorgänger
  • Sound für Außenstehende unerträglich
  • Nur ein Multiplayermodus, Bonus-Item nur für Host





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