Patapon 3

Patapon 3

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Sony
Genre: Geschicklichkeit
Sub-Genre: Rhythmusspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 26.04.2011
USK 6

Patapon 3  22.06.2011 von GloansBunny

"Pata-Pata-Pata-Pon!" - Dieser Schlachtruf erklingt derzeit wieder aus unzähligen Mündern, deren Besitzer gebannt vor der PSP sitzen. Ob der dritte Teil mit dem erfolgsträchtigen Namen richtig fetzt oder doch nur ein spielerischer Katzenkampf ist, lest Ihr hier...

 

Alles begann vor wenigen Jahren, genauer gesagt Anno 2008. Damals kreierten ein paar findige Köpfe aus dem Hause Sony ein völlig neues, einzigartiges Spiel: "Patapon". Nein, das ist kein Name für ein Taschentuch oder eine extravagante Pizza, sondern  der Beginn einer neuen Ära im Bereich der Geschicklichkeitsspiele. Die Fortsetzung erschien nur ein Jahr später und jetzt, 2011, soll das zweite Sequel Fans wie Neueinsteigern den Rhythmus in die wohldurchbluteten Gamerdaumen spülen.
 

Doch worum geht es in "Patapon 3"? Pasta, Wein oder Hygieneartikel? Nein, weit gefehlt. "Patapon" ist japanisch und bedeutet soviel wie "lautmalerisch". Und treffender könnte die Übersetzung gar nicht sein, denn der Spieler schlüpft in die Haut  eines von drei wählbaren Göttern, um die Welt des Pataponstammes wieder in Einklang zu bringen. Dieser wurde nämlich zum größten Teil in Stein verwandelt, als eine mysteriöse Box mit sieben darin gefangenen Mächten geöffnet wurde und die Welt ins Chaos stürzte. Die letzten verbliebenen Kämpfer wollen nun von strenger Götterhand in die Schlacht getrommelt und aus ihrem Martyrium befreit werden...

 

Und "trommeln" ist hier das richtige Stichwort. Denn auf diese musikalische Art und Weise werden der eigene Held samt Miniarmee (im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen besteht das Gefolge nur noch aus vier tapferen Recken) durch die abwechslungsreich gestalteten Level dirigiert. Im altbekannten 2D-Stil folgen die einäugigen, schwarzen Patapons dem gesegneten Anführer durch Klippen, Ruinen und Einöden. Anders als aktuelle PSP-Spiele mit HD-Grafik hat "Patapon" mit seinem fast schon minimalistischen Design eben genau dadurch seinen ganz eigenen, liebenswerten Charme. Oberflächlich betrachtet erinnert die Gestaltung dieses Spiels an ein Schattenspieltheater, hat dabei aber viele kleine Details in petto, beispielsweise die Animationen der kugelrunden Patapons und ihrer Gegner. Erteilt der Spieler einen der vielen viertastigen Befehle, so hüpfen, kämpfen und rennen die Gefährten auch sofort drauf los. Arme und Beine wuseln durcheinander, Geschosse und Pfeile fliegen und der zur Defensive eingeteilte Patapon stemmt sich mit aller Kraft gegen die Angreifer. Sämtliche großen und kleinen Bewegungen sind super als solche zu erkennen, vom einzelnen Trommelschlag bis zum Spannen der winzig kleinen Bogensehne. Die Animationen sind stets flüssig, das Kampfgetümmel ist sehr abwechslungsreich und düster gestaltet, wirkt aber durch die unzähligen bunten Effekte an Figuren und Waffen nie eintönig.  Die Kommandos werden als gesprochene Silbe in Textform visualisiert und peppen die bunte Oldschool-Grafik noch zusätzlich auf. Trifft der Held mit seinem Gefolge dann auf mehrere Gegner, so hat man kaum richtig Zeit, all die feinen Details zu bestaunen.

 

Die Steuerung ist ebenso einfach und schnell erlernt wie in den Vorgängertiteln. Denn außer den vier Aktionstasten wird kein anderer Knopf zum Spielen der Level selbst benötigt. Mit Viereck-, Kreis-, Dreick- und X-Taste werden bestimmte, fest zugewiesene Trommelschläge ausgelöst. Diese Kommandos sind mit den exotischen Namen "Pata", "Pon", "Don" und "Chaka" ausgestattet und dienen je nach Kombination unterschiedlichen Befehlen: Rückzug, Angriff, Schildverteidigung und Vorrücken sind hierbei die Standardanweisungen. Um eine dieser Aktionen auszuführen, muss die jeweilige Tastenkombination, bestehend aus vier Knopfdrücken, im Takt des Hintergrundrhythmus eingegeben werden. Zwar blinkt der äußere Bildschirmrand zur Orientierung mit den Trommelschlägen auf, aber es erfordert dennoch etwas Übung, bis das eigene Timing stimmt - Und das sollte es! Denn nach mehreren, rhythmisch korrekt eingegebenen Befehlen aktiviert und steigert sich selbstständig der "Fever-" Modus - Die Patapons werden dann schneller, stärker und robuster (und subjektiv einfacher zu befehlen). Aber keine Sorge, auch ohne präzises Taktgefühl befolgen die Patapons ihre Befehle, nur eben langsamer.

 

Das musikalische Gerüst stützt sich in erster Linie wieder auf die gleichmäßig schlagende Trommel im Hintergrund. Auf deren Vier- Viertel-Takt setzt man dann die einzelnen Silben, die jede für sich zunächst von der Trommel selbst gesprochen und anschließend von den Piepsestimmen der Patapons nachgequietscht wird. Heraus kommt ein Mix aus energischen Schlachtrufen auf Basis von permanentem Getrommel. Was jeden, der selbst die PSP in der Hand hält, zum rhythmischen „Mit-dem-Kopf-Nicker“ macht, kann Außenstehenden allerdings sehr schnell auf die Nerven gehen. Also Kopfhörer auf und das Spiel soundtechnisch lieber alleine genießen.

 

Hat man alle Vorsorgemaßnahmen bezüglich „Mitmenschen“ getroffen, kann es auch gleich losgehen mit dem Spielaufbau. Die einzelnen Level sind als Quests getarnt und können in beliebiger Reihenfolge absolviert werden. Neben der Hauptaufgabe weißt das Spiel auf einen empfohlenen Mindesterfahrungsgrad hin. Diesen sollte man auch immer sehr ernst nehmen, denn die Zwischen- und Endbosse der einzelnen Abschnitte erfordern einiges Können der einäugigen Krieger. Während man die kleinen Kampfmurmeln durch Heerscharen von Gegnern zum Sieg trommelt, sammelt man immer wieder Schatzkisten ein, die nach Erreichen des Zielturmes einzeln geöffnet werden müssen  und Waffen, Rüstungen und andere Dinge ins Gruppeninventar geben. Zudem erhalten die Patapons mit jedem besiegtem Gegner Erfahrungspunkte und steigen somit - ganz wie in großen Rollenspielen - auf. Die Fertigkeiten der einzelnen Klassen unterscheiden sich voneinander, so kann der Bogenschütze beispielsweise lernen, mehrere Pfeile abzuschießen. Dass die Klasse gewechselt werden und Ausrüstungsgegenstände auch ge- und verkauft werden können, lassen einen gewissen Spielraum, was die Taktik bezüglich dem später sehr anspruchsvollem Gegneraufgebot betrifft.

 

Im Lager der Heldentruppe findet man auch ein sogenanntes „Heldentor“. Dies ist das Portal zum Mehrspielermodus. Online darf hier dann in der Gruppe oder gegen eine andere Armeen gekämpft werden. Alles in allem ist „Patapon 3“ rundum gelungen und seines Namens würdig. Der Frustfaktor erreicht manchmal schwindelerregende Grenzen und erfordert viel taktisches Herumprobieren, aber Kenner der Vorgänger werden sich schnell heimisch fühlen mit den kleinen Trommelfans!


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Vier Tasten, 2D- Grafik und Piepstöne aus den Lautsprechern- klingt nach Spielhalle? Ja, tut es. Ist es aber nicht, solange es "Patapon 3" heißt. Denn wie bereits die beiden Vorgängertitel trumpft dieses Rhythmusspiel aus dem Hause Sony mit liebenswerter Grafik im Usedlook, netten Figuren und tollen Animationen auf. Zudem haben die Entwickler einen Hauch mehr Rollenspielcharakter und die altbekannte Soundkulisse samt Multiplayermodus spendiert. Zwar wurde die Armee der Einäugigen ziemlich rapide auf vier schwarze Kugeln reduziert und das Spielprinzip ist auch nicht neu, dennoch bietet "Patapon 3" mehr als genügend Spielspaß mit etlichen kniffligen Passagen. Neulinge wie Fans der Serie werden sich schnell wohlfühlen und der Sucht des Rhythmuses verfallen. Also "pata- pata- pata- pon" und lostrommeln!


positiv negativ
  • Klasse 2D- Grafikkulisse
  • Tolle Animationen
  • Intuitive Steuerung
  • Lange Spieldauer
  • Multiplayermodus
  • Sympathische Charaktere
  • Einzigartiges Spielkonzept
  • Nur noch vier Patapons im Kampf führbar
  • Sound kann nervig werden (Kopfhörer helfen!)
  • Teils recht hoher Schwierigkeitsgrad
  • Keine Minispiele





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