Persona 5: Dancing in Starlight

Persona 5: Dancing in Starlight

Publisher: Koch Media
Entwicklerstudio: ATLUS
Genre: Geschicklichkeit
Sub-Genre: Rhythmusspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 04.12.2018
USK 0

Persona 5: Dancing in Starlight   09.12.2018 von LorD Avenger

Nach der positiven Resonanz zu Persona 4: Dancing all Night entschied man sich auch für das erfolgreiche JRPG Persona 5 ein Tanz-Spin-Off zu erstellen, das parallel mit Persona 3: Dancing in Moonlight erscheint. Die PS4-Version ist VR-kompatibel und digital ist auch eine PS Vita-Version erhältlich.

 

Inhalt


Gerade noch im gemütlichen Schlaf versunken, finden die Phantom Thieves sich erneut im Velvet Room wieder, wo die mysteriösen uniformierten Zwillinge Justine und Caroline sie begrüßen. Die beiden wollen ihre Schwester in einem Tanzturnier herausfordern und die sieben Freunde gegen den amtierenden Champion ins Rennen schicken. Die verdutzten Jugendlichen beteuern ihre Unfähigkeit zu tanzen, doch davon wollen die Zwillinge nichts wissen – da alle im Traum in den Velvet Room gerufen wurden, vergeht nicht nur in der realen Welt keine Zeit, man kann auch alles möglich machen, dass man sich fest genug vorstellt. Auch, wenn alle Erinnerungen beim Aufwachen gelöscht werden sollen, genießen die Freunde das Aufeinandertreffen und die gemeinsame Herausforderung.


Persona 5: Dancing in Starlight (P5DiS) spielt nach der Handlung des Hauptspiels Persona 5.

Gameplay


Die meisten werden schon mal ein Video von einer japanischen Arcade-Halle gesehen haben, in der örtliche Jugendliche auf unglaubliche Weise die Highscores an den Tanzautomaten knacken, die erfordern, mit den Füßen die richtigen Tasten auf einer Matte zu treffen - P5DiS funktioniert nach demselben Prinzip, allerdings mit den Fingern anstelle der Füße. Viel weniger anstrengend wird es dadurch aber gar nicht mal.


Vor dem Hintergrund eines animierten Musikvideos liegt eine Eingabemaske mit sechs Feldern, drei auf jeder Bildschirmseite – oben, Mitte sowie unten. Jedes dieser Felder steht für die korrespondierenden Tasten auf dem Controller, also oben rechts ist mit der Dreieck-Taste verbunden, unten links mit der Unten-Taste auf dem Steuerkreuz usw. und wie auch in anderen Rhythmus-Spielen müssen die entsprechenden Tasten gedrückt werden, sobald die Notensymbole ein Feld erreichen. Je genauer Note und Feld übereinanderliegen, desto besser die Bewertung und desto höher der Punktestand.


Mit Noten meine ich allerdings keine Musiknoten per se – musikalisches Feingefühl und Wissen sind eventuell hinsichtlich des Rhythmus von Vorteil, ansonsten allerdings fürs Spiel selbst nicht notwendig. Die in der Mitte des Bildschirms erscheinenden und dann nach außen treibenden Symbole variieren und müssen unterschiedlich gehandhabt werden. Die normalen kreisrunden Symbole erfordern ein einfaches Drücken der korrespondierenden Taste, ebenso gibt es aber auch gekoppelte Kreise die ein schnelles Doppeldrücken verlangen. Anspruchsvoller wird es da schon bei den Symbolen, die mit einem Band verbunden sind und in entgegengesetzte Richtungen fahren, sodass zeitgleich eine Taste links und rechts gedrückt werden muss. Weiterhin gibt es Noten mit Schweif, die über die vorgegebene Länge gedrückt gehalten werden müssen und bei denen sowohl das Drücken als auch das Loslassen gewertet wird. Wem das noch nicht genug Herausforderung ist, der kann sich auch noch der breiter werdenden Ringe annehmen, die mit dem Wort „Scratch!“ gekennzeichnet sind und das Anstoßen eines der Steuersticks erfordert, sobald der Ring den Reaktionsrand erreicht. Hierbei geht es um das Scratchen eines DJs auf seinen Turntables, was im Spiel zwar akustisch wie ein Fehler klingt, allerdings zusätzliche Punkte bringt und die Combo-Kette hochtreibt. Die Scratches sind standardmäßig optional eingestellt, es gibt also keine Bestrafung sollte man einige (oder alle) verpassen. Einige besagter Ringe sind allerdings in Regenbogenfarben einkoloriert und sollen gesammelt werden, um an bestimmten Stellen im Song ein Tanzfieber auszulösen, in dem für kurze Zeit ein zweiter Tänzer hinzustößt und die Punkte hochtreibt. Verpasst man zu viele Noten hintereinander, wird der Song als fehlgeschlagen abgebrochen. Bei Gelingen schaltet man weitere Songs und Social Events frei.


Es wäre kein Persona-Spiel, wenn es ganz ohne Dialogfenster auskommen würde und dafür sind die Social Events da. Jeder Charakter hat hier eine eigene Kategorie und mithilfe diverserer Anforderungen (z.B. Bewältige Songs mit 12 verschiedenen Outfits, etc.) können darin die Events freigeschaltet werden, Dialogsequenzen, in denen sich zwei bis drei der Charaktere in ihrer individuellen Art über diverses unterhalten. Gerade hier wird schnell deutlich, dass das Spiel nach der Handlung des Rollenspiels stattfindet und sich die Texte häufig auf Ereignisse in diesem beziehen. Als Belohnung für jedes angesehene Social Event, in denen übrigens auch wie im Hauptspiel Dialogoptionen ausgewählt werden können, werden Individiualisierungsgegenstände freigeschaltet mit denen man die diversen Tänzer anpassen kann. Hierzu gehören verschiedene Kopfhörer, Hüte und Mützen, Brillen oder auch ganze Outfits – darunter auch typisch aufreizende Varianten für die Mädchen, wie das Moulin Rouge-Outfit. Außerdem freigeschaltet werden Anpassungen für das Gameplay selbst, über die man das Spiel entweder anspruchsvoller gestalten kann (verpasste Scratch-Noten gelten als Fehler z.B.) oder es einfacher macht, dafür dann aber prozentual von seinem Punktestand bezahlen muss.

Bildergalerie von Persona 5: Dancing in Starlight (22 Bilder)

Grafik


An der Grafik gibt es nichts auszusetzen – die Charaktere sehen genauso schick aus wie in Persona 5 und auch der coole ikonische Stil mit den unsymmetrischen Textboxen und den dicken roten Umrandungen wurde beibehalten. Die Noten fliegen in knalligen, leuchtenden Farben über den Bildschirm und je mehr gleichzeitig davon zu sehen sind, desto mehr erwecken sie den Eindruck von den Neonschildern auf dem Las Vegas-Strip. Die im Hintergrund laufenden Musikvideos sind in erster Linie Tanzeinlagen der verschiedenen Charaktere an ebenfalls aus dem Hauptspiel bekannten Orten (z.B. die Shibuya-Kreuzung, das Café oder einige der Parallelwelt-Tempel) und sind sehr schön und unterhaltsam gestaltet – sowohl von der Choreografie als auch von der Regie her. Zwischendurch gibt es auch Songs, die stattdessen eine Montage aus 3D- und Anime-Zwischensequenzen aus Persona 5 zeigen und als besonderes Zückerli kann man auch ein reales Live-Konzert freischalten, in dem die Sängerin einer der Songs ein ganzes Stadion von Persona-Fans begeistert.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Mir ist Persona 5, wie schon der Vorgänger, ungemein ans Herz gewachsen und in zwei Spieldurchläufen habe ich sogar die dreistelligen Stunden geknackt. Ich habe die Charaktere liebgewonnen, ganz besonders aber auch den für mich besten Gaming-Soundtrack seit einigen Jahren – beides zusammen weckt sehr angenehme Erinnerungen und macht auf Anhieb Spaß. Auch das Spielprinzip weiß zu gefallen, überzeugte es mich doch schon mit seiner simplen Form in Spielen wie Kickbeat oder auch Titeln, wo dieses Element lediglich als Minispiel implementiert war. Der Anspruch der 23 Songs auf vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden zieht aber sehr schnell gewaltig an und ehe man sich versieht wird einem das abverlangt, was man aus den Online-Videos aus japanischen Arcade-Hallen kennt: Absoluter Wahnsinn. Man kann sich auf dem Bildschirm gar nicht mehr vor Notensymbolen retten und auf ihre Synchronität auf der linken und rechten Seite kann man dann auch nicht mehr bauen. Jeder, der sich von diesem Spielprinzip gerne herausfordern lässt, wird mit P5DiS seinen Meister finden, wer allerdings die optionale Geschichte erleben und die Songs sowie Schauplätze wiedererkennen möchte, der sollte unbedingt vorher Persona 5 gespielt und im Idealfall durchgespielt haben.


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positiv negativ
  • Songs aus einem der besten Gaming-Soundtracks der letzten Jahre
  • Zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten bei Kostümen und Gameplay-Hilfen
  • Liebevolle Tanzvideos mit der Möglichkeit Tänzer zu wechseln
  • Simple Steuerung
  • Schwierigkeitsgrad zieht schnell sehr stark an
  • Keine der lieb gewonnenen Nebencharaktere aus dem Hauptspiel kommen vor
  • Spielprinzip bietet wenig Abwechslung
  • Kein 2-Spieler-Duell-Modus
  • VR-Funktion beschränkt sich auf das Ansehen von Charaktermodellen





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