Phantasy Star Portable

Phantasy Star Portable

Publisher: Sega
Genre: Rollenspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 17.04.2009
USK 12

Phantasy Star Portable   26.05.2009 von Manu

Phantasy Star ist wohl eine der bekanntesten Rollenspiel-Reihen weltweit und Sega´s Versuch gegen den übermächtigen Gegner Square und seiner Final Fantasy Reihe zu bestehen. Für die PSP erschien nun der Ableger „Phantasy Star Portable“, welches auf der Universe Reihe basiert und diese für unterwegs spielbar machen soll. Ob dieses Experiment geglückt ist, erfahrt ihr hier.

Achja...das „gute alte“ Phantasy Star – auf der Dreamcast erschienen, war es das erste Rollenspiel, welches man überhaupt auf einer Konsole online spielen konnte. 2006 erschien „Phantasy Star Universe“ auf diversen Konsolen, mit eher mittelmäßigen Wertungen, aber durchaus großer Fangemeinde, zumindest in asiatischen Gefilden.

Bei Phantasy Star Portable handelt es sich um keine Neuentwicklung, sondern eine Umsetzung des schon erschienenen „Phantasy Star Universe“ mit Modifikationen und kleinen Verbesserungen. Auch die Erweiterung „Ambition of the Illuminus“ ist bereits in der Portierung erhalten. Neu hinzugekommen sind exklusiv über 150 neue Waffen und Gegenstände, sowie zwei neue Charaktere und neue Erzählfäden in der Story. Das wohl wichtigste und am heißesten ersehnte Feature jedoch: Ihr könnt wireless mit bis zu vier Spielern gleichzeitig spielen. Ja ich sprach wirklich nur von „wireless“ und meine damit ausdrücklich nur lokal. Der Online-Modus entfällt spurlos.

Aber fangen wir vorne an: Wie in so vielen Rollenspielen fängt auch hier euer Dienst damit an, einen Charakter zu kreieren. Der sehr gute Editor bietet euch zahlreiche Möglichkeiten und ihr werdet sicherlich den passenden Charakter für euer Abenteuer erschaffen.

Im Gegensatz zum Originalspiel und wohl auch hardwaretechnisch bedingt, sind alle Städte nur als einfache Menüs mit Bild dargestellt, ist aber für unterwegs und ein schnelles Spiel eigentlich ganz praktisch, so werdet ihr nicht lange damit aufgehalten, von einem Punkt zum nächsten zu reisen. 

Wie in vielen Rollenspielen japanischer Herkunft üblich, werden euch Storyelemente fast ausschließlich über Dialog-Sprechblasen präsentiert. Das übliche Manga-Figürchen, welches sich dazu stets passend von der Seite reinschiebt sucht ihr aber vergeblich, stattdessen starrt ihr auf grob vektorisierte und lieblose 3D Modelle. Und wozu ihr im Charaktermenü sogar eure Stimmlage wählen dürft, aber in den Dialogen stets den stummen Helden mimt, bleibt mir auch unerklärlich. 

Das das Spiel nicht übersetzt wurde, spielt in so fern keine Rolle, da die Story nicht nur schlecht und belanglos erzählt wird, sondern eben auch noch schlecht präsentiert wird. So klickt man sich gelangweilt durch die Dialoge um dann endlich mal zum eigentlichen Spiel zu kommen.

Da man nicht immer drei Kumpels „portable“ dabei hat, versuchen wir uns erst mal alleine. Dazu bekommen wir eine Roboterdame zu unserer Seite gestellt, die uns tatkräftig im Kampf unterstützen soll. Der größte Reiz beim Dungeon-Crawlen ist natürlich das Gefühl, gemeinsam gegen Monsterherde zu bestehen – wie die KI eurer Roboterdame aber durch die Qualitätsprüfung gekommen ist, bleibt mir ein Rätsel. Ich übertreibe nicht, aber diese KI, beziehungsweise das komplette Fehlen eben dieser ist so dermaßen frustrierend wie überflüssig, dass sich das gesamte Spiel damit quasi selber die Daseinsberechtigung nimmt. Dies wäre nur annähernd damit vergleichbar, dass die KI bei einem Fußballspiel auf das falsche Tor stürmt oder eben einfach stehen bleibt, wenn ein Gegner mit Ball kommt. 

So lernt man also schnell, die Frustration in Ignoranz umzuschalten und versucht sich alleine durch die Dungeons zu schlagen, was eine Weile auch gut klappt. Der Reiz, dies zu tun und wozu man die unzähligen Items und Bonusgegenstände sammeln soll, wenn man sie nicht gemeinsam in einer Party einsetzen kann, der geht extrem schnell verloren.

Sicherlich, wer Spaß am Grinden und sammeln hat, wird eine ganze Zeit seinen Spaß haben können, das kämpfen ist kurzweilig und die Einführung der Quickbar zum Auswählen und schnellem Wechseln der Waffen ist extrem gut gelungen. Die Kamera ist kein Hindernis, an das man sich nicht justieren kann, gute Kameraführungen in 3D Spielen sind selten und man gewöhnt sich an die Eigenarten. Auch die Unterschiede in den verschiedenen Klassen halten eine Weile die Laune. Der Ranger spielt sich komplett anders als ein Nahkämpfer und Waffen zum ausprobieren gibt es genügend. Kleine Erfolge können die Motivation für Menschen, die darauf stehen noch etwas erhöhen, bringen aber sonst keine spielinternen Verbesserungen.

Grafisch ist das zwei Jahre alte Spiel für die PSP ansehnlich und solide, aber kein Meisterwerk. Die Locations und Gegner wiederholen sich allerdings sehr schnell und bieten nicht viel Abwechslung. Noch dazu wurden viele Spielelemente, wie zB. das Crafting aus der Vorlage entfernt, was den Spielreiz und die Langzeit-Motivation nicht erhöhen.


Das Fazit von: Manu

Manu

Wer ein bis drei Freunde in seinem nahen Umkreis kennt, die ebenfalls eine PSP besitzen und Spaß daran finden gemeinsam ein paar Monster zu vermöbeln, der kann zuschlagen. Alle anderen seien gewarnt, es gibt für Solospieler weitaus bessere Spiele mit besserer Story, besserer Grafik und vor allem besserer KI. Ausdrückliche Phantasy Star Fans, die auch unterwegs nicht darauf verzichten wollen in diesem Setting zu kämpfen, sollten einen Blick riskieren. Ansonsten sollten abseits dieser zwei Zielgruppenbeschreibungen eigentlich nur extreme Dungeon-Crawler Fans mit Item-Sammel-Wut näher in das Spiel einsteigen. Dem Rest möchte ich den Frust ersparen.


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positiv negativ
  • Zu viert lokal spielbar
  • Neue Bonus-Items/Waffen
  • Add-On bereits enthalten
  • Zwei neue Charaktere, Storyerweiterung
  • Schnelle Reisen zwischen A und B
  • Gutes Interface
  • NUR lokal, kein Online Modus
  • KI extrem schlecht
  • Belanglose Story
  • Lieblose 3D Charaktere





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