Pikmin – New Play Control!

Pikmin – New Play Control!

Publisher: Nintendo
Genre: Strategie
Sub-Genre: Taktik, Jump & Run
Art: Midprice Titel
Erscheinungsdatum: 06.02.2009
USK 0

Pikmin – New Play Control!   16.03.2009 von Manu

New Play Control! - Mit dieser neuen Serie möchte Nintendo ein paar der exklusiven Gamecube-Klassiker vergangener Tage den nun fast 50 Millionen Wii Besitzern näher bringen. Der Launchtitel dieses Experiments ist Pikmin, der Miyamoto-Debüt-Titel des Gamecubes. Ob die Rechnung für Nintendo aufgeht und wie sich die alten Spiele auf der neuen Konsole spielen, erfahrt ihr hier.

Ach, der gute alte Gamecube. Wohl die meist unterschätzte Konsole nach der Dreamcast, nicht nur, aber vor allem in Deutschland. Es gab eine ganze Reihe von wirklich guten, aber aufgrund Ihrer Exklusivität nicht sehr verbreiteten Spiele. Eine wirkliche Perle der Gamecube Zeit stellen die zwei Pikmin Spiele von Miyamoto dar. Es ist ja selten genug, dass Nintendo von der bewährten Formel: „Man nehme eine Prise Mario oder Zelda Figuren und eine große Portion Sportart. Alles gut verrühren und je nach Geschmack Karts hinzufügen“ abweicht.

Umso erfreulicher stellt sich daher das Setting von Pikmin dar. Wir sind ein, klar Nintendo-typisch, sehr knuffiger und knuddeliger, nur 4cm großer Raumpilot namens Olimar, der mit seiner bonbonfarbigen Rakete auf einen mysteriösen Planeten abstürzt. Diese zerberstet in 30 Einzelteile, die über die gesamte Planetenoberfläche verteilt wird. Unser Raumanzug bietet uns nur noch 30 Tage Sauerstoff, doch wie sollen wir in der knappen Zeit alle Einzelteile wieder finden um von dem Planeten wieder nach Hause zu kommen?

Direkt nach unserer Notlandung treffen wir auf eine seltsame Lebensform. Neugierig wie wir sind, haben wir natürlich nichts Besseres zu tun, als an einem aus der Erde schauenden Halm zu ziehen, bis eine zwiebelförmige Kreatur uns mit liebenden Kulleraugen anstarrt. Fehlt nur, dass sie Mami zu uns sagt. Die stummen Kreaturen folgen uns aber ähnlich wie die Küken im Comic auf Schritt und Tritt und nehmen es uns auch nicht übel, wenn wir Sie packen und durch die Gegend pfeffern. Ganz im Gegenteil: Sie interpretieren unseren Wurf als Befehl, die dortigen Objekte zu unserem Raumschiff beziehungsweise zu ihrer eigenen Basis zurück zu tragen. So könnten wir es schaffen, unsere Raumschiffteile zu bergen! Doch je schwerer die Gegenstände sind, desto mehr von unseren kleinen Zwiebelkindern brauchen wir. Um mehr dieser Kreaturen zu züchten, benötigen wir die Energie diverser Objekte, daher machen wir uns fleißig an die Arbeit und sammeln und züchten, züchten und sammeln. Bald begegnen wir auch den ersten Hindernissen und einer zweiten und dritten Pikmin-Form, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. So können die Gelben gefährliche Bomben tragen und uns somit bisher undurchdringbare Wände zum einstürzen bringen, während die blauen Vertreter dieser Gattung durch Wasser laufen können.

Was hat sich jedoch in der Wii-Version im Vergleich zur Gamecube-Originalfassung geändert? Nun, nicht besonders viel. Wie der Name der Version schon sagt, hat man dem Spiel eine „New Play Control“ spendiert, was nichts anderes heißt, als dass man das Spiel nun eben per Wiimote und Nunchuck spielt, anstatt mit dem Controller. Die Umstellung hat tadellos funktioniert und ist wirklich ein Paradebeispiel dafür, wie man ein RTS Spiel (Real-Time-Strategy) auf einer Konsole steuerbar machen kann. Halo Wars würde von dieser Wiimote Steuerung auch enorm profitieren. Man hat ein annäherndes Mausgefühl und navigiert und steuert sehr angenehm und intuitiv durch die Welt.

An Grafik, Sound und Spiel hat sich nichts geändert, wenn man von der Unterstützung des 16:9 Bildformats absieht. Und hier muss man sich schon fragen, warum Nintendo nicht einen Schritt weiter gegangen ist, um zum Beispiel den sehr textlastigen Beginn nicht wenigstens mit Sprachausgabe unterlegen hätte können. Ideen zur Verbesserung gäbe es viele, aber nichts davon wurde umgesetzt. Kein Multiplayer, kein Online-Modus, keine Extralevel, keine neuen Optionen und vor allem keine überarbeitete Grafik. Klar, es ist ein Gamecube Spiel und noch dazu eines der ersten, und genau so sieht es auch aus. Die Liebe zum Detail ist auch heute noch spürbar und es sieht auch nicht schlecht aus, aber matschige Texturen trüben die Freude etwas.

Man darf von dieser „New Play Control!“ Serie also nicht von Remakes ausgehen, die das Original in die Neuzeit bringen sondern lediglich eine Wiimote Unterstützung. Dafür werden die "Wiimakes" aber auch zum Nice Price angeboten. Pikmin ist für ca. 30 Euro käuflich erwerblich, was für so eine Perle der Konsolen-Spielgeschichte sicherlich ein sehr fairer Preis ist.


Das Fazit von: Manu

Manu

Der Start der Serie ist geglückt, ich kann dieses Konzept von Nintendo nur begrüßen, der gewachsenen Fangemeinde die guten Spielklassiker der Gamecube Zeit näher zu bringen, noch dazu zu einem günstigen Preis. Die Steuerung mit Wiimote ist wie gemacht für Pikmin. Wer es nie gespielt hat darf zuschlagen. Wer es jedoch bereits kennt, der findet zu wenig Neues, sprich nichts, was einen erneuten Kauf rechtfertigt. Vielleicht spendiert uns Nintendo ja wenigstens einen Online-Modus für die Portierung des bereits angekündigten Pikmin2. Man darf gespannt sein.

Kleiner Insidertipp: Wer auf die Steuerung per Wiimote und das 16:9 Format verzichten kann und einen Gamecube-Controller hat, kann natürlich auch einfach das Originalspiel kaufen und in die Wii schieben und kommt damit noch günstiger an diese Miyamoto-Perle.


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positiv negativ
  • Steuerung per Wiimote wie gemacht für Pikmin
  • RTS (Real-Time-Strategy) und Knobelei ist perfekter Harmonie
  • Tolles Charakterdesign
  • 16:9 Support
  • Schönes „MicroMachines“-Setting, Alltagsgegenstände werden zu riesigen Hindernissen
  • Grafik und Sound veraltet
  • Kein Multiplayer, kein Online-Modus
  • Keinerlei zusätzlichen Extras





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