Playstation All-Stars Battle Royale

Playstation All-Stars Battle Royale

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Superbot
Genre: Action
Sub-Genre: Arcade-Beat\'em Up
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 23.11.2012
USK 12

Playstation All-Stars Battle Royale   07.01.2013 von Beef Supreme

Die Wii blickt ihrem Ende entgegen. Miese Minispielsammlungen und schäbige Casual-Daddler haben ihr grausig Werk verrichtet und dem schwachbrüstigen Backstein den Rest gegeben. Doch auch die Wii hatte glänzende Tage. Zum Beispiel mit Super Smash Brothers (SSB). Ein Partyklopper ohne Finesse oder Taktik. Einfach draufhauen bis der Amtsarzt kommt. Sony hat sich Zeit gelassen, doch nun wollen sie mit Playstation All-Stars Battle Royale (BR) auf diesen Casual-Kloppzug aufspringen und mal so richtig die Sau raus lassen. Geht das Prinzip auch auf der schwarzen Kiste auf?

 

Wo dem Spieler im Nintento-Vorbild ein knuddelig-pummeliger Mario und eine putzige Peach entgegen lächeln, erwartet in BR ein Kratos zornig den Schlachtenbeginn. Der sympathische Göttermörder und passionierte Völkerschlächter ist einer der 20 Kämpfer, den der Entwickler Superbot ins Rennen schickt. Aber auch Drake aus Uncharted, Cole aus Infamous, die fette Prinzessin oder auch Sackboy geben sich die Ehre. Und auf die Fresse. Nur schade, dass hier ein paar Klassiker vergessen wurden. Nathan Hale zum Beispiel. Jedem Kämpfer stehen eine überschaubare Anzahl an Moves und Kombos zur Verfügung um Kurzweil und Prügel auszuteilen. Dabei haut man sich in verschiedenen Schauplätzen, die alle in bisherigen Playstation-Abenteuern angesiedelt sind. Hades aus God of War, San Francisco aus Resistance und so weiter. Wem die klassische Keilerei nicht reicht, dem stehen auch noch diverse Waffen zur Verfügung, die einfach aufploppen und darauf warten, die Visage der anderen Kämpfer zu umschmiegen. Die Maps spielen auch mit und stressen die Kämpfer mit sich verändernder Umgebung oder Luftschlägen, Gasangriffen oder einem Quiz, oder, oder. Schön, dass man nicht nur vor plumpen Hintergründen prügelt.

 

Zu Beginn stehen einem bereits alle 20 Charaktere und Maps offen. Der Singleplayer ist also nur schmückend Beiwerk zum Kennen- und Erlernen der Charaktermoves. Zwar wurde für jeden der Charaktere eine kleine Pseudo-Story darübergestülpt, die in Form von ein paar Bildchen kredenzt wird, doch das ist nicht der Rede wert. Hier wäre mehr Potential gewesen. Warum nicht ein paar Kämpfer freischalten, wie in Soul Calibur oder Street Fighter? Wofür denn ein Levelsystem einführen, wenn sich spielerisch nichts ändert? Die Anreize den Singleplayer anzuzocken sind, abgesehen vom Kennenlernfaktor, sehr gering. Zwar hat man die Möglichkeit verschiedene Herausforderungen oder ein Training zu absolvieren, doch die dort verdienten Punkte nutzen einem kaum etwas. Zudem hat man sowieso in der Hitze des Gefechts keine Zeit, raffinierte Kombos an den Mann zu dreschen.

 

Der Fokus liegt hier ganz klar auf puristischem Gekloppe. Und das geht gleich richtig los. Nach der Schwierigkeitswahl wird man in eine Arena geschmissen und drischt sich mit bis zu drei Widersachern das Hirn aus der Rübe. Hektik ist hier Alltag. Soweit haben wir das alles schon in SSB gesehen. Der Unterschied hier ist die Art wie man zum Sieg kommt. Keilt man bei SSB solange aufeinander ein, bis die Prozente den nächsten Schlag zum Startmanöver in die Stratosphäre umfunktionieren, fällt man bei BR nur ganz selten aus dem Ring. Hier füllt man nämlich mit jedem Treffer eine Comboleiste, die bis zu drei Stufen umfassen kann. Nach Füllung der ersten kann man per simplem Tastendruck eine charakterspezifische Spezialattacke ausführen, die das kurze Ende der Kombatanten bedeutet. Dabei steigt die Chance auf einen oder mehrere Treffer je höher das Level der Leiste ist. Auf dem maximalem Level 3 mosht man nur so durch die Reihen und ist kurze Zeit unbesiegbar. Das spult Kills aufs Punktekonto! Wäre aber witziger gewesen, hätte man mehrere Moves pro Kämpfer und Level zur Auswahl. Oder hätte man mehr tun müssen, als nur stupide einen Knopf zu drücken.

 

Kern ist der Tournament-Modus, der Online Multiplayer. Die Auswahlmöglichkeiten sind mit gewertetem und ungewertetem Match sehr dünn gesät. Selbst hosten oder Kämpfe manuell auswählen ist nicht drin. Hier muss man voll dem Auto-Matchmaking vertrauen. Das einen Level-12-Charakter gern mal mit einem Level-593-Kämpfer zusammenschmeißt. Doch das liest sich schlimmer, als es ist. Der Befähigungsunterschied ist aufgrund des Mangels an Kombo-Möglichkeiten nicht so hoch, wie die Zahlen suggerieren wollen. Einerseits gut, so werden Neulinge nicht so schnell abgeschreckt, andererseits verkommt so die Klopperei relativ schnell zum Einheitsbackpfeifenbrei. Und da weitere Spielmodi, die für Abwechslung sorgen könnten, durch Abwesenheit glänzen, sinkt der Anreiz, hier wirklich dran zu bleiben. Einzig die Ranglisten, die jeden Monat zurückgesetzt werden, bieten für die Die-Hard-Fans einen Anreiz auch mal an die Spitze kommen zu können. Nicht falsch verstehen, für Zwischendurch macht BR richtig Laune. Gerade mit Freunden oder Online, oder gar Online mit Freunden rockt das Over-the-Top-Gedresche so richtig die Hütte. Nur die Langzeitmotivation fehlt leider.

 

Bildergalerie von Playstation All-Stars Battle Royale (12 Bilder)

Zum Schluss noch ein wenig Technik. Grafisch ist hier alles solide. Stabiles Mittelmaß wird hier geboten. Nix überragendes, doch wir haben auch schon Hässlicheres gesehen. Trotz Hektik und Effekt-Overkill bleibt alles flüssig und die Kamera spielt mit. Soundtechnisch ist auch alles im Rahmen. Die Kämpfer haben alle ihre Originalstimmen aus ihren eigenen Spielen, die Soundkulissen der Maps sind auch stimmig geraten. Auch das Matchmaking verrichtet seinen Dienst wie es soll, trotz rudimentärer Einstellungsmöglichkeiten. Nur die Ladezeiten zwischen den Matches hätten kürzer sein können, doch das ist zu verschmerzen.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Superbot liefert mit Playstation All-Stars Battle Royale einen gelungenen Einstand ab. Der Name ist vielleicht etwas zu lang, doch dafür macht die Keilerei für Zwischendurch richtig Laune. Da der Spaß so einsteigerfreundlich ist, bleiben Frustmomente in der Regel aus. Dafür leidet aber die Langzeitmotivation ein wenig. Dennoch hatte ich meinen Spaß mit Kratos, Radek, Cole und Co. Die Moves fühlen sich knackig an und die Maps sorgen für Abwechslung während der Kämpfe. Das dünne Kombosystem hätte etwas mehr Tiefgang und Komplexität vertragen können, doch für den schnellen Klopp gegen Jürgen oder den Rest der Welt ist BR allemal tauglich. Noch zu erwähnen ist, dass die PS-VITA-Version für umme mitkommt, kauft man die PS3 Version. Und ein Feature namens Cross-Play sorgt dann dafür, dass Gamepad-Jünger gegen Handheld-Anhänger antreten können. Feiner Zug, ihr dafür Verantwortlichen.


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