Portal 2

Portal 2

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: Valve
Genre: Geschicklichkeit
Sub-Genre: Action/Adventure/Geschicklichkeit
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 19.04.2011
USK 12

Portal 2   27.04.2011 von Panikmike

Wie genial war 2007 die Idee von Portal. Man baue einen Shooter, der eigentlich kein richtiger Shooter ist, sondern mehr ein Geschicklichkeitsspiel in der gewohnten 1st-Person Optik. Oftmals muss man nur eine gute Idee haben, um ein grandioses Werk zu erschaffen. Portal war ein riesen Erfolg, daher kommt nun der zweite Teil auf dem PC, der Xbox 360 und der PS3…

Nach einem 50tägigen Hyper-Schlaf erwache ich in einem kleinen Raum mit einem Bett, einem Bild an der Wand und einem kleinen Bad. Alles ist sehr schlicht eingerichtet und eine Stimme befiehlt mir nach oben und danach nach unten zu blicken. Dann zeigt sie mir das Bild an der Wand und spielt eine kurze Sequenz einer beruhigenden Musik ein. Warum ich hier bin und wie ich aus dem Raum komme? Keinen Plan! Nach der nächsten Schlafphase erwache ich und alles sieht anders aus. Der Raum ist heruntergekommen und man erkennt ihn kaum wieder. Anscheinend habe ich dieses Mal ein wenig länger gepennt, die Stimme aus dem Nichts erzählt mir, dass es 99999…ahhhh Tage waren. Also für mich nicht definierbar, aber sichtlich eine verdammt lange Zeit. Kurz danach kommt ein kleiner Roboter namens Wheatley zu mir und klärt mich ein wenig auf. Wir befinden uns im heruntergekommenen Firmengelände von Aperture Science – Da sind wir also wieder. Nach dem ersten Teil dachte ich eigentlich, alles wäre vorbei. Vor allem nachdem wir den Roboter im letzten Raum zerstört hatten. Anscheinend gibt es die Firma aber immer noch und nach wie vor machen sie die typischen Spielchen in diversen Räumen. Wer keine Ahnung von Portal hat, der sollte sich mal den Artikel vom ersten Teil HIER durchlesen.

Die ersten Rätsel sind für einen, der Portal schon gespielt hat, nicht sonderlich schwer. Nach wie vor hat man seine Portal-Kanone, mit der man zwei verschiedenfarbige Portale erzeugen kann. Anfangs muss man ein paar simple Rätsel lösen, indem man zum Beispiel ein Portal erschaffen muss, um auf eine Erhöhung zu kommen. Doch schon nach ca. 1 Stunde Spielzeit steigt der Schwierigkeitsgrad extrem in die Höhe. Da es mehr Herausforderungen, größere Räume, schwierigere Rätsel und coole Neuerungen in Sachen Technik gibt, spielt man das Spiel nicht einfach mal so schnell durch. Ich für meinen Teil habe ca. 9 Stunden gebraucht, kann man nicht quer denken, so wird man länger brauchen.

Doch bleiben wir beim Thema Neuerungen. Die altbekannten Würfel sind wieder da, doch es gibt auch eine zweite, neue Sorte. Mit den sogenannten Umlenk-Würfeln kann man Laserstrahlen in jede beliebige Richtung umlenken. Oftmals muss man diese dann noch mit diversen anderen Sachen kombinieren, um zum Ausgang zu gelangen. Doch die Würfel sind nicht alles, was bei Portal 2 neu dazugekommen ist. Mit den Lichtbrücken kann man sich ähnlich wie bei Tron einen Weg in der Luft bauen oder aber auch tödliche Laserstrahlen oder andere Dinge, wie herumfliegenden Müll, blockieren. Ähnlich sind auch die Energieröhren, die einen aber automatisch in eine Richtung transportieren. Später gibt es sogar Schalter, die die Röhre in die andere Richtung laufen lassen. Doch die witzigsten Neuerungen sind drei Sorten von einem Gel. Bei dem blauen Gel kann man, wenn es auf dem Boden verteilt ist, höher springen. Somit kann man ohne Portale auf höhere Ebenen kommen. Mit orangem Gel bekommt man einen Geschwindigkeitsrausch. Überall am Boden, auf dem es ist, läuft man viel schneller. Mit Hilfe richtig gesetzter Portale kann man somit Kanonenkugel spielen und sehr weit bzw. auch hoch kommen. Das letzte im Bunde ist das weiße Gel. Mit diesem kann man überall Portale setzen, wo man normalerweise keine setzen konnte.

Das Problem oder sagen wir mal das Konzept bei Portal 2 ist immer noch dasselbe. Wenn man nicht um die Ecke oder sogar sehr quer denken kann, dann hat man verloren. Die Kunst von Portal 2 ist „Learning by Doing“. Man muss alles ausprobieren und die verschiedenen Möglichkeiten kennenlernen. Nur durch geschickte Kombination ist es möglich, alle Rätsel zu lösen und den Abspann zu genießen. Das Problem dabei ist, dass es in den späteren Level sehr schwer wird, auch wenn sich einige Ideen wiederholen. So einfach wie es zu Beginn ist, so schwer wird es zum Schluss. Ich habe mir nicht nur einmal fast ein Büschel Haare ausgerissen, weil ich nicht auf die Lösung kam. Meistens ist sie aber so einfach, dass man komplett falsch denkt und danach nur die Hand auf die Stirn klatscht. Dummerweise gibt es sehr große Level, bei denen man auf den ersten Blick nicht sieht, wie es weitergeht. Einen direkten Tipp gibt es leider nicht. Doch ein Blick auf die Anzeigetafel zu Beginn des Levels kann schon mal den Denkanstoß geben. Dies ist in meinen Augen aber auch ein Manko im Spiel, da man für manche Level mal locker 30 Minuten lang nicht weiß, was man tun muss. Man probiert und probiert und irgendwann findet man vielleicht dann durch Zufall die Lösung. Bei vielen Leuten wird dies zu Frust und Unlust führen. An dieser Stelle seid gewarnt, Portal 2 ist nichts für Geschicklichkeits-Noobs, die nicht querdenken können.

Portal 2 kann aber nicht nur wegen den Rätseln überzeugen. Humor und Sarkasmus sind ebenso groß geschrieben. Unsere unsichtbare Roboterstimme jagt einen Gag nach dem anderen raus, ebenso gibt es oftmals ein witziges Video während der Rätsel zu bestaunen. Spätestens wenn dann Sätze wie „Dein Overall sieht blöd aus.“, „Die Eltern, die sie angerufen haben, lieben sie nicht. Bitte legen sie auf…“ oder „Diese Brücke besteht aus natürlichem Licht von der Oberfläche. Wenn du deine Wange daran reibst, dann kommt es dir so vor, als würde dir die Sonne ins Gesicht scheinen.“ kann man sich vor Lachen nicht mehr halten. Der Humor bei Portal 2 ist grandios, vor allem weil sehr viele unterschiedliche Sachen passieren. Einmal geht es um ein Reh auf der Oberfläche, dann erzählt uns die Stimme von einer Geburtstagsüberraschung oder sie singt „He´s a jolly good fella“. Die Grafik ist nicht mehr so minimalistisch wie beim ersten Teil, mit aktuellen Titeln ist sie allerdings nicht vergleichbar. Doch spätestens wenn man aus den eigentlichen Versuchsräumen ins Gelände kommt, kann man sich auch an schönen Grafiken erfreuen.

Zu guter letzt sei noch erwähnt, dass man das Spiel nicht nur alleine, sondern auch zu zweit spielen kann. Die Kampagne selbst ist nach wie vor für einen Spieler, doch der Koop-Modus online oder per Splitscreen sorgt für Aufregung. Dort haben die Entwickler schöne Rätsel eingebaut, die man nur mit zwei Spielern lösen kann. Die Gimmicks bleiben dieselben, die Rätsel sind komplett anders. Wer also nach dem Durchspielen noch Bock hat, der sollte sich einen Kumpel schnappen und die Koop-Rätsel lösen. Es lohnt sich, auch hier haben die Entwickler sehr viel Zeit reingesteckt.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich war vom ersten Teil schon begeistert, doch der zweite Teil ist noch um ein gutes Stück besser. Alleine schon der Humor ist der Hammer, ich habe noch nie so viel gelacht und geschmunzelt wie bei diesem Spiel. Die Atmosphäre ist super, kurzzeitig kam ich mir sogar vor wie bei Fallout. Doch diese Parallele wäre ein wenig zu viel des Guten, Portal 2 hat in Sachen Geschichte etwas anderes im Sinn. Die Fortsetzung wurde gut inszeniert, die Rätsel sind knackig und der Koop-Modus rockt. Was will man mehr? Portal 2 ist eines der besten Spiele, das ich bisher in meiner Konsole hatte. Für mich ist es jetzt schon eines der coolsten Games im Jahr 2011. Für Besitzer eines leistungsfähigen PCs, einer Xbox 360 oder einer PS3 ist es definitiv ein Must-Have!


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positiv negativ
  • Geniale Levels mit super Rätseln…
  • Sehr witziger Humor und Sarkasmus
  • Sehr guter Koop-Modus
  • Gute deutsche Sprachausgabe
  • Cooler Soundtrack
  • Gut inszenierte Story mit Wendungen
  • Neue Elemente (Gel, Energieröhren, Lichtbrücken)
  • Spieldauer von etwa 10 Stunden
  • …die teilweise bockschwer sind
  • Kaum Wiederspielwert
  • Kein Hilfesystem





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