Mittlerweile ist es 21 Jahre her, als der Prinz von Persien als Videospiel geboren wurde. 1989 erschien das erste Abenteuer von Jordan Mechner, jedoch ist die Spielereihe immer noch im Munde der Gamer. Es ist ein zeitloser Held, der sich seitdem in acht verschiedenen Spielen tummelte. Die neueste Version "Die vergessene Zeit" hat wieder einiges zu bieten. Was, das zeige ich euch im folgenden Artikel...
Die Geschichte...
...des Prinzen entführt uns in die vergessenen sieben Jahre, die zwischen "Sands of Time" (Spiel erschien 2003) und "Warrior within" (Spiel erschien 2004) liegen. Der Prinz ist sichtlich erwachsener geworden, sein Gewand edler als je zuvor und sein Scimitar (orientalischer Säbel) ist jederzeit in Kampfposition. Diese wird sicherlich auch nicht lange auf sich
warten lassen, denn es gilt wieder ein Abenteuer zu bestreiten. Das Königreich seines Bruders Malik war einst ein prachtvolles Land, nun ist es eine Hölle aus Leichen, Speeren und Rauch geworden. Soldaten wie Bürger wurden regelgerecht hingerichtet und die einzige Chance von Malik bestand, die Armee aus Sand um Hilfe zu rufen. Doch wie es das Schicksal so möchte, wendet sich die Macht gegen uns und verwandelt den eh schon zerstörten Palast in eine Sandlandschaft. Alles Leben erstarrt zu Sand, egal ob Freund oder Feind. Einzig allein du und dein Bruder werden von deinem Medaillon beschützt. Doch so gut wie es sich anhört, ist es nicht. Eine fremde Macht hat euren Bruder ergriffen und befiehlt ihm, die zu Sand erstarrten Krieger zu meucheln und seine Macht gegen sein Königreich einzusetzen. Nun ist es an der Zeit herauszufinden, warum dies alles geschehen ist und wie man den Wahn eures Bruders heilen kann. Ebenso wäre es von einer großen Gunst, wenn sich die Sandarmee wieder in die gelben Körner auflösen würde. Wir müssen uns beeilen, die Zeit rennt.
Eine zeitgemäße Grafik...
...wird nur teilweise geboten. Die Kamerafahrten durch die architektonisch korrekt dargestellten Gebäude und Räume sehen sehr spektakulär aus, die Grafik an sich ist gut gemacht und auch die Bewegungen sind toll. Besonders auffallend sind die Gesichtszüge, die besser aussehen, als alles andere was man kennt. Die Räume wirken sehr mächtig, das Größengefühl kommt unglaublich gut zur Geltung. Alles ist sehr actionreich und auch das Spiel aus Licht und Schatten wurde gut integriert. Allerdings muss sich der Prinz als Gesamtwerk hinter Assassins Creed II verstecken. Auch wenn alles sehr gut aussieht, so vermisst man eine gewisse Liebe zum Detail. Da wir im Moment von Grafikabenteuern überflutet werden, hat es der Prinz natürlich nicht leicht, da mitzuhalten. Größen wie das oben genannte Assassins Creed II oder auch God of War 3 haben die Nase vorne. Jedoch kann "Die vergessene Zeit" trotzdem verzaubern und das Märchen von 1001 Nacht gut auf den Bildschirm bringen.
Die Steuerung…
… ist eines Prinzen würdig. Die erste Stunde hat man ein verlängertes Tutorial, bis das Spiel dann richtig los geht. Der Prinz ist fit wie eh und je, er kann klettern, springen, seinen berühmten Wandlauf und noch mehr. Die Steuerung ist relativ gut, nur selten verflucht man eine Situation, in der man nicht so konnte wie der Spieler wollte. Mit „A“ kann man springen, mit „X“ zuschlagen oder wenn ein Gegner am Boden liegt, mit dem Säbel draufkloppen. Hat ein Gegner ein Schild, so kann man ihn mit „Y“ wegschubsen und ihn dann besiegen. Mit den Fingertasten gibt es dann die verschiedenen Specials (Erklärung gibt’s später!) so wie mit „RT“ den Wandlauf. Steht man an einer Wand und hat vor sich einen Abgrund, so gibt es immer eine Lösung. Entweder rüberspringen, ein Säule zum festhalten suchen oder an der Wand entlang laufen. Es könnte auch sein, dass man einfach an Steinen hochklettern muss, da man dann oben weiterhangeln kann. Der Prinz von Persien hat nichts verlernt, alles geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase schön von der Hand. Nebenbei kann unser Held aber noch ein wenig mehr: Gegner in den Abgrund schubsen, an einer Mauer zerdrücken, eine Ausweichrolle machen, an einer Fahne runterrutschen oder aber eine Kombination aus verschiedenen Bewegungen wie zum Beispiel den Luftstich!

Meine Aufgabe…
… besteht, wie schon oben beschrieben, darin meinen Bruder zu retten und das Land wieder von der Sandarmee zu befreien. Wie sich im Spiel herausstellt, ist die Armee gar nicht von König Salomon, sondern sie wurde geschickt, um ihn damals zu töten. Die Skelettkrieger wurden aus einzelnen Sandkörner gebaut. Je mehr Sand die Armee berührt, desto mehr Soldaten werden geschaffen. Wenn unser Held sie nicht rechtzeitig aufhält, dann bedeckt die Armee die ganze Welt. Nur weil ich und mein Bruder das Siegel haben, ist uns nichts passiert. Also besteht meine Aufgabe darin, die andere Hälfte des Siegels zu finden und es zusammenfügen. Doch dazu muss ich erst mal meinen Bruder Malik finden, denn dieser hat die andere Hälfte. Nebenbei bekomme ich nach dem Tutorial die Hilfe von einem Djin, der mir anfangs die Macht der Zeit zeigt. Mit „RB“ kann ich die Zeit zurück drehen. Stürzt unser Held also in einem Abgrund, dann sollte man schnell „RB“ drücken um dies zu verhindern. Ab jetzt habe ich neben meiner roten Lebensenergieleiste oben auch noch eine blaue. Diese ist für die Zeit reserviert. Muss ich aufgrund meiner misslichen Lage die Zeit zurückdrehen, so wird mir diese Leiste abgezogen. Ergo kann ich nicht unendlich lange in der Zeit zurückspringen, sondern nur ein paar Sekunden. Dieses Feature bringt mir im Spiel sehr viel, doch leider wird auch das Ganze dadurch sehr einfach. Kommt eine dumme Passage, so versuche ich einfach ein paar Mal sie zu meistern. Wenn es nicht klappt, RT und zurück in der Zeit.
Doch um im Spiel zu meinem Bruder zu gelangen, muss ich einige Dinge machen. Leider wiederholen sich diese sehr oft, hin und wieder gibt es ein wenig Abwechslung. Mein Alltag sieht so aus: Knöpfe drücken, Wandlauf, Springen, Kämpfen, Klettern, Springen, Wandlauf, Fallen ausweichen, Knopf drücken, Kämpfen, Springen, Klettern und nebenbei natürlich noch Kämpfen und Springen und Klettern und und und. Ihr wisst was ich damit meine, oder? Klar war Prince of Persia schon immer so, aber ein wenig mehr Abwechslung hätte ihm nicht geschadet. Doch war das wirklich schon alles? Nein! Nach dem Tutorial bekommt der Held Erfahrungspunkte für besiegte Gegner. Diese kann man jederzeit im Upgrade-Menü gegen bessere Fähigkeiten eintauschen. Im Laufe der Zeit kann man sich so mehr Gesundheit, die Dauer der Zeitfähigkeit, die Rüstungsfähigkeit und noch mehr erhöhen oder spezielle Fähigkeiten wie zum Beispiel Flammenspur, Kampfeswut oder Wirbelwind freischalten.
Mehr Gimmicks…
... gibt es an dieser Stelle nicht. Jedoch ist dies schon mal ein guter Sprung in die richtige Richtung, denn sowas gab es bei den alten Teilen nicht. Später allerdings kommen dann noch richtig coole Sachen hinzu. Bei jedem weiteren Treffen mit dem Djin lernt man neue Fähigkeiten. Mit der Zeit wird man Herr der Elemente, im Klartext heißt dass, das man später auch noch Wasser, Feuer und die Luft kontrollieren kann. Bei der Wasserkraft handelt es sich um eine elementare Macht. Drückt man LT, so erstarrt ein Wasserstrahl. Nun kann
man diese Strahlen als Stangen zum Schwingen verwenden. Optisch sieht das eingefrorene Wasser sehr geil aus, die Idee ist generell klasse. So wird ein Strahl zu einer Stange, ein Wasserfall zu einer Wand. Wenn man über einen Abgrund nicht springen kann und auch kein Objekt in der Gegend ist, so kann man einen Teleportersprung durchführen. Dieser teleportiert mich dann zu meinem Ziel, jedoch kann ich das nur machen, wenn ein Gegner dort steht. Zum Schluss kann man dann noch einen Teil der Umgebung zurückrufen, im Klartext heißt das, dass man Brücken bauen kann, wenn eine Lücke ist. Das geht aber nicht überall, sondern nur wo schon mal Blöcke oder Wände standen. Das fiese ist, man kann immer nur ein Mauerobjekt zurückholen. So schließt sich der Kreis der Elemente und der Prinz ist voller neuer Power. Am Ende des Spiels werden all diese Möglichkeiten gefordert, besonders der letzte Level ist gar nicht mehr so einfach. Doch dank des Zeitfeatures, gelang mir das auch ohne Probleme.
Dafür sind die Effekte...
...des Prinzen 1A und sehen auch beim fünften Mal hinschauen noch sehr gut aus. Wo wir schon mal beim Thema wären. Die Grafik und die generelle Atmosphäre ist super, jedoch wie schon oben erwähnt, kann der Prinz nicht mit einem Ezio aus Assassins Creed 2 mithalten. Die verschiedenen Palastszenarien wie die Schatzkammer, die Maschinerie, die Bäder, der Hof der Festung und die Kanalisation zeigen einiges an Abwechslung, allerdings kommt man nie aus dem Palast hinaus. Die Wände sind zwar unterschiedlich gestaltet, aber es fehlt einfach was. Auch wenn man zum Schluss zu König Salomons Grab muss, damit man den Eingang in die Stadt der Djin findet, so sieht das auch nicht so viel anders aus wie der Palast. Sehr schade, hier hätte man mehr draus machen können. Allerdings ist die musikalische Untermalung unglaublich gut, die Musik betont das Märchen aus 1001 Nacht. Die Effekte passen ebenso gut ins Spiel, die Säbel rasseln, das Wasser rauscht und die Gegner stöhnen. Die deutsche Lokalisation ist in Ordnung, aber ich hätte mir bessere Stimmen zu den Charakteren gewünscht.
Wer noch genauere Infos zur Collector´s Edition möchte, hier ist sie aufgeschlüsselt: Prince of Persia: Die vergessene Zeit Collectors Edition
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