Prince of Persia

Prince of Persia

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft Montreal
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd-Person-Action
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 04.12.2008
USK 12

Prince of Persia   06.12.2008 von Panikmike

Der wohl bekannteste Prinz der Spielewelt hat es wieder einmal geschafft. Das neue Prince of Persia ist nun erhältlich, doch Ubisoft wagt einen kompletten Neuanfang. Der Titel verspricht schöne Schwertkämpfe, eine orientalische Kulisse und auch ein rasantes Gameplay.

1989 wurde das erste Abenteuer des Prinzen veröffentlicht. Damals hätte keiner gedacht, dass von dem Spiel mehrere Fortsetzungen gemacht werden. Damals setzte es Maßstäbe in Sachen Animation bei Spielen. Anfangs wirkte Prince of Persia auf Dauer eher langweilig und ein wenig trist, aber der Spieler wurde durch Überraschungen immer an den Bildschirm gefesselt. Mittlerweile kennt fast jeder Spieler eines der Teile des Prinzen. Sands of Time, das 2003 erschien, sahnte sogar einige Preise ab.

Im neuen Spiel wurde die gleiche Technik wie bei Assassins Creed benutzt. Doch Ubisoft wagte einen Schritt in eine unbekannte Richtung. Sie veränderten nicht nur das Spielgeschehen, sondern auch die Grafik. Der neue Stil nennt sich „Illustrated Art Style" und sieht aus wie ein Comic. Die Entwickler wollten etwas Neues ausprobieren und versuchten, ein bewegtes Artwork zu inszenieren. Ebenso eine Neuheit ist, dass der Prinz ist nicht mehr allein ist. Er hat eine Begleiterin namens Elika. Diese hat magische Fähigkeiten und steht immer an der Seite des Prinzen.

Die Story beginnt ein wenig abgedreht. Der treue Begleiter des Prinzen, sein Esel, ist mit samt seinen Goldreserven verschwunden. Zufälligerweise trifft er auf Elika, die die Kunst der Magie beherrscht und kurze Zeit später schon das erste Mal dem Prinzen dadurch das Leben rettet. Durch Elika schlittert er aber immer tiefer ins Schlamassel. Ahrimann, der Gott der Dunkelheit wird von seinem Bruder Ormazd herausgefordert. Während des Kampfes wird der Baum des Lebens zerstört und der Prinz muss nun mit Elika die Welt vor dem Untergang retten. Von nun an seid ihr das fantastische Duo und werdet bis ans Ende des Spiels zusammen sein. Der Charme beider Charaktere steckt sowohl in der Darstellung der Grafik, als auch in der deutschen Übersetzung. Die Synchronisation wurde spürbar von Profis gemacht und hört sich ein wenig an wie ein gut gestaltetes Hörbuch! Die Grafik ist neu, kann aber durch und durch überzeugen. Ich mag den Stil und finde die Bewegungen und Abläufe schöner denn jeh.

Ebenso wie in Assassins Creed bemerkt man die gute Arbeit von Ubisoft Montreal. Es wurde wieder perfekt inszeniert, Grafik und Sound bilden eins. Die orientalischen Klänge passen zu 100 Prozent zur Landschaft und zur Begebenheit. Da hätte kein Steven Spielberg mehr rausholen können. Manchmal kommt man sich vor wie zu alten Zeiten, als man noch mit Opa und Oma am Lagerfeuer ein Märchenbuch gelesen hat, nur mit dem Unterschied dass man dieses Buch nun spielt. Die prächtigen Bauwerke und die weitläufigen Landschaften sehen einfach nur zauberhaft aus.

Aber nun zum eigentlichen Spielablauf. Nachdem die kurze Einleitung gespielt wurde, habt ihr dann eure offene Welt. Zumindest ist sie fast offen. In vier Regionen müsst ihr insgesamt 24 Level-Abschnitte absolvieren. Man kann aber erst in eine der Regionen, wenn man für diese genügend Lichtkeime gesammelt hat. Dann ist der Weg zu sechs Levels freigegeben. Die Aufgaben sind wie bei Assassins Creed ziemlich gleich und auf Dauer ein wenig langweilig. Gegner verkloppen, Lichtkeime sammeln, das Leben den Boss-Gegnern aushauchen und die Zone retten. Die Sprung- und Klettersequenzen allerdings bringen die nötige Abwechslung. Das fiese daran ist, dass man erst eine Region heilen muss, bevor die Lichtkeime freigegeben werden. Im Klartext heißt das, dass man die Levels mindestens zweimal spielen muss, um in der Story weiterzukommen.

Der sportliche Prinz muss allerdings nicht nur einfach durch die Gegend laufen und klettern, sondern die Möglichkeiten sind etwas vielfältiger. Man muss von Plattform zu Plattform springen, an der Wand entlang laufen, an Ranken hochklettern, an Seilen schwingen und alles was ein Held eben tun muss, um ans Ziel zu kommen. Das schöne dabei ist, euch wird stets geholfen. Wenn ihr zu einer neuen Herausforderung kommt, egal ob man nun nach oben klettern oder über einen großen Abgrund springen muss, euch wird immer alles am Bildschirm angezeigt. Anders wie bei herkömmlichen Spielen wird das Spiel in der Zeit eingefroren. So kann man sich in Ruhe die Tastenkombination merken und das Hindernis überwinden.

Auch im Kampf ist es so, es werden die verschiedenen Möglichkeiten während des Kampfes erklärt. Wie blockt man? Wie nutzt man das Schwert und wie kann ich einen Gegner greifen? Die Kämpfe sind langsamer als gewohnt, aber sie sind sichtlich mehr durchdacht. Es kommen im Game nicht übermäßig viele Gegner, aber die, die da sind, haben es in sich. Einfaches Rumkloppen bringt euch da meistens gar nichts außer den Tod. Im Übrigen sterbt ihr während der Kletterorgien nie, da bei einem Sprung ins Leere Elika zu Hilfe kommt. Für Anfänger ist das ein sehr schönes Feature, Profis werden es verfluchen, da die Herausforderung fehlt! Optional hätte man diese Funktion im Menu ein- bzw. ausschaltbar machen sollen.

Der Prinz und Elika sind allgemein unzertrennlich. Ubisoft hat hier in meinen Augen einen Geniestreich geschaffen. Die Dialoge zwischen den beiden sind humorvoll, informativ und auch wichtig für den Spielfluss. Die künstliche Intelligenz von ihr ist sehr gut, sie bleibt immer an eurer Seite und ihr müsst keine Angst haben, dass sie stirbt oder sich mal von euch entfernt. Es scheint als wäre eine magische Fessel zwischen euch. Elika ist auch unser Wegweiser. Wie bei Fable II oder Dead Space könnt ihr euch die richtige Richtung anzeigen lassen. So wisst ihr immer, wohin man muss.

Rätsel gibt es in Prince of Persia auch wieder, wie man es aus den vergangenen Teilen gewohnt ist. Ähnlich wie bei Tomb Raider muss man hier mal ein Rädchen drehen oder da einen Schalter umlegen. Das klare Ziel ist allerdings das Klettern und weniger der Denksport!


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Anfangs war ich sehr skeptisch. Wird mich der neue Grafikstil überzeugen? Gefällt mir das neue Gameplay mit einem Zusatzcharakter? Beide Fragen kann ich mit einem deutlichen JA beantworten. Der Prinz ist zwar ein Rüpel geworden, aber dafür ist Elika ein Engel. Die Animation ist unglaublich realistisch und die Atmosphäre gefällt mir ebenso gut wie bei Assassins Creed. Die Missionen sind gut durchdacht. Leider wiederholt sich zu viel und deshalb wird es auch zum Ende des Spiels eher langweilig als fordernd. Nichts desto trotz ist es ein hammer Spiel und wird den Geschicklichkeits- und Actionfan unter euch lange amüsieren! Ach ja, zum Schluss noch einen Tipp am Rande: Wer in Prince of Persia das Altairkostüm aus Assassins Creed haben möchte, der muss sich nur bei Ubisoft auf der Homepage anmelden und dann den Code im Spiel bei Extras eingeben. Das Ganze ist von Ubisoft kostenfrei!


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positiv negativ
  • Eine große, offene Welt...
  • Genialer orientalischer Soundtrack
  • Künstliche Intelligenz von Elika
  • Sanfte und großartige Animationen
  • Künstlerische Grafik
  • ...die Gelegenheitsspieler überfordert
  • Gelegentliche Kameraprobleme
  • Zu wenig Abwechslung
  • Sprünge zu einfach, kaum eine Herausforderung





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