Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Professor Layton und die Schatulle der Pandora

Publisher: Nintendo
Entwicklerstudio:
Genre: Adventure
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 25.09.2009
USK 0

Professor Layton und die Schatulle der Pandora  05.10.2009 von Manu

Im zweiten Teil der „Professor Layton“ Serie versuchen wir erneut einem neuen Mysterium, Schritt für Schritt und Rätsel um Rätsel auf die Schliche zu kommen. Eine geheimnisvolle Schatulle, die ein finsteres Geheimnis birgt und mutmaßlich beim Öffnen mordet. Ob uns die Fortsetzung mit ihren 150 Rätseln ebenso an den DS fesselt wie im ersten Teil, erfahrt ihr hier...

Meine Damen, meine Herren, darf ich vorstellen: Er ist ein Englischer Gentleman, wie er im Buche steht, Professor für Archäologie an der Gressenheller Universität in London und der Hobby-Detektiv, der das Rätsel um das „geheimnisvolle Dorf“ gelöst hat: Professor Hershel Layton. Ihm zur Seite steht sein treuer Assistent, Spürnasen-Gehilfe (und, seien wir ehrlich, elendiger Besserwisser) Luke Triton. Aber müssen wir diese zwei Herren überhaupt vorstellen? Wer einen DS sein Eigen nennt, kann, Verzeihung: DARF an diesen zwei Gentlemen eigentlich nicht vorbei gekommen sein. Aber Professor Layton und Luke haben natürlich anständige, englische Manieren und stellen sich dem geneigtem Spieler auch gerne erneut vor und haben inzwischen auch etwas Nachhilfe genommen, um ein perfektes, akzentfreies Deutsch zu sprechen, um auch hier in Deutschland von nun an sicherlich mehr Freunde zu finden.

Wie der Titel bereits sehr klangvoll beschreibt, dreht sich diesmal alles um das Geheimnis der Schatulle der Pandora. Geheimnisvolle Sagen behaupten, dass sie jeden sofort tötet, der ihren Deckel öffnen möchte. Davon erfahren wir, als uns die Nachricht vom Tode Dr. Schraders erreicht, dem Mentor des Professors, der sich ebenfalls mit dieser Schatulle beschäftigt hat. Wurde er ein Opfer der Pandora? Bei Dr. Schrader entdecken wir eine erste Spur: Eine Fahrkarte für den luxuriösen „Molentary Express“, auf der merkwürdigerweise kein Fahrtziel aufgedruckt ist. So eine Einladung lassen sich unsere zwei waghalsigen Protagonisten natürlich nicht nehmen und treten die Zugreise ins Unbekannte an und unser Abenteuer beginnt.

Das Spielprinzip von Professor Layton lässt sich am Besten zuerst als „Point and Click“-Adventure beschreiben. Wir navigieren uns durch Standbilder, auf denen wir mit Personen sprechen und Gegenstände untersuchen. Wie bei jedem guten Adventure lösen wir dabei Rätsel, um so die Geschichte Schritt für Schritt aufzudecken und voranzutreiben. Der Unterschied jedoch: mit „Rätsel“ sind hier wirklich klassische Rätsel gemeint, wie wir Sie aus Zeitschriften und Büchern kennen. Klassische Denksportaufgaben, mathematische Kopfnüsse, Logikpuzzles und Bilder- und Kombinationsrätsel. Über 150 solcher Aufgaben erwarten uns im Laufe des ca. 12-stündigen Abenteuers. Das besondere daran, die Rätsel sind dabei, manchmal weniger, manchmal mehr. Alle passend in die Geschichte eingebettet. Finden wir also einen Brunnen mit einer mysteriösen Inschrift, die uns mutmaßlich weiterhilft, begegnet diese uns natürlich als Bilderrätsel. Eine Frau, die wir nach dem Weg fragen, backt gerade Pfannkuchen und braucht unsere Hilfe, um die Pfannkuchen richtig zu sortieren. Dazu muss man sagen, dass das Universum von Professor Layton sehr märchenhaft gestaltet und erzählt wird, daher verwundert es in diesem Kontext auch nicht, dass praktisch alle Menschen die ganze Zeit verrückt nach Rätsel sind und ihre einzige Freizeitbeschäftigung zu sein scheint. Wenn diese Charaktere noch dazu so liebenswürdig gezeichnet und erzählt sind wie in diesem Spiel, dann kann man dieses Spiel und seine Art einfach nur lieben.

Die Rätsel variieren natürlich auch in ihrer Schwierigkeit, wir erhalten für schwierigere Rätsel dafür auch mehr Punkte. Sie sind dabei jedoch stets fair und mit etwas Geduld immer lösbar. Bei falschen Antworten erhalten wir Punktabzug, gefundene „Tipp“-Münzen können wir dazu verwenden, uns bei harten Nüssen Hinweise geben zu lassen, die uns daraufhin oft auf den richtigen Pfad lenken. So kommt nie Frust auf und auch können gefundene Rätsel zu jeder Zeit und in beliebiger Reihenfolge aus einem Menü heraus direkt nachgeholt und gelöst werden, die Geschichte wird dabei nur bei Story-relevanten Rätseln aufgehalten. Alle gelösten Rätsel sind natürlich ebenfalls jederzeit wieder aufrufbar.

Neben den eigentlichen Denksportaufgaben und dem Adventure gibt es noch eine kleine Auswahl von Mini-Spielen, die aber auch mit der Story verwoben sind. So finden wir über die gesamte Spieldauer hinweg Einzelteile einer alten Kamera, die wir versuchen, wieder zusammenzusetzen. Gefundene Kräuter können zu verschiedenen Teesorten kombiniert werden, mit denen wir wiederum unseren Gesprächspartnern wichtige Informationen entlocken, wenn wir deren Lieblingstee identifizieren und servieren. Und zu guter Letzt adoptieren wir noch einen übergewichtigen Hamster, den wir, natürlich in Rätselform, auf den Trimmdich-Pfad schicken.

Zwischen den Rätseln wird die Geschichte immer wieder von kurzen, aber unheimlich hochwertigen Zwischensequenzen im Zeichentrickstil aufgelockert, die unsere Helden mit kompletter Sprachausgabe (wie gesagt, diesmal auch komplett in Deutsch) Schlüsselmomente erleben lässt.

In Japan wird bereits an einer kompletten Spielfilmumsetzung gearbeitet und wenn man diese Sequenzen sieht, kann man sich vor Vorfreude auf den Film kaum zurückhalten, so hochwertig und liebevoll sind diese gemacht. Der Stil ist dabei, trotz dass Level 5 ein japanisches Produktionsstudio ist, sehr europäisch mit leichten japanischen Anflügen. Die Charaktere, die uns im Laufe des Spieles begegnen, erinnern entfernt ein wenig an die Figuren aus dem Oscar-Nominierten Film „Das große Rennen von Belleville“. Die Musikuntermalung ist stets sehr stimmungsvoll und unterstreicht den filmischen Anspruch, den das Spiel hat.

Besonders erwähnenswert: Über die Rätsel des eigentlichen Spiels hinaus können Spieler über das DS Wi-Fi Zugang zu herunterladbaren Bonus-Rätseln bekommen. Für 33 Wochen nach der Veröffentlichung des Spiels wurde für jede Woche ein neues Rätsel angekündigt! 


Das Fazit von: Manu

Manu

Professor Layton verliert auch in seinem zweiten Adventure nichts von seinem Reiz. Die stimmungsvolle und dichte Atmosphäre, die liebenswürdigen Charaktere, eine großartig erzählte Geschichte und die stets cleveren Kopfnüsse liefern eine perfekt auf den DS abgemischte Unterhaltung ab. Wer auch nur im Ansatz an fordernden Knobeleien Gefallen findet, wird Professor Layton lieben. Dass es in Japan bereits zwei weitere Abenteuer gibt und Teil 5 und 6 bereits angekündigt sind, lässt mich Freudentänze aufführen. Dies tröstet auch über die Entzugserscheinungen hinweg, die man verspürt, wenn man wie ein Süchtiger durch die 150 Rätsel gefegt ist. Nörgler würden sagen, dass man sich natürlich auch alternativ ein Rätselheft am Kiosk kaufen kann, das wäre schließlich billiger, aber dann würde man abseits der Rätsel eines der schönsten und märchenhaftesten Adventures des Jahres verpassen. Kaufbefehl!


positiv negativ
  • 150 neue Rätsel
  • Großartiges Charakter-Design
  • Hochwertig produzierte Animationssequenzen mit Sprachausgabe auf Deutsch
  • 3 sehr unterhaltsame Minispiele
  • Rätsel zum Downloaden über WiFi
  • Stimmungsvolle Musikuntermalung und Soundkulisse
  • Keine Vorkenntnisse aus Teil 1 nötig, aber kleine Insider für Kenner versteckt
  • Manche Bilderrätsel sind zu klein, keine Zoomfunktion
  • Möglichkeiten des DS nur selten wirklich ausgereizt
  • Immer gleiche Musik bei den Rätseln (kriege den Ohrwurm nicht mehr weg!)





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