Puls

Puls

Originaltitel: CELL
Genre: Horror
Regie: Tod Williams
Hauptdarsteller: Samuel L. Jackson • John Cusack
Laufzeit: DVD (94 Min) • BD (98 Min)
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 16

Puls   16.01.2017 von MarS

John Cusack und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen einer Film-Adaption eines Stephen King - Bestsellers. Das hat bereits in Zimmer 1408 sehr gut funktioniert, auch wenn es sich bei der Vorlage dort nur um eine Kurzgeschichte handelte. Nachdem jedoch King selbst das Drehbuch zu Puls mitverfasste scheint einem weiteren gelungenen Horrorfilm nichts mehr im Wege zu stehen...oder etwa doch?

 

Gerade noch hat Comic-Autor Clay Riddell mit Frau und Sohn telefoniert, als am Flughafen in Boston die Hölle losbricht. Es scheint als verwandelt sich jede Person, die einen Anruf am Handy tätigt, in eine willenlose und brutale Killermaschine, die über alles und jeden herfällt. Auf der Flucht vor den zombieähnlichen Horden tut sich Clay mit dem U-Bahnfahrer Tom zusammen, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Clays Familie. Ein langer Marsch steht ihnen bevor, während dem sie nicht nur weitere Begleiter finden sondern auch feststellen müssen, dass sich die Infizierten offensichtlich immer weiter entwickeln. Sie verhalten sich wie ein Schwarm und sind zunächst nur tagsüber aktiv, wogegen sie sich nachts auf öffentlichen Plätzen sammeln und regungslos verharren, aber auch die nächtliche Sicherheit scheint langsam zu schwinden.

 

Doch woher kommt der verräterische Puls eigentlich und kann die Menschheit überhaupt noch gerettet werden? Wird Clay seine Familie finden und wenn ja, sind sie noch Menschen oder gehören sie bereits zu den "Phonern"?

 

Obwohl ich unter meinen Kollegen dafür bekannt bin, jeden Film völlig neutral zu betrachten, auch wenn es sich beispielsweise um Reboots, Remakes oder eben Buchadaptionen handelt, wodurch gerade diese oftmals besser abschneiden als im direkten Vergleich mit dem Original bzw. der Buchvorlage, so bleibt mir bei Puls eigentlich nur eine Wahl:

 

Puls beweist, wie man trotz bester Voraussetzungen wie einem tollen Cast und dem Buchautor selbst als Drehbuchschreiber einen Film dennoch völlig in den Sand setzen kann. Im Gegensatz zu wirklich nah am Buch umgesetzten Filmen wie beispielsweise Das geheime Fenster, Dreamcatcher, Zimmer 1408 oder auch Der Nebel wurde hier so extrem viel abgeändert, entfernt aber auch dazugedichtet, dass es zum einen für jeden, der das Buch nicht kennt, einfach zusammenhanglos und wirr wirkt, zum anderen für jeden, der das Buch kennt und liebt, einfach nur ein Graus ist. Aber bleiben wir wie eingangs erwähnt neutral und betrachten den Film, als würden wir das Buch eben nicht kennen...

 

Die Eingangssequenz am Flughafen ist tatsächlich sehr atmosphärisch und läutet Puls mit einem Paukenschlag ein, der nicht nur durch die gezeigte Gewalt sondern auch seine konsequent beängstigende Stimmung für ein unwohles Gefühl beim Zuschauer sorgt. Leider ist der Beginn dann aber auch schon das größte Highlight des Films, denn im Anschluss folgen episodenhaft zusammengestückelte Szenen, die den Zuschauer immer wieder vor vollendete Tatsachen stellen, kaum Erklärungen für Ereignisse oder auch auftauchende Figuren liefern und somit dem Film den kompletten Erzählfluss sowie auch Spannung und Atmosphäre rauben. Lediglich eine einzige Szene im weiteren Verlauf kann noch einmal ordentlich gruselige Stimmung und etwas atemlose Hektik für sich verbuchen, denn auch das eigentlich große Finale verkommt letztendlich zu einer weiteren, kurzen und nichtssagenden Episode von vielen. Auch die Charaktere bleiben dabei allesamt absolut blass und belanglos, was dafür sorgt dass einem deren Schicksale im Prinzip völlig egal sind.

 

Bildergalerie von Puls (8 Bilder)

Das Bild der Blu-ray ist solide, aber weit entfernt von hervorragenden Werten. Während die Farbgebung natürlich ist bleibt die Schärfe bzw. das Bild selbst etwas weich, wodurch kaum feine Details sichtbar werden und auch der Kontrast ein wenig verschwimmt. Feines Filmkorn ist zwar vorhanden, fällt aber niemals negativ auf (Anmerkung: Die Galeriebilder weisen deutlich mehr Filmkorn auf, als es im Film selbst zu sehen gibt). Die Tonspur zeichnet sich durch eine angenehme Dynamik und eine kräftige, stimmige Abmischung aus, die immer wieder alle Boxen der Surroundanlage atmosphärisch einzusetzen weiß. Wirklich übel sind die Soundeffekte der "Phoner", die sich nicht wirklich gut oder gar passend anhören sondern dem Zuschauer auf Dauer einfach nur in den Ohren schmerzen und absolut unangenehm sind.


Das Fazit von: MarS

MarS

Was habe ich mich auf die Verfilmung eines meiner Lieblingsbücher von Stephen King gefreut, und dann auch noch mit John Cusack und Samuel L. Jackson, einem Gespann das schon bei Zimmer 1408 sehr gut harmoniert hat. Leider hat sich nach der sehr starken Eingangssequenz sehr schnell Ernüchterung eingestellt und trotz der Beteiligung von King selbst am Drehbuch, vielleicht aber auch gerade deswegen, konnte mich Puls kein bischen überzeugen. Die gesamte Komplexität, der komplette Horror und auch der kritische Blick auf unsere digitalisierte Gesellschaft verpuffen im belanglosen Nichts und der Film wirkt wie ein lieblos zusammengesetzter Episodenfilm ohne jegliche Spannung. Schade um die hervorragende Steilvorlage des Buches.


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