Quo Vadis?

Quo Vadis?

Originaltitel: Quo Vadis?
Genre: Drama
Regie: Jerzy Kawalerowicz
Hauptdarsteller: Pawel Delag • Magdalena Mielcarz
Laufzeit: ca.160 Minuten
Label: MIG Filmgroup
FSK 16

Quo Vadis?   17.10.2010 von Der Ohm

Der Jahrhundert-Roman "Quo Vadis?" von Henryk Sienkiewicz gilt in seinem Entstehungsland Polen als Nationaler Schatz. So verwundert es nicht, dass die Polen sich nicht mit der Hollywood-Monumental-Verfilmung von 1951 zufrieden gaben und im Jahr 2001 eine aufwendige Mini-Serie produziert haben. Für den internationalen Markt wurde aus diesem Material ein Spielfilm geschnitten. Als Fan von Monumentalfilmen und römischer Geschichte ist dieser Film genau das richtige für mich…

Die Geschichte erzählt die Anfänge des Christentums in Rom zur Zeit von Kaiser Nero. Der junge Patrizier Marcus Vinicius verliebt sich in Lygia, einer Königstochter vom Volke der Lygier, die als Geisel nach Rom gekommen ist. Diese flüchtet vor ihm, da er vorerst nichts mit ihrem christlichen Glauben anfangen kann und sich dem frivolen Leben der römischen High-Society hingibt. So sucht Marcus seine große Liebe und lernt nach und nach den christlichen Glauben kennen, den er dann auch annimmt. Kaiser Nero hat zu dieser Zeit allerdings andere Probleme: Er hat Rom anzünden lassen. Das römische Volk hängt die Feuersbrunst auch gleich dem Täter an, Nero braucht also einen Schuldigen der für den Kaiser den Kopf hinhält. Seine Wahl fällt auf die Christen, die nun deportiert und zur Unterhaltung des Pöbels im Theater an die Löwen verfüttert werden. Auch Marcus große Liebe Lygia landet im Kerker. Wird es Marcus gelingen seine große Liebe vor den sicheren Tod zu retten? Hat ihre Liebe eine Zukunft?

Bereits 1902 wurde „Quo Vadis?“ erstmalig verfilmt. Am bekanntesten ist natürlich die bereits in der Einleitung erwähnte Monumentalversion von 1951. Schon hier wurden die brutalen Szenen im Amphitheater schonungslos gezeigt. Die polnische Version hat dies nun auf die Spitze gebracht. Durch perfekte Schnittfolge und guten „Christenpuppen“ entsteht besonders in diesen Szenen ein bedrückendes Gefühl. Auch die Schauspieler können durchweg überzeugen, sei es Nero der seine Sangeskünste im besten polnisch zum Besten gibt oder besonders Boguslaw Linda als Petronius.

Das Bild ist fast einwandfrei auf die Scheibe gebannt worden. Man muss schon nach Defekten suchen, um sie hier und da auszumachen. Die Farben sind natürlich, Kontrast und Schwarzwert sind auf gutem Standard. Auch die deutsche Synchronisation ist gut geworden. Nur schade, dass Nero in Polnisch singt, das klingt für einen römischen Kaiser doch ein wenig seltsam. Besondere Surroundeffekte sollte man natürlich nicht erwarten. Auch die polnische Originalspur ist vorhanden – aufgrund fehlender Sprachkenntnisse habe ich mich mit dieser allerdings weniger beschäftigt. Falls weiteres Interesse an dem Film entsteht, dann empfehle ich das Making-Of. Neben den obligatorischen Trailer gibt es dann noch ein FSK-Logo befreites Wendecover.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Zuerst habe ich mir Sorgen gemacht. Auf dem Cover ist das Colosseum  abgebildet, welches erst Jahre nach Neros Tod erbaut wurde. Auch im langen und nicht enden wollenden Vorspann dreht sich die Kamera einmal um das komplette Gebäude. Im weiteren Film wurde auf diese Historische Inkorrektheit zum Glück verzichtet. Nach einem recht zähen Einstieg in die Lovestory schafft der Film dann noch die Kurve, besonders ab den Kämpfen im Amphitheater nimmt er an Fahrt und Spannung auf. Also keine blinde Empfehlung, wer sich für das Thema interessiert wird sich aber gerne Quo Vadis? anschauen.


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