Red Eagle (Steelbook)

Red Eagle (Steelbook)

Originaltitel: Red Eagle
Genre: Action
Regie: Wisit Sasanatieng
Hauptdarsteller: Ananda Everingham
Laufzeit: 130 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 18

Red Eagle (Steelbook)   13.06.2015 von AndyRVR

Hinter Red Eagle verbirgt sich eine thailändische Filmproduktion, diesich zum Ziel gemacht hat, die gleichnamige Serie aus dem Jahre 1960 zu verfilmen. Die Serie erlangte durch den tödlichen Unfall des Hauptdarstellers Mitr Chaibancha während der Dreharbeiten tragischen Ruhm. Der Film, der im Jahr 2010 produziert und veröffentlicht wurde, darf sich hingegen nur mit dem wohl schlimmsten Soundtrack aller Zeiten, der besten Werbung für japanische Motorräder und einer wahrlich verqueren Geschichte rühmen ...

 

Der Film spielt in Thailand im Jahr 2013: Im öffentlichen Fernsehen wird an die Bevölkerung appelliert, sie müsse den inneren Helden entfesseln, da Thailand ansonsten der Korruption verfallen werde. In Chumporn protestieren die Liberalen gegen die Errichtung eines Atomkraftwerks. Angeführt werden sie von Direk Damrongprapa (Pornwut Sarasin), dem Parteivorsitztenden und kandidierenden Ministerpräsidenten, der von seiner Verlobten Wasana Tienpradap (Yarinda Buunag) unterstützt wird. Szenenwechsel! Wir befinden uns in einem kleinen Einkaufszentrum und sehen zwei zwielichtige Gruppen, die ihren Drogendeal abwickeln. 

 

Die einen sacken die Kohle ein, die anderen das Heroin und erschießen hinterhältig die anderen! Ein seltsam maskierter Mann (Ananda Everingham) massakriert alle Anwesenden - die schönsten Kills werden in feinster CSI-Manier im Röntgenblick analysiert. Der maskierte Mann schnappt sich den Gangsterobermacker, hackt ihm - warum auch immer - die Hand ab, schnappt sich das Heroin und füttert den Guten bis zum Erbrechen damit. Nach vollendeter Arbeit wird dem Heroin gurgelnden Bösewicht leger die Visitenkarte überreicht und der vermeintliche Held verschwindet. 

 

Zeitsprung. Drei Jahre später ist Direk Damrongprapa Ministerpräsident, korrupt bis zum kleinen Zeh. Er hat natürlich sämtliche Wahlversprechen gebrochen, denn schließlich sei er ja Politiker und würde alles für den Wahlerfolg in Kauf nehmen. Seine Verlobte Wasana Tienpradap hat er allerdings verloren. Szenenwechsel. Ein finsterer Raum. Versammlung der Matulee, einer thailändischen Untergrundgesellschaft, die quasi hinter der Korruption des Landes steht. Ihr erklärtes Ziel: Den maskierten Mann - den roten Adler - zu töten. Dafür wird ein Attentäter, der schwarze Teufel (Ron Smoorenburg), angeheuert! Dieser zieht mit Maske, Stahl schneidendem Schwert und einer AK 47 in den Kampf gegen den roten Adler. Außerdem wollen die Matulee auch ein Atomkraftwerk bauen und tragen Anzüge und Masken. Die Polizei spielt jedoch auch eine Rolle: Sie will den roten Adler fassen und hinter Gitter sperren ...

 

Wenn Ihr nun denkt, dass hinter Red Eagle ein B-Movie mit Witz und Charme steckt, habt Ihr Euch leider gewaltig geschnitten. Red Eagle ist ein recht dröger, langweiliger Film, der nur so vor billigen Effekten, Werbung und einer vor sich hin plätschernden Geschichte strotzt. Das Wort Spannung ist hier leider ein Fremdwort! Es werden zwar viele verschiedene Geschichtsstränge verschiedener Charaktere aufgebaut, wie zum Beispiel der Aktivistin, des Ministerpräsidenten, des roten Adlers, des Polizisten, allerdings wechseln diese völlig zusammenhangslos vor sich hin.

 

Es fehlt an jeder Ecke an Erklärungen und in den ersten 60 Minuten versucht man, durch den wilden Szenenwechsel hindurch irgendeinen Zusammenhang zu erkennen - das offene Ende trägt auch nicht gerade dazu bei. Klar, der Polizist jagt den Adler und die Aktivistin war mit dem Präsidenten verlobt, aber warum genau schiebt der Film den Fokus darauf. Darüber hinaus hätten wir da noch die Ohren vergewaltigende Sounduntermalung, die so deplatziert wirkt, dass man sich an manchen Stellen nicht mehr sicher ist, ob der Film sich nun absichtlich selbst parodiert. Vermeintliche Liebesszenen werden mit derbsten Gitarrenriffs begleitet, während den Kampfszenen läuft eine Mischung aus 80er-Jahre-Pop gepaart mit thailändischem Folk und irgendwo schleichen sich auch noch dreist geklaute Riffs von Metallicas "Master of Puppets" ein.

 

Wer denkt, in einem thailändischen Film muss zumindest die Kampf-Choreographie stimmen, liegt leider falsch! Auch hier scheitert Red Eagle kläglich, mal abgesehen davon, dass der computeranimierte Kugelhagel den ganzen Film ins Lächerliche zieht. Hier wirkt leider sehr vieles künstlich und gestellt! Einziger Lichtblick: Der Film ist so schlecht, dass er es ab und zu sogar fertig bringt, ein Schmunzeln hervorzurufen. Da hätten wir die Beschreibung des schwarzen Teufels, die Nazi-Punk-Version von Kiss, die mit ihren Motorrädern die Autobahnen unsicher machen, sowie Kampfszenen, in denen gebratenes Gemüse genutzt wird, um Bösewichte dingfest zu machen.

 

Davon abgesehen wartet die Blu-ray mit einem kristallklaren und klinisch sauberen Bild auf - Hut ab! Die Schärfe ist besser als das Messer eines Killers, der Detailgrad passt und der Schwarzwert ist selbst in den dunklen Szenen nahezu perfekt. Tontechnisch passt alles zusammen, die Stimmen kommen klar und deutlisch aus den Lautsprechern und die Effekte unterstreichen die Aktion. Wie oben schon erwähnt passt die Musik leider überhaipt nicht zum Rest des Films. Extras sucht man leider vergebens, neben dem Trailer und dem Wendecover ist nichts zu sehen.

 

Bildergalerie von Red Eagle (Steelbook) (11 Bilder)

Details zum Steelbook


Auch wenn der Film in unseren Augen nicht wirklich toll ist, so stimmt zumindest die Qualität beim Steelbook. Nur ein Jahr später erschien von Koch Media noch eine Sammleredition für den Fan. Das Cover weicht leicht vom normalen Blu-ray-Cover ab, dies sind aber nur marginale Änderungen. Auf der Vorderseite sieht man den Schriftzug des Films, ein Pressezitat und den Hauptdarsteller vor ein paar explodierenden Hochhäusern. Auf der Rückseite sind neben den typischen Texten Szenenfotos und noch ein Pressezitat zu sehen. Innendrin gibt es nur die Blu-ray, die mit dem Cover bedruckt ist.


Das Fazit von: Teppich

Teppich

Red Eagle bürdet sich vieles auf! Der Film möchte eine Hommage an die westlichen Comic-Verfilmungen sein, seine starke Überzeichnung lässt sogar Parallelen zu Sin City und The Spirit erkennen. Leider verläuft die Handlung des Films im Sand, die Effekte wirken - trotz starker Überzeichnung - billig und die Kampfchoreographie lässt zu wünschen übrig. Darüber hinaus penetriert der Soundtrack die Ohrmuschel des Zuschauer, die "Schleichwerbung" nervt über alle Maßen und das offene Ende des Films setzt der bereits schon schlechten Handlung die Krone auf. Mit rund 130 Minuten Laufzeit ist der Film eine einzige Tortur, deren Ende man sich sehnlichst herbeiwünscht. Pluspunkt: Die Blu-ray Version besticht durch ein exzellentes Bild!


Die letzten Artikel des Redakteurs:


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich mag asiatische Filme generell nicht besonders, wobei es für mich auch immer einmal Ausnahmen gibt. Der vorliegende Red Eagle ist allerdings nicht mein Fall, ich kann und muss meinem Kollegen Teppich leider zustimmen. Auch wenn ich den Soundtrack nicht so schlimm finde und die Kämpfe eigentlich in Ordnung, so passt mir das Gesamtwerk allerdings auch nicht. Ich finde die Story nicht gut, der Film ist mir viel zu lange und irgendwie habe ich mir ganz etwas anderes erwartet. Das Cover ziert den Spruch „Vom Studio von The Raid“, was bei mir aber nichts geholfen hat, weil ich The Raid auch nicht sonderlich gut fand. Gut dass die Geschmäcker verschieden sind, ich glaube ich bleibe dann lieber mal bei Iron Man und generell bei amerikanischen Superheldenfilmen!


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen