Red Orchestra 2 - Heroes of Stalingrad

Red Orchestra 2 - Heroes of Stalingrad

Publisher: Koch Media
Entwicklerstudio: Tripwire
Genre: Shooter
Sub-Genre: Shooter-Simulation
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 02.12.2011
USK 18

Red Orchestra 2 - Heroes of Stalingrad  30.12.2011 von FloH

Wer hat diese elendigen „2. Weltkriegsspiele“ nicht auch satt? Es ist doch immer das Gleiche: Ein paar Schlachten in Japan, eine Flugzeug-Mission da, der D-Day auf der französischen Normandie und schlussendlich die Eroberung Berlins durch die sowjetischen Truppen. Alles aus Call of Duty, Brothers in Arms und diversen anderen Spielen bekannt. Lohnt es sich trotzdem..?!

 

Doch Red Orchestra 2 handelt „nur“ über die Schlacht von Stalingrad. Sehr gut hat uns dabei gefallen, dass man das Spiel aus beiden Perspektiven spielen kann. Man fängt mit der deutschen Kampagne an und spielt logischerweise aus der Sicht der deutschen Wehrmacht. Sobald Ihr die 12 Missionen durchgespielt habt, erlebt ihr die Schlacht von Stalingrad noch einmal aus der Sicht der Roten Armee. Leider erzählt das Spiel absolut keine Story, was den Spielspaß drastisch senkt. Eine gut erzählte und spannende Geschichte über den Kampf um Stalingrad hätte dem Spiel nicht schlecht getan. Lediglich Eure jeweiligen Missionsziele werden Euch genauer erläutert. Diese wären bestimmte Ziele, meist Gebäude, einzunehmen oder zu verteidigen. Ihr macht also während der Kampagne mehr oder weniger immer nur das Gleiche, nur die Orte wechseln etwas ab. Insgesamt ist der Einzelspieler-Modus sehr enttäuschend umgesetzt.

 

Das Kampfsystem von Red Orchestra 2 ist gut durchdacht. Es gibt ein ziemlich gut funktionierendes Deckungssystem, Ihr müsst stets hinter einer Deckung sein, ansonsten werdet Ihr sofort getroffen. Fast sämtliche Gegenstände im Spiel sind als Deckung geeignet, man drückt eine Taste und befindet sich damit in Deckung. Ein Schönheitsfehler bei der Sache ist: Ihr könnt Euch in der Deckung nicht wirklich bewegen. Sobald Ihr Euch bewegt, so seid Ihr nicht mehr aktiv in der Deckung und müsst Euch erneut per Tastendruck in Deckung begeben - auf der Dauer sehr nervig! Weiterhin verhalten sich die Waffen sehr unterschiedlich und kommen nah an das damalige echte Verhalten ran. Die Waffen verziehen teilweiße sogar und ein Schuss reicht oftmals aus, um Euren Feind kampfunfähig zu machen, anders herum natürlich auch. Wenn Ihr sterbt, erscheint Ihr wieder als ein Mitglied Eurer Truppe, wie oft Ihr wieder ins Spiel eintreten könnt, hängt davon ab, wie groß Eure Truppe ist.  Hier hat das Spiel erreicht, was es erreichen wollte, möglichst realistisch und nah an die Wirklichkeit heran zu kommen.

Doch leider ist das Spiel nicht ganz frei von Bugs. Entschuldigung, aber wenn man das Spiel spielt, denkt man, um Stalingrad hätten hirntote Affen gekämpft. Ich habe selten eine solch dämliche KI gesehen. Dabei ist es egal ob Freund oder Feind, sämtliche von Computer gesteuerten Personen laufen wild von A nach B und wieder zurück. Abgesehen davon kann es auch gerne vorkommen, dass ein tonnenschwerer Panzer an einem zärtlichen Bäumchen hängen bleibt. Die Grafik ist nicht mehr ganz auf dem neusten Stand. Überall findet man Ecken und Kanten, welche nicht sein müssten. Grafikfehler sind auch nicht schwer zu finden und alles ist etwas detaillos. Ebenso nervig ist die überladene Steuerung, etliche Knöpfe, die man sich merken muss, schrecklich! Realismus hin oder her, hätte man die Funktionen nicht auf weniger Knöpfe legen können, denn ich kann die komplette Steuerung immer noch nicht!?

 

Dafür ist der Multiplayer von Red Orchestra sehr überzeugend, sofern Eure Mitspieler nicht wie die Affen in Stalingrad spielen. Denn auch im Multiplayer-Modus herrscht ein strenges Maß an Realismus. Demnach sind gute Taktiken und ein eisernes Team für den Sieg durchaus nötig. Mit Einzelkämpfern à la Call of Duty kommt man hier nicht weit. Selbst im Multiplayer-Modus wird um jeden Straßenzug, um jedes Gebäude und um jeden Raum gekämpft. Ziel ist es, wie in der Kampagne, bestimmte Gebäude einzunehmen oder zu beschützen, es erfolgen mehrere Runden. Best of three gewinnt! Man merkt schnell, der Multiplayer ist der Hauptkern des Spiels.


Das Fazit von: FloH

FloH

Red Orchestra 2 Heroes of Stalingrad ist nicht das Spiel, auf das wir alle gewartet haben. Aber wenn man diesen Realismus bei Shootern mag, dann kann ich das Spiel nur empfehlen. Natürlich hat es hier oder da die eine oder andere Macke, dennoch macht das Spiel Spaß! Der Einzelspieler-Modus ist zwar langweilig, aber ein gutes Tutorial, um mit der Steuerung und dem Spiel im Allgemeinen klarzukommen, ist allemal enthalten. Das Spiel rockt aber erst richtig im Multiplayer-Modus! Zu Schade, dass die Server oftmals leer sind!


positiv negativ
  • Viel Realismus
  • Guter Multiplayer-Modus
  • Langer Spielspaß
  • Überladene Steuerung
  • Schlechte Grafik
  • Einzelspieler-Modus hat kaum Story





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