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Resistance 3

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Insomniac
Genre: Action
Sub-Genre: First Person Shooter
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 09.09.2011
USK 18

Resistance 3   07.10.2011 von Beef Supreme

Vive la Résistance! Der Widerstand ruft erneut zu den Waffen! Seit Playstation 3 Zeiten fordert uns die Résistance-Franchise dazu auf, die Reihen der unaufhaltbaren Chimera auszudünnen. Nach dem erstaunlichen Ende des zweiten Teils führt Resistance 3 die Story nicht nahtlos weiter, sondern macht einen kleinen Zeitsprung. Neuer Recke, neues Glück?

 

Ihr seid Jonathan Capelli, einstiger Kollege von Nathan Hale. Am Ende des zweiten Teils saht Ihr euch gezwungen, die Lebensdauer des damaligen Protagonisten drastisch zu reduzieren, nämlich auf 0. Daraufhin unehrenhaft aus der Armee entlassen, gründet Joe weitab der Front eine Familie im Untergrund und entsagt dem Kampf. Doch der Frieden währt nur lumpige vier Jahre. Die Chimera haben mittlerweile über 90 % der Menschheit ausgelöscht und auch Amerika sieht mittlerweile schlimmer aus, wie Dresden `45. Auch Joes kleiner Unterschlupf fällt den Chimera zum Opfer und das nur, weil Prof. Malikov - der Russenforscher aus den ersten beiden Teilen - sie zu Joe geführt hat. Er hat nämlich einen unschlagbar guten Plan. Durchbreche die feindlichen Linien, infiltriere deren Bastion und zerstöre den bestgeschützten Turm, welcher ein Dimensionstor darstellt. So sollte der Nachschub abgeschnitten sein. Denn haben die Chimera früher Menschen transformiert, töten sie diese jetzt nur noch, da durch ein Wurmloch in New York quasi unerschöpflicher Nachschub schlüpft.


Von der Brillanz dieses Plans beeindruckt, lässt Joe seine Familie hinter sich und begibt sich allein mit Malikov auf eine 1500 Meilen lange Reise von Oklahoma nach New York. Ein Katzensprung quasi. Naja gut, Auslöser war ein gewaltiger Ionensturm, ausgelöst von den Chimera-Terraformern, der alle zur Flucht zwang. Joe hatte eigentlich gar keinen Bock, dachte sich aber, dass es geschickter wäre, seine Familie zu verteidigen, als verkrochen auf den Tod zu warten. Problem an der Sache, es sind mittlerweile nicht nur die Chimera, die der Menschheit ans Leder wollen. Im Laufe der Zeit hat sich eine zweite Rasse, die Feral, ausgebildet und somit haben wir einen kleinen, globalen Drei-Parteien Krieg, den die Menschen nur verlieren können. Joe blickt also auf seinem Weg einer rosigen Zukunft entgegen. Auf nach New York!

Das Erste, was ins Auge fällt: Joe Capelli ist kein Held. Er ist der Mörder von Nathan Hale dem Heilsbringer, unehrenhaft entlassen, des Kampfes müde. Er kämpft nicht um der Menschheit oder um des Planeten willen. Er kämpft einzig allein, um seine Familie zu bewahren. Ein kleinerer Maßstab zwar, aber der Effekt ist der Gleiche. Keine militärische Glorie begleitet Joe auf seiner Reise, sondern nur ein kleiner Handschuh von seinem kleinen Sohn, der ihn immer wieder verrückt vor Sorge werden lässt. Dies ist sein Antrieb. Seine Familie wiederzusehen und in Sicherheit zu wissen. Und wenn das bedeutet, er muss sich der ganzen Alien-Armee stellen und eine uneinnehmbare Festung zerstören, so tut er das. Was für ein Kerl! Auch abseits der Gefühlsduselei hält die Handlung einige Überraschungen parat. Diese wirken aber nie aufgesetzt, sondern komplettieren das Puzzle, welches mit dem ersten Teil der Reihe eröffnet wurde. Die Chimera schreiten weiter voran - der Planet gehört de facto ihnen - und beginnen nun, die letzten Insekten hinwegzufegen und es sich schon mal heimisch einzurichten. Das bedeutet, die Temperatur des Planeten sehr weit herabzusetzen, was die Erde für Menschen unbewohnbar machen würde.

Also schnappt Ihr euch einen von zwölf Schießprügeln und ballert diesen überdimensionalen Kühlschrank entweder allein oder mit einem Kumpel im Split screen zu Klump. Durfte man im zweiten Teil immer wieder zwischen den Waffen wählen, schleppt man hier wieder ganz oldschool und unrealistisch zwölf Waffen mit sich herum und darf jederzeit frei den Tod der Chimera wählen. Ebenso back to the Roots ist auch die nicht regenerative Lebensenergie. Man ist nämlich wieder auf Health-Packs angewiesen. Gesegnet seien Health-Packs! Endlich traut sich mal wieder jemand, dem ganzen Gekauere einen Riegel vorzuschieben! Resistance gibt sich in vieler Hinsicht ganz klassisch. Kein Deckungssystem, nur ducken, die Energie füllt sich nicht von selbst auf und Joe kann Waffen schleppen, wo selbst Chuck Norris zusammenbrechen würde. R3 ist erfrischend alt. Dafür ist das Gameplay knackig und hart. Ducken bringt zwar ein wenig, doch dann wird man einfach überrannt. Immer in Bewegung bleiben und weiterfeuern. Gerade bei den recht häufigen und fordernden Bosskämpfen werden Fußfaule sehr schnell gerichtet werden.

Doch es bleibt nicht nur beim stumpfen aber enorm coolen Geballer. Mit den Feral gibt es nun auch ruhigere Abschnitte. Man schleicht durch ein verlassenes Dorf und sollte möglichst leise sein. Es ist dunkel, die zombieartigen Feral verspeisen gerade irgendjemanden und sie tauchen von überall auf. Hier gerade 15 getötet und dort schon wieder ein Rudel im Rücken. Hier kommt schon fast ein wenig Survival-Horror Feeling auf. Zudem sollte auch geschlichen werden. Denn wanderte ich schon durch ein finsteres Tal, so fürchte ich nur den Sniper. Natürlich bleibt einem überlassen, ob man ramboesk durchstürmt oder sich lieber in die Büsche schlägt, abwechslungsreich sind solche Passagen allemal.

Aber was man auch tut, wo man auch ist, die Wahl der Waffen ist essenziell wichtig, da sich jeder Todbringer frappant von dem Anderen unterscheidet. Klassisch findet sich das bereits bekannte Bulls Eye, eine Pumpgun, der HE-Revolver oder das Sturmgewehr. Aber auch auf ein paar neue, ausgefallene Wummen darf man sich freuen. Wie gewohnt haben alle ziemlich nützliche Zweitfunktionen, mit denen Ihr die Chimera ärgern dürft. Neu ist jedoch das Verbesserungssystem. Je öfter eine Waffe verwendet wird, desto schneller wird sie aufgewertet. Jede Waffe bringt drei Ausbaustufen mit und bei jeder wird sie stärker und bringt verbesserte Funktionen mit sich. Das bringt weitere Würze ins Spiel und ist auch im Verlauf bitter nötig.


Denn, wie bereits erwähnt, an Gegnernachschub mangelt es nicht. Leider heißt es hier wieder Masse statt Klasse. Die Chimera, die Feral noch mehr, versuchen Euch mit ihrer schieren Menge zu erdrücken. Denn wirklich schlauer geworden ist hier niemand. Ihr werdet manchmal übersehen, oder sie setzen ihre eigenen Kumpels in Brand, stolpern in tödliche Abgründe und so weiter. Aber es gibt auch Lichtblicke, wie flankierende Feinde oder Versuche, den Spieler mittels Granaten auszuräuchern. Doch täuscht dies leider nicht darüber hinweg, dass die Chimera einfach blöd sind. Die Feral dürfen das, die sind noch klein und geben die Zombies im Spiel. Aber von einer dominanten Rasse darf mehr erwartet werden.


Abseits vom Singleplayer-Geballer macht auch ein hübscher Multiplayer seine Aufwartung. Die Spielmodi bringen zwar wenig Neues, aber muss ja auch nicht immer sein. Hier wird sich ganz klar an CoD und Konsorten orientiert. Denn zu Beginn wählt man Waffe und Perk und stürzt sich ins Deathmatch, CTF oder andere, missionsbasierte Schlachten. Und je mehr Punkte man einsackt, durch Kills oder Erreichen der Missionsziele, desto mehr Waffen und Perks dürfen gekauft und aufgewertet werden. Never change a running system. Spaßig ist es aber allemal. Im Gegensatz zum zweiten Teil wurde die Teilnehmerzahl wieder auf 16 reduziert, was angesichts der Kartengrößen ausreichend ist und an jeder Stelle für genug Action sorgt. Hier kann man getrost die eine oder andere Stunde vergeuden, es wird niemandem leidtun. Einziger Wermutstropfen ist der benötigte Online Pass. Ein zwölfstelliger Code, welcher im PSN eingegeben werden muss, dass man die Berechtigung erhält, den Online Part zu nutzen. Ist der Code eingegeben, wird er wertlos. Das Ziel dieser Maßnahme ist offensichtlich, für mich aber klare Gängelung. ­­­

 

So und nun zur Technik. Resistance 3 sieht grandios aus. Schneefall, Regenschauer, nasse Oberflächen, Partikeleffekte, all das spielt in der oberen Liga mit und zaubert wunderschönen Verfall und Ruinen auf die Netzhaut. Und all das bei einer konstant hohen Framerate. Man stelle sich vor: Sieben rennende Feral stürmen im Regen auf Joe zu, die Tropfen perlen der Wand herab. Die Waffe durchgeladen, das Visier auf den vordersten gerichtet, schickt man die Brandgranate auf den Weg. Die gleißende Detonation zerreißt die ersten Drei und sie gehen in einem Regen aus Blut und Gedärm hernieder, während sich die Verbliebenen im Feuersturm brennend wälzen. Und der Mond schaut zu. Bei genauerer Betrachtung allerdings fallen hier und da dennoch ein paar unscharfe Texturen auf, auch mit der Kantenglättung wird es nicht immer allzu genau genommen. Die großartigen Zwischensequenzen entschädigen aber für alles. Nicht nur das sie cineastisch meisterlich inszeniert sind, sie bestechen auch durch Schärfe und optische Brillanz. Beinahe selbstverständlich, dass sich der Sound dabei nicht lumpen lässt und fett aus den Boxen donnert. Nur die Deutschen versauen wieder die Party. Nein keine Zensur, nur grausige Sprecher. Zum Glück kann man ja auf Englisch ausweichen, nur zu empfehlen.

Wer will, darf auch moven. Die Unterstützung ist gegeben und funktioniert gar nicht mal schlecht. Aber geübte Konsolenshooter greifen zum Pad, zumal hier die Steuerung sehr direkt gelungen ist und nach kurzer Eingewöhnungszeit ein Großteil der Schüsse sitzt. Auch springt Resistance auf den 3D Zug auf, was aber hier nur erwähnt werden soll, da es mangels Equipment nicht betrachtet werden konnte. Sogar ein paar kleine Demos zu aktuellen Titeln sind auf der Disk zu finden.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Seit dem sehr guten zweiten Teil warte ich auf die Fortsetzung dieser Reihe. Mit dem Tod Hales war ich mir nicht sicher, ob überhaupt einer kommen soll. Ohne Hale kein Resistance, so dachte ich. Doch mit Joe Capelli wurde ein würdiger Nachfolger gefunden. Die Erzählweise hat sich geändert, das Spielprinzip ist geblieben. Und das ist gut so. Kaum ein Shooter setzt derzeit auf Medikits oder nicht vorhandene Deckungssysteme und da ist es gut, dass sich Resistance 3 treu geblieben ist. Es ist einfach mehr von allem. Knackigere Action, dramaturgisch hat man noch ein wenig dazu gelernt und technisch wurde auch zugelegt, so ist ein erstklassiger Shooter entstanden, der sich vor niemandem zu verstecken braucht. Jeder der etwas mit Shootern auf Konsole anfangen kann, sollte hier zuschlagen. Schon allein wegen der immer seltener werdenden Splitscreen-Unterstützung sei hier ein Ausflug in die wilden 50er ans Herz gelegt.


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  • Grandiose Zwischensequenzen
  • Dichte Atmosphäre
  • Splitscreen Coop
  • Medkits!
  • Zwölf upgradefähige Waffen und alle tragbar
  • Gelungener Multiplayer
  • Gute Move-Einbindung
  • Abwechslungsreiches Leveldesign
  • Knackige Action
  • Teils sehr doofe KI
  • Online Pass
  • Maue deutsche Sprecher
  • Move nicht im Splitscreen





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