Risiko: Game of Thrones

Risiko: Game of Thrones

Genre: Brettspiel
Autor: Original Risiko: Albert Lamorisse
Spieleverlag: Winning Moves
Empfohlenes Alter: 18+
Spieldauer: 60-120 Minuten
Anzahl Spieler: 2-7

Risiko: Game of Thrones   06.01.2016 von Panikmike

Auf die neuste Risiko-Variante von Winning Moves haben Fans sehr lange gewartet. Dieses Mal wurde das bekannte Strategiespiel von Hasbro mit dem fiktiven Universum von Game of Thrones gepaart und insgesamt auch nur 7777 Stück in Deutschland produziert. Ob sich die neuen Regeln mit den drei Spielmodi lohnen, könnt Ihr bei uns erfahren…

 

Das Spielbrett, das Material und die Vorbereitung

 

Nimmt man die komplette Verpackung in die Hände, so fällt einem sofort das übermäßig große Gewicht auf. Nach dem Öffnen offenbart sich eine sehr gute Qualität, die man aufgrund des Gewichts schon erahnen konnte. So sind alle Spielfiguren der einzelnen Fraktionen in kleine Plastikboxen verpackt, die beiden Spielbretter sind dick und die Spielkarten wurden schön gestaltet. Das Material ist generell sehr schön geworden und passt sehr gut in die Welt von Game of Thrones. Vor allem den Designern sollte man ein Lob aussprechen, denn jede Fraktion hat spezielle Figuren, welche drei einzelne Armeen darstellen. So hat das Haus Lennister zum Beispiel einen Löwenkopf oder das Haus Martell die Sonne mit dem Speer.

 

Je nach Spielmodi dauert der Aufbau ein wenig länger. Generell ist aber alles innerhalb von ein paar Minuten aufgebaut und die Spieler können loslegen. Wie beim „normalen“ Risiko nimmt sich jeder zuerst eine Armee seiner Lieblingsfarbe beziehungsweise seines liebsten Hauses (Stark, Baratheon, Lennister, Tyrell, Martell, Ghiscari und Targaryen), legt die Würfel beiseite und nimmt sich Gebietskarten, um danach darauf die Startarmeen zu verteilen. Nun werden noch die Spielkarten gemischt, die Ende-Karte ins untere Drittel gesteckt und es kann losgehen.

 

Die Anleitung

 

Keine Angst, denn die Anleitung erstreckt sich „nur“ auf 14 Din-A4-Seiten, wobei auf den ersten drei Seiten der Spieleinhalt beschrieben wird. Die anderen 11 beschreiben die drei unterschiedlichen Spielmodi sehr genau, und aufgrund der vielen Bilder und Beispiele gibt es nach dem Lesen keine Fragen. Wer Risiko kennt, der kann den ersten Modus getreu den Originalregeln spielen und braucht nur die ersten paar Seiten lesen. Die beiden Spielmodi „Herrschaft“ und „Welt im Krieg“ stehen auf den restlichen Seiten und sind für Profis, da neue Karten und neue Regeln mit an Bord sind.

 

Das Spielziel

 

Je nach Spielmodus müssen die Spieler andere Dinge erfüllen, um das Spiel zu beenden. Beim normalen Spielmodus „Gefecht“ endet das Spiel, wenn die  Ende-Karte gezogen wird. Der Spieler mit den meisten Punkten (Gebiet, Hafen und Schloss) gewinnt das Spiel. Bei „Herrschaft“ gewinnt derjenige, der am Ende seiner Runde 10 oder mehr Punkte hat und den eigenen Sitz der Macht kontrolliert. Der letzte Modus „Welt im Krieg“ ist für 6 bis 7 Spieler und die Gewinnregeln sind wie beim „Herrschafts“- oder „Gefechts“-Modus.

 

Der Spielablauf

 

Je nach Variante wird ein wenig anders gespielt, das Grundkonzept bleibt aber gleich. Die einfachste Variante nennt sich „Gefecht“ und ähnelt den Originalregeln. Nachdem die Vorbereitung mit Armeen verteilen, Gebietskarten ziehen und die Platzierung stattgefunden hat, kann es losgehen. Jede Spielrunde läuft nach demselben Schema ab. Zuerst werden alle Gebiete und Burgen gezählt, die der Spieler besitzt. Das Endergebnis wird durch 3 geteilt, im Notfall wird abgerundet. Der Spieler darf sich dann so viele Armeen aus seinem Vorrat und zusätzlich Bonusarmeen nehmen, insofern er eine oder mehrere Regionen kontrolliert. Danach dürfen noch Gebietskarten eingetauscht werden, wenn der Spieler getreu den Eintauschregeln die richtigen Karten hat. Hat ein Spieler fünf Karten, so muss er drei davon einlösen! Nun geht es ans verteilen. Wichtig ist hierbei, dass man den Bonus der eingetauschten Gebietskarten (zwei Armeen pro kontrolliertes Gebiet) nicht vergisst. Alle Armeen müssen auf bereits besetzte Gebiete gestellt werden, bunkern ist nicht erlaubt. Danach wird getreu den Originalregeln ein Kampf angesagt, ein Gebiet angegriffen und gewürfelt. Zusätzlich gibt es bei den zwei Spielbrettern einige verschiedenfarbige Häfen, die immer von derselben Farbe aus angefahren werden dürfen. Daher gilt es besser aufzupassen und die Häfen sehr gut zu verteidigen. Nach den Angriffen dürfen Armeen gezogen und wichtige Positionen verstärkt werden. Es darf immer nur von Gebiet zu Gebiet gezogen werden und auch nur dann, wenn diese direkt miteinander verbunden sind. Abschließend nimmt der Spieler noch eine Gebietskarte vom Stapel, wenn er mindestens eine Schlacht gewonnen und ein Territorium erobert hat. Sobald die „Spielende“-Karte gezogen wurde, endet das Spiel.

 

Der zweite Spielmodus nennt sich „Herrschaft“ und ist für Profis gedacht. Hier sind die Regeln ähnlich, jedoch kommen zusätzlich Charakter- und Maesterkarten zum Zug, jeder Spieler erhält eine Spielertafel seines Hauses und der Sitz der Macht (muss am Ende kontrolliert werden, um das Spiel zu gewinnen) wird eingesetzt. Wie auch beim ersten Modus muss zuerst die Verstärkung ermittelt werden. Zusätzlich zu den Armeen erhält der Spieler Gold, welches er später gegen gute Boni eintauschen kann. Wo beim „Gefecht“-Modus nur die Burgen und die Ländereien gezählt haben, gibt es bei „Herrschaft“ auch einen Bonus für jeden Hafen. Beim Eintauschen der Karten gibt es auch eine Sonderregel, denn man kann pro Runde noch eine einzelne Karte gegen eine Spezialeinheit (Ritter, Belagerungsmaschine oder Befestigung) eintauschen. Bevor der Spieler zum Angriff blasen darf, kann er mit seinem verdienten Gold Maester- oder Zielkarten kaufen. Durch die Maesterkarten bekommt der Spieler eine besondere Fähigkeit, mit den Zielkarten gibt es eine Mission und bei Abschluss dann Siegpunkte. Zugleich darf der Spieler pro Runde einer der vier Charaktere aktivieren, wenn das dafür benötigte Kleingeld zur Verfügung steht. Danach darf getreu den „normalen“ Regeln gekämpft werden. Zu beachten ist jedoch, dass je nach Spezialeinheit andere Kampfbedingungen herrschen. Bei der Belagerungsmaschinen darf ein 6er- gegen ein 8er-Würfel ausgetauscht werden. Der Ritter darf auf einen Wurf +1 auf das Ergebnis addieren und bei der Befestigung werden alle 6er- gegen 8er-Würfel ausgetauscht. Nach dem Gefecht dürfen auch wieder die Armeen verschoben werden und schon kommt der nächste Spieler an die Reihe. Gewonnen hat derjenige, der als erster 10 Siegpunkte erzielt hat.

 

Der letzte Modus „Welt im Krieg“ ist für 6 oder 7 Spieler. Die beiden Spielbretter werden zusammengebaut und getreu den Regeln der anderen beiden Modi gespielt. So gibt es im Endeffekt nur zwei verschiedene Modi, denn „Welt im Krieg“ ist quasi eine Erweiterung für mehr Spieler.

 

Bildergalerie von Risiko: Game of Thrones (19 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 1 Spielanleitung
  • 2 Spielbretter (Essos und Westeros)
  • 315 Spielfiguren in sieben verschiedenen Farben (Sieben verschiedene Häuser)
  • 7 Spielertafeln
  • 187 Karten
  • 63 Spezialeinheiten-Marker
  • 75 Golddrachen-Marker
  • 20 Spielertafel-Punktezähler-Marker
  • 9 Würfel

Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich liebe Risiko und freue mich auf jegliche Variante, da diese dann immer neuen Wind in das eigentliche Spiel bringt. Auch wenn viele Regeln irgendwie miteinander verwandt sind, so lassen sich die Designer bei Winning Moves dennoch immer etwas Neues einfallen. Risiko: Game of Thrones ist nicht nur schön gestaltet und getreu der erfolgreichen Serie umgesetzt, sondern bietet auch noch Spielspaß für bis zu sieben Spieler und sehr schöne, neue Ideen. Man muss aber dazu sagen, dass der Profimodus nichts für Anfänger ist und auch eine längere Zeit in Anspruch nimmt. Wer Fan der Serie ist und ein bekanntes Strategiespiel mit neuen Regeln und neuen Ideen haben möchte, ist hier aber genau richtig. Ich für meinen Teil finde dieses Risiko absolut gelungen. Leider gibt es dennoch zwei Mankos, die ich Euch an dieser Stelle mitteilen möchte. Zum einen gibt es zu wenige Einheiten, was sehr schade und eigentlich ein No-Go ist. Spielt man auf Westeros mit drei Mitspieler, so kann man sogar direkt am Anfang nicht alle Gebiete mit zwei Armeen besetzen, weil zu wenige Spielfiguren vorhanden sind. Ebenso passiert es während des Spiels öfters, dass man durchtauschen muss, weil es keine 5er-Einheiten gibt. Zum anderen sind die Ländereien auf den Karten teils schwer zu finden, da die Farbgebung nicht immer heraussticht. So werden Fans die Gebiete zwar sehr schnell finden, alle anderen suchen sich aber den Wolf. Aufgrund des ersten Mankos ziehe ich bei der Endwertung einen Punkt ab, denn sowas darf eigentlich nicht passieren!


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