Vor Kurzem konnten wir Euch bereits die neue Version der großen Konkurrenzreihe MotoGP vorstellen. Es kam aber auch SBK in der Version 2011 auf den Markt. Schnappt Euch das Gamepad und ab geht es auf die Strecke. Nach Vollgas kommt aber bestimmt die nächste Kurve. Ob sich auch hier der Kauf lohnt, könnt Ihr in unserem Bericht nachlesen…
Als ich wusste, dass ich diesen Titel für euch testen soll, war ich vor allem auf den Vergleich zwischen den beiden Kontrahenten MotoGP und SBK in der diesjährigen Version gespannt. Nachdem MotoGP nicht so richtig überzeugen konnte und die SBK-Reihe schon im letzten Jahr einen Tick besser abgeschnitten hat, scheint das diesjährige Ergebnis ja schon vorhersehbar, oder? Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Das Cover von SBK verspricht schon einmal wieder eine Menge an Spielumfang. Es sind 16 internationale Rennstrecken enthalten – dabei entsprechen leider nur 12 dem offiziellen Rennkalender, der aber in diesem Jahr 13 Pisten enthält, eine wurde uns vorenthalten. Dafür haben die Entwickler von Milestone drei weitere, ältere Strecken mit in das Game gepackt.
Des Weiteren bietet uns das Game 79 offizielle Fahrer an, wovon 17 als Legenden deklariert sind, und außerdem 9 prestigeträchtige Hersteller von Motorädern, deren Zweiräder in drei Rennklassen aufgeteilt sind: Superstock1000, Supersportklasse und die FIM Superbike Weltmeisterschaft. Nun aber auf das Bike geschwungen und ab auf die Strecke.
Gameplay vom Feinsten?
Die Steuerung ist für ein Rennspiel ganz typisch. Mit der rechten Bumpertaste wird beschleunigt, mit der Linken verzögert. Zusätzlich zu den drei Komplexitätsstufen der Simulation, die dem Spieler wieder zur Auswahl stehen und durch unterschiedliche Fahrhilfen gekennzeichnet sind, gab es in der Vorversion noch einen Arcademodus, der nach einmaliger Integration wieder komplett verschwunden ist. Und das, obwohl noch betont wurde, dass man damit mehr Einsteiger für das Spiel gewinnen möchte. Dieses Mal muss man sich wieder der Simulationskomponente des Spiels unterwerfen. Die eingesetzten Fahrhilfen dabei sind genretypisch und umfassen Features wie die Traktionskontrolle, das ABS, Lenk- und Bremshilfen sowie die farbige Ideallinie. Die unterstützten Fahrhilfen pro Komplexitätsstufe sind im Übrigen fix vorgegeben, die Stufen lassen sich also nicht noch einmal individuell anpassen. Allerdings kann man auch so noch genug individualisierte Einstellungen vornehmen, dies betrifft beispielsweise auch Reifenabnutzung, die Schadensauswirkung und das Feintuning der Bikes. Insgesamt kann man mit der Steuerung sehr fein und punktgenau fahren. Dies gelingt aber mit Sicherheit und von Beginn an nur SBK-Profis, die das Game schon mehrfach gespielt haben. Alle anderen und ganz besonders Einsteiger werden auf jeden Fall erst einmal eine ordentliche Eingewöhnungszeit brauchen, um mit der feinfühligen Steuerung zurechtzukommen. Allerdings finde ich – gerade im Vergleich mit dem aktuellen MotoGP-Titel – die Steuerung ein wenig zu hölzern und störrisch. So richtig wohl habe ich mich da nie gefühlt. Irgendwie hat man nie das Gefühl das Bike wirklich in der Hand zu haben. Insgesamt gesehen ist die Steuerung gegenüber dem Vorjahr leicht verändert worden – wie ich finde leicht negativ, dies mag aber im Detail Geschmackssache sein. Generell kann man aber sagen, dass sie sehr simulationslastig ausfällt.
Bist Du der neue FIM Superbike Weltmeister?
Der Hauptspielmodus im Singleplayerbereich ist die Karriere. Wenn Ihr eine neue Karriere starten wollt, werdet Ihr zunächst aufgefordert, einen neuen, eigenen Fahrer zu erstellen. Dabei müsst Ihr außer dem Namen den Spitznamen, Geburtstag, Herkunftsland und Helmdesign festlegen. Außerdem dürft Ihr Euch eines der 15 vorgefertigten Gesichter auswählen. Mehr ist hier nicht zu erledigen, mehr ist aber auch nicht unbedingt notwendig. Im Anschluss daran bekommt Ihr von einigen Teams der Superstock1000-Rennserie (Nachwuchsrennserie der SBK) Angebote, bei denen Ihr Euch vertraglich dazu verpflichtet, einige Zielvorgaben (=Meisterschaftsplatzierungen) zu erreichen. Und dann geht es mit der Karriere auch endlich los.
An den einzelnen Rennwochenenden, die jeweils aus zwei freien Trainings, der Qualifikation und dem Rennen bestehen, geht es nun zum einen darum, möglichst weit vorne zu landen und damit eine Menge sogenannter Rufpunkte zu sammeln. Die Menge, die Ihr für ein Rennen bekommt, ist natürlich abhängig von der Platzierung sowie dem Überholen von speziellen Rivalen, die Euch immer wieder herausfordern. Desto mehr Rufpunkte auf Eurem Konto versammelt sind, desto interessanter wird Euer Fahrer auch für andere, größere Rennställe und Teams – früher oder später natürlich auch für Teams der höheren Rennserien. Während eines Rennwochenendes landet Ihr dann vor den einzelnen Events immer wieder in Eurer Garage, in der Ihr zum einen alle möglichen statistischen Daten zu Eurem Team, dem Bike und der Saison einsehen könnt. Zum anderen könnt Ihr Euch aber auch mit dem Renningenieur unterhalten, der Euch beim Feintuning des Bikes unterstützt oder auch Standardeinstellungen für Rennen und Qualifying vorgibt. So habt Ihr jederzeit die Möglichkeit, Euch an den Einstellungen auszutoben, müsst dies aber nicht unbedingt. Ein nettes Feature finde ich noch die Integration von technischen Verbesserungen und Fortschritten in die Bikes. Dazu müsst Ihr in einer vorgegebenen Session eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Dies kann nur die Erreichung einer bestimmten Rundenzeit bedeuten oder aber auch, dass man nur eine bestimmte Zeit mit durchdrehenden Reifen fahren darf oder Ähnliches. Erreicht man das Ziel, wird das Bike mit der Neuerung ausgestattet und erhält bessere Eigenschaften wie Beschleunigungs-, Bremsverhalten oder Handling. Nun ist es dann also an Euch gelegen, in naher Zukunft irgendwann die FIM SBK Weltmeisterschaft zu gewinnen. Insgesamt gesehen macht die Karriere schon Spaß, wirkt aber ein wenig lieblos, da man extrem auf das Fahren fokussiert ist. Es gibt keinerlei Drumherum, wie Managementaufgaben oder das Voranbringen eines eigenen Rennteams, wie es bei MotoGP beispielsweise der Fall ist. Für Rennsportprofis mag das Ausreichen, für den offenen Spieler ist es vielleicht aber ein wenig zu mau.
Spielmodi
Neben der besprochenen Karriere gibt es wenig Überraschungen, was die vorhandenen Modi angeht. Ihr bekommt im Hauptmenü noch ein schnelles Rennen, das Zeitrennen, das Rennwochenende und die Einzelmeisterschaft angeboten. Außergewöhnliches gibt es nur mit der SBK-Tour, die als neuer Spielmodus integriert wurde. Was sich im ersten Moment ganz spannend anhört. Hinter dem verbirgt sich einfach nur ein Herausforderungsmodus, der aber sehr gut umgesetzt wurde. Dabei habt ihr die Möglichkeit, Herausforderungen in sechs Abschnitten zu erledigen, die virtuell in sechs Gebiete und damit auch die entsprechenden Rennstrecken unterteilt wurden. Als Herausforderung werden dann Aufgaben, wie das Fahren einer bestimmten Rundenzeit oder das Einhalten bestimmter Mindestgeschwindigkeiten an verschiedenen Punkten der Strecke hergenommen. So müsst Ihr dann mehr als 50 Herausforderungen erfüllen – was im Übrigen erfüllen oder noch besser dominieren heißt -, mit jeder Herausforderung schaltet Ihr einige Nettigkeiten wie neue Strecken, Ausrüstungsgegenstände, Bilder oder Ähnliches frei.

Technischer Fortschritt?!
Im technischen Bereich kann SBK 2011 leider keinen vom Hocker reißen. OK, man erwartet auch nicht jedes Jahr eine runderneuerte Engine, aber bei den Details darf ruhig etwas nachgelegt werden. Und genau an dieser Stelle liegt das große Manko. Die Grafik schaut zwar immer noch nett aus, aber wirkliche Veränderungen kann man nur ganz wenige erkennen – und die sind auch nicht wirklich positiv. Das Panorama schaut beispielsweise zwar ganz schön aus, doch wirkt es an manchen Stellen etwas zusammengestückelt. Die Umfelder der Pisten wirken einigermaßen authentisch, auch wenn manche Texturen ein wenig matschig und die Umfelder einfach zu steril sind. Während eines Rennens hat man manchmal das Gefühl, neben den anderen Fahrern mehr oder weniger alleine auf der Strecke unterwegs zu sein. Richtige Rennatmosphäre kann auf diese Art und Weise nie wirklich aufkommen. Da hat man sich doch an der letztjährigen Version orientiert, denn hier sah das Ganze ähnlich aus. Auch dabei waren die Motorräder das optische Highlight, was sich auch heuer wieder bestätigen lässt, an diesen gibt es wirklich nichts zu meckern. Die Sounds schneiden da deutlich besser ab. Gerade was die Motorensounds angeht, werden diese einem gepaart mit fetziger und passender Musik um die Ohren gehauen. Technisch gesehen geht das Game also in Ordnung, weißt aber immer noch einigen Mankos auf, die durchaus verbesserbar sind.
An dieser Stelle noch ein paar Worte zum Multiplayer- und damit auch gleichzeitig dem Onlinebereich. Online stehen Euch die Modi schnelle Rennen und Meisterschaft zur Verfügung. Dabei könnt Ihr gleichzeitig mit bis zu 16 Spielern gleichzeitig auf einer Strecke unterwegs sein. Andere Modi gibt es nicht, und die erwähnten sind wirklich auch nur online möglich, Splitscreen- oder ein lokaler Multiplayermodus sind nicht vorgesehen. Die getesteten Spiele liefen grundlegend sehr flüssig ab, nur ganz selten kam es zu einigen wenigen Rucklern, die aber nicht weiter störten. Insgesamt ist der Onlinemodus also durchaus gelungen.
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