Schuldig bei Anklage

Schuldig bei Anklage

Originaltitel: Guilty By Association
Genre: Thriller • Gangster-Drama
Regie: Po Johns • Howard Gibson
Hauptdarsteller: Jeff Edward • Daemon Moore
Laufzeit: Ca. 77 Minuten
Label: KNM Home Entertainment GmbH
FSK 18

Schuldig bei Anklage   12.08.2011 von Mr. Holle

Der Gangster Drama hat gerade zwei Jahre Bewährungsstrafe hinter sich gebracht und möchte nicht wieder auf die schiefe Bahn geraten. Doch das Geld ist knapp und seine Möglichkeiten begrenzt. Als sich ihm und seinem Kumpel D-Mo die Chance bietet, als Dealer das schnelle Geld zu machen, willigt er ein. Am Anfang läuft auch alles gut, aber wie lange noch…

 

Rick Brown, alias Drama (Jeff Edward), wohnt mit seiner Oma in einem heruntergekommenen Viertel in Washington DC. Drogen, Gewalt und Armut beherrschen das Leben. Nach seiner  zweijährigen Bewährungsstrafe will er unter keinen Umständen wieder in den Knast gehen, aber das wenige Geld, was er mit kleinen Deals ergaunert, reicht gerade mal zum Überleben. Als sein alter Homie D-Mo (Deamon Moore) ihm anbietet, mit ihm als Partner groß ins Drogengeschäft einzusteigen, sieht er eine neue Chance, endlich seine Lebensumstände zu verändern. Mit Hilfe von D-Mo's altem Kumpel Kenny (Bryce), der im Nachbarbezirk den Drogenhandel leitet, läuft das Geschäft richtig gut an und alles scheint perfekt. Selbst der leicht trottelige Polizist Snyder (Arnie Glover), der schon lange hinter den Beiden her ist, kann ihnen nicht das Handwerk legen.

 

Drama gibt seinen neu gewonnenen Reichtum einerseits gerne bei Nutten aus, aber er möchte ihn auch teilen und hilft andererseits als eine Art „Robin Hood“ den Kindern in seinem Viertel. D-Mo hingegen hat seine alte Flamme Nikki (Jaimie Patton) wieder getroffen, die mittlerweile stolze Mutter der  siebenjährigen Stacy ist und fängt erneut eine Beziehung mit ihr an. Doch der unübersehbare Wohlstand hinterlässt seine Spuren und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die D.E.A. unter Leitung von Lt. Redding (Morgan Freeman) und Officer Po (Po Johns) ihnen auf die Schliche kommt und sie unter Beobachtung stellt. Auch wenn der erste Zugriff gescheitert ist, können sie Drama kurz darauf festnehmen. Da er nie mehr in den Knast gehen will, entscheidet er sich, der D.E.A zu helfen und löst dadurch eine Lawine von Ereignissen aus, die er niemals voraussehen konnte.

 „Schuldig bei Anklage“ ist ein absoluter Low-Budget-Gangsterkrimi, dessen Story (Drogen = schnelles Geld =  irgendwann tot) schon vielfach in deutlich besserer Qualität verfilmt wurde. In dem Film werden im Erzähl-Stil regelmäßig die Geschehnisse der Hauptcharaktere kommentiert. Mit "Yo, Alter ey, Krass man, Shit, Yo man, Alter krass"-Wortakrobatiken werden die meisten Unterhaltungen reichlich aufgewertet. Zumindest will uns dies die miserable Synchronisation weiß machen. Schaltet man in die englische Tonspur, wird einem aber auch nicht viel Besserung geboten. Zudem klingen fast alle Synchronstimmen weinerlich und emotionslos. Allerdings klingen auch die Originalstimmen nur bedingt besser. Selbst die Synchronstimme von Morgen Freeman, der entgegen dem Cover nur eine kleine Gastrolle hat, ist völlig unpassend.

 

Die unterirdischen schauspielerischen Leistungen setzen dem Ganzen die Krone auf. Da aber viele „Schauspieler“ aus eher unbekannten Rap/Hip-Hop-Sängern oder -Gruppen bestehen, die vermutlich über keinerlei schauspielerische Ausbildung verfügen, sollte die Messlatte nicht zu hoch gelegt werden und der gute Wille im Fokus stehen, ein für die Darsteller wichtiges und bedrückendes Thema auf die Leinwand zu bringen. Die Bildqualität, die Kameraführung und der Schnitt sind dem ganzen Film entsprechend eher schlecht. Der Soundtrack wurde vielfach durch die Schauspieler selbst produziert und ist für Hip-Hop-Fans sicherlich in Ordnung. Generell ist die Verständlichkeit aller Tonspuren  gut und die Stimmen sind deutlich zu hören. Neben dem üblichen Wendecover ohne FSK-Logo gibt es noch diverse Trailer als Bonus.


Das Fazit von: Mr. Holle

Mr. Holle

Ich hatte mich auf diesen Film wirklich gefreut. Das Thema klang interessant und mit einem klasse Schauspieler, wie Morgan Freeman, musste er doch gut sein. Zumindest dachte ich das. Was mich erwartete, waren qualvolle Minuten mit schlechten Schauspielern. Selbst Morgan Freeman verblasst bei dem kurzen Gastauftritt, dem schlechten Bild und einer furchtbaren Synchronisation. Der Film konnte zu keinem Zeitpunkt Spannung aufbauen oder mit irgendetwas anderem überzeugen. Warum der Film eine Freigabe ab 18 Jahren bekommen hat, ist mir auch unerklärlich, da in jedem „Tatort“ mehr nackte Haut und Blut gezeigt werden. Für mich ist "Schuldig bei Anklage" unterer B-Movie-Standard und bekommt nur wegen dem brisanten Thema einen Extrapunkt. Lasst Euch nicht von dem gut wirkenden Cover und dem Namen blenden. Hier wird Müll lediglich hübsch verpackt. Die Story dauerte zum Glück nur ca. 77 Minuten. Ich hätte ihn auch kaum noch viel länger ertragen können.


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