Secrecy

Secrecy

Genre: Thriller • Drama
Regie: Kevin Wloczyk
Hauptdarsteller: Mika Metz • Nina Fischer
Laufzeit: Streaming (96 Min)
Label: Wildscreen Home Entertainment
FSK 16

Secrecy   20.09.2019 von MarS

Bis zu seinem tragischen Tod am 08.11.2017 war der Schauspieler Michael "Mika" Metz eine feste Größe in der deutschen Independentszene und bereicherte zahlreiche Produktionen mit seinem Talent und seinem Charisma. Der bereits im Jahr 2015 entstandene Thriller Secrecy (wir berichteten vom Set) fand nun endlich seinen Weg zum breiten Publikum, und auch wir haben uns das fertige Werk angesehen...


Inhalt

 

Dr. Nils Pein (Mika Metz) hat alles, was man sich wünschen kann. Er geht voll und ganz in seinem Beruf auf, hat eine schöne Frau, eine wundervolle Tochter und genießt sein Leben, auch wenn die Beziehung zu seiner Frau Eva auf Grund seiner Arbeit inzwischen längst nicht mehr so harmonisch und aufregend wie früher ist. Als eines Tages seine Tochter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, gerät Nils gesamte Welt ins Wanken, und auch Eva stürzt in eine tiefe Depression. Noch während Nils trauert, stirbt schließlich auch seine Frau, was ihn endgültig in eine bodenlose Leere stürzt. Doch dann kommt ein dunkles Geheimnis ans Licht, das Nils auf einen völlig neuen Weg führt...

 

Secrecy handelt von einem Mann, dessen Trauer um seine Liebsten durch die Offenbarung eines dunklen Geheimnisses ein jähes Ende findet und die schließlich in blanken Hass umschlägt. Die Handlung ist dabei nicht immer glaubwürdig und auch die doch sehr abrupte Wandlung von tiefer Depression hin zu unbarmherziger Gewalt ist nicht wirklich nachvollziehbar, doch ein ganz bestimmter Aspekt weiß dieses Problem in weiten Teilen mühelos auszugleichen: Der Hauptdarsteller Mika Metz. In einer seiner letzten Rollen zeigt er sein ganzes Können und beweist, dass er auch beinahe im völligen Alleingang einen Film zu tragen weiß. Selbst die unglaubwürdigen Wendungen in Secrecy werden durch sein intensives Schauspiel zur Nebensächlichkeit und man verfolgt gebannt jede noch so kleine Facette seiner Figur, die sich im Verlauf der Handlung offenbart. Über die ein oder andere langatmige beziehungsweise zähe Passage kann dies zwar nicht hinwegtäuschen, im Großen und Ganzen steht und fällt der Film aber tatsächlich mit der Leistung von Mika Metz, der hier als klarer Dreh- und Angelpunkt fungiert. Etwas unausgewogen ist im Gesamtbild das Sounddesign, das in der Ausbalancierung von Effekten und Dialogen wenig harmonisch wirkt, und auch Filmfehler wie beispielsweise ein deutlich und über eine recht lange Zeit zu erkennender Kameramann tragen nicht wirklich dazu bei, die eigentlich durchaus vorhandene Qualität der Produktion zu unterstreichen. Die mit zunehmender Laufzeit immer blutiger werdenden, durchwegs handgemachten Effekte hingegen wissen zu gefallen, hier ist der Film wohl nur knapp einer höheren Freigabe entgangen. Ebenfalls erwähnenswert, da in der Szene nicht immer üblich, ist der eigens für das Werk produzierte Score, der jede Szene gut zu unterstützen weiß. Letzen Endes ist Secrecy ein ordentlicher Thriller mit einem grandios aufspielenden Charakterdarsteller als Hauptfigur, der leider zu viele Mängel in der Inszenierung aufweist, als dass er außerhalb der Independentszene großartig Aufmerksamkeit erzeugen könnte.

 

Bildergalerie von Secrecy (11 Bilder)

Bild- und Tonqualität bleiben auf Grund des vorliegenden Streams ohne Bewertung.

 

Wer sich selbst ein Bild vom Film machen möchte, findet diesen aktuell kostenfrei auf Amazon Prime.

 

Abschließend hier noch einmal ein paar Berichterstattungen, Interviews und Galerien von den Dreharbeiten, bei denen unser Chefredakteur eine Woche dabei war:

 

Interview mit Mika und Micaela

Interview mit Thomas Binder

Interview mit dem Setdesigner

Bericht Drehtag #3

Fotos vom Dreh


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Secrecy hat seine Schwächen, kann aber dank seinem Hauptdarsteller Mika Metz dennoch über weite Strecken sehr gut und auch spannend unterhalten. Leider ist die Handlung nicht glaubwürdig genug, um emotionale Tiefe entwickeln zu können, und einige Wendungen sind entweder zu abrupt oder zu konstruiert, im Gesamtbild bietet Secrecy aber ordentliche Genrekost. Bedenkt man dabei zusätzlich, dass es sich bei dem Film um das erste Werk des damals 19-jährigen Regisseurs Kevin Wloczyk im Kinoformat handelt, dann kann man insgesamt auf jeden Fall ein positives Resume ziehen.


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