Self/Less - Der Fremde in mir

Self/Less - Der Fremde in mir

Originaltitel: Self/less
Genre: Sci-Fi • Thriller
Regie: Tarsem Singh
Hauptdarsteller: Ryan Reynolds • Natalie Martinez
Laufzeit: DVD (113 Min) • BD (117 Min)
Label: EuroVideo
FSK 12

Self/Less - Der Fremde in mir   29.12.2015 von MarS

Die Filme des indischen Regisseurs Tarsem Singh spalten schon immer die Filmwelt. Die einen lieben seinen ungewöhnlichen Stil, die anderen verteufeln seine Filme bereits im Vorfeld. Beim vorliegenden Sci-Fi-Thriller Self/Less - Der Fremde in mir verhält es sich ähnlich, und so erntete der Film bislang meist negative Kritiken und Meinungen. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, uns selbst ein Bild zu machen...

 

Unternehmer und Milliardär Dhamian Hale lebt ein erfolgreiches jedoch einsames Leben. Seine einzige Tochter will nichts von ihm wissen, da er auf Grund ständiger Arbeit noch nie für sie dagewesen ist und auch sonst ist sein Freundeskreis eher eingeschränkter Natur. Als Dhamian eines Tages die Diagnose Krebs erhält und nur noch wenige Monate zu leben hat, entscheidet er sich für eine radikale Behandlung namens "Shedding", mit deren Hilfe sein Geist in einen neuen Körper transferiert werden soll. Unter der Aufsicht von Professor Albright scheint zunächst alles glatt zu gehen, doch schon bald quälen Dhamian lebhafte Halluzinationen, die der Arzt durch eigens für diesen Zweck generierte Medikamente unterdrückt. Dhamian kommen Zweifel an der Legitimität der Behandlung und so macht er sich auf die Suche nach dem Ursprung seiner unfreiwilligen Gedanken...

 

Self/Less - Der Fremde in mir ist nicht nur ein spannender, unterhaltsamer Sci-Fi-Trip über einen der ältesten Wünsche der Menschheit sondern gleichzeitig auch moralischer Denkanstoß bzw. Diskussionsanregung. Natürlich ist die Geschichte im Film fiktiv und vielleicht nicht unbedingt die glaubwürdigste, dennoch ist das Geschehen absolut nachvollziehbar, was nicht zuletzt an den sehr gut agierenden Darstellern liegt. Ben Kingsley zeigt trotz kurzer Screentime, wie schon in der letzten Zeit häufiger, dass immer noch viel in ihm steckt, und auch Ryan Reynolds entwickelt sich zusehends zu einem ernst zu nehmenden Schauspieler. Aber auch Matthew Goode überzeugt als stets ruhiger und zwielichtiger Professor mit Gottes-Ambitionen.

 

Wusstet Ihr schon ...

...dass es den Begriff "Shedding" in der Medizin tatsächlich gibt?

Die Story selbst ist wendungsreich wenn auch vorhersehbar und bietet einen stetigen Spannungsbogen, der zu keiner Zeit Längen aufweist. Garniert wird das Ganze mit einigen rasanten Actionsequenzen, die optisch sehr ansprechend inszeniert wurden und für die nötige Auflockerung der eigentlich ernsten und dramatischen Ereignisse sorgen. Im Verlauf des Films schwebt jedoch eine Frage stets im Hintergrund mit: Was ist jeder Einzelne bereit für seine eigene Unsterblichkeit zu tun und wie weit würde jeder von uns gehen, um dieses Ziel zu erreichen? Und wo sind die moralischen Grenzen in der medizinischen Forschung? Gerade diese Vielschichtigkeit in der Interpretation bzw. der Realismus innerhalb der vorhandenen Fiktion machen Self/Less - Der Fremde in mir letztendlich trotz der wenig überraschenden Geschichte zu einem sehenswerten und unterhaltsamen Thriller, der meiner Meinung nach völlig zu Unrecht von vielen verurteilt wurde. 

 

Bildergalerie von Self/Less - Der Fremde in mir (9 Bilder)

Das Bild der Blu-ray überzeugt durch meist makellose Schärfe und hohen Detailreichtum, ebenso wie durch die natürliche Farbgebung. Hin und wieder ist der Kontrast etwas zu hoch und sorgt für extrem kräftige Farben und leichte Kanten, insgesamt ist das Bild aber absolut auf der Höhe der Zeit. Die Rückblenden und Halluzinationen sind stilmittelbedingt in den Randbereichen unscharf und durchzogen von optischer und farblicher Reizüberflutung, was bei Self/Less allerdings für die sonstigen Verhältnisse von Regisseur Tarsem Singh sehr zurückhaltend wirkt. Der Ton liefert sauber differenzierte Dynamik und Klangortung und bezieht nahezu durchgehend alle Boxen der Surround-Anlage mit ins Geschehen ein. 


Das Fazit von: MarS

MarS

Self/Less - Der Fremde in mir ist ein spannender Sci-Fi-Thriller und liefert gleichzeitig sogar moralische und persönliche Denkanstöße über das Leben und die Unsterblichkeit. Auch wenn die Geschichte in weiten Teilen vorhersehbar ist so kann der Film durch die Art der Inszenierung, die rasanten Actionsequenzen sowie die sehr guten schauspielerischen Leistungen ohne jegliche Längen von der ersten bis zur letzten Minute unterhalten. Wer sich auf Self/Less einlassen kann und den Realismus hinter der Fiktion erkennt, der wird auch seine Freude mit dem Film haben. 


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen