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Shaun White Skateboarding

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft
Genre: Sport
Sub-Genre: Skateboard-Spiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 28.10.2010
USK 6

Shaun White Skateboarding   09.11.2010 von Panikmike

Skateboard-Spiele sind seit einigen Jahren total in Mode. Next-Gen-Konsolen Besitzer wissen mittlerweile gar nicht mehr, welches sie spielen sollen. Ubisoft nimmt den Zockern die Entscheidung aber nicht ab, sie machen sie sogar noch schwerer. Shaun White Skateboarding heißt der neueste Streich und wir werden sehen, ob es nur ein billiger Abklatsch der Tony Hawk Reihe ist oder ob die Entwickler einen neuen Hype kreieren konnten.

Die meisten von euch kennen Shaun White sicherlich als Snowboarder. Bei zwei olympischen Winterspielen konnte er bisher eine Goldmedaille abräumen und ebenso kamen zwei Games unter seinem Namen auf dem Markt. Doch kann Shaun auch ohne Schnee mit einem Brett umgehen? In der Realität kann er es, deshalb ist auch ein Skateboard-Spiel mit ihm nicht abwegig. Das dachte sich auch Ubisoft und kreierte den neuesten Streich statt im Schnee auf der Straße. Doch was  ist anders als beim größtern Konkurrenten Tony Hawk?

Alles der gleiche Trott oder doch frischer Wind?

Shaun White Skateboarding hat mit seiner amüsanten Story schon einmal mehr zu bieten als die meisten Sportspiele. Das Ziel des Spielers besteht darin, die graue, triste Welt in eine bessere und bunte Welt zu verwandeln. Wer schon einmal in einem heruntergekommenen Viertel einer Großstadt war, der kann sich ein wenig vorstellen, wie die virtuelle Stadt im Spiel im ersten Moment aussieht. Alles ist grau, man könnte meinen, die Entwickler konnten sich keine Farbe leisten. Doch genau das ist deren Absicht, ihr sollt nämlich alles wieder farbenfroh gestalten. Das Herzstück in Shaun White Skateboarding (im Folgenden als SWS abgekürzt) ist der Storymodus. Auch wenn sich die Mission anfangs fad anhört, kann sie sich auf Dauer sehen lassen. Es ist schön mit anzusehen, wie sich die graue Welt in ein farbenfrohes Paradies verwandelt. Doch so gut ihr auch skaten könnt, alleine würdet ihr das nie schaffen, deswegen tretet ihr in eine Gruppe namens „Rising“ ein. Jonah, euer Freund und Helfer, steht euch während des gesamten Spiels mit Rat und Tat zur Seite. Er ist es auch, der euch alle Tricks beibringt und euch anfangs hilft, das Spiel zu verstehen. Jonah ist aber nicht der einzige Nichtspieler-Charakter, den ihr in SWS trefft. Um alles ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten, spendierten die Entwickler noch einige andere Helden, die euch ebenso wie Jonah mit Tipps und Tricks unterstützen. Eure eigene Figur könnt ihr übrigens in einem soliden Charaktereditor erstellen. Wie bei vielen Sportspiel-Editoren könnt ihr hier euer Gesicht, die zu tragende Kleidung und das Skateboard auswählen und verändern.

Wie setzt man eine Mission in die Tat um?

Das Spielprinzip ist nun klar: Aus einer kargen Welt eine heile machen. Doch wie soll das mit einem Skateboarder funktionieren? SWS hat dies relativ einfach gelöst. Durch immer besser werdende Tricks, die man mit seinem Board ausführt,  färbt sich die Welt automatisch innerhalb eines gewissen Radius ein. Wer von euch Saboteur kennt bzw. gespielt hat, der kann sich die Optik ein wenig vorstellen. Die Menschen die vorher mit einem traurigen Blick an der Straßenecke standen, sind nun glücklich und freuen sich. Aus der tristen und einfachen Umgebung wird ein Paradies für Einwohner und auch Skateboarder zugleich. Denn man gibt der Welt nicht nur Farbe, sondern schaltet neue Bereiche und Objekte frei, auf denen man dann wieder neue Abschnitte bereisen kann. So wachsen an bestimmten Stellen Rails, Rampen oder eine Halfpipe aus dem Boden, die man ab diesem Zeitpunkt  befahren kann. Und das ist auch gut so, denn um die Personen glücklich zu machen oder die Welt einzufärben, braucht man eine volle Flow-Leiste. Anfangs füllt sich diese durch ein paar „billige“ Tricks wie einen Olli oder einen kleinen Sprung auf der Halfpipe. Doch später muss man komplexere Sprünge ausführen, um sein Ziel zu erreichen. An dieser Stelle sei gleich mal erwähnt, dass die Physik in diesem Spiel eine große Pause macht. Rails sprießen aus dem Boden und verlaufen steil gen Himmel, bis sie dann nach einer Kurve auf dem Balkon eines Hauses enden. Der Skater selbst braucht nur ein wenig Schwung und schon befindet er sich hoch oben. Mit Realismus hat dies sehr wenig zu tun, doch das passt zum Spiel und ist in keinster Weise negativ zu betrachten. Man sollte es als Fantasie oder Magie betrachten und schon vergisst man den Realismus um sich herum. Doch zurück zum Flow. Man kann zwar mit simplen Tricks die Leiste füllen, doch Sinn und Zweck ist natürlich der Hauptstrang, den man verfolgen sollte. Auf der Karte seht ihr diverse Markierungen, die jeweils eine Mission darstellen. Für die meisten Quests sollte man allerdings ein wenig mehr Zeit einplanen, denn einige davon sind auf  längere Zeiten ausgelegt. Habt ihr sie dann gemeistert, so bekommt ihr verschiedene Boni, sowie neue Herausforderungen, die man in der gewohnten Medaillen-Manier (Gold, Silber, Bronze) absolvieren kann.

Alleine, zu Zweit oder via Internet?
Natürlich muss ein solches Spiel heutzutage onlinefähig sein, um mit anderen Spielen mithalten zu können. Leider wurde seitens Ubisoft an dieser Stelle ein wenig gespart, denn der Mehrspielermodus präsentiert sich ein wenig mager. Es gibt nur ein paar Modi, die auf Dauer nicht an die Konsole fesseln können. Schön allerdings ist, dass man online mit bis zu acht Spielern und auf einem Sofa zu zweit spielen kann. So gibt es lediglich ein „Flow“-Battle, in dem ihr in einer gewissen Zeit  am meisten Punkte sammeln müsst und zwei Mehrspieler-Modi. Von den Einstellungen haben sich die Entwickler ebenso kein Bein ausgerissen, man kann das Areal und die Dauer wählen – das war´s! Der Spieler wird zwar kurzzeitig unterhalten, aber von einem Giganten wie Ubisoft hätte man mehr erwarten können. Vergleicht man hier SWS mit der Tony Hawk Reihe, dann verliert SWS haushoch.

Ein Spiel für Casual-Gamer?
So einfach darf man es jedoch nicht sehen, denn alleine die Idee mit der Weltfärbung ist klasse. Ebenso kann die leichte Steuerung punkten, denn SWS richtet sich eindeutig an die Casual-Gamer. Man kann den Skater gut steuern, das Gamepad ist nicht überlastet und man kann sich selbst nach einigen Tagen Pause jederzeit ohne lange Eingewöhnungszeit wieder auf sein Board schwingen. Technisch gesehen ist SWS sehr solide, es macht Spaß und man kann jederzeit auch nur ein paar Minuten zum Entspannen skaten. Spielerisch hinkt es allerdings ein wenig hinter seinen Konkurrenten her. Das Spiel selbst ist eher für Gelegenheitsspieler ausgelegt. Dies merkt man auch am Schwierigkeitsgrad, denn dieser ist die meiste Zeit fast zu einfach. Ebenso fehlt dem Hardcore-Gamer der Umfang. Auch wenn es laut Angaben des Herstellers insgesamt 80 verschiedene Tricks gibt, so unterscheiden sich die Aufgaben zu wenig und sind auf Dauer zu langweilig. Man sollte sich selbst also in eine Kategorie schieben, um im Vorfeld schon festzustellen, ob sich der Kauf von SWS lohnt. Hardcore-Gamer werden keine lange Freude haben, Casual-Gamer hingegen sicherlich schon.

Kann die Technik überzeugen?
Die Grafik von SWS ist solide, doch erwartet kein Meisterwerk. Die Animationen sehen sehr realistisch aus und passen ideal ins Konzept. Man merkt die Liebe zum Detail besonders, wenn man sich auf den Hauptcharakter konzentriert. Balanciert er mit einer langsamen Geschwindigkeit auf seinem Board, so rudert er mit den Armen. Dieses ist eines von vielen Beispielen, die man nennen kann. Bei der Umgebung hingegen wurde an Zeit gespart. Auch wenn sich hier auch hin und wieder schöne Details versteckt haben, so wirkt die allgemeine Umgebung ein wenig zu trist. Die Texturen wiederholen sich und gelegentliche Pop-Ups machen alles nicht besser. Die Farbumwandlung wurde zwar sehr gut implementiert, doch aufgrund der oben genannten Mängel, fällt die Wertung hier nur mittelmäßig aus.

Beim Klang sieht es dagegen anders aus. Das gesamte Spiel wurde ins Deutsche übersetzt, und das auch noch richtig gut. Doch nicht nur die Texte sind gut gelungen, nein auch die Sprachausgabe kann überzeugen. Auch die Geräuschkulisse und die Musik sind gut, sie passen zum  Spiel und runden das Gesamtwerk ab. Selbst wenn man sich ein wenig mehr Abwechslung der Hintergrundbeschallung wünschen würde, so ist das an dieser Stelle schon Meckern auf hohem Niveau.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Früher war ich ein begeisterter Tony Hawk Skateboard-Spiel Fan, doch mit RIDE änderte sich dies schlagartig. Grund genug, um Shaun White Skateboarding eine Chance zu geben. Man merkt schon nach wenigen Minuten, dass sich das Spiel an die Casual-Gamer richtet, was ich hier aber nicht negativ meine. Das Konzept ist zwar extrem kopiert, das allerdings sehr gut. Es macht schon Spaß, Maler in einer neuen Welt zu sein und immer wieder Leute glücklich zu machen, indem man ein wenig skatet. Man kann den Titel immer wieder einlegen und ein wenig spielen, doch auf Dauer wird es zu langweilig und kann nicht fesseln. Zusammenfassend ist es ein durchschnittliches Spiel, welches man sich auf alle Fälle als Fan zulegen sollte. Hardcore-Gamer sollten sich das Spiel erstmal ausleihen, um sich dann dafür oder dagegen zu entscheiden. Ich für meinen Fall werde es sicherlich aber immer wieder mal spielen, besonders wenn meine Laune gen Null geht, da die Einfärbung im Spiel automatisch gute Laune produziert!


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positiv negativ
  • Einfache Steuerung
  • Große, frei befahrbare Stadt
  • Sehr schöner Einfärbungs-Effekt
  • Onlinemodus bis zu acht Spieler
  • Schöne Animationen
  • Gute deutsche Lokalisierung
  • Gameplay teils langweilig
  • Zu wenig Onlinemodi
  • Charakter-Editor schwach
  • Wiederkehrende Pop-Ups
  • Hintergrund-Texturen eintönig und langweilig
  • Hat für Hardcore-Fans zu wenig zu bieten





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