Silent Assassins - Lautlose Killer

Silent Assassins - Lautlose Killer

Originaltitel: Assassins Run
Genre: Action • Thriller
Regie: Robert Crombie • Sofya Skya
Hauptdarsteller: Sofya Skya
Laufzeit: DVD (85 Min) • BD (88 Min)
Label: Ascot Elite
FSK 16

Silent Assassins - Lautlose Killer   22.02.2015 von Beef Supreme

Betrachtet man das in künstlerischer Vollendung zusammengeschmierte Cover des vorliegenden Produktes, drängen sich einem die folgenden Gedanken auf:


1. Es wird sich um eine Spezialeinsatztruppe drehen, die bösen Buben die Lichter ausknipst.
2. Die Story ist höchst austauschbar und schneller vergessen, als die letzten Lottozahlen.
3. Der prominent platzierte Christian Slater drückt seinen Dreitagebart in fast jede Einstellung.
4. Anständige Unterhaltung ist höchst unwahrscheinlich.

 

Aber man soll ja ein Buch, oder in diesem Fall eine DVD, nicht nach seinem Umschlag beurteilen.

 

Denn selten war ein Cover irreführender als bei Silent Assassins – Lautlose Killer. Militär gibt es hier nicht. Auch keinen Spezialkommando-Slater. Assassinen, zumindest sowas ähnliches, stolpern zwar hin und wieder durchs Bild, aber die sind weder lautlos, noch besonders wichtig. Aber der Reihe nach.

Michael Mason (Slater) ist amerikanischer Geschäftsmann, der in Russlands Ölbusiness dem rollenden Rubel hinterherrennt. Liiert ist er mit der Prima Ballerina Maya, die über die Bühnenbretter Russlands hopst. Töchterchen Nina ist auch da und mampft Kekse. Jemand scheint aber Probleme mit Mason und seiner Queste nach dem schnellen Rubel zu haben und motiviert erfolgreich einige seiner Geschäftspartner, das Konzept „Leben“ zu überdenken. Mason ist von der durchdringenden Überredungskunst so überzeugt, dass auch er möglichst schnell den Löffel abgibt. Soviel zum Hauptrollen-Slater. Maya übernimmt ab hier und wird intriganterweise ins Gefängnis gestopft, anstatt umgelegt. Töchterchen Nina wird zwischenzeitlich gemopst und mampft dann keine Kekse mehr.

 

Die Verantwortlichen waren sich wohl nicht ganz einig, was sie eigentlich machen wollen. Es wirkt, als hätten sie sich gegenseitig immer wieder das Drehbuch geklaut, um irgendwelche Sequenzen reinzupinseln, die dann so auch gedreht wurden. Was als Wirtschaftsthriller beginnt, entwickelt sich über ein flaches Knastdrama bis hin zum Entführungs-Actioner. Silent Assassins will vieles sein, ist aber im Endeffekt gar nichts davon, da die einzelnen Abschnitte zu schnell und zu uninspiriert abgespult wurden um den Zuschauer zu vereinnahmen. Dazu gesellt sich eine wirre Rahmenhandlung über Kohle, Share Holders und was weiß denn ich, die eigentlich null Sinn ergibt, dafür aber maximal kompliziert erzählt wird. Das haben die Regisseure wohl unterwegs auch bemerkt und gehen irgendwann einfach nicht mehr weiter drauf ein, darauf hoffend, dass keiner danach fragt, was das hier eigentlich soll. Der Plan könnte sogar aufgehen, denn schnell vergisst man die öde Story und wundert sich darüber, wie innerhalb von gefühlt einer Woche Knast aus einer Ballerina eine eiskalte Kämpferin wird, die mit sterbenden Schwänen grantige russische Kanisterschädel Marke Wandschrank aus dem Bild kickt. Gemäß der Konvention, dass man jedem unterlegenen Kämpfer in einem Zeitraffer beim Trainieren zusehen muss, betrachtet man hier, wie Maya eigentlich nur mit ihrem Fuß kuschelt. Aller Unlogik zum Trotz ist die Idee des Nahkampfballetts zumindest kurzzeitig ganz interessant, aber nicht besonders durchdacht. Kurzum: Die spärlich vorhandenen Kämpfe sind unspektakulär und hochgradig verwackelt. Abseits vom Vollkontaktballett findet sich nur wenig Action und auch die beschränkt sich den zurückhaltenden Austausch von Blei. Abgerundet wird die Darbietung durch ein lapidar hingeschludertes Finale, das dem Zuschauer endgültig klar macht, dass man keine Lust mehr hat, irgendwelche Fragen zur Story zu beantworten oder einen Sinn zu ergeben.

 

Bildergalerie von Silent Assassins - Lautlose Killer (17 Bilder)

Wie der Inhalt, so die Optik. Das Bild bietet nicht besonders viel Schärfe, ist aber noch auszuhalten. Wie in diesem Budgetbereich üblich darf bei dunklen Einstellungen nicht zu viel Klarheit erwartet werden. Dafür funktioniert das mit der Ausleuchtung ganz gut und die Einstellungen sind meist gut erkennbar. Auf akustischer Seite findet sich ebenso altgediente Standardkost. Nichts überragendes, aber auch nicht unterirdisch schlecht. Der Score erfüllt seinen Zweck der akustischen Untermalung und Ablenkung, bleibt aber ganz sicher nicht besonders lange im Ohr hängen. Gleiches gilt wohl für den gesamten Film. Die Synchronisation ist durchaus gelungen, reißt aber keine Bäume aus. Einzig nervig ist Nina, die aber glücklicherweise nicht oft den Mund aufmacht.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Meine anfänglichen Gedanken wurden nur zum Teil bestätigt. Kein Spezialeinsatzkommando, dafür aber eine austauschbare und als Bonus völlig wirr erzählte Story. Christian Slater kommt auch nicht besonders lange vor, obwohl sich der Streifen alle Mühe gibt, ihn als Hauptdarsteller zu etablieren. Dafür liege ich mit Punkt 4 absolut richtig. Das einzig wirklich unterhaltsame war Knastmaya, wie sie sich an ihren Fuß schmiegt und dann mit ihren Ballettkünsten alles verkloppt, egal ob bewaffnet oder nicht. Die Story war für mich nicht nachvollziehbar, die Hintergründe nicht erkennbar. Und warum Maya unbedingt in den Knast musste und nicht einfach wie ihr Mann abgeknallt wurde, erschließt sich mir auch nicht. Silent Assassins – Lautlose Killer macht keinen Sinn und keinen Spaß, das aber konsequent. 


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