Wer die Wartezeit auf Resident Evil 5 überbrücken möchte, der kann das mit Siren Blood Curse für die Playstation 3 machen. Ob die Neuauflage von Forbidden Siren ein lahmer Esel oder eine Granate ist, könnt ihr hier im Review nachlesen!
Vor ca. 2 Jahren kam für die Playstation 2 das Spiel Forbidden Siren auf den Markt. Es wurde bei der Fachpresse generell als gut befunden.
Siren Blood Curse ist quasi eine Neugestaltung des alten Spiels, exklusiv für die Playstation 3. Die Geschichte ist im Endeffekt gleich geblieben. Alles spielt sich im japanischen Dorf "Hanuda" ab. Laut einem Mythos geschehen dort seltsame Dinge und das möchte ein Fernsehteam erfassen. Sie wollen der Sache auf den Grund gehen und versuchen deshalb, den dunklen Ort zu filmen. Die Sage erzählt, dass dort Menschen geopfert worden sind und das müsst ihr als Spieler aufdecken und die verbleibenden Bewohner der Stadt retten. Glaubt aber nicht, dass ihr alleine seid. Ihr werdet nämlich von grausamen Kreaturen gejagt und das birgt immer das Risiko für euch, selbst ein Untoter zu werden. Der Horrortrip beginnt...
Erstmals werden über 4 GB an Daten auf die Platte installiert. Da frag ich mich für was ich dann noch die Spiele-Bluray brauche, denn diese Datenmenge ist schon immens. Der Vorteil daran sind die Ladezeiten im Spiel, denn diese gehen dadurch sehr schnell vorüber! Nach der schön gemachten Introsequenz geht es auch schon gleich los: Ihr spielt einen Mann mitte 20 und werdet von einem Zombiepolizisten verfolgt. Euer Missionsziel ist ganz einfach: Flieht vor dem Polizisten! Die Stimmung erinnert an einen gut gemachten Horrorfilm, die Grafik ist anders, aber genial. Stellt euch einfach einen alten Film aus den 70er Jahren vor und kombiniert ihn mit der Qualität von heute. Im Klartext heißt das, die Grafik ist auf den neuesten Stand, aber mit alten Effekten bespickt. Die Atmosphäre beklemmend und man hat jetzt schon Angst, obwohl das Spiel gerade einmal angefangen hat.
Wie auch bei vielen Survivalhorrorspielen, geht es bei Siren Blood Curse ums Überleben. Ihr müsst viele Zombies töten, um ans Ziel zu kommen, könnt aber auch versuchen, sie zu umgehen. Oftmals ist es geschickter, sie einfach links liegen zu lassen und das Weite zu suchen. Bei diesem Spiel ist die Schleich- und Taktikkomponente weitaus mehr gewichtig als bei dem alten Teil. Das macht Laune und bringt Abwechslung ins Spielgeschehen.
Die insgesamt 12 Levels sind in viele Haupt- und Nebenaufgaben unterteilt. Schön gemacht ist, dass ihr nicht alle Levels mit dem gleichen Charakter spielen müsst, sondern das variiert. Einmal spielt ihr einen Reporter, ein anderes Mal einen verschüchterten Teenager. Jeder der Abschnitte wird wie in einem Film schön erzählt und ist mit gut gemachten, aber manchmal auch beklemmenden Zwischensequenzen gefüllt. Die Grafik ist durch und durch im Horrorstil gehalten und man sieht die Power der Playstation 3.
Die Effekte sind schockierend, oftmals kommt das sehr real rüber. Wenn euch ein Zombie verfolgt und ihr euch mangels einer Waffe, irgendwo verstecken müsst, so hört man das Herz des Charakters klopfen, wenn sich ein Gegner in der Nähe befindet.
Ebenso ist die Dualkamera genial. Dieses Feature gibt es eher selten in einem Spiel und lockert es unglaublich auf; Besser gesagt trägt es zur Stimmung bei. Wenn ihr erfolgreich versteckt seid, wird der Bildschirm geteilt und ihr seht auf der anderen Seite den Ausblick der Gegner. So wisst ihr immer, wo sich der Kontrahent befindet und wann man fliehen kann. Deshalb muss man aber immer auch beide Kameraperspektiven im Auge behalten, denn es gibt oftmals ja mehr als einen Gegner! Im Gegensatz zum alten Teil auf der Playstation 2 ist hier der Vorteil, dass man mit der Zweikameraperspektive auch gehen kann und nicht, wie beim Vorgänger, starr rumsteht. Ebenso kann man im späteren Verlauf des Spiels, manuell auf diese Dualperspektive umschalten.
Die Steuerung des Spiels ist durchaus gelungen, aber in einer extremen Situation ist es manchmal ein wenig hektisch und schwierig, den Charakter genau zu steuern. Mit dem linken Stick könnt ihr in jede Richtung gehen, mit dem rechten schaut ihr euch um. Die restlichen Möglichkeiten sind genretypisch. Mit "X" werden Aktionen ausgeführt, sowie Sachen aufgenommen oder Türen geöffnet. Mit Viereck könnt ihr auf einen Zombie schlagen, mit R1 wird ein Gegner anvisiert und dann kann drauf geballert werden.

Aber auch bei Siren Blood Curse gibt es ein paar Ungereimtheiten. Das Missionsdesign lässt leider zu wünschen übrig. Die meisten Missionen beschränken sich auf Laufen von A nach B und dann wieder zu A. Nebenbei noch Gegenstand C mitnehmen und irgendwann mit D kombinieren. Hier ist die Abwechslung eindeutig zu kurz geraten. Womit wir auch beim Thema Länge des Spiels wären. Leider ist es nicht all zu lange und ein geübter Survivalhorrorspieler, wird hier nicht sehr lange seine Freude haben. Die Unterteilung in 12 Kapitel ist zwar sehr sinnvoll, aber manche dauern nicht lange und dann hat man es in Windeseile durchgespielt. Die Rätsel sind ebenso sehr klein gehalten, es gibt kaum welche und wenn dann sind es normalerweise simple Kombinationen, die selbst ein ungeübter Spieler sehr schnell schaffen kann.
Ist es nun nur eine Adaption von der Playstation 2 oder ist Siren Blood Curse mehr? Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Im Grunde ist es eine erweiterte Version von Forbidden Siren. Die Story ähnelt der anderen sehr, das Spiel lehnt sich sehr an sein Vorbild an. Allerdings gibt es viele Verbesserungen und dadurch bringt es selbst einen Spieler des anderen Teils erneut dazu, es sich zu kaufen. Die Story ist gleich aber doch ein wenig anders, die Charaktere sind zum Teil neu und die Spielmechanik verbessert. Der Preis von nur 30 Euro hilft sehr bei der Kaufentscheidung von Siren Blood Curse.
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