Skate 2

Skate 2

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: EA Black Box
Genre: Sport
Sub-Genre: Skateboardspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 05.02.2009
USK 12

Skate 2   12.02.2009 von Panikmike

Vor ca. 1 ½ Jahren, schaffte es Electronic Arts mit Skate, den Skateboard Champion „Tony Hawks Skateboarding“ zu stürzen. Der Grund war im Großen und Ganzen die Steuerung, die bei Skate viel realistischer war, als beim Mitbewerber. Wurde der zweite Teil innovativer, oder ist es nur ein verbesserter erster Teil?

Skate war damals eine Revolution. Seit Jahren gab es nur ein Skateboard-Spiel und davon wurden sogar viele Teile programmiert. Kein Hersteller hat es jemals geschafft, so einen Hype um diesen Sport zu schaffen. Klar hat es Activision dem Weltmeister „Tony Hawk“ zu verdanken, da ja sein Name und auch viele Inhalte von ihm in dem Spiel stecken, dennoch zahlte sich die Arbeit von Electronic Arts aus. Der erste Teil schlug ein wie eine Bombe, was aber eigentlich nur an der realistischen Steuerung lag.

Diese wurde beim neuen Teil übernommen, was die Fans im Vorfeld schon mal als sehr positiv sahen. Doch ist Skate 2 wirklich mehr? Sind Innovationen und Verbesserungen im Spiel enthalten, oder ist es wie so oft nur eine aufgewärmte Version? Das Intro ist auf alle Fälle sehr vielversprechend. Es zeigt wie die alte Metropole „San Vanelona“ zu Grunde gegangen ist. Tatort Knast: Einer darf heute gehen und das bist du. Endlich wieder die Freiheit genießen, endlich wieder skaten und die Welt unsicher machen. Du bist an der Reihe.

Wie bei den meisten aktuellen Spielen, habt ihr nun die Möglichkeit, euch einen individuellen Charakter zu erstellen. Neu dabei ist, dass ihr euch nun auch eine Skaterin zusammenbasteln könnt, aber leider wurde da ein wenig geschludert. Die meisten von mir erstellten Frauen wirken mir einfach zu maskulin, da ich nicht so viele Möglichkeiten bei den weiblichen Wesen hatte. Auch wie beim ersten Teil gibt der Editor nicht so viel her, wie man sich von erwarten könnte. Natürlich gibt es viele Einstellungen, aber viele davon sind ähnlich. Dafür gibt es jede Menge an Klamotten, die ihr euch allerdings im Laufe des Spiels kaufen müsst. Im Ganzen gesehen gibt es da noch Nachholbedarf! Aber man sollte ja nicht ein Spiel wegen einem Editor bewerten, denn der ist ja nicht wirklich erstrangig.


Nun aber zum eigentlichen Spielgeschehen: Anfangs denkt man als Spieler, man muss ein Fingerakrobat sein, um das Spiel meistern zu können. Dieser Gedanke ist aber nicht ganz korrekt, denn auch hier zählt der allseits bekannte Spruch: Übung macht den Meister. Und glaubt es mir, wenn man diesen Spruch zu einem Spiel zuweisen könnte, dann zu Skate. Der große Unterschied zu den anderen Skateboard-Spielen ist, wie oben bereits erwähnt, die Steuerung. Denn ich drücke nicht auf irgendeine Tastenkombination und der Skater macht einen Trick, nein es läuft hier ganz anders. Denn der Spieler muss hier alles mit dem linken und rechten Analogstick machen. Wie das geht? Ganz einfach: Mit dem linken Stick lenkt man den Charakter, mit dem rechten Stick macht man die Tricks. Das Ganze erfordert natürlich Timing und Übung. Anschieben kann man mit der „A“ oder der „X“ Taste und schon kann es losgehen. Einen Ollie macht man zum Beispiel so: Den rechten Stick erst nach unten tippen und dann schnell nach oben drücken und schon springt der Skater und macht seinen Trick. Dasselbe dann nach rechts beziehungsweise nach links geschnalzt und schon gibt es einen Flip. So bauen sich dann auch die komplizierten Tricks auf, bei denen ihr dann aber wirklich mehr üben müsst.

Der Eine oder Andere mag an dieser Stelle nun sagen, dass er sich das beim besten Willen nicht vorstellen kann, aber glaubt es mir, mit ein wenig Übung macht es weitaus mehr Spaß, als Tony Hawks. Aber nicht nur die Steuerung ist anders, nein generell das ganze Spiel. Zum Beispiel müsst ihr peinlichst genau darauf schauen, wann ihr losspringt und wie ihr landet. Seit ihr zu weit gesprungen, so liegt ihr am Boden, denn es gibt bei Skate 2 keine Automatik, die es verzeiht, wenn ihr euch mal vertan habt. Schön gemacht ist die Hilfe Funktion, wenn ihr mal nicht weiterkommt. Ihr bekommt dann per Tastenkombination oder per Video gezeigt, wie ihr ein Hindernis überwinden könnt. Das Ganze bringt natürlich viele Frustmomente in den Spielfluss, aber auch viele Erfolgserlebnisse. Egal wo ihr seid, jeder Ollie und jede beliebige andere Trick, erfreut den Spieler. Die Mischung aus den Ahhhh-Effekten und den Joypad aus Frust gegen die Wand zu knallen, macht Skate aus. Man muss es einfach erleben, denn erzählen kann man es bei weitem nicht.


Zurück zum Thema „auf die Schnauze fallen“. Wenn ihr einen normalen Sturz hinlegt, dann ist nichts Aufregendes dran, schafft ihr aber einen schmerzhaften, so zeigt euch das Spiel gleich eure Knochenbrüche in der sogenannten „Hall of Meat“. Diese zeigt euch schön in Zeitlupe, was ihr alles falsch gemacht habt. Das hat einen unglaublichen Lerneffekt, da man dann sehen kann, was man besser machen kann. So böse es eigentlich auch ist, so viel Spaß macht es, immer wieder zu sehen, was in der Realität passiert wäre.

Die Aufgaben im Spiel sind gleich wie beim ersten Teil. Mal müsst ihr Foto- oder Videochallenges meistern, Profis zeigen wo der Hammer hängt, Wettbewerber ins Nirvana fahren, verschiedene Tricks schaffen und Rails abfahren. Leider ist die gegnerische künstliche Intelligenz ein wenig egoistisch, denn jeder fährt für sich allein und Respekt ist hier ein Fremdwort. Kann ja sein, dass es zur heutigen Gesellschaft passt, doch ein wenig Rücksicht und Fairness hätte ich mir schon erwartet.

Allerdings gibt es doch hin und wieder ein paar nette Leute, die einem dann im positiven Sinne helfen. Zum Beispiel können euch manche die nervigen Sicherheitsleute vom Hals schaffen oder der ein oder andere kann euch diverse Einzelteile, die an der Wand verschraubt sind, wegmontieren. Das hilft vor allem weiter, wenn man sich seinen eigenen Park bauen will. Man kann beim zweiten Teil jederzeit absteigen und durch die Gegend laufen. Sinn und Zweck ist es allerdings, Ramps zu verschieben, um in andere Bereiche zu gelangen. Hut ab Electronic Arts, diese Idee ist weitaus besser als ein Editor.

Kurz noch zu den Mehrspielermodi: Davon gibt es bei Skate 2 reichlich. Bis zu sechs Spieler können bei verschiedenen Onlinewettbewerben teilnehmen. Da geht’s um den besten Trick, um die meisten Punkte und noch vieles mehr. Auf Wunsch könnt ihr das Ganze auch mit einer Rangliste verbinden. Ebenso kann man mit den Spielern frei skaten. Das Ganze zieht sich über 18 Spots. Auch für Partyspieler bietet Skate etwas, nämlich drei Minigames, die man auf einer Konsole spielen kann.


Die Grafik überzeugt, ist jedoch in meinen Augen nicht ganz zeitgemäß. Die Animationen sind sehr gut gelungen und ruckeln auch an keiner Stelle. Die Skater bewegen sich wie Tänzer am Broadway, das macht Spaß und erfreut das Auge. Allerdings sind die Skatermodelle und auch die Spielcharaktere nicht das Wahre. Da hätte man noch einiges verbessern müssen, besonders die Liebe zum Detail. Die Gesichter zeigen zum Teil keine Emotion und wirken manchmal sogar hässlich! Die Umgebung wirkt hingegen relativ real, doch oftmals sind die Texturen ein wenig matschig. Fast schon grausam wirkt die Fauna und Flora im Gesamtbild. Die Texturen ähneln eher einer Legovegetation , als einem realen Baum oder Strauch.

Der Sound hingegen wurde extrem verbessert. Das Rollen des Boards hört sich sehr real an, die Knack- und Zischgeräusche bei den spektakulären Unfällen lassen einem das Blut gefrieren. Sowas wünscht man nicht mal seinen Feinden. Auch wenn ich an dieser Stelle ein wenig schadenfreudig bin, aber ich habe den Sound an meiner Stereoanlage meistens lauter als bei anderen Spielen, da ich so gerne das Knacken höre. Auch die Hintergrundgeräusche und die Musik lassen sich sehen, je nach Musikgeschmack wird so einiges geboten. Von „Black Sabbath“ bis hin zu „LL Cool J“ ist alles dabei, was die Herzen höher schlagen lassen. Schlimm hingegen ist die deutsche Übersetzung. Der Versuch, den englischen Hip Hop Jargon wörtlich zu übersetzen, lief total schief. Keiner sagt hier: Üblomatik ! Oder ist das die Sprache in den deutschen Electronic Arts Büros? Ich hoffe mal nicht…


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Also ich find das Spiel klasse. Es sind zwar für meinen Geschmack ein bisschen zu wenig Neuerungen zu finden, aber wer Teil 1 noch nicht hat, der sollte unbedingt zugreifen. Das Spiel macht Spaß, ist an den meisten Stellen sehr fair und alles passt in das Gesamtkonzept. Das einzige was wirklich grausam ist: Wer kommt denn auf die Idee, den amerikanischen Hip Hop Slang 1:1 zu übersetzen. Das ist grausam und hätte vermieden werden sollen. Nimmt man das nicht so ernst, so ist Skate 2 einfach ein „üblomatisches“ Spiel.


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positiv negativ
  • Steuerung sehr real
  • Weibliche Skatererstellung möglich
  • Tolle Mehrspielermodi
  • Großes Areal
  • Spungfunktion zwischen verschiedenen Stadtsegmenten
  • Grafik zum Teil sehr lieblos
  • Grausame deutsche Übersetzung
  • Längere Ladezeiten
  • Viel Frust





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