Skate 3

Skate 3

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: Blackbox
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Skateboardspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 12.05.2010
USK 12

Skate 3   21.05.2010 von Manu

2007 machte sich EA voll an den Start, den Platzhirsch bis dato unter den Skateboard-Spielen, der “Tony Hawk”-Reihe, das Wasser abzugraben. Das ist ihnen auch gelungen. Im Vergleich zum damals aktuellem “Tony Hawk' s Proving Ground” wurden ca. doppelt so viele Einheiten von “Skate” verkauft. Der König war tot, hoch lebte der neue Grind-King! Drei Jahre später rollt uns nun Skate 3 ins Haus. Ob die Serie auch in der dritten Auflage noch die Krone aufbehalten darf, erfahrt ihr hier…

Kleiner Spoiler: Auch in Skate 3 geht es noch in erster Linie um Rollbretter und dem kunstvollen Überspringen von Hindernissen ohne Knochenbrüche. Obwohl, manchmal auch letzteres. Dazu aber später mehr.

Alles, was Skate 1 und 2 schon so verdammt gut gemacht hat, ist auch diesmal vorhanden und geblieben. Allen voran natürlich die nahezu perfekte Steuerung, die sich stets eher als “Simulation” verstand, das ganze aber arcade-lastig genug abbildete, um noch Spaß zu machen. So simuliert unser rechter Analogstick wie gehabt unseren Fuß. Ziehen wir ihn nach unten geht unser Alter Ego auf dem Brett in die Hocke. Wenn wir den Stick dann schwungvoll nach oben “schnalzen”, vollführt er mit dem rollenden Holz einen Sprung. Voilá unser erste Ollie, wie das die Skater nennen. Wenn wir das Board nun also mit einem “Kickflip” unter unseren Füßen einmal rechts herum um seine Achse drehen lassen wollen, dann gehen wir beim Hochspringen mit dem Stick leicht nach rechts, um dem Board einen Drall zu geben. Genau so wie es auch auf einem echten Board funktionieren würde. Klingt kompliziert, ist es auch, bietet aber genug Platz für Improvisation und spielerisches Ausprobieren. Per Tastendruck können wir uns jederzeit die Trick-Liste einblenden lassen, um herauszufinden, welche Bewegungen ein “Nolli Heelflip to Manual” von uns verlangt. Zusätzlich können wir die On-Screen Hilfe einblenden, die uns hilft, die Stick-Bewegungen zu analysieren.

Für die völligen Einsteiger in die Serie bietet EA Black Box nun endlich auch ein vernünftiges Tutorial . Hollywood-Star Jason Lee (übrigens ehemaliger Skateprofi), bekannt aus Kevin Smith Filmen wie “Clerks” und “Dogma” oder der großartigen TV Serie “My Name is Earl” spielt und spricht “Coach Frank”, einen durch geknallten Trainer im Oldschool-Tennis-Dress, der uns humorvoll und wirklich gut gemacht durch die Geheimnisse des Skateboard-Einmaleins führt. Grinden, Sliden, Grabs, Manuals und Gaps, nach dem sehr kurzweiligen und auch spielerisch gut gemachten Trainingscamp sind das alles keine Fremdwörter mehr und wir sind fit für die große Stadt! Port Carverton, das Paradies für Skater liegt uns zu Füßen. Im Gegensatz zum zweiten Teil, in dem wir uns beim Skaten vor Wachen in Acht nehmen mussten, die uns ständig von den besten Spots vertrieben haben, hatte der Entwickler diesmal ein Nachsehen und bestraft uns nicht fürs Spielen. Ganz im Gegenteil, das “Belohnungsprinzip” wird hier im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze getrieben.

Das Ziel: Das beste und größte Skateboard-Label aufzubauen. Dazu gründen wir zusammen mit unserem Homie mal eben kurz einen selbstbenanntes Brand. Und wie verdient so ein Brand Geld? Durch das Verkaufen von lizenzierten Skateboards (Decks) natürlich. Und wie wird man bekannt? Genau, durch Promo! Also filmen und fotografieren wir uns bei ein paar Tricks und schon rollt der Rubel. Pro geschossenem Magazin-Cover, welche wir wie Aufträge aus einer Übersichtskarte aussuchen und annehmen können, erhalten wir Punkte. Diese symbolisieren hier verkaufte Decks. Je nach Schwierigkeitsgrad und Dauer der Missionsart erhalten wir unterschiedlich viele Punkte (bzw. Boardverkäufe). Bei vielen Aufträgen haben wir die Option, ein paar extra Punkte zu sammeln, in dem wir einen schwierigeren Trick vorführen. Welche Missionen wir in welcher Reihenfolge machen, bleibt uns dabei selbst überlassen. Wir können auch einfach durch die Stadt cruisen und an Missionspfeilen anhalten um die Quest direkt anzunehmen - bequemerweise teleportiert uns das Spiel aber auch direkt vor Ort, wenn wir das möchten. Die Missionsarten reichen von einfachen Fotoshootings (Mache Trick X über Hindernis Y), Filmshootings (Eine Serie von Tricks), den bekannten Straßenrennen, Wettkämpfen in Skateparks, 1 gegen 1 Trick-Wettkämpfe gegen die Profis und die Hall of Meat... Hier geht es in der Tat darum, möglichst schmerzhaft und ungeschickt zu fallen, um sich so viele Knochen wie möglich zu brechen. Das makabere Spiel wird durch “Zielvorgaben”, wie z.B.  “Treffe die Mülltonne mit einem Köpfer” zumindest Jackass-Fans einige vergnügliche Stunden bereiten.

Neu hinzugekommen sind “Own the Lot”-Events, bei der wir eine Serie von Spots in einem Gebiet der Stadt nacheinander abfahren und dort an den vorgegebenen Stellen innerhalb eines Zeitlimits eine gewisse Anzahl von Punkten zusammenbekommen. Auch neu sind die Teamevents. Da wir ja nun ein eigenes Label aufbauen, nehmen wir nach und nach Fahrer in unser Team mit auf. An Team-Events fahren wir dann als Gruppe und die Einzelwertungen der Fahrer ergeben zusammen die Teamplatzierung. Das sorgt im Singleplayer jedoch für den einen oder anderen Frustmoment, wenn die KI der eigenen Fahrer nicht entsprechend für die gemeinsame Sache fährt.

Nach dem Erreichen von gewissen Milestones, schaltet uns das Spiel nach und nach weitere Gegenstände frei. Neue Skateboardmodelle, Hemden, Hosen, Hüte, Schuhe, Brillen, ja sogar Ringe und Tatoos. Wie auch in den Vorgängern können wir selbstredend unseren Skater so sehr individualisieren, wie es die aktuelle Modekollektion der im Spiel erhältlichen Original-Marken erlaubt. Ob das nun störende Schleichwerbung ist oder die Authentizität steigert, wird jeder anders empfinden. Für mich gehört es zu einem ernsthaften Skateboard-Spiel dazu, dass auch die Marken auftauchen, die man dort erwarten würde, zumindest bei den Sport-relevanten Gegenständen. Auf Ketten, Uhren und Ringe könnte ich dagegen gerne verzichten.

Wer viel Zeit und Geduld mitbringt, für den bietet der mächtige Skatepark Editor alles, um den Traum vom eigenen Skatepark zu verwirklichen. Und wenn er richtig gut geworden ist, dann stellen wir ihn der gesamten Online-Menschheit durch einen simplen Knopfdruck zur Verfügung. User-generated-Content ist nämlich auch in Skate3 der “heiße Shaice”. Nach dem Eingeben eines Codes, der der Original-Packung beiliegt, werden uns die Online-Community-Features freigeschalten, um selbstgeschossene Fotos, Videos und Parks hoch- und runterzuladen, zu bewerten und mit Freunden online die verschiedenen Spielmodi zu nutzen. Wer das Spiel gebraucht ersteht, kann sich diesen Code gegen Bezahlung als DLC freischalten lassen. Leider ja inzwischen gängige Praxis geworden.

Der überarbeitete und deutlich bessere Online-Modus bietet echtes Gruppengefühl. Der Host wählt aus einer Liste einen Spielmodus aus oder einer der Mitspieler schlägt eine Challenge vor. Auch die Karriere-Ziele aus dem Singleplayer sind in der Gruppe lösbar, mit dem Clou: Nur wenn alle Gruppenteilnehmer die Challenge innerhalb des Zeitlimits bewältigen, zählt die Aufgabe als gelöst. Dafür gibt es aber auch für alle einen Bonus an verkauften Decks, die es nur online gibt. Wer es eher kompetitiv mag, wählt eine der Versus Challenges, also jeden gegen jeden. Da Skate nun auch die Möglichkeit bietet, sich in “Clan”-ähnlichen Strukturen mit seinen Freunden als Team zusammenzufinden, sind auch Team vs. Team Challenges online spielbar. Der Multiplayermodus ist vorbildhaft! Und ähnlich wie in Burnout Paradies kann ich fast nahtlos zwischen Singleplayer und Multiplayer wechseln - mein Spielstand bleibt.

Grafisch unterscheidet sich Skate 3 im Prinzip nicht von Skate 2, würde man beide Versionen nebeneinander laufen lassen, man würde auf Anhieb keinen allzu großen Unterschied erkennen. Das macht dem Spiel aber keinen Abbruch, für den nächsten Teil erwarte ich mir dann aber etwas mehr Feinschliff. Dafür hat EA wieder für einen bombastisch guten Soundtrack mit lizenzierten Titeln von den Beastie Boys, Del The Funky Homosapian, und viele mehr gesorgt - skatetypisch eine bunte Mischung aus Indie, Punk, HipHop und Rock.

Wie auch in Skate2 sorgt die deutsche Fassung wieder für einige schmerzhafte Momente und kalte Rückenschauer. Tut euch einen Gefallen und stellt diese von Beginn an auf die Original Sprache um.


Das Fazit von: Manu

Manu

Skate3 macht keine großen Sprünge und verändert sich zum Vorgänger nur in Details. Diese Veränderungen sind aber durch die Bank durch sinnvolle Verbesserungen der erfolgreichen Formel. Eingefleischte Fans werden die drei neuen Stadt-Bezirke, die neuen Spielmodi und auch den verbesserten Multiplayer lieben. Wer bisher noch keinen Teil der Skate-Serie gespielt hat, hat spätestens jetzt keine Ausrede mehr: Skate hatte schon immer eine nahezu perfekte Steuerung, diesmal kommt eine einsteigerfreundliche Lernkurve mit einem klasse Tutorial dazu und ein individuell anpassbarer Schwierigkeitsgrad, der durch das starke Belohnungsprinzip das typische “Nur noch einen Versuch”-Feeling hervorruft. Trotz der nicht mehr ganz aktuellen Grafikengine und den kleineren KI-Aussetzern ist Skate3 das beste Skate der Serie. Es darf die Krone also aufbehalten.


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Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich hab den zweiten Teil ja schon gespielt und getestet und muss sagen, dass mir der dritte nochmal um ein Stück besser gefällt. Skate 3 ist auch auf der Playstation 3 ein Klasse Spiel mit sinnvollen Verbesserungen. Der Schwierigkeitsgrad reicht vom Neueinsteiger bis zum Profi, schön gemacht, da das Spiel nun für jedermann spielbar ist und Laune macht. Die Steuerung ist im Vergleich zu Tony Hawk zwar anders, hat man sich aber dann mal dran gewohnt, so läuft alles wie von selbst. Die Mehrspieler-Modi machen Spaß, die Stadt sieht schön aus und alles in allem ist Skate 3 einfach ein verbessertes Skate 2. Mehr Möglichkeiten, weniger Kinderkrankheiten. Spätestens jetzt müssen Sportfans zuschlagen!


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positiv negativ
  • Große, frei befahre Stadt mit drei Gebieten
  • Keine gesperrten Gebiete wie in Skate 2
  • Neue Tricks im Repertoire
  • Neue Spielmodi
  • Überarbeiteter Multiplayer mit Team-Funktion
  • Klasse Tutorial, niedrige Einstiegshürde
  • Individuell anpassbarer Schwierigkeitsgrad
  • Challenges direkt anwählbar dank Teleport
  • Deutsche Synchronisation gruselig
  • Freischaltcode für Online-Feature nur einmal nutzbar
  • Grafik wirkt etwas veraltet





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