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Smackdown vs. Raw 2011

Publisher: THQ
Entwicklerstudio: Yukes
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Wrestlingaction
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 29.10.2010
USK 16

Smackdown vs. Raw 2011   15.11.2010 von DeWerni

Und hier kommt die nächste Ausgabe der wildgewordenen Fleischklopse, die wie gestört auf einander einschlagen und losgehen. Wieder einmal treten die Wrestler ihr serienmäßiges Erbe an und komplettieren damit die typischen Reihen im Stile von FIFA oder anderen Sportserien. Erfahrt hier, ob es auch in diesem Jahr spektakulär hergeht…

 

Mit den Jahren hat sich der Wrestlingsport ja auch zu einem der beliebtesten auf den Next-Gen-Konsolen durchgesetzt und gemausert. Gar nicht wenige unserer Leser hielten sogar den Vorgänger aus dem letzten Jahr für das Spiel des Jahres. Kein Wunder also, dass es in diesem Bereich auch schon so ausschaut wie in anderen erfolgreichen Sportarten und jedes Jahr ein neues Spiel auf den Markt geworfen wird. Was die diesjährige Ausgabe von Smackdown vs RAW 2011 angeht, gibt es vorab vom Umfang her wieder einiges zu berichten. Abgesehen von neuen Modi, wie dem komplett überarbeiteten „Road to Wrestlemania“, auf den ich später noch etwas genauer eingehe, gibt es auch die WWE-Welt, neue physikalische Effekte, eigene Superstars, und -  und – und. Ihr habt abgesehen von der Gestaltung des eigenen Sportlers die Möglichkeit aus über 70 WWE-Superstars zu wählen, diese in mehr als 100 verschiedenen Match-Arten gegeneinander antreten zu lassen und als Schauplatz die Wahl zwischen mehr als 20 unterschiedlichen Arenen. Viel mehr geht beim Umfang des Games glaube ich nicht.

 

Auf zuuuuuuuuuuuuuuu „Wrestlemania“

Der Traum eines jeden Wrestlers ist es sicherlich, einmal bei Wrestlemania dabei gewesen zu sein – DEM Sportereignis im Bereich des Wrestlings. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass der Modus, der als großes Ziel die Teilnahme genau an diesem Event hat, im Zentrum des Single-Player-Bereichs steht. Dabei dürft ihr zu Beginn wählen, welcher der Superstars denn zur Wrestlemania fahren soll. Drückt ihr dem Undertaker die Daumen, oder doch eher Ray Mysterio, Chris Jericho, Ziggler, R-Truth oder Kofi?! Es liegt an euch, ihr könnt aber natürlich auch euren selbst erstellten Kämpfer auf die lange und schwierige Reise schicken. Solltet ihr euch entscheiden, dem Sensenmann die Stirn zu bieten, wartet das Game mit einem atmosphärischen Highlight auf euch, nämlich der fortwährenden Fehde mit eben diesem. Dabei scheint dieser immer und überall die Kontrolle inne zu haben – egal ob während eines Kampfes die Monitore in der Arena flackern oder euer nächster Gegner in einem Geistkostüm im Ring erscheint. Seid ihr dann nicht gerade dabei, einen eurer Kontrahenten im Ring entgegenzutreten, könnt ihr euch im frei begehbaren Backstagebereich aufhalten, der leider etwas unlebendig und steril geraten ist. Dort könnt ihr kleine Nebenaufgaben finden und erledigen und euch so weitere Boni freischalten. Außerdem könnt ihr die Garderobe besuchen, dem Manger einen Besuch abstatten, zum Ring gehen und euch mit dem Arzt beraten, wie ihr die in den Kämpfen ergatterten Erfahrungspunkte am besten in die Verbesserung des gewählten Kämpfers steckt. Mindestens genauso wichtig sind allerdings auch Interviews, die ihr geben könnt, oder die Pflege von freundlichen und feindlichen Beziehungen zu anderen Wrestlern, die euch im Ernstfall auch zur Seite stehen können. Wenn ihr wollt und es noch ein wenig Übung bedarf, so dürft ihr auch einige Trainigsmatches im Backstage-Bereich absolvieren.  Schade, dass man diese Idee nicht noch weiter ausgebaut hat, sie wird aufgrund der wenigen Abwechslung doch schnell langweilig und man konzentriert sich dann doch auf die wichtigen öffentlichen Kämpfe, die mit einem Ausrufezeichen für euch als Hinweis markiert sind, so dass man nicht ganz führungslos auf dem Weg Richtung Wrestelemania wandelt. Jetzt liegt es auf jeden Fall an euch, euch zum großen Ziel durchzuschlagen.

Aber es gibt auch noch andere Modi, für alle denen das noch nicht genug ist. Einer davon ist die WWE-Welt. Darin bekommt ihr praktisch das wöchentliche TV-Programm des Wrestlings mit verschiedenen Sendungen, Formaten und Kämpfen geliefert. Ihr habt dort die Wahl, eure favorisierten Match-Arten mit den von euch bevorzugten oder meist gehassten Wrestlern zu platzieren und so die Matchcards festzulegen. Je nachdem wie diese Wahl ausfällt, schlägt euch die KI dann auch entsprechende Duelle und Matches vor, die eurem Muster entsprechen. Auch hier gibt es unvorhergesehene Ereignisse, die durch Zwischensequenzen präsentiert werden. Außerdem dürft ihr euch auf Großevents freuen, die meist monatlich anstehen. So könnt ihr das alltägliche Geschehen des Wrestlings nachstellen und aktiv eingreifen, ohne immer nur passiv vor der Mattscheibe zu hängen. Auf jeden Fall ist auch das ein interessanter alternativer Modus, der euch alle Freiheit gibt, die WWE so zu gestalten, wie ihr es selber gerne hättet. Wenn ihr einfach mal alle Match-Arten durchprobieren wollt, dann könnt ihr das relativ einfach und übersichtlich im Exhibition-Modus machen, der euch alle Arten zum Einzelkampf bereitstellt.

 

Gameplay

Egal für welchen Modus ihr euch entscheidet, irgendwann werdet ihr sicher endlich im Ring stehen und dann geht es zur Sache. Hier gibt es eigentlich nicht viel Neues zu berichten. Ihr habt eine Taste, mit der ihr zuschlagen beziehungsweise zutreten könnt, eine andere, um den Gegner an euch ran zu ziehen und natürlich diverse Spezial-Moves und Haltegriffe durch Kombinationen auch in Verbindung mit den beiden Sticks. Was sehr schnell während des Spielens auffällt, wenn man den Vorgänger kennt, ist die verbesserte Physik beim Handling von Gegenständen und das Konter-System. Als Gegenstände zum Einsatz im Kampf liegt und steht alles Mögliche bereit: Stühle, Tische, Vorschlaghämmer oder gleich die ganze Treppe des Rings. Ihr könnt die Gegenstände dabei nicht nur zum Zuschlagen benutzen, nein ihr könnt sie auch in eure Spezialattacken einbauen, beispielsweise im Aufgabegriff oder um den Gegner durch den Tisch zu schmettern. Lasst eurer Fantasie, was das angeht, einfach freien Lauf. Solltet ihr genügend auf den Gegner eingedroschen haben und er damit an Kraft verlieren, stehen euch schließlich drei verschiedene Moves offen. Zum einen könnt ihr natürlich die Sache und den Kampf mit dem Pin beenden, dadurch fängt der Schiedsrichter an, den Sieges-Countdown anzuzählen. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, einen Spezial-Move des Wrestlers einzusetzen, der individuell unterschiedlich ist, oder ihr könnt auch gleich den Finishing-Move ansetzen, von dem sich der Gegner mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wohl vor dem Pin nicht mehr erholen wird.

Ein Feature, das überarbeitet wurde, ist hier noch erwähnenswert – und zwar die Konter. Dabei gibt es diverse Möglichkeiten, wie das Wegrollen, der Gegenangriff, der gezielte Konter auf eine spezielle Attacke oder die vorübergehende Flucht aus dem Ring. Auch wenn es diverse Arten gibt, so ist die Ausführung fast immer gleich. Setzt der Gegner einen Angriff an, so erscheint über eurem Kopf kurzzeitig das Symbol für die rechte Schultertaste. Drückt ihr diese im richtigen Moment, ist der Konter so gut wie durch. Lediglich die Flucht aus dem Ring leitet ihr mit dem rechten Bumper ein, wenn ihr nahe genug an den Seilen liegt, um euch aus dem Ring zu ziehen. Alles in allem sind diese Features alle miteinander recht schön und sorgen für spektakuläre Kampfeinlagen, wirklich schwer ist das Spiel aber, vor allem auch durch die relativ einfachen Konter, nicht. Trotz allem macht es schon Spaß, auch immer wieder neue Moves in der Ringecke oder vom Seil aus auszuprobieren.

 

Multiplayer-Modus

Die Kritik aus den letzten Jahren bezüglich des Multiplayer-Spiels hat sich THQ zu Herzen genommen und diesen Bereich deutlich erweitert. Es stehen euch nun richtig viele Matcharten zur Verfügung. Das geht von Einzelkämpfen über Tag-Team- (auch gemischt) und Cage-Matches bis hin zu Elimination-Chamber-Matches und dem Royal Rumble, bei dem ihr mit insgesamt 12 Spielern gleichzeitig online teilnehmen könnt. Alles in allem sorgen die Entwickler damit für eine Menge Spaß. Schön, dass man sich an dieser Stelle die Kritik auch mal wirklich angehört hat. Auch beim Hochladen der selbst erstellten Kämpfer wurde nachgebessert. Diese kann man genau wie auch selbst erstellte Szenarien gegenseitig austauschen und im Gegensatz zum Vorjahr auch noch individuell modifizieren. Insgesamt ein gelungener Onlinemodus, der Multiplayerspaß garantiert.

Grafik und Sound

Nun bin ich leider beim Schwachpunkt des Games angelangt. Wie mittlerweile und leider so oft wurde das Spielszenario ausgebaut, aufgepeppt und dann einfach auf eine alte Technik gepackt. Es gibt einige richtig schöne Umsetzungen, wie beispielsweise der Einlauf der Kämpfer, der den altbekannten aus dem Fernsehen auch wegen der musikalischen Untermalung schon sehr nahe kommt und der trotz der nicht immer überzeugenden Optik atmosphärisch überzeugen kann. Auch den Sportlern selber sieht man eine visuelle Auffrischungskur an, sie wirken etwas authentischer. Allerdings gibt es leider auch allzu viele negative Beispiele. Darunter sind unter anderem die Zuschauer, die mit extrem eintönigen Bewegungen eher wie deformierte und elektrisch betriebene Puppen aussehen und so während des Kampfes nicht wirklich für Stimmung und Atmosphäre sorgen. Ähnlich sieht es mit den Lichteffekten aus. Überall Scheinwerfer in allen möglichen Farben, aber so gut wie keine Schatten?! Irgendwas stimmt doch da nicht. Die Bewegungen und die Animationen, sieht man mal von den Special-Moves ab, wirken auch teilweise etwas zackig und können damit nicht wirklich überzeugen. Obwohl man nun mal die Kirche im Dorf lassen sollte und THQ beziehungsweise Yukes zugestehen sollte, dass sie das Kampfgeschehen durchaus attraktiv und spektakulär darstellen können, so dass man sicher seinen Spaß dabei haben wird.  Der Sound des Games kann hingegen überzeugen. Egal ob die Originalkommentatoren, die ihren Senf leider nur in Englisch vom Stapel lassen, der Sprecher der Arena oder die Stimmen der Wrestler an sich, alle sorgen für eine Menge Stimmung. Technisch gesehen bekommt man also leider eher Mittelmaß vorgesetzt, hieran sollten sich die Entwickler bis zum kommenden Jahr austoben und den Lack endlich mal wieder auf Hochglanz polieren. 


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

 

Bei Smackdown vs. RAW 2011 kann man den Trend, der leider im Moment oft im Spielgenre gang und gäbe ist, ganz gut erkennen: Eine Menge spielerisches Potential, das einen enormen Umfang bietet, aber auf alte Technik gepackt wurde. Allerdings ist auch erkennbar, dass es auf dieser Basis vielleicht auch nicht immer der Crème-de-la-Crème bedarf, um ein gutes und erfolgreiches Spiel auf den Markt zu bringen. Auch wenn man hier technisches Mittelmaß serviert bekommt, bietet das Game Spaß und Spannung in durchaus interessanten und lange motivierenden Kämpfen. Smackdown vs. RAW 2011 bestätigt auch dieses Jahr wieder die Vormachtstellung im Wrestlingbereich, was natürlich auch an den neuen kreativen Features und den vielen unterschiedlichen Modi liegt. Für Wrestlingfans gibt es auch dieses Jahr wieder eine dicke Kaufempfehlung. Wer 2010 schon seinen Spaß mit dem Spiel hatte, der wird ihn auch dieses Jahr sicher wieder haben. Trotz allem sollten THQ und Yukes jetzt den Absprung schaffen und die Basics des Spiels generalüberholen, sonst sieht die Welt vielleicht im kommenden Jahr nicht mehr so rosig aus…


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