Solomon Kane

Solomon Kane

Originaltitel: Solomon Kane
Genre: Fantasy / Action
Regie: Michael J. Bassett
Hauptdarsteller: James Purefoy • Rachel Hurd Wood • Max von Sydow
Laufzeit: 103 Minuten
Label: Constantin Film
FSK 16

Solomon Kane   28.10.2010 von

Ein gefallener Held, der sich ein letztes Mal aufrappelt, um seine Bestimmung zu erfüllen. Mit schwarzem Mantel, Hut und Schwert bewaffnet kämpft er nicht nur um seine eigene Seele, sondern auch um derer, die er liebte und von ihm genommen wurden. Es ist dunkel, es regnet, und die Höllenkreaturen warten schon auf frisches Blut.... Willkommen in der Welt von "Solomon Kane". Doch werden auch Personen, die dem Genre der Fantasy-Action nicht verfallen sind, den Film gut finden? Findet es raus und lest weiter...

 

Wir befinden uns im 16. Jahrhundert: Schlachtschiffe feuern ihre tödlichen Projektile gegen die Mauern eines Schlosses in Nordafrika, während im Landesinneren ein dunkler, uns unbekannter Krieger alles niedermetzelt, was sich ihm in den Weg stellt. Dem letzten noch atmenden Soldaten stellt er die Frage nach dem Thronsaal des Schlosses, bevor er diesen eiskalt mit seiner Feuerwaffe regelrecht exekutiert. Keine Frage, dieser Mann tötet aus Leidenschaft! Zusammen mit einer kleinen Gruppe an Verbündeten macht er sich auf die Suche nach dem Thronsaal, doch eine höhere Macht hat andere Pläne: Unser Krieger wird im Spiegelsaal von seinen Männern getrennt, die schon kurz darauf von den in den Spiegeln hausenden Dämonen dezimiert werden. Nun vollkommen auf sich alleine gestellt, wartet schon die nächste Herausforderung auf ihn: Der Sensenmann des Satans wartet schon auf ihn, um sich seiner Seele zu bemächtigen. Nachdem ein Kampf gegen die Höllenkreatur jedoch ausweglos erscheint, tritt er die Flucht an, um sich vor dem Fegefeuer zu bewahren. Der Tod ruft ihm nach: "Du entkommst uns nicht, SOLOMON KANE!" bevor er die Reise zurück  in die Hölle antritt und den Platz für den Filmtitel freigibt!

 

Wow, das hat gesessen! Was sich hier wie ein abendfüllender Spielfilm liest, ist nur der kurze Prolog am Anfang dieses doch recht brutalen Fantasystreifens. Doch das war natürlich noch nicht alles. Solomon Kane, der nun natürlich Angst um seine Seele hat, ist wieder nach England und auf den Weg der Tugend zurückgekehrt, hat sich in einem Kloster niedergelassen und geschworen, sämtlicher Gewalt zu entsagen. Doch so friedfertig und liebevoll sich die Mönche auch um ihn kümmern: Sie bemerken, dass ein immer größer werdender Schatten der dunklen Mächte noch immer Ausschau nach Kane hält. Also schicken ihn die Mönche auf eine letzte Reise, um seine Bestimmung zu erfüllen. Um jedoch auf dem "Höllenradar" unentdeckt zu bleiben, darf er nicht kämpfen oder töten, was ihm bald zum Verhängnis wird. Denn als er von einer Gruppe Dieben aufgegriffen wird und keinerlei Gegenwehr leistet, haben die natürlich einfaches Spiel mit ihm, nehmen ihm alle Wertgegenstände weg und schlagen ihn brutal zusammen. So findet ihn eine Puritanerfamilie, die gerade auf dem Weg in ein neues Leben ist, pflegen ihn wieder gesund und kleiden ihn sogar neu ein. Doch leider nimmt es mit den herzensguten Menschen ein jähes Ende, als sie von den Kriegern der Hölle abgeschlachtet werden und die einzige Tochter verschleppt wird. So muss Solomon Kane also den friedfertigen Weg verlassen und das tun, was er am besten kann: Das dreckige Pack so brutal wie möglich dahin zurückschicken, wo es hergekommen ist. Dass er dabei natürlich die Aufmerksamkeit des Sensenmanns auf sich zieht, ist ihm nun einerlei, denn nicht nur seine eigene Seele soll Erlösung erfahren, sondern auch die der Unschuldigen sollen nun gerächt werden....!

 

Wenn  man hierzulande die Worte "Solomon Kane" ausspricht, werden einen zum größtenteil ratlose Gesichter anschauen. Also kurz zur Vergangenheit der Figur: Solomon Kane wurde von Robert E. Howard erfunden, dessen berühmteste Figur wohl die des "Conan" ist. Doch was der Muskelberg an Emotionen und Gefühlen vermissen lässt, findet sich umsomehr in Solomon wieder. Als ein "latent depressiver englischer Puritaner" wird er beschrieben, und bei der Bürde, die auf ihm lastet, kann man es ihm auch nicht verdenken. Nun ist seine Geschichte also auch verfilmt worden, und das gelang ausgesprochen gut. Nachdem man in Deutschland leider kaum Werbung für den Film machte, wird er wohl nur dem Nischenmarkt und Genrefreaks ein Begriff sein und es ist reichlich schade drum. Denn die durchaus interessante Geschichte wird in einem schönen Tempo erzählt und weiß durch ihre Vielschichtigkeit zu Gefallen. Denn wenn auch mal nicht das Blut spritzt oder Schwerter klirren, vermag es der Film, den Zuseher in seinen Bann zu ziehen. Das liegt vor allem an dem immer sympathischen Cast rund um James Purefoy, der hierzulande wohl eher durch seine Rolle im ersten "Resident Evil" bekannt sein dürfte. Ebenso loben muss man das Design der Monster, Kreaturen und Sets, die passend zur allgemeinen Stimmung des Films sehr düster, aber dennoch liebevoll und detailverliebt präsentiert werden. Auch die Spezieleffekte passen sich gut ins Bild ein und wirken nur äußerst selten unrealistisch. In einem Film voller Magie und Zauber jedoch verschmerzbar.  Der englische Ton ist kräftig, der Bass druckvoll und die Surround-Kanäle werden fast ständig angepeilt. Dennoch sind alle Dialoge so abgemischt, dass sie auch bei niedriger Lautstärke gut verstandlich sind. Constantin-typisch muss sich die deutsche Synchro nicht verstecken und ist mit dem O-Ton auf einer (Sound)Wellenlänge. Das Bild leistet sich auch keine großen Patzer, alles wirkt glasklar und scharf, feine Details wie Gesichtsbehaarung und die Musterung der Kleider sind wunderbar zu erkennen. Farben stechen aufgrund der sehr dunklen Farbpalette umso wirkungsvoller heraus, ebenso bieten einige Landschaftsaufnahmen durchaus Referenzcharakter. Nur sehr selten macht sich leichtes Rauschen breit und der Schwarzwert ist nicht immer optimal. Die Extras stehen zwar mit einer guten Stunde Laufzeit gut da, liefern aber nur selten wirklich interssante Infos zur Entstehung des Films. Einzig die Interviews lassen einen Blick hinter die Kulissen zu. Auch das Fehlen eines Wendecovers muss bemängelt werden.


Das Fazit von: Diaboli

Diaboli

Regen, Nebel, Düsternis, Magie, Hölle, Teufel, Dämonen, Schwert, Held, Rache, .....Solomon Kane! Wer mit nur einem dieser Begriffe etwas anfangen kann, sollte sich diesen (in Deutschland leider kaum beworbenen) Film unbedingt anschauen. Die Verwandlung vom Saulus zum Paulus, die Kämpfe und damit verbundenen Choreographien, das Design der Monster, Bösewichte und Sets, alles ist voll auf Fantasy ausgelegt und man sieht dem Film seine Liebe zum Detail in jeder Sekunde an. Auch Personen, die mit dem Thema "Dungeons & Dragons" nicht unbedingt etwas anfangen können, sollten dem Film eine Chance geben. Die technisch hochwertige blaue Scheibe trägt ihr restliches zum Loblied bei. Einzig bei den Extras hätte ich mir etwas mehr "Tiefe" gewünscht, ebenso wie ein Wendecover. Ansonsten: Alles TOP!


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen