Splinter Cell Conviction

Splinter Cell Conviction

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft Montreal
Genre: Action
Sub-Genre: Stealth-Action
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 15.04.2010

Splinter Cell Conviction   20.04.2010 von Panikmike

Über vier Jahre hat es gedauert, bis uns Ubisoft mit dem neuesten Abenteuer von Sam Fisher versorgen konnte. Die Fangemeinde musste Jahr für Jahr zusehen, dass das Spiel immer noch nicht fertig ist. Doch in diesem Fall hat es sich gelohnt, denn „Splinter Cell Conviction“ ist ein absoluter Knaller geworden…

Das Spiel beginnt mit einer sehr guten Einleitung. Eine alte Kollegin gibt mir Anweisungen,  die  im Spielgeschehen selbst versteckt sind. Anders als bei herkömmlichen Titeln steht alles was man tun muss nicht nur einfach so als Text, sondern auf den Objekten im Spiel. Gleich am Anfang sieht man ein schönes Beispiel. Man muss nach oben sehen, und auf einer Leuchtreklame an einer Häuserwand steht: Schau nach oben. Dies ist ein neues Spielerlebnis und sieht echt gut aus. Es sind zwar nur kleine Details, die den Spielfluss selbst nicht beeinflussen, jedoch fiel mir dies sofort auf und brachte ein Lächeln in mein Gesicht. Eine frische Idee mit einer prima Umsetzung. Ähnlich wurde es schon bei Dead Space praktiziert, da war das komplette Menü im Spiel selbst integriert. Im gesamten Spiel kommt man so nie in Verlegenheit nicht mehr weiter zu wissen, denn die Hilfe ist immer nah!

 

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase switcht die Geschichte und man befindet sich in der Vergangenheit. Ich befinde mich 20 Jahre zuvor in Sam´s eigenen vier Wänden. Seine Tochter Sarah schreit und ich begebe mich dann natürlich sofort zu ihr. Auch hier ist neben der richtigen Tür wieder die „In-Game-Hilfe“. Es steht Sarah neben der Tür. Bei dieser Rückblende wechselt die Grafik permanent zwischen schwarzweiß und bunt. Die Stimmung ist dadurch grandios, wieder eine Idee die zwar nichts Neues ist, aber sehr gut ins Geschehen passt und gut umgesetzt wurde. Doch das Ganze hat auch seinen Sinn, wenn man im Spiel selbst im Verborgenen steht (also im Dunklen ist), so wird das Bild schwarzweiß. Daran kann man sich dann immer orientieren, dass man dann fast unsichtbar ist. Dieser Punkt ist sehr wichtig, da man des Öfteren mit Sam schleichen  und unentdeckt bleiben muss. Und der dunkle Modus kann noch mehr, denn man kann dann bestimmte Objekte besser sehen. So weiß man genau, welche Gegenstände man interaktiv einsetzen kann. Doch weiter im Text, denn es gibt bei „Conviction“ noch viel zu entdecken. Übrigens ist eure Tochter Sarah ein wichtiges Schlüsselelement beim neuesten Abenteuer von Sam, denn ihr wollt euch wegen dem Tod eurer Tochter rächen. Jedoch stellt  sich heraus, dass sie noch am Leben ist. Nun gilt es herauszufinden wo sie ist und wie ihr sie befreien könnt…

 

Beim neuen Abenteuer von Sam gibt es weitaus mehr Neuerungen, als man anfangs vielleicht denken mag. Eines wäre das Markieren. Zuerst muss ich einen Gegner im Nahkampf überwältigen. Sam nimmt sich dann automatisch die Waffe des Bösewichts und nun kann man mit dem Markieren anfangen. Man kann nun mit der rechten Fingertaste alle Gegner in einem Raum markieren und auf Knopfdruck ballert Sam los und eliminiert alle markierten Personen auf einen Schlag. Das Ganze sieht dann auch noch sehr spektakulär aus, die Entwickler haben sich an dieser Stelle einiges einfallen lassen. Doch im Spiel selbst ist es schon schwieriger als im Tutorial. Natürlich kann man die Gegner auch vorher markieren und dann gleich die Waffe abfeuern, nachdem man einen Gegner überwältigt hat. Zum Beispiel schaut man unter einer Tür durch und markiert da schon die Gegner, die im anderen Raum warten. Doch so einfach wie es sich anhört ist es nicht, denn hier baute Ubisoft einige „reale“ Dinge mit ein. Erstens kommt es ganz auf die Waffe und dessen Magazin drauf an, wie viele Gegner man in der „Markierung“ ausschalten kann. Ebenso ist die Entfernung wichtig, denn logischerweise kann man keine Person ausschalten, die endlos weit entfernt steht. Also wirkt sich die Umgebung auf das Spielverhalten bei der Markierung aus. Eines der wichtigsten Dinge bei Conviction ist es, sein Hirn einzuschalten und vorher zu überlegen. Denn ohne nachdenken zu handeln ist hier tödlich!

 

Wieder zurück zu den Neuheiten, das Verhören ist auch etwas, was es in dieser Form bisher nicht gab. Wenn man einen bestimmten Gegner in der Mangel hat, so kann man ihn durch Drücken auf „B“ verhören. Sam´s Verhör ist meistens nicht auf die zarte Art, er versucht auf brutalste Weise den Gegner auszuquetschen. Dabei hilft ihm die Umgebung, der Spieler selbst kann entscheiden wie er Informationen aus dem Gegner bekommt. So befindet man sich zum Beispiel in einer Toilette und schnappt sein Ziel. Mit drücken auf „B“ wird erst mal der Kopf in die Kloschüssel gedrückt und wenn der Gegner nichts Wichtiges raus gibt, bleibt es uns überlassen, wie wir weitermachen. Ich entscheide mich zuerst für die Taktik „Kopf-gegen-Spiegel“, danach kommt der klassische „Faust-ins-Gesicht“ Trick und zu guter Letzt kommt noch der Würger. Hier wäre es falsch zu schreiben, dass ist alles nett gemacht, denn es ist einfach extrem brutal. Mich wundert es an dieser Stelle, dass hier nichts gekürzt wurde. Man muss es zwar nicht so exzessiv treiben, doch wenn man die Möglichkeit hat, reizt man sie meistens auch aus!
 

Doch was treibt Sam ohne seine komplette Agentenausrüstung? Kann er überhaupt seine Mission erfüllen? Ja, er kann. Sam ist ein ausgebildeter Soldat, eine Waffe zu ergattern ist für ihn kein Problem. Ebenso nimmt er einfache Mittel, um seine High-Tech-Gimmicks zu ersetzen. So bedient er sich zum Beispiel eines normalen Haushaltsspiegels, um unter einer Tür durchzusehen. Die Interaktion ist das Schlüsselwort. Sam kann oft interagieren, zum Beispiel kann er Autoalarmanlagen auslösen, um das Geschehen von ihm abzulenken. Ebenso gibt es oftmals verschiedene Möglichkeiten zum Ziel. Jeder Spieler muss sich eine Taktik überlegen, jedoch gibt es extrem viele Wege, die nach Rom führen. Nebenbei fördert das auch den Wiederspielwert immens. Hier kommt auch eine neue Taktik ins Spiel. Im Spiel selbst heißt es „Letzte bekannte Position“. Wird Sam entdeckt, so markiert eine weiße Umrandung den Ort, an dem unser Held das letzte Mal von den Gegnern gesehen wurde. Jetzt hat der Spieler die Chance zu entkommen oder die Kontrahenten auszutricksen. Somit gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie der Spieler weitermachen kann. Er kann seine Position wechseln um den Gegner zu verwirren, ein Täuschungsmanöver einleiten, Fallen stellen oder einfach auch nur verschwinden. Wie man es macht ist jedem Spieler selbst überlassen. Dieses Feature ist sehr genial und bringt sehr viel Abwechslung ins Geschehen. Leider sieht man hier hin und wieder auch, wie dämlich sich die künstliche Intelligenz verhält. Generell ist sie gut gemacht, doch manchmal kann man Gegner so einfach täuschen, dass man denken mag, diese hätten kaum oder gar kein Hirn! Generell ist dieses Feature aber sauber programmiert und regt zum Ausprobieren an. Man kann sich hier ja auch verschiedene Taktiken einfallen lassen und ausprobieren!

 

 

Sam ist auch stets auf dem richtigen Weg. Erstens sieht man immer das Ziel, zu dem man hin muss, zweitens wird man automatisch gedreht, wenn man in die falsche Richtung geht. Diesen Punkt finde ich persönlich nicht gut. Ich bin ein Entdecker und suche gerne die letzten Ecken ab, was hier leider nicht funktioniert. Begebe ich mich in die andere Richtung, so werde ich gedreht und komme an dieser Stelle nicht weiter. Klar ist es schöner, als wenn eine unsichtbare Wand mich am Weiterkommen hindert, doch die perfekte Lösung ist es auch nicht. Was mir aufgefallen ist:  Es gibt kein Nachladen, das Spiel selbst lädt permanent, so dass keine Ladezeiten entstehen. Man ist immer im Geschehen, so soll es sein! Vom Prinzip ist es wie im Kino, man wird niemals unterbrochen und kann von Anfang bis Ende die Geschichte miterleben. Störende Ladebalken entfallen hier komplett. Man sollte sich nur nicht durch nervig klingelnde Nachbarn oder den „Komm-ins-Bett-Schatz“-Ausrufe seiner Freundin stören lassen.

 

Im Spiel gibt es allerdings noch mehr zu entdecken, als ich bisher aufgeführt habe. Sam kommt im Laufe des Spiels an verschiedene Waffen, die er sogar upgraden kann. Da wären nicht nur Pistolen, sondern auch MPs, Schrotgewehre und größere Wummen. Ebenso kann er natürlich auch diverse Hilfsmittel wie zum Beispiel Granaten, einen Schwanenhalskamera oder aber auch C4 freischalten. Neben dem Einzelspielermodus gibt es einen neuen Mehrspielermodus. Hier kann man entweder einen Storymodus spielen oder Nebenmissionen absolvieren. Bei der Story handelt es sich aber nicht um die gleiche Geschichte wie bei der Hauptmission, sondern sie spielt chronologisch davor. Bei den Nebenmissionen kann man entweder alleine oder zu zweit per Internet spielen. Hier gibt es vier verschiedene Typen: Jäger, Infiltrator, Letztes Gefecht und Duell (letzteres geht nur mit 2 Spielern!). Bei Jäger muss man alle Gegner ausschalten. Bei Infiltration muss man ebenso alle ausschalten, darf dabei aber nicht entdeckt werden. Beim letzten Gefecht muss man eine Bombe so lange wie möglich verteidigen und beim Duell muss man den anderen Spieler ausschalten. Ihr seht schon, nicht nur für einen Spieler ist das ganze interessant, sondern auch für lange Duelle oder miteinander via Web.

 

 

Die Sprachausgabe ist sehr gut, die Stimmen unglaublich klar und voller Emotionen. Wenn ich, als alter Film- und Spielehase, nicht total irre, so ist die deutsche Stimme die Filmstimme von Vin Diesel. Sehr gut gewählt, denn dessen tiefer Bass jagt dem Spieler öfters einen Schauer über seinen Rücken. Aber nicht nur die Stimme unseres Helden ist gut gewählt, auch die anderen Charaktere sind sehr gut eingedeutscht. Die Effekte im Spiel sind oscarreif, dass merkt man schon im Tutorial. Die Schüsse klingen sehr real, permanent gibt es irgendwelche Effekte die man so gar nicht richtig registriert. Zum Beispiel kann man über einen Tisch hüpfen und hört dann eine Vasen auf den Boden aufschlagen, die vorher auf dem Tisch stand. Die Dolby Surroundanlage ist permanent unter Strom. Wenn man sich auf die Kleinigkeiten konzentriert, dann merkt man, wie viel Liebe in die Effekte gesteckt worden sind. Es vergeht keine ruhige Minute, man hört permanent irgendwelche Umgebungsgeräusche. Die Umsetzung ist sehr real und katapultiert den Spieler ins Spielgeschehen.  

 

Ebenso gut ist die Grafik, auch wenn sie an manchen Stellen nicht so ganz sauber ist. Die Levelhintergründe sind abwechslungsreich und auch die Details wurden hier sehr gut gemacht. Alleine der Wüstenlevel sieht einfach geil aus. Alles läuft flüssig und wie schon oben erwähnt, hat man im Spiel selbst keine Ladezeiten. Der Wechsel von bunt und schwarzweiß wird fließend dargestellt und sieht nebenbei auch noch sehr geil aus. Auch die Gesichter und die Bewegungen sehen sehr gut aus, ebenso die Schatteneffekte, denn davon lebt Splinter Cell Conviction! Alles in allem ist das gesamte Spiel sehr gut gelungen, kein Wunder nach über vier Jahren Entwicklungsarbeit!


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

 Ich liebe Sam Fisher und das neue Abenteuer sogar noch mehr als die alten Teile. Die Neuerungen sind sehr gut, man findet sich mit der Steuerung und den Möglichkeiten sehr schnell zurecht und dank dem Tutorial können auch Anfänger sehr schnell einsteigen. Die Effekte sind super, stets denke ich, ich spiele selbst in einem Agentenabenteuer mit. Allein durch die „Letzte bekannte Position“ und diverse Interaktionen kommt ein unglaublich tolles Spielgefühl auf den Spieler zu. Nicht zu vergessen, dass es auch einen guten Mehrspielermodus gibt, der nicht einfach mal schnell aus Ballern besteht. Die Nebenmissionen kann man sogar alleine spielen, jedoch machen sie zu zweit viel mehr Spaß. Wer Stealth-Action-Spiele mag, der sollte hier auf alle Fälle zugreifen. Auch wenn das Splinter Cell nun von den vorherigen Titeln abweicht, so finde ich es den besten Teil, der bisher erschienen ist.   


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