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Splinter Cell Conviction
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BEWERTUNG |
20.04.2010 von Panikmike
Über vier Jahre hat es gedauert, bis uns Ubisoft mit dem neuesten Abenteuer von Sam Fisher versorgen konnte. Die Fangemeinde musste Jahr für Jahr zusehen, dass das Spiel immer noch nicht fertig ist. Doch in diesem Fall hat es sich gelohnt, denn „Splinter Cell Conviction“ ist ein absoluter Knaller geworden… Das Spiel beginnt mit einer sehr guten Einleitung. Eine alte Kollegin gibt mir Anweisungen, die im Spielgeschehen selbst versteckt sind. Anders als bei herkömmlichen Titeln steht alles was man tun muss nicht nur einfach so als Text, sondern auf den Objekten im Spiel. Gleich am Anfang sieht man ein schönes Beispiel. Man muss nach oben sehen, und auf einer Leuchtreklame an einer Häuserwand steht: Schau nach oben. Dies ist ein neues Spielerlebnis und sieht echt gut aus. Es sind zwar nur kleine Details, die den Spielfluss selbst nicht beeinflussen, jedoch fiel mir dies sofort auf und brachte ein Lächeln in mein Gesicht. Eine frische Idee mit einer prima Umsetzung. Ähnlich wurde es schon bei Dead Space praktiziert, da war das komplette Menü im Spiel selbst integriert. Im gesamten Spiel kommt man so nie in Verlegenheit nicht mehr weiter zu wissen, denn die Hilfe ist immer nah!
Beim neuen Abenteuer von Sam gibt es weitaus mehr Neuerungen, als man anfangs vielleicht denken mag. Eines wäre das Markieren. Zuerst muss ich einen Gegner im Nahkampf überwältigen. Sam nimmt sich dann automatisch die Waffe des Bösewichts und nun kann man mit dem Markieren anfangen. Man kann nun mit der rechten Fingertaste alle Gegner in einem Raum markieren und auf Knopfdruck ballert Sam los und eliminiert alle markierten Personen auf einen Schlag. Das Ganze sieht dann auch noch sehr spektakulär aus, die Entwickler haben sich an dieser Stelle einiges einfallen lassen. Doch im Spiel selbst ist es schon schwieriger als im Tutorial. Natürlich kann man die Gegner auch vorher markieren und dann gleich die Waffe abfeuern, nachdem man einen Gegner überwältigt hat. Zum Beispiel
Wieder zurück zu den Neuheiten, das Verhören ist auch etwas, was es in dieser Form bisher nicht gab. Wenn man einen bestimmten Gegner in der Mangel hat, so kann man ihn durch Drücken auf „B“ verhören. Sam´s Verhör ist meistens nicht auf die zarte Art, er versucht auf brutalste Weise den Gegner auszuquetschen. Dabei hilft ihm die Umgebung, der Spieler selbst kann entscheiden wie er Informationen aus dem Gegner bekommt. So befindet man sich zum Beispiel in einer Toilette und schnappt sein Ziel. Mit drücken auf „B“ wird erst mal der Kopf in die Kloschüssel gedrückt und wenn der Gegner nichts Wichtiges raus gibt, bleibt es uns überlassen, wie wir weitermachen. Ich entscheide mich zuerst für die Taktik „Kopf-gegen-Spiegel“, danach kommt der klassische „Faust-ins-Gesicht“ Trick und zu guter Letzt kommt noch der Würger. Hier wäre es falsch zu schreiben, dass ist alles nett gemacht, denn es ist einfach extrem brutal. Mich wundert es an dieser Stelle, dass hier nichts gekürzt wurde. Man muss es zwar nicht so exzessiv treiben, doch wenn man die Möglichkeit hat, reizt man sie meistens auch aus!
Sam ist auch stets auf dem richtigen Weg. Erstens sieht man immer das Ziel, zu dem man hin muss, zweitens wird man automatisch gedreht, wenn man in die falsche Richtung geht. Diesen Punkt finde ich persönlich nicht gut. Ich bin ein Entdecker und suche gerne die letzten Ecken ab, was hier leider nicht funktioniert. Begebe ich mich in die andere Richtung, so werde ich gedreht und komme an dieser Stelle nicht weiter. Klar ist es schöner, als wenn eine unsichtbare Wand mich am Weiterkommen hindert, doch die perfekte Lösung ist es auch nicht. Was mir aufgefallen ist: Es gibt kein Nachladen, das Spiel selbst lädt permanent, so dass keine Ladezeiten entstehen. Man ist immer im Geschehen, so soll es sein! Vom Prinzip ist es wie im Kino, man wird niemals unterbrochen und kann von Anfang bis Ende die Geschichte miterleben. Störende Ladebalken entfallen hier komplett. Man sollte sich nur nicht durch nervig klingelnde Nachbarn oder den „Komm-ins-Bett-Schatz“-Ausrufe seiner Freundin stören lassen.
Im Spiel gibt es allerdings noch mehr zu entdecken, als ich bisher aufgeführt habe. Sam kommt im Laufe des Spiels an verschiedene Waffen, die er sogar upgraden kann. Da wären nicht nur Pistolen, sondern auch MPs, Schrotgewehre und größere Wummen. Ebenso kann er natürlich auch diverse Hilfsmittel wie zum Beispiel Granaten, einen Schwanenhalskamera oder aber auch C4 freischalten. Neben dem Einzelspielermodus gibt es einen neuen Mehrspielermodus. Hier kann man entweder einen Storymodus spielen oder Nebenmissionen absolvieren. Bei der Story handelt es sich aber nicht um die gleiche Geschichte wie bei der Hauptmission, sondern sie spielt chronologisch davor. Bei den Nebenmissionen kann man entweder alleine oder zu zweit per Internet spielen. Hier gibt es vier verschiedene Typen: Jäger, Infiltrator, Letztes Gefecht und Duell (letzteres geht nur mit 2 Spielern!). Bei Jäger muss man alle Gegner ausschalten. Bei Infiltration muss man ebenso alle ausschalten, darf dabei aber nicht entdeckt werden. Beim letzten Gefecht muss man eine Bombe so lange wie möglich
Die Sprachausgabe ist sehr gut, die Stimmen unglaublich klar und voller Emotionen. Wenn ich, als alter Film- und Spielehase, nicht total irre, so ist die deutsche Stimme die Filmstimme von Vin Diesel. Sehr gut gewählt, denn dessen tiefer Bass jagt dem Spieler öfters einen Schauer über seinen Rücken. Aber nicht nur die Stimme unseres Helden ist gut gewählt, auch die anderen Charaktere sind sehr gut eingedeutscht. Die Effekte im Spiel sind oscarreif, dass merkt man schon im Tutorial. Die Schüsse klingen sehr real, permanent gibt es irgendwelche Effekte die man so gar nicht richtig registriert. Zum Beispiel kann man über einen Tisch hüpfen und hört dann eine Vasen auf den Boden aufschlagen, die vorher auf dem Tisch stand. Die Dolby Surroundanlage ist permanent unter Strom. Wenn man sich auf die Kleinigkeiten konzentriert, dann merkt man, wie viel Liebe in die Effekte gesteckt worden sind. Es vergeht keine ruhige Minute, man hört permanent irgendwelche Umgebungsgeräusche. Die Umsetzung ist sehr real und katapultiert den Spieler ins Spielgeschehen.
Ebenso gut ist die Grafik, auch wenn sie an manchen Stellen nicht so ganz sauber ist. Die Levelhintergründe sind abwechslungsreich und auch die Details wurden hier sehr gut gemacht. Alleine der Wüstenlevel sieht einfach geil aus. Alles läuft flüssig und wie schon oben erwähnt, hat man im Spiel selbst keine Ladezeiten. Der Wechsel von bunt und schwarzweiß wird fließend dargestellt und sieht nebenbei auch noch sehr geil aus. Auch die Gesichter und die Bewegungen sehen sehr gut aus, ebenso die Schatteneffekte, denn davon lebt Splinter Cell Conviction! Alles in allem ist das gesamte Spiel sehr gut gelungen, kein Wunder nach über vier Jahren Entwicklungsarbeit! Das Fazit von: Panikmike
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