Als der Virus auch das Dorf unseres Protagonisten befällt, macht er sich mit seinen Freunden auf die Suche nach dem Gegenmittel. Doch kurz vor dem Erreichen der heilenden Pflanze auf der Spitze des Berges, erscheinen wie aus dem Nichts zwei Lichtkegel und aus ihnen treten zwei Lebewesen in seltsamer Kluft mit fremdartigen Gesichtszügen. Sie behaupten aus dem Weltraum zu kommen, in dessen Ozean noch unzählige Sterne nur darauf warten entdeckt zu werden. Da die Pflanze keine Heilung darstellt, bieten die zwei Raumreisenden unseren Helden an, sie mit auf ihr Raumschiff zu nehmen...
Was zuerst wie das klassische Rollenspielsetting wirkt, verwandelt sich spätestens ab diesem Moment in eine interessante Mischung aus Final Fantasy und einer großen Portion Star Trek. Zwei intergalaktische Rassen
bekämpfen sich mit Biowaffen und der mittelalterliche Planet „Roak“, der Heimatplanet der Hauptcharaktere, wird Opfer dieses biologischen Angriffs. Natürlich ist das Gegenmittel gerade nicht mehr vorrätig, nicht replizierbar und die einzige Hoffnung der versteinerten Bevölkerung des Planeten liegt auf den Schultern unserer zwei Helden und deren Mut, ein paar Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit zu reisen, um den ersten Träger des Viruses zu finden, um diesen zu isolieren.
Die Welt vor 300 Jahren war auch auf „Roak“ kein Zuckerschlecken. Überall auf den beschwerlichen Reisen zwischen den Städten warten hinterrücks Monstergruppierungen auf uns, die uns völlig willkürlich nach dem Square-Enix-typischen Zufallsprinzip attackieren. Der Unterschied zu Final Fantasy jedoch: Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab und wir können uns frei auf dem Schlachtfeld bewegen. So rennen wir geschickt um Feinde herum, um sie von hinten zu attackieren oder weichen so gekonnt Zaubersprüchen und Schlägen aus. Unsere Mitstreiter agieren größtenteils auf eigene Faust, beachten dabei jedoch stets unsere strategischen Anweisungen bezüglich Formation und Kampfstil. Auch besteht stets die Möglichkeit, einen Kampf für einen Moment zu pausieren, um Heiltränke zu verteilen oder Gegenstände wie Bomben aus dem Inventar zu suchen. In diesen Pausen lässt sich auf Wunsch auch der steuerbare Charakter wechseln. Die Schläge werden über einfachen Tastendruck ausgeführt, wobei die Schultertasten frei belegbar mit Sonderangriffen sind, die sich durch die Charakterskills definieren.
Besondere Beachtung findet hier auch das innovative Sympathiesystem von Star Ocean. Die maximal neun spielbaren Charaktere, von denen ihr vier zeitgleich in eurer Gruppe führen könnt, mögen sich untereinander nicht alle gleich, es gibt ganz offene Antipathien. Daher kann es vorkommen, dass euer Heiler mal in der Hitze des Kampfes keine Lust verspürt, den Charakter, den er nicht mag, zu heilen oder zu beschützen. Interessant ist dieses System vor allem für
Mehrfachdurchspieler, da sich die Story auch je nach Zusammensetzung eurer Party unterschiedlich entwickelt. Manche Charaktere könnt ihr etwa nur zum Beitritt bewegen, wenn ihr bereits bestimmte Mitglieder in der Gruppe habt.
Aus Erfahrung wird man schlauer, so auch bei Star Ocean. Die gewonnenen Erfahrungspunkte in Kämpfen können wir in Stufen auf unsere unzähligen Interessen verteilen um unsere Fähigkeiten zu verbessern. Wollen wir lernen, mit dem Messer umzugehen, eine Spürnase für gute Pilze und ein Händchen beim Kochen zu haben, um unsere Gruppe mit Proviant zu stärken? Oder spezialisieren wir uns darauf, seltene Metalle zu finden und zu identifizieren, um aus ihnen dann besonders starke Waffen zu schmieden? Oder lernen wir gar ein Instrument, um die Gruppenmoral hoch zu halten? Wenn wir eine Sache besonders gut können, wird es vielleicht auch unsere Spezialität. Die Möglichkeiten sind enorm vielfältig und reizvoll und bieten viel Platz zum Experimentieren und erneutem Durchspielen. Wir können einfach in neue Spezialangriffe investieren, um besser kämpfen zu können oder konzentrieren uns auf die heilende Kraft der Magie. Das schöne daran ist, dass wir uns nicht in starren Rollenmustern festlegen müssen. Ein guter Kämpfer kann gleichzeitig ein guter Koch und Heiler sein, den Kombinationen sind hier keine Grenzen gesetzt.
Dass Star Ocean:First Departure von Square Enix für die PSP ein Remake des SNES Klassikers von 1996 ist, merkt man dem Titel so gut wie nicht an, was nicht nur daran liegt, dass das Original in Deutschland nie erschienen ist.
Als das erste Star Ocean in Japan von Enix released wurde, war es für die damalige Zeit eine kleine Revolution. Die Grafik war maßgebend und das Spiel hatte an vielen Stellen Sprachausgabe. Umso erfreulicher ist es daher, dass sich die Entwickler auch diesmal ins Zeug gelegt haben, um das Spiel auf die heutigen Standards anzupassen. So können wir uns an wunderschönen, vorgerenderten Landschaften erfreuen, an liebevoll gestalteten 2D-Animationen der Figuren, an vereinzelten, aber hochwertigen Animesequenzen und einer durchgehenden Sprachausgabe während der Hauptstory (mit sehr guten, professionellen Sprechern, wohlgemerkt).
Das Spiel erscheint in Deutschland nur in einer komplett englischen Version, ihr solltet also über gute Englischkenntnisse verfügen, um die Story genießen zu können.
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