Star Ocean: Second Evolution ist das zweite Remake von Square Enix der Star Ocean Reihe für die PSP und spielt 20 Jahre nach dem ersten Teil. Dieser hat bei uns 85% erhalten, kann auch dieser Teil überzeugen oder wurde der PSOne Klassiker eher schlecht als recht auf die PSP portiert? Hier erfahrt ihr es…
Star Ocean: Second Evolution ist das zweite Remake von Square Enix der Star Ocean Reihe für die PSP. Den Testbericht für den ersten Teil könnt ihr ebenso hier nachlesen.
20 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils starten wir das Spiel wahlweise aus der Sicht von Claude C. Kenny (dem Sohnemann von „Ronyx“, der Spielern des ersten Teiles bekannt vorkommen mag) oder wir starten in der Welt von Rena Lanford. Zwar begegnen sich die zwei Charaktere ziemlich schnell und starten auch gemeinsam in die
Hauptstory, aber es rechtfertigt ein zweites Durchspielen, um gewisse Schlüsselszenen aus der anderen Perspektive zu erleben. Auch hat die Story je nach Startcharakter ein paar Szenen und Charaktere, die ihr nur in der „Version“ erleben werdet.
Während Claude, ein junger Sternenkadett der Föderation, aus Versehen in ein mysteriöses Energiefeld gezogen wird und auf Renas Planet landet, ist Rena auf der Suche nach ihrer ebenso mysteriösen wie ungewissen Herkunft. Ein auf „Sorcery Globe“ getaufter Meteroid bedroht den Planeten Expel und da dies der wohl einzige Kontakt auf dem technisch unterentwickelten Planeten zum Weltraum zu sein scheint, beschließt unser Held, den Bewohnern zu helfen und der Sache auf den Grund zu gehen. Welch ein Zufall, dass Rena als Baby in einer Art „Raumkapsel“ gefunden wurde. Oder mag das etwa gar kein Zufall sein...?
Wer bereits den ersten Teil gespielt hat, wird sich sofort zurecht finden. Die zwei Spiele sehen nicht nur grafisch nahezu gleich aus, sie steuern und fühlen sich auch identisch an. Das darf man dem zweiten Teil jedoch nicht vorwerfen, da das Remake des erstens Teils vom Super Nintendo auf den Stand des qualitativen deutlich besseren PSOne Spieles herauf gehoben wurde. Die bereits im ersten Teil gelobten Verbesserungen wurden auch dem zweiten Teil spendiert: Eine durchgängige Sprachausgabe, wunderschön gerenderte Lokalitäten, hoch professionelle Anime-Cutscenes (vom gleichen Studio, welches auch Ghost in the Shell produziert hat) und ein leicht aufgebessertes Skill-, Crafting- und Kampfsystem. Hier leidet jedoch die 3D Oberfläche der Welt unter kantiger Trostlosigkeit und hässlichen Popups. Aber zum Glück hält man sich meist nicht sehr lange auf diesen Reisen von Punkt zu Punkt auf, so dass dies den Spielspaß nicht sonderlich trübt.
Die Genre-typischen Zufallskämpfe lassen sich nach wie vor sehr actionorientiert spielen, können aber jederzeit unterbrochen werden, um Heiltränke zu sich zu nehmen oder Gegenstände zu verwenden. Ein wirkliches Gefühl von „Taktischen Kämpfen“ wie bei Final Fantasy hat sich bei mir jedoch nie eingestellt. Man kommt bis auf ein paar Ausnahmen mit einfachem „Button-Mashen“ weiter. Auch kann man die manchmal etwas langwierigen Zauberanimationen immer noch nicht abbrechen, und nach der 75igsten Feuerexplosion entfährt einem hier höchstens noch ein müdes Gähnen.
Von euren vier Charakteren im Kampf könnt ihr immer einen aktiv steuern, aber ein Wechsel ist per Tastendruck möglich und die künstliche Intelligenz übernimmt die Steuerung der jeweils drei anderen Charaktere, was auch ausgesprochen gut funktioniert. Eure Mitstreiter setzen gekonnt Zaubersprüche und Sonderangriffe ein
und heilen sich gegenseitig. Auch wie in Teil 1 spielen die Sympathiewerte unter den Charakteren eine große Rolle. So kann es durchaus passieren, dass ein ungeliebter Charakter im Kampf etwas zu spät geheilt wird oder eine Figur eure Reisegruppe verlässt, wenn ihre einen neuen Begleiter dazu nehmt.
Die Charaktere im zweiten Teil sind noch eine Stufe abgedrehter und schriller als beim Ersten, was sich besonders in den „Private Actions“ zeigt, die ihr beim Betreten einer Stadt wählen könnt. In diesen Momenten kommen die Eigenzüge der Figuren in den Gesprächen zum tragen und ihr erfährt viel Hintergrundwissen. Nur über diese „Private Actions“ erhaltet ihr übrigens Zugriff auf alternative Enden und Storyelemente. Das Spiel ist aber auch komplett ohne diese Aktionen schaffbar. Die Entscheidung liegt ganz bei euch und auch hier verstärkt sich der Wunsch, es vielleicht erneut mit einer anderen Figurenauswahl zu spielen.
Das Skillsystem mit seinen hunderten Kombinationsmöglichkeiten hat nach wie vor seinen Reiz und bietet unzählige Möglichkeiten. Ob Sushi-machen, Musizieren, Tierdressur, Töpfern oder Malern, Kräuter und Gegenstände identifizieren oder ob ihr euch ein Zubrot als Taschendieb oder Schmied verdient, ihr werdet euren Spaß dabei haben, die versteckten Talente der Charaktere zu entdecken und auszubauen. Auch Superkombos sind in diesem Teil enthalten, bei denen ihr die Fähigkeiten als Team kombinieren könnt.
Kommentar verfassen
Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.