Star Ocean: The Last Hope

Star Ocean: The Last Hope

Publisher: Koch Media
Entwicklerstudio:
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Anime Japano Spiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 05.06.2009
USK 12

Star Ocean: The Last Hope  16.07.2009 von Manu

Star Ocean: The Last Hope ist das neueste Spiel der Star Ocean Reihe und wurde von den Fans lange erwartet. Wie es zur Zeit so Mode ist, ist der erste Vertreter der Serie auf einem nextGen System chronologisch gesehen ein Prequel. Ob er die Erwarungen der J-RPG Fans erfüllt oder nicht, erfahrt ihr hier.

Das Spiel beginnt mit einem der schönsten und stimmungsvollsten Intros, die ich bisher gesehen habe. Innerhalb von zwei Minuten wird mit eindrucksvollen Bildern erzählt, wie der dritte Weltkrieg ausbricht, sich die Menschheit danach wieder zusammenrauft und eine gemeinsame Weltraumstation baut um das Weltall zu besiedeln. Hier beginnt dann auch eure Story und ihr werdet direkt in die Rolle des Protagonisten gesteckt, der euch in ein paar Runden im Kampfsimulator in die Geheimnisse des Kampfsystems einführt. Natürlich könnt ihr dies auch erst mal direkt überspringen und jederzeit zum Simulator zurückkehren.

Kurze Warnung vorweg: Wer bisher noch kein Gefallen an japanischen Rollenspielen finden konnte, braucht nicht weiter zu lesen. „Star Ocean: The Last Hope“ ist ein waschechtes JRPG (Japanese role-playing game) und möchte auch nichts anderes sein. Mit allen positiven und leider auch vielen negativen Punkten, die dieses Genre so mit sich bringen kann.

Aber kommen wir zuerst zu den Stärken. Dadurch, dass das Spiel als Prequel angelegt wurde, könnt Ihr auch ohne Vorkenntnisse der Serie problemlos einsteigen und findet ein wunderbares und vielschichtiges Universum vor euch, welches euch im Laufe der Story zu mehreren, sehr unterschiedlichen Planeten führt und eine Vielzahl von lebhaften Charakteren präsentiert. Für Veteranen der Serie sind auch ein paar Goodies versteckt, so besucht ihr zum Beispiel den aus den ersten Teilen bekannten Planeten „Roak“. Untypisch für ein JRPG, aber sehr löblich: Die Kämpfe finden nicht zufallsgesteuert statt, sondern ihr seht in der Landschaft die Monster und könnt diesen bei Bedarf auch ausweichen, falls ihr grad wenig Gesundheitspunkte habt oder lieber zielstrebig auf ein Missionsziel zulauft. Umgeht ihr allerdings zuviele Kämpfe, werdet ihr ein Problem bei den Bossfights bekommen. Die Kämpfe laufen wie bei Tri-Ace üblich sehr action-orientiert ab und sind auch der Hauptgrund, warum euch das Spiel lange fesseln wird. Das sehr umfangreiche Tutorial deutet euch zu Beginn bereits an, dass die Kämpfe mitunter sehr taktisch werden können. Am Anfang kommt ihr, aufgrund fehlender Skills mit etwas button mashing, ausweichen und Beeren essen gut über die Runden. Angriffe in den Rücken, Konterschläge, Special Moves und ein Rage-Modus sind nur einige der Keywords, die den Kampfmodus für mich zum Highlight des Spieles machen und mich trotz der negativen Aspekte immer wieder zu einer neuen Runde bewegen können.

Natürlich könnt ihr alle der neun spielbaren Charaktere im Spiel mit tausenden von Waffen, Rüstungen und Items ausstatten und Sie ganz nach euren Wünschen skillen und aufbessern. Jeder hat sein eigenes Repertoire an Special Moves und Eigenschaften, die es zu erkunden gilt. Von den neun Charakteren könnt ihr vier parallel in eurer Party haben, während des Kampfes spielt ihr stets einen davon aktiv, könnt aber jederzeit wechseln.

Neben der Hauptquest könnt ihr natürlich unzählige Nebenquests annehmen, bei der Ihr wertvolle Zutaten für das sehr umfangreiche Crafting-System findet.

Wie in Star Ocean üblich, könnt ihr je nach Charakter an verschiedenen Locations Private Actions starten, die euch dann mehr über seine Beweggründe und seine Eigenarten aufzeigt. Aber selbst wenn ihr keine der Private Actions startet werdet ihr von den Charakteren ungefragt von Informationen überschüttet. Das Spiel ist extrem gesprächig und ihr werdet unzählige von Zwischensequenzen erleben, die sich zum Glück überspringen lassen, sonst wäre das Spiel an manchen Stellen unerträglich. Das Beste daran: Wenn ihr eine Szene skippt, dann erhaltet ihr eine Textzusammenfassung, so dass euch kein wichtiger Handlungsstrang verloren geht. Danke für dieses Feature! Das sollten sich mehr Entwickler abschauen!

Es mag ein kulturelles Problem sein, aber selbst als Freund von japanischen Rollenspielen gehen mir diese androgynen, Helden spielenden Kinder so langsam auf die Nerven. Und warum reden die Figuren manchmal so dermaßen aneinander vorbei, dass man sich danach fragt, was diese Szene überhaupt für einen Sinn hatte? Dank des Überspringen-Features ist es diesmal auszuhalten und von einigen Ausfällen sind die Charaktere zumindest sehr unterhaltsam, wenn auch sehr, sehr typisch für ein JRPG. Die Story braucht leider zu lange, bis sie richtig spannend wird und weicht von den üblichen Klischees nicht sonderlich ab.

Grafik und Sound sind über jeden Zweifel erhaben und holen viel aus der Xbox 360 Hardware heraus. Die englischen Sprecher sind größtenteils in Ordnung, die deutschen Untertitel sind lesbar und nicht fehlerhaft übersetzt.


Das Fazit von: Manu

Manu

Ein Spiel für Fans, aber nicht so sehr für welche, die es werden wollen. Star Ocean revolutioniert das Japan RPG Genre nicht, aber es macht vieles davon verdammt richtig und bringt es in einem guten Gesamtpaket daher, in dem man dank der vielen Stärken auch über die Schwächen hinwegsehen mag. Das Kampfsystem ist grandios und macht süchtig und bietet extrem viel Platz zum experimentieren. Da das Genre auf den aktuellen Systemen nicht gerade zahlreich vertreten ist, dürfen JRPG Fans bedenkenlos zugreifen und dürfen sich Star Ocean nicht entgehen lassen. Alle Neulinge sollten es vielleicht mal übers Wochenende von der Videothek ihres Vertrauens antesten, ob es Ihnen liegt. Ich hoffe es sehr, denn innerhalb seines Genres werdet ihr momentan nicht besser bedient.


positiv negativ
  • Tolle Grafik
  • Geniales Kampfsystem
  • Umfangreiches Craftingsystem
  • Innovatives Beziehungsgeflecht der Charaktere durch Private Actions
  • Zwischensequenzen sind überspringbar, Zusammenfassung als Text
  • Sehr geschwätziges Spiel, sinnfreie Szenen
  • Sehr klischeebeladene Charaktere
  • Absehbare Storyelemente





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