Star Trek

Star Trek

Publisher: Namco Bandai
Entwicklerstudio: Digital Extremes
Genre: Action
Sub-Genre: Action-Adventure
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 26.04.2013

Star Trek   29.05.2013 von Panikmike

Wegen dem großen Erfolg von Gears Of War, wollten schon mehr Spieleprogrammierer gerne auf dieser Erfolgswelle schwimmen. Die Protagonisten heißen hier aber nicht Markus und Dom, sondern Kirk und Spock. Ihr Raumschiff ist die Enterprise und ihre Gegner ist die Reptilienrasse Gorn. Doch kann das Spiel genauso punkten wie Gears?

 

Star-Trek-Fans kennen die Rasse Gorn aus den alten Abenteuer der Enterprise. Captain James T. Kirk alias William Shatner kämpfte in der Originalserie aus dem Jahre 1966 gegen ein grünes Monster mit Facettenaugen. In Folge 19 der ersten Staffel gab es diesen genialen Kampf, und der war so legendär, dass die Gorn nun ihr Revival erleben. Im Spiel sind die zweibeinigen Echsen unser Hauptfeind und huschen permanent vor unseren Phasern vorbei. Doch zurück zum Anfang…

 

– Aller Anfang ist schwer –

 

Zuerst muss sich der Spieler für einen Charakter entscheiden. Entweder man nimmt das Spitzohr Spock, der gerne mal mit einem Charakter aus Der Herr der Ringe verwechselt wird, oder der Spieler wählt Captain Kirk aus. Jeder Charakter erlebt das Spiel ein wenig anders, die Missionen sieht man quasi hin und wieder aus anderen Blickwinkeln. Die andere Figur übernimmt die künstliche Intelligenz oder aber ein menschlicher Mitstreiter. Egal ob nun offline per Splitscreen oder online per Internet, zu zweit macht das Ganze definitiv mehr Spaß. Blöderweise macht das Spiel mit der künstlichen Intelligenz kaum Spaß, so dass man fast zwingend einen menschlichen Mitspieler braucht – dazu später aber mehr.

 

– Punkt, Komma, Strich –

 

Leider macht die mangelnde Technik einen Strich durch die Spaßrechnung. Die Animationen könnten von Holzpuppen sein, die Mimik ist wie bei einer alten Barbiepuppe und die Grafik ist generell altbacken und – hust – einfach unschön. Dies fängt bei den eigenen Charakteren an und hört beim Gegnerdesign auf. Schade, denn das Star-Trek-Universum hätte weitaus mehr hergegeben, als hier bei diesem Spiel herausgekommen ist.

 

Schaut man hingegen auf die Dialoge der Helden, dreht sich der komplette Spieß um. Diese sind sehr gut geraten und fangen auch den sticheligen Humor von Kirk und Spock ein. Immer wieder gibt es ein amüsantes Wortgefecht, allerdings nur, wenn man gut Englisch kann oder schnell im Untertitellesen ist. Eine Übersetzung gibt es leider nicht und bei den vielen Texten muss man sich neben dem eigentlichen Spiel aufs Lesen konzentrieren, was oftmals nicht gerade einfach ist. Dennoch haben die Entwickler an dieser Stelle gute Arbeit geleistet. Hätte halt das ganze Team so viel Elan und Ideen gehabt, wie das Lokalisierungs-Team, dann wäre das Spiel der Hammer geworden.

 

– Action á la Gears Of War –

 

…sucht man leider vergebens. Die Gefechte sind generell zwar in Ordnung, doch richtige Baller-Stimmung kommt nicht auf. Das liegt aber auch daran, dass hier die Technik auch nicht gerade das Gelbe vom Ei ist. Die hakelige Steuerung ist das eine, das unpräzise Deckungssystem das andere. Wenn man sich Sachen von Gears Of War abschauen sollte, dann lieber die Technik anstatt das Spielprinzip. Allein den erste Kampf gegen einen Gorn musste ich x-mal neu starten, weil entweder mein KI-Mitstreiter zu Boden ging, oder ich. Das Problem war, dass eine Ausweichrolle nicht präzise funktioniert und mich der Gorn des Öfteren umgerannt hat. Hektik und eine schlechte Steuerung sind einfach Killer bei einem Videospiel.

 

Leider ist die künstliche Intelligenz auch nicht gut geworden. Egal ob man die dummen Gegner betrachtet, oder aber den Kollegen, der sich teilweise sinnlos versteckt, oder aber als offene Zielscheibe umhersteht. Unendliche Weiten und eine fast unendliche Dummheit sind hier an der Tagesordnung. Spielt man das Spiel ohne menschlichen Spieler, so muss man aufgrund der schlechten Intelligenz wirklich viel Geduld haben.

 

Bildergalerie von Star Trek (12 Bilder)

– Doch ein Licht am Ende des Tunnels –

 

Ist das Spiel denn kompletter Mist oder macht es trotz der vielen Mankos Spaß? Die unendliche Weiten passen zwar nicht ganz, dennoch bekommt der Spieler ein paar verdammt geile Sequenzen zu sehen und auch zu hören. Alleine der Weltraumspaziergang ist genial inszeniert und hört sich, dank des Orchesters, auch verdammt gut an. Doch nicht nur das macht Spaß, auch andere Missionen und die immer wieder eingebauten Rätsel sind toll. Ebenso ist das Aufrüstungssystem gut gemacht und auch die Möglichkeit, Bonuspunkte zu sammeln, insofern kein Gegner innerhalb eines Abschnittes getötet, sondern nur betäubt wird. Viele Upgrades gibt es leider nicht, dennoch bringen sie im Kampf Veränderungen mit sich. Wem die Waffen der Föderation nicht ausreichen, der kann auch die meisten Alien-Waffen aufheben und benutzen.

 

Alles in allem überwiegen aber die negativen Aspekte, sodass das neue Star Trek leider kein gutes Spiel geworden ist.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Wer die Firma Digital Extremes kennt, wird mit diesem Spiel total enttäuscht sein und sich wundern, wie die Entwickler so ein Spiel abliefern können. 2008 kam Dark Sector, 2011 kam Homefront, 2012 kam Darkness II und 2013 kam Star Trek. Die ersten drei genannten Spiele waren in meinen Augen echt geil, Star Trek ist leider eine richtige Enttäuschung. Die Grafik ist nicht annähernd auf aktuellem Niveau, die künstliche Intelligenz ist richtig mies und die Steuerung funktioniert leider nicht so, wie sie soll. Ich finde es echt schade, denn Potenzial hätte das Spiel verdammt viel. Auch wenn einige Ansätze echt gelungen sind, so ist es das Gesamtwerk leider nicht. Star Trek ist wieder einmal ein typisches Beispiel dafür, dass sich eine längere Entwicklungszeit sicherlich ausgezahlt hätte.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Sehr guter Soundtrack
  • Gute und amüsante Dialoge…
  • Belohnung, wenn ohne Gewalt gespielt wird
  • Coole Star-Trek-Atmosphäre
  • Koop-Spieler per Splitscreen und online
  • Geiler Weltraumspaziergang
  • Künstliche Intelligenz unterirdisch
  • …leider nur auf Englisch
  • Grafik nicht annähernd auf aktuellem Niveau
  • Animationen teilweise hakelig
  • Macken in der Steuerung
  • Deutsche Untertitel zu kurz eingeblendet
  • Rätsel zu einfach
  • Feuergefechte ohne richtige Action





Kommentare[X]

[X] schließen