Stronghold 3

Stronghold 3

Publisher: THQ
Entwicklerstudio: FireFly Studios
Genre: Strategie
Sub-Genre: Echtzeit
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 25.10.2011
USK 12

Stronghold 3   19.11.2011 von xXMaNu3lXx

Der Eine oder Andere mag sich vielleicht noch an Stronghold erinnern. Eine Mittelalter Aufbau-Simulation, die seit damals seinesgleichen suchte. Mit Stronghold 3 wollen die Entwickler von FireFly Studios zu ihren Wurzeln zurück und auf den Stärken der Serie aufbauen. Doch ist es ihnen auch gelungen? Ihr erfahrt es in unserem Test!

 

Rückblick

Vor 10 Jahren hat FireFly Studios mit Stronghold eine Aufbau-Simulation geschaffen, die in Zeiten des Mittelalters spielte. Bis heute zählt SH zu den besten Simulationen überhaupt. Mit dem Nachfolger Stronghold 2 wollte man an den großen Erfolgen anknüpfen, doch es gelang nur bedingt. In den darauffolgenden Jahren folgten weitere Ableger, die allerdings bei der Fangemeinde für Ernüchterung sorgten. Im Oktober 2011 sollte es dann wieder soweit sein! Stronghold 3 stand in den Startlöchern und Fans wie Serien-Veteranen gleichermaßen freuten sich auf eine würdige Fortsetzung der Serie.

 

Einführung

Für diejenigen, die noch kein Stronghold gespielt haben, möchte ich einen kleinen Überblick geben. Die Aufgabe des Spielers liegt darin, ähnlich wie in anderen Strategiespielen, seine eigene Burg aufzubauen und sich den Angriffen des KI-Gegners zu stellen. Die Herausforderung ist, auf der einen Seite eine Burg inklusive Verteidigung zu errichten, die den Angriffen des Gegners standhält, Soldaten auszubilden und Waffen zu schmieden – auf der anderen Seite ist es nicht weniger wichtig, den Alltag eines Burglebens zu bewältigen. Es muss genug Essen für die Bewohner angebaut werden, denn die Arbeit in Zeiten des Mittelalters war hart. Doch Vorsicht! Äußere Einflüsse, wie herumstreunende Wölfe oder Bären, Krankheiten oder Bakterien, die die Ernte ungenießbar machen, steigern den Schwierigkeitsgrad enorm. Denn über die ganze Runde hinweg wird dem Spieler die Zufriedenheit der Bürger mitgeteilt. Sinkt diese ins Negative ab, muss meist schnell gehandelt werden, ansonsten legen die Einwohner ihre Arbeit nieder und verlassen schließlich die Burg. Stronghold ist ein Mix aus Mittelalter Aufbau-Simulation und Echtzeit-Schlachten, der den Reiz der Serie ausmacht!

 

Bevor ich mich dem aktuellsten Titel der Serie, Stronghold 3, widme, möchte ich noch ein paar Randinformationen loswerden.

 

Steam-Pflicht

Stronghold 3 muss über die Online-Plattform Steam, die aus dem Hause Valve stammt, aktiviert werden. Somit wird ein Account zwingend benötigt. Ein Wiederverkauf des Spiels ist aufgrund der Aktivierung mit einem Account nicht mehr möglich.

 

Patch Version

Für unseren Test lag uns Stronghold 3 in der Version 1.2.24396 vor. Mit diesem Patch wurden zahlreiche Bugs gefixt, die in der Verkaufsversion zu massiven Problemen und negativen Reaktionen der Community in den Foren führten. Unter anderem wurde das Problem gefixt, dass eigene Einheiten in Burgtoren oder Mauern hängen bleiben oder Burgmauern trotz genügen Platz nicht gebaut werden können. Allerdings gibt es noch einiges zu fixen, doch ein großer Schritt ist mit den ersten zwei Updates passiert.

Die Kampagne

Dem Spieler werden mehrere Möglichkeiten geboten, das Geschehen im Mittelalter zu erleben. Zum einen gibt es die Militär-Kampagne, die in erster Linie auf Massenschlachten und Burgenbau ausgelegt ist. Zum Beispiel müssen wir so schnell wie möglich Rohstoffe wie Holz und Steine abbauen, um unsere Verteidigung gegen den Gegner errichten und Waffen für unsere Truppen herstellen zu können. Die Kampagne bietet die Möglichkeit, Tausende von Truppen verschiedener Typen darzustellen, was zur Atmosphäre und Glaubwürdigkeit dieser Zeit beiträgt

 

Wer lieber ein Fan einer Wirtschafts-Simulation ist, wird mit SH 3 keineswegs enttäuscht. Die zweite Kampagne, die unabhängig von der Ersten ist, bietet nämlich genau diese Inhalte. Bei der wirtschaftlichen Kampagne geht es darum, ein gut funktionierendes Burgleben aufzubauen, in dem die Einwohner mit ihrem Burgherren zufrieden sind und gerne für ihn arbeiten. Doch die Herausforderung kommt hier keineswegs zu kurz. Auch hier müssen eine Verteidigung aufgebaut und Maßnahmen gegen äußere Einflüsse getroffen werden. Denn Krankheiten, herumstreunende Wölfe oder wenn nicht genug Nahrung vorhanden ist sorgen für rasche Ernüchterung, wenn man das Leben in der Burg nicht im Auge behält.

 

Die Geschichte der beiden Kampagnen wird mit Schwarz-Weiß Zeichnungen erzählt. Eine durchaus nette Idee, allerdings finde ich diese Variante nicht mehr ganz zeitgemäß. Hier hätte ich mir nach 10 Jahren zumindest gerenderte Zwischensequenzen gewünscht.

 

Neben den beiden Kampagnen gibt es noch zwei weitere Varianten, die dem Spieler zur Verfügung stehen. Es stehen einige historische Schlachten zu Verfügung, wie zum Beispiel die Verteidigung der Deutschen „Wartburg“. Außerdem kann sich der Spieler mithilfe des „Freibau-Modus“ auf vorgefertigten Karten in Ruhe mit allen Features des Spiels vertraut machen. Somit könnt Ihr euch in ein fast endloses Leben in einer Burg stürzen!

 

Bu(r)g-Simulation

Viele der anfänglichen Probleme, die Stronghold 3 quasi unspielbar machten, wurden mit der in unserem Test verwendeten Version bereits gefixt. Das ist durchaus sehr lobenswert, denn FireFly Studios hat innerhalb weniger Tage und Wochen viele der Probleme beseitigt. Doch mich wundert immer wieder, warum man ein unfertiges Spiel auf den Markt bringt, das solche Probleme aufweist, wie es hier der Fall war! Denn Bugs die verursachen, dass man gegnerische Einheiten nicht anvisieren kann, Mauer nicht gebaut werden können und eigene Einheiten in Mauern hängen bleiben nagt zum einen stark an den Nerven des Spielers und zum anderen trübt es sehr stark die Meinung zu dem an sich sehr guten Stronghold-Nachfolger. In unserem Test konnte ich allerdings nur noch vereinzelt Bugs feststellen und fühlte mich in der bekannten Umgebung schnell wohl. Viele Bedienungsfehler waren nicht mehr vorhanden.

 

Neue Engine

FireFly Studios verwendet bei Stronghold 3 das erste Mal eine neue Grafikengine, die nicht nur gut aussieht, sondern auch physikalisch und somit spielerische Änderung mit sich bringt. Beispielsweise werden in Echtzeit alle Trümmer, die bei einem Einschlag eines Katapultgeschosses entstehen, berechnet, wo diese einschlagen werden. Dies ist vor allem dann von Wichtigkeit, wenn sich hinter der getroffenen Mauer eigene Truppen befinden, die von den Trümmern erschlagen werden können. Auch wenn die Grafik nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist und sich nicht ganz mit anderen Strategiespielen messen kann, macht sie doch einen sehr guten Eindruck und trägt zur Steigerung der Atmosphäre bei.

 

Die nachfolgenden Punkte zeigen kurz auf einen Blick, was die neue Engine noch so mit sich bringt:

  • Verbessertes Bausystem
  • Realistisches Physik-System
  • Tag-Nacht Wechsel bringt Abwechslung bei den Schlachten

 

 

Abschließend kann ich sagen, dass ich vor meinem Test skeptisch war, ob mir Stronghold 3 gefallen wird, da es durch viele ärgerliche Bugs gebrandmarkt war. Aber dank des Arbeitseifers der Entwickler wurde ordentlich nachgebessert und ich hatte die Begeisterung, die ich schon beim ersten Stronghold-Teil hatte!


Das Fazit von: xXMaNu3lXx

xXMaNu3lXx

Die Entwickler von FireFly Studios haben mit Stronghold 3 einen würdigen Nachfolger geschaffen und den Tiefpunkt der letzten Teile der Serie wieder ausgeglichen. Wir sind uns alle einig, dass es zu Anfang keineswegs danach ausgesehen hat, da zahlreiche Bugs die Stimmung stark getrübt haben. Allerdings wurde schnell nachgebessert und mit der derzeit verfügbaren Version kann man durchaus arbeiten. Das alte „Stronghold-Gefühl“ kommt wieder auf und Veteranen finden sich schnell zu Recht. Für Neulinge könnte der Einstieg etwas schwer sein, da der Schwierigkeitsgrad durchaus knackig ist, aber es lohnt sich auf jeden Fall dem Spiel eine Chance zu geben, zumal es wenig bis keine Alternativen in den Bereich Mittelalter-Simulation gibt und die Entwickler sehr viel Liebe, trotz der bleibenden Bugs, in das Spiel gesteckt haben!


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positiv negativ
  • Neue Grafikengine, die das Spiel gut in Szene setzt…
  • Schwierigkeitsgrad gewohnt straff…
  • Stimmungsvolle Animationen
  • Gute Soundkulisse
  • Ingame-Lexikon
  • Abwechslungsreiche Missionen
  • …wenn auch nicht mehr ganz zeitgemäß
  • …allerdings nicht änderbar
  • Teils dumme KI
  • Trotz Patch immer noch einige Bugs, die ärgerlich sind
  • Spielgeschwindigkeit (3 Stufen) wird nicht im UI angezeigt





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