Suicide Squad

Suicide Squad

Originaltitel: Suicide Squad
Genre: Action • Komödie
Regie: David Ayer
Hauptdarsteller: Will Smith
Label: Warner Bros. Pictures Germany
FSK 16

Suicide Squad   19.08.2016 von Mario von Czapiewski

DC – die Zweite. Nachdem Batman v Superman bereits bei den Kritikern und nach einem guten Kinostart auch bei einem Teil des Publikums durchfiel, versucht nun ein weiterer „Superhelden“-Film - diesmal mit ungewöhnlichem Konzept - die Leinwand zu erobern. Mit Suicide Squad startet nun der nächste Marvel-Konkurrent in den deutschen Kinos. Wird dieser neueste Streich vergangene Versäumnisse wettmachen können, oder wird er den Fehlstart ins DC-Expanded-Universe fortsetzen?

 

Auf Grund des vermeintlichen Todes von Superman soll ein Team von sogenannten „Metamenschen“ zusammengestellt werden, dass sich zukünftig übermenschlichen Bedrohungen stellen soll. Dazu wurden verschiedenste „besondere“ Strafgefangene zusammengesucht und mit Sprengzündern gefügig gemacht. Als jedoch die Welt von einer mächtigen Hexe bedroht wird, sieht sich die unfreiwillige Eingreiftruppe einer größeren Bedrohung gegenüber als nur ihrem Sträflingsdasein.

 

Warum allerdings eine menschliche „Verrückte“ wie Harley Quinn (Margot Robbie) mit einem schlichten Baseballschläger zu den „Metamenschen“ gezählt wird, bzw. welche Qualifikation außer ihrem Aussehen sie überhaupt für den Film hat, wird weder in den Dialogen noch den Handlungen des Films irgendwie klar. Doch wer in Suicide Suad irgendwelche Logik oder sinnvolle Zusammenhänge sucht, wird schnell verzweifeln. Der Film stellt sich bereits in den ersten Minuten als erschreckend wahlloses Stückwerk von Einzelszenen dar, das kaum sinnvoll zusammengesetzt werden konnte.

 

Beginnt der Film mit einer sehr separierten und gehetzten Charaktereinführung, die ihre guten 30 Minuten in Beschlag nimmt, so endet der Film mit einer anstrengenden A-nach-B-Hatz mit vereinzelten schwach inszenierten Schießereien. Generell hat man immer wieder das Gefühl, dass wichtige Szenen fehlen oder Situationen viel zu abrupt enden. Wahrscheinlich wird man sich hier im Heimvideo, ähnlich wie bei Batman v Superman, auf eine Sonderschnittfassung mit zusätzlichen Minuten gefasst machen müssen.

 

Suicide Squad lässt sich mit seiner wirren Struktur dennoch grob in zwei Handlungsteile einteilen, wobei der Erste versucht sich mit den Figuren zu beschäftigen und der Zweite verzweifelt die Erwartungshaltung „Blockbuster“ befriedigen möchte. Besonders in der ersten Hälfte werden einige Cameo-Auftritte von Batman (Ben Affleck), The Flash (Ezra Miller) und Joker (Jared Leto) eingestreut. Ja, auch der Joker fungiert trotz Poster-Präsenz nur als kleine Nebenrolle, die jedoch mit ihrer theoretischen Präsenz in der ersten Hälfte für ein gewisses Interesse an der Handlung sorgt. In der zweiten Hälfte jedoch verkommt Suicide Squad zu einem zähen Actionmarsch ohne irgendwelche inszenatorische oder inhaltliche Qualitäten.

 

Auch schauspielerisch gibt es fast nicht positives zu vermelden. Weder Margot Robbie (Legend of Tarzan) noch Jared Leto (Requiem for a Dream) können mit der Darstellung ihrer wahnsinnigen Figuren irgendwelche Größe erreichen, was jedoch vornehmlich an den bescheidenen und sehr flachen Dialogen des Films liegt. Will Smith (Bad Boys), der eine überraschend große Relevanz im Film hat, wird zwar mit jeder Menge albern-kitschiger Hintergrundgeschichte versehen, schafft es aber mit seiner ihm eigenen Art in dem ganzen Durcheinander einen Funken Sympathie für seine Figur zu wecken. Abgesehen von Cara Delevingne (Margos Spuren), die mit ihrer Darstellung der bösen Urzeithexe die schlechteste Performance des ganzen Films abliefert, bleibt die restliche Besatzung blass und versinkt immer wieder in inhaltlicher Bedeutungslosigkeit.

 

Als besonders nervig stellt sich leider auch der wahllos zusammengewürfelte Soundtrack bestehend aus zahlreichen Poplieder der letzten Jahrzehnte dar, der immer wieder motivationslos eingestreut wird. Vor allem zu Beginn dominiert dies so stark, dass sich der Film zeitweise wie ein schlichtes Musikvideo und nicht wie ein wertiger Kinofilm anfühlt. Auch der Humor des Films, welcher im Zuge des Erfolgs von Konkurrent Deadpool hinzugefügt wurde, versagt an den meisten Stellen. Dies liegt nicht nur an den Beschränkungen der angepeilten Freigabe (amerikanisches Rating: PG-13), sondern auch an einer unglaublich naiven Flachheit, die man so bisher wirklich selten auf einer Kinoleinwand bewundern durfte.

 

Somit eignet sich Suicide Squad trotz aufwendiger Werbekampagne maximal für Comicfans, die sehen wollen, wie man mit den zahlreichen neuen Figuren des DC-Universums im Film umgegangen ist und tatsächlich zieht Suicide Squad bei der ersten Sichtung das Interesse des Zuschauers beinahe ausschließlich aus diesem Aspekt. Inhaltlich, inszenatorisch und schauspielerisch haben wir es jedoch wohl mit dem bisher schlechtesten Comicfilm der letzten Jahre zu tun. Fantastic Four miteingerechnet.

 

Bildergalerie von Suicide Squad (11 Bilder)


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Suicide Squad möchte böse, verwegen und innovativ sein und verpasst es damit leider eine nachvollziehbare und spannende Geschichte zu erzählen. Während schon die Grundlagen des Films unsinnig sind, versagt auch die inszenatorische Umsetzung sowie die spärlich verteilte Charakterzeichnung. Somit verkommt Suicide Squad auf weiter Strecke trotz löblicher Vorsätze zu einem wirren Trashfilm, der bereits nach wenigen Filmminuten schon keinen Spaß mehr macht. Schade.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen