Super 8

Super 8

Originaltitel: Super 8
Genre: Mystery / Science Fiction
Regie: J. J. Abrams
Hauptdarsteller: Joel Courtney • Kyle Chandler • Elle Fanning
Laufzeit: Ca. 112 Minuten
Label: Paramount Pictures
FSK 12

Super 8   16.08.2011 von

Eigentlich wollten die fünf Kids um Hobby Filmer Charles nur einen astreinen Zombie-Slasher drehen. Alles war bestens vorbereitet: Das Script wurde brandheiß überarbeitet, die Spezialeffekte hatten „Topniveau“ und mit Alice konnten sie sogar das hübscheste Mädchen der Schule für ihr Projekt begeistern. Wäre da nur nicht dieser verdammte Zug direkt vor ihrer Linse entgleist. Denn was die Kamera dabei ungewollt aufgenommen hat, sollte schon kurz darauf zu einem handfesten Problem werden...

Wir schreiben das Jahr 1979 und in einer Kleinstadt nahe Roswell herrscht Chaos. Vor kurzem entgleiste ein Zug direkt am örtlichen Bahnhof, und als wenn das nicht Aufregung genug wäre, rückt genau aus diesem Grund nun ein Trupp der US Armee an. Im Grunde sollte dies bei jedem halbwegs normalen Kleinstadtteenager zur absoluten Euphorie führen, aber nicht so bei den Freunden Charles und Joe. Denn die beiden waren live dabei, als der Militärtransport direkt vor ihrer Kamera verunglückt ist. Sie stellen sich nun die begründete Frage, warum ihr Biologie Lehrer den Zug unter Einsatz seines Lebens verunglücken ließ und was das Ganze mit diesen komischen Metallquadern zu tun hat, die anscheinend zur Fracht gehörten. Ein Mysterium beginnt und während die Armee die Unfallstelle räumt, verschwinden zudem in der Stadt überall elektronische Gerätschaften. Zeit für die kleine Filmcrew das Schlamassel auszunutzen, denn während Soldaten durch die Stadt laufen, lässt sich blendend ein Zombiefilm drehen. Ob ihnen dabei wohl auch die Lösung für die geheimnisvollen Vorkommnisse in die Hände fällt?

Es mag sich überraschend anhören, wenn man trotz der stereotypisch klingenden Zusammenfassung hier nicht die „düstere“ Fracht als Hauptelement des Films benennt, aber genau dies trifft zu. Tatsächlich dreht sich die Geschichte in diesem Fall in erster Linie um die filmende Teenagergruppe. Dies wird schon relativ früh klar, wenn der Film über eine lange Vorgeschichte hinweg die letzten schicksalhaften Monate des kleinen Joe beschreibt und nicht, wie sonst üblich, mit schnellen Schritten das zentrale Ereignis – die Zugentgleisung – heraufbeschwört. Genau das ist es allerdings auch, was den Film von anderen abhebt. Es ist die gelungene Mischung aus nahezu familienfreundlicher Action, punktuell eingesetzten Effekten – das Zugunglück wurde sehr gut umgesetzt – sowie sympathischen Charakteren, welche den Film in der Masse heutiger Blockbuster hervorheben dürfte. Anders als man es aus der Sicht der verschiedenen Trailer erwarten könnte, ist man tatsächlich die meiste Zeit am Lachen. Dies liegt nicht zuletzt an den klasse agierenden Jungschauspielern und den gelungenen Witzen.

Anders also, als die ersten Bilder es erahnen ließen, hat Super 8 wesentlich mehr zu bieten, als stumpfe Monster-Action. Viel mehr erwartet den Zuschauer hier eine glänzende Hommage an alte Zeiten. So ist Steven Spielbergs Name auf dem Filmplakat alles andere als reines Kino-Marketing. Auch wenn er als Produzent vordergründlich den Geldgeber gemimt haben dürfte, so kann man seine Handschrift im Film nahezu greifen. Die liebevoll gestalteten Charaktere, die gut ausgearbeitete Geschichte – all dies erinnert an Zeiten, in denen Spielberg selbst mit seiner Produktionsfirma Amblin Klassiker wie E.T. oder Goonies erschuf. Umso mehr erstaunt es, als Regisseur den Namen J. J. Abrams zu lesen, der mit seinen letzten Produktionen wesentlich Effektbeladener daherkam. Erst wenn man sich näher mit ihm befasst, scheint der aktuelle Film logisch. Abrams begann selber, ähnlich wie sein Filmcharakter Charles, als Hobby-Regisseur mit einer Super 8 Kamera. Er drehte Independent Filme und schlängelte sich von Projekt zu Projekt, bis ein bekannter Produzent auf ihn aufmerksam wurde und ihm eigenes Filmmaterial zum „Herumspielen“ hinwarf. Die Rede ist natürlich von Steven Spielberg, der damit anscheinend früh Abrams Talent erkannte und letztlich bewusst oder unbewusst einen Grundstein für dessen spätere Inspiration lieferte.


Das Fazit von: Benji

Benji

Natürlich muss man Super 8 nicht lieben. Genau wie die beschriebenen Klassiker von Amblin hat auch dieser Film seine Höhen und Tiefen. Er bietet in alter Tradition typisches Popcorn-Kino gepaart mit geschickt eingefädelten Schlüsselmomenten. Dennoch sollte man bedenken, welche Rolle Spielbergs Filme heute einnehmen. Bei verregneten Herbstnachmittagen sind es z. B. genau diese, welche mir regelmäßig ein gutes Gefühl geben. Es sind die simpel aufgebauten Geschichten, in denen das Böse immer einen auf den Deckel bekommt und dem Held ein gelungenes Happy End beschert wird. Und genau das ist die gelungene gefühlvolle Umsetzung dieses Films. Es würde mich also nicht wundern, wenn ich in ein paar Jahren bei miesem Wetter und einer voll aufgedrehten Heizung "Super 8" in den DVD- oder Blu-ray-Player schmeiße.


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