Super Mario Galaxy 2

Super Mario Galaxy 2

Publisher: Nintendo
Entwicklerstudio: Nintendo
Genre: Geschicklichkeit
Sub-Genre: Plattformer (Jump & Run)
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 11.06.2010
USK 6

Super Mario Galaxy 2   27.06.2010 von Manu

Vor drei  Jahren zeigte Nintendo mit “Super Mario Galaxy” auf beeindruckende Weise, was die Wii neben ihren Casual-Gefuchtel-Spielchen den Core-Gamern wirklich zu bieten hat. Nun bekommen Marios Abenteuer im All einen direkten Nachfolger. Ob dieser nur ein “Add-On” zum Vollpreis ist oder das bisher beste Spiel für die Wii noch toppen kann, erfahrt ihr hier…

Auch wenn sich die neu aufgelegten 2D Multiplayer-Abenteuer der “New Super Mario Bros. Wii” besser verkauft haben als Marios erster Weltraumausflug - Super Mario Galaxy zählt unter Kritikern und Kennern zu den wohl besten Plattformern (auf Deutsch leider auch gerne als Jump’n’Run bezeichnet), die je erschienen sind. Der besondere Reiz an den Levels in Galaxy: Durch das Setting war einfach alles möglich, es gab keine physikalischen Grundgesetze mehr, jeder Level stellte seinen eigenen Planeten mit eigenen Regeln dar. Ob wechselnde Schwerkraft, das Hüpfen von Planet zu Planet oder kosmische Katapulte, kein Level glich dem anderen. Es wäre nun also ein leichtes gewesen für die Entwickler kurz nach dem Release des ersten Teiles ein einfaches Levelpack zu veröffentlichen mit einer Handvoll neuer Planeten - auch damit hätten sie mich glücklich gemacht. Doch ein Miyamoto-Spiel wäre kein Miyamoto-Spiel, wenn es nicht stets für sich selbst den Anspruch hätte, etwas Neues zu wagen und uns Spieler zum Staunen zu bringen. Und ja, um es vorweg zu nehmen: Super Mario Galaxy 2 ist ein echtes Miyamoto-Spiel!

Nach dem Einlegen des Spieles und dem bewussten ignorieren der beigelegten “Anleitungs-DVD”, die Neulingen die Steuerung und das Laufen im dreidimensionalen Raum näher bringen möchte (ironischer weise aber nicht auf der Wii mangels DVD-Laufwerk abgespielt werden kann), geht es direkt mit der üblichen Rahmenhandlung der entführten Prinzessin los. Bowser, der knuffige Bösewicht von neben an hat irgendwelche kosmischen Großmacher geschluckt, im Größenwahn wie immer Peach geschnappt und wir sollen nun wie gehabt Sterne in den verschiedenen Welten und Galaxien sammeln um bis zu Bowsers Schloss vorzudringen. Ist auch völlig egal, sympathischer weise nimmt sich das Spiel hier selber nicht ernst und schert sich wie ich ebenfalls nicht um die Story. Nach dem Intro lässt uns das Spiel damit auch weitgehend in Ruhe. Im Gegensatz zum Vorgänger können wir nämlich die Levels diesmal sehr komfortabel in der klassischen Mario-World-Map-Ansicht direkt auswählen. Ein “Planeten-Raumschiff” in Form eines Mario-Kopfes (fragt nicht!) dient uns dabei als Ausgangsbasis, hat aber außer der Möglichkeit, an neue Leben heranzukommen, keine weitere Bedeutung oder gar spielerischen Nutzen.

Haben wir eine Welt in einer der je nach Fortschritt freistehenden Galaxien ausgewählt, wählen wir dort noch den jeweiligen Level aus, an dem wir uns versuchen wollen. Neben den zwei “normalen” anwählbaren Level stehen hier nach und nach noch mehrere geheime Sterne zur Auswahl.

Wie üblich brauchen wir, um weitere Welten und Galaxien freizuschalten, an gewissen Knotenpunkten eine gewisse Anzahl von gesammelten Sternen. Am Ende einer Galaxie wartet dann auch das obligatorische Bowser oder Bowser jr. Schloss auf uns, mit dem Zwischengegner. Alles wie gehabt also? Ja, der Rahmen ist aus den Vorgängern gelernt und fühlt sich so gut an wie immer, doch sobald wir uns auf die Planeten stürzen zeigt Galaxy 2 seine wahre Stärke.

Der stolze Schnurrbartträger führt uns in Welten, die wir als Spieler so in der Form noch nirgends erleben durften und zeigt in Höchstform das, was ein guter Plattformer immer beherzigen sollte: Der Level ist der Star. Das Team um Miyamoto beweist dies eindrücklich in wirklich jedem der 120 Levels, von denen wir mindestens 60 Sterne einsammeln müssen um den Abspann zu sehen. Doch der Weg ist das Ziel und natürlich ist das Spiel damit noch lange nicht fertig. Insgesamt gibt es 242 Sterne zu finden und dabei treffen wir so gut wie nie auf dieselbe Idee zweimal. Einmal fangen riesige Kreissägen an, uns unter unseren Füßen den Boden wegzunehmen, Plattformen verschwinden und erscheinen im Takt der Musik, kurz darauf verfolgen uns kosmische Schatten unserer Selbst, die wir nicht berühren dürfen, im nächsten Level klappt sich der Boden wie in einem Kinderbuch nach dem Betätigen eines Schalters nach oben und bringt Plattformen zum Vorschein. In einer anderen Welt laufen wir erst auf einer Röhre zum Eingang um dann in ihr eine “runde” Version eines 2D-Levels zu spielen, danach stampfen wir Plattformen in den Boden damit diese uns invertiert auf der Unterseite des Planeten als Leiter dienen. Und das sind nur ein paar Beispiele der unglaublichen Kreativität der Leveldesigner.

Ein besonderes Highlight sind natürlich wieder einmal die Kostüme, die Mario (und Luigi, der diesmal in bestimmten Levels direkt anwählbar ist und nicht erst freigeschaltet werden muss) zur Verfügung stehen. Bekannte Verkleidungen aus dem Vorgänger wie das Bienenkostüm sind auch wieder vertreten, neu hinzugekommen sind unter anderem die Fähigkeit mit einem Dreher “Wolken” zu erzeugen, die uns, solange wir kein Wasser berühren, als Plattformen dienen, um entfernte Stellen zu erreichen. Nach dem Verzehr eines Steinpilzes können wir im wahrsten Sinne des Wortes mit den Feinden Bowling spielen und besonders spaßig: Mario als Heimwerkerkönig. Dank eines Bohrers können wir uns durch ganze Planeten bohren um auf der gegenüberliegenden Seite heraus zu kommen.

Kein Kostüm, aber eine echte Offenbarung unter den Neuerungen: Yoshi, der herzallerliebste Dinosaurier ist wieder da und zeigt uns, wie sehr wir ihn im Vorgänger doch vermisst haben. Leider gibt es viel zu wenig Level mit Yoshi, aber diese sind dafür wirklich ausgesprochen gut gelungen. Mit seiner Zunge, die wir komfortabel mit dem Zeigen der Wiimote steuern, schnappen wir uns Feinde oder hangeln uns wie mit Lianen von Ast zu Ast. Wenn wir Yoshi füttern, verwandelt er sich ähnlich stark wie Mario selber: Eine Chilischote versetzt den Dinosaurier naheliegend in einen Turbomodus, ein leuchtendes, birnenartiges Obst bringt ihn zum Leuchten, was in dunklen Levels, bei denen wir ohne diese Hilfe im Nichts stehen würden, sehr vorteilhaft ist. Oder wir gehen mit Yoshi in die Luft, wenn er sich aufbläst wie ein Ballon.

Doch was wäre das beste Leveldesign ohne eine passende Soundkulisse. Auch hier beweist Galaxy seine Klasse und schafft eine sehr stimmige und passende Atmosphäre zwischen orchestralen Weltraumklängen und Variationen bekannter Mariomelodien. Von den unterschiedlichen musikalischen Themen der Level bis hin zum Klingeln aus der Wiimote, wenn Mario eine Münze einsammelt: Es fühlt sich einfach extrem rund und abgestimmt an.

Der Schwierigkeitsgrad ist diesmal angenehm hoch und knackig gehalten, doch nie unfair, auch bei den Endgegnern nicht. Zumindest die direkt anwählbaren Sterne sind auch für ungeübte Spieler gut zu bewältigen und falls eine Stelle dennoch zu schwer sein sollte, schaltet sich nach einigen Fehlversuchen der “kosmische Helfer” dazu, der bei “New Super Mario Bros Wii” seinen Einstand hatte. Dieser bietet dem Spieler an, auf Wunsch das Level automatisch zu bewältigten. Ein so eingesammelter Stern zählt zwar für das “Weiterkommen”, foppt den Perfektionisten aber mit einer blechernen Optik - hab ich mir zumindest sagen lassen, ich selber würde dieses Feature ja niemals einsetzen! :-) Als Herausforderung mit einem deutlich gesteigertem Schwierigkeitsgrad dienen dann erstens die versteckten Sterne in den Levels als auch die “Kometen”, die einen bekannten Level mit einer neuen Herausforderung versehen. Für Abwechslung und Motivation ist also auch nach dem Retten der Prinzessin ausreichend gesorgt.


Das Fazit von: Manu

Manu

Reden wir nicht lange um den heißen Brei: Super Mario Galaxy 2 ist bisher mit großer Wahrscheinlichkeit das beste Spiel, was ich dieses Jahr auf der Wii und vielleicht sogar auf allen Konsolen spielen werde. Ganz sicher aber der beste Plattformer. Auch wenn es sich zu Beginn fast schon zu vertraut anfühlt und die Faszination des ungewohnten, experimentellen Settings des ersten Teiles nicht versprüht, so schafft es Galaxy 2 dann dennoch, in wirklich allen Belangen den grandiosen Vorgänger noch zu übertreffen. Noch verrücktere Levelkonstruktionen, eine nun nahezu perfekte Kameraführung und Steuerung, unterhaltsame neue Kostüme und Fähigkeiten und als Sahnehäubchen oben drauf gibt’s ein Wiedersehen mit Yoshi. Nintendo beweist mit Super Mario Galaxy 2 erneut, dass man auch mit einem über 20 Jahre alten Charakter noch etwas großartig Neues schaffen kann und sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen muss. Super Mario Galaxy 2 ist ein ganz klarer Anwärter auf das Spiel des Jahres 2010 und ein absoluter Kaufgrund für die Wii. Ein weiser Mann sang einmal folgende Textzeilen: “Ich bin Klempner von Beruf. Ein dreifach Hoch dem, der dies gold'ne Handwerk schuf!”. Man kann Reinhard Mey nach dem Spielen von Super Mario Galaxy 2 eigentlich nur bedingungslos zustimmen. Danke Myiamoto! Danke für diesen Klempner! Danke für Galaxy 2!


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positiv negativ
  • Schlankere Präsentation, direkte Levelanwahl möglich
  • Viele neue Ideen und Kostüme
  • Ansteigender Schwierigkeitsgrad, hohes Niveau von Beginn an
  • Perfekte Kamera und Steuerung
  • Yoshi spielbar
  • Luigi muss nicht erst freigespielt werden
  • Auch nach dem Durchspielen noch viel Motivation alle Münzen zu sammeln
  • Grafisch auf der Wii ungeschlagen
  • Stimmungsvolle Soundkulisse und Musikuntermalung
  • Spielhilfe schaltet sich bei Frustmomenten ein
  • Gnadenloser Sprungfeder-Kostüm-Level kann zu Frust führen
  • Zu wenig Level mit Yoshi





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