Survival - Überleben

Survival - Überleben

Originaltitel: Survival
Genre: Horror
Regie: Frank Raffael • Michael Effenberger
Hauptdarsteller: Frank Raffael
Laufzeit: DVD (96 Min) • BD (101 Min)
Label: Ascot Elite
FSK 18

Survival - Überleben   02.09.2014 von GloansBunny

Wenn Resident Evil auf 28 Days Later trifft, entsteht daraus ein Actionfilm namens Survival - Überleben aus deutscher Regisseurshand. Was Zombie-Fan GloansBunny von dem Streifen hält, klärt folgender Test ...

 

Im Leben des Ex-Navy-Seals Frank Mitchell (Frank Raffael) ist so einiges schief gegangen. Erst scheitert seine Ehe, dann wird er unehrenhaft aus dem US Marine-Corps entlassen und schlussendlich verliert durch seine Schuld seine kleine Tochter auch noch ihr Leben bei einem tragischen Verkehrsunfall. Als der kanadische Großindustrielle Andrew Roberts (Anthony Straeger) den Soldaten anheuern möchte, um dessen entführtes Kind Susan (Yuho Yamashita) zu retten, lehnt Mitchell zunächst ab. Seine Selbstzweifel sind einfach zu groß, seine Vertrauen in sich selbst zu gebrochen, um sich solch einer Verantwortung zu stellen. Doch ein Blick auf das Bild Susans ändert seine Meinung und so reist Frank nach Polen, um dort Susans Spur aufzunehmen. Dort angekommen entdeckt die Ein-Mann-Armee eine alte Fabrik, in der sich die Gesuchte und ihre Entführer inzwischen zu einem Team zusammengeschlossen haben. Die Gruppe berichtet Frank von einer Forschungseinrichtung tief unter dem Gelände, in der ein biochemisches Experiment außer Kontrolle geraten ist und alle Mitarbeiter und Bewohner der Region in höchst aggressive und blutgierige Zombies verwandelt hat. Unter Franks Leitung macht sich das Entführertrio samt Opfer und Ex-Seal auf, um das Gegenmittel zu bergen und mögliche Überlebende zu retten. Im Forschungstrakt angekommen offenbart ihnen der leitende Professor Melanow (Vlasto Peyitch), der sich in der Einrichtung verschanzt hat, das grausige Ausmaß der Infektion. Sie ist hoch ansteckend und absolut tödlich, Heilung ausgeschlossen. Als schließlich auch noch ein Söldnertrupp auftaucht, der sämtliche Spuren verwischen und lediglich den Professor retten soll, wird die Mission zum reinsten Überlebenskampf ...

 

Survival - Überleben wirkt mit seinen toll synchronisierten Kämpfen und den ultra aggressiven und extrem schnellen Zombies wie eine Mischung aus Resident Evil und 28 Days Later. Die tollen Masken und die sehenswerten Splattereffekte können allerdings nicht über die altbekannte und anfangs etwas arg schleppende Story hinwegtäuschen. Diverse Logikfehler, blasse Charaktere und durchschnittliche Schauspieler zeigen das B-Movie-Budget, wobei die handgemachten Horroszenen wirklich sehr gut gemacht sind. Regisseur, Autor und Mitchell-Darsteller Frank Raffael hat zusammen mit seinem Regisseurskollegen Michael Effenberger enorm viel Herzblut in den Film gesteckt, kann mit Survival - Überleben aber nicht an große Infiziertenfilme herankommen. Zu wenig Neurungen finden sich dafür in der Story wieder, zu viele Fehler sind im Ablauf und nur zu Beginn kann die Musik einen wirklich packen. Die ein oder andere Sinneswandlung des "harten" Seals Frank Mitchell erzeugt unfreiwillige Lacher, wie beispielsweise die Szene, in der der Soldat zunächst lauthals schreiend in ein Gebäude stürmt, dann die Waffe zieht und sich vorsichtig hindurchschleicht, um dann schlussendlich einem genüsslich kauenden Zombie freundlich fragend ein Foto der verschwundene Susan unter die Nase zu halten. Aber auch andere Geschehnisse erzeugen große Fragezeichen über den Köpfen der Zuschauer. Intelligente Zombies, die sich bewaffnen, aber dann im Massenkampf gegen einen einzelnen Soldaten brav der Reihe nach anstellen, um sich abschlachten zu lassen? Eher dubios, was die logischen Abfolgen des Filmes betrifft. Die schauspielerischen Leistungen hingegen sind zwar nicht oscarreif, aber solide und einigermaßen authentisch, was der relativen Spannung des Filmes und der durchaus vorhandenen Atmosphäre zu Gute kommt.

 

Technisch präsentiert sich Survival - Überleben recht durchwachsen. Die Bildqualität der Blu-ray ist super, die Kulissen werden gestochen scharf auf den Bildschirm projiziert und die Schwarzwerte können sich durchaus sehen lassen. Rauschen oder sonstige Bildfehler sucht man vergeblich, lediglich die stellenweise arg wackelige Kameraführung und das abgeschnittene Bildformat zeugen von dem geringen Budget. Akustisch hingegen wirkt Survival - Überleben äußerst unsauber. Der Sound ertönt zwar glasklar und gut abgemischt aus den Surround-Boxen, doch das was man dort zu hören bekommt ist katastrophal. Die deutschen Synchronsprecher wirken teilweise wie ein Laienspieltheater und gestalten das Zuhören als anstrengende Pflichtveranstaltung. Der Wechsel zur englischen Sprachausgabe schaftt hier leider auch keine Abhilfe, sondern verschlimmert das Ganze nur noch. Deutsche Schauspieler mit deutlich hörbarem Akzent Englisch sprechen zu lassen ist nicht gerade die beste Idee der beiden Regisseure gewesen. Und die Musik? Die kann nur in der Eröffnungssequenz richtig für Stimmung sorgen. Die restliche Spielzeit über ist kaum Soundtrack zu hören, und wenn dann recht unpassend. Schade, denn die gute Atmosphäre hätte durch eine passende Musikuntermalung noch mehr hervorgehoben werden können...

 

Bildergalerie von Survival - Überleben (6 Bilder)

Der Extras-Bereich ist karg. Lediglich ein Trailer und das obligatorische Wendecover liegen der Disk bei. Ein Making-of oder ein Interview mit Multitalent Frank Raffael wäre wirklich wünschenswert gewesen.


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Ich bin etwas zwiegespalten, was Survival - Überleben betrifft. Einerseits ist der Action-Horror-Streifen mit seinen blutigen Szenen und den gut choreografierten Kampfsequenzen durchaus sehenswert und auch die Atmosphäre sowie die visuelle Qualität sind durchaus gelungen. Andererseits aber kann die Story weder mit großen Neuerungen, noch mit Logik überzeugen. Diverse Aktionen des Hauptcharakters sind nicht nachvollziehbar und teilweise nur zum Schmunzeln und die gruselige Synchronisation samt kaum vorhandenem Soundtrack sind hart an der Grenze zum C-Movie. Regisseur, Hauptdarsteller und Autor Frank Raffael hat spürbar viel Herzblut in Survival - Überleben gesteckt, ist aber dennoch noch meilenweit weg von den "echten" Infiziertenfilmen wie Resident Evil oder 28 Days Later. Schade, denn Survival - Überleben hätte mit seiner Atmosphäre und den handgemachten Splattereffekten durchaus Potenzial. Dank anstrengenden Tonspuren und haarsträubenden Logikfehlern landet Survival - Überleben leider nur im  Mittelfeld der B-Movies.


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