Tai Chi Zero

Tai Chi Zero

Genre: Action
Regie: Stephen Fung
Hauptdarsteller: Yuan Xiaochao
Laufzeit: Ca. 100 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Tai Chi Zero   24.06.2013 von Teppich

Hinter Tai Chi Zero verbirgt sich eine Mischung aus Steampunk, Kung-Fu und Throw-Down-Action, die vor allem für eines sorgt: Feinstes Popcornkino! Die anfänglich seltsam anmutende Mischung geht vollends auf und punktet vor allem durch seine saubere Kampf-Choreographie. Was macht den Reiz an Tai Chi Zero aus und warum steckt hinter diesem Film mehr Comic, Manga und Videospiel, als herkömmliche Kung-Fu-Action?

 

Mit Tai Chi Zero verbindet Regisseur Stephen Fung zwei Komponenten, welche im ersten Moment nicht harmonieren. Da hätten wir zum einen die doch eher traditionellen Kung-Fu-Filme, die auf eine Mischung aus Scott Pilgrim vs. the World und einer Prise Steampunk treffen. Klingt seltsam - ist es zunächst auch. Yang Lu Chan (Yuan Xiaochao) ist ein Außenseiter und das war er von Geburt an, da er seit dieser mit einer Art Horn auf seiner Stirn gestraft ist. Unter der Bevölkerung ist dieses Horn als "Drei Blüten in der Krone" bekannt und bestimmt die Person zu Großem. Die Sache mit der "Größe" trifft aber nicht ganz auf Yang Lu zu, da dieser doch eher ein wenig trottelig daher kommt. Schlägt man Yang Lu jedoch auf sein Horn, so ist mit diesem nicht mehr zu spaßen, da er somit innere Kräfte entfesselt. Leider wird diese Gabe von seinem Meister Zhao Kan Ping (Fung Harkon) ausgenutzt und verkürzt darüber hinaus noch drastisch die Lebensdauer des jungen Schülers. Denn das entfesseln seiner Energie stört seine inneren Energiekanäle und führt letztendlich zum Tod. 

 

Zu genau dieser Erkenntnis kommt auch Meister Dong (Leung Siu-Lung), der dem jungen Schüler rät, dass Schlachtfeld zu verlassen und sich die Künste des Chen Kung-Fu eigen zu machen. Denn nur mithilfe dieser wird er überleben können. Leider gibt es ein Problem: Die Bewohner des kleinen Dörfchens Chen lehren keine Außenseiter und das bekommt Lu Chan immer und immer wieder zu spüren. Aber was wäre ein Steampunk-Film ohne Maschinen? Und genau hier kommt der ehemalige Dorfbewohner Feng Zi-Jing (Eddie Peng) ins Spiel. Denn dieser soll das Dorf Chen vom Bau einer Eisenbahnstrecke mitten durch das Dorf überzeugen. Leider ist dieses Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt, weswegen dieser auf die Hilfe von Claire Heathrow (Mandy Lieu) und ihrer teuflischen Maschine zurückgreifen muss ...

 

Tai Chi Zero bedient sich vieler Elemente des klassischen Kung-Fu Filmes. Denn wir hätten da den Schüler, der eine neue Kampfkunst erlernen muss, ein Dorf, welches eine alte Kampfkunst hütet und natürlich jede Menge kurios lautender Kampftechniken. Aber da gäbe es noch die Einbindung moderner Videospielkultur, feinste Drahtseil-Action nach Tiger & Dragon und natürlich großer Steampunk-Machinerie. So werden Lu Chans Kämpfe gegen die Dorfbewohner mit einem fetten "VS." begonnen, wie es uns aus Prüglern wie z.B. Street Fighter bekannt ist. Die ganze Einbindung der Thematik "Videospiele" wirkt annähernd wie die fernöstliche Version von Scott Pilgrim und dass meine ich damit keineswegs negativ. Aber auch die Choreographie der Kämpfe ist durch und durch sauber gestaltet. Zwar fliegt die ein oder andere Person nach einem Tritt wie am Drahtseil nach hinten, dennoch fasziniert das "Chen Kung-Fu" durch vollkommen neue Bewegungen. 

 

Bildergalerie von Tai Chi Zero (9 Bilder)

Die saubere Choreographie wird dadurch bedingt, dass es sich bei den meisten Schauspielern um echte Kampfsportler handelt. So ist Lu Chan niemand geringeres als Yuan Xiaochao, der mehrfache Wushu Weltmeister. Trotz alledem wirkt das Ende des Filmes leider sehr erzwungen und zu vorhersehbar. Das is ein kleines Manko verglichen mit den restlichen 80 Minuten des Filmes, die zumindest mich vollends unterhalten konnten. Vor allem konnte ich mit meinen Vorurteilen zu schlechten chinesischen Filmproduktionen aufräumen. Regisseur Stephen Feung erschuff ein fast schon klinisch sauberes Bild, gepaart mit Effekten, die ich von einer asiatischen Produktion nicht erwartet hätte. 


Das Fazit von: Teppich

Teppich

Tai Chi Zero nimmt viele Komponenten und schmeisst sie in einen Topf. Das Beste daran ist aber, dass es funktioniert. Es wirkt fast wie eine Mischung aus Scott Pilgrim und Kung Fu Hustle! Fans fernöstlicher Kampfkunst werden hier vollends auf ihre Kosten kommen und dürften sich auch schon auf den bald erscheinenden zweiten Teil freuen, welcher bald in deutschen Gefilden erhältlich sein wird. Für meinen Teil hat mich Tai Chi Zero überzeugt und ganze Arbeit bezüglich meiner Vorurteile geleistet. 


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