Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in M.

Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in M.

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: Platinum Games
Genre: Action
Sub-Genre: Prügel-Action
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 27.05.2016
USK 12

Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in M.   06.06.2016 von LorD Avenger

Wieder einmal treibt der Foot Clan sein Unwesen in New York. Dieses Mal stehen die Pizza-liebenden Turtles aber vor einer besonderen Herausforderung, denn Erzfeind Shredder hat sich mit Super-Bösewicht Krang zusammengetan und offenbar habt im Hintergrund noch jemand seine Finger im Spiel…

 

„Lizenzgurke von Activision“ war mein erster Gedanke, als ich von dem neusten Turtles-Spiel hörte. Aber wenn man von der allgemeinen Spiel-Qualität mal absieht, gab es selbst unter denen in Vergangenheit durchaus unterhaltsame Spiele. Deadpool beispielsweise war neben South Park: The Stick of Truth das mit Abstand witzigste Videospiel, das ich je gezockt habe und auch ein anderes MARVEL-Game für die PS3, dessen Titel ich mir aufgrund der Indizierung an dieser Stelle mal verkneife, hatte wirklichen Unterhaltungswert. Ähnliche Hoffnungen hatte ich daher auch hier und es fing gar nicht mal schlecht an! Bei Comic-Verfilmungen ist es selten eine schlechte Idee Cell-Shading-Grafik zu nutzen, weil eben alles weiterhin wie gezeichnet aussieht. Die Cutscenes haben sehr stark an die Telltale-Spiele wie The Walking Dead oder The Wolf Among Us erinnert und den Videospiel-Göttern sei gedankt hat man sich auch die Comic-Turtles zur Vorlage genommen und nicht die neusten Film-Versionen, die buchstäblich nach Mutationen aussehen. So weit, so gut also. Das Gameplay schien auch nicht von schlechten Eltern. Zwar musste man ziemlich viel Tastenkloppen und im Gegenzug gab es nicht sonderlich viel Variation in Sachen Techniken und Kombos, dafür sah aber alles gut aus und funktionierte. Damit endet aber bedauerlicherweise auch schon der Inhalt der positiven Waagschale.

 

Inhaltlich ist Mutanten in Manhatten eine absolute Nullnummer. Die Cutscenes sind kurz und im Grunde genommen haben nur die eine am Anfang und die eine am Ende storytechnisches Gewicht, weil alle anderen nur dürftig erklären, warum wir nun von einer Stage in die andere wechseln. Von besagten Stages gibt es lediglich 9 und davon braucht keine länger als eine halbe Stunde – die Mathematik zur Gesamtspielzeit-Ausrechnung überlasse ich euch (bin nicht gerade ein Donatello, wenn’s ums Rechnen geht…). Ein kurzes Spiel muss aber ja nicht zwingend etwas Schlechtes sein, denkt man sich, dann zieht es sich wenigstens auch nicht und wiederholt sich nicht ständig. Tja. Bereits in der zweiten Stage merkt man, dass es sich in diesem Fall anders verhält. Die meisten der Stages vermitteln ein irreführendes Gefühl von Open World, wollen aber mit Labyrinth artigen Kanalisationen und zu bekletternden Wolkenkratzern letztlich nur die Spielzeit etwas weiter strecken und weil sie absolut lieblos und eintönig gestaltet sind, macht es auch keinen Spaß diese zu erkunden. Und wofür auch? Für die schwebenden grünen und roten Medizinball-großen Kristalle, die Items und Punkte geben und die jeder Turtles-Fan aus Comics und Serie kennt? Oder für die neu spawnenden Gegner, die ziemlich willkürlich aus einer Auswahl von gefühlt 10 mehr oder minder unterschiedlichen Typen ausgesucht werden. Jedenfalls lauft ihr die ganze Zeit hin und her durch die Stage und erledigt Nebenmissionen, bis ihr endlich zum Stage-Boss vorgelassen werdet. Diese Nebenmissionen sind solche Adrenalinfallen wie eine kleine Pyramide aus Goldbarren zwischen unzähligen Gegnern in einen leuchtenden blauen Kreis mitten auf der Straße zu tragen, wo sie dann auf magische Art und Weise verschwinden. Oder ihr müsst eine „Waffe“ in Form eines leuchtenden Balls besteigen und darauf in einen leuchtenden blauen Kreis mitten auf der Straße rollen. Oder ihr müsst einen um den Block rasenden Transporter zerstören, der unaufhörlich Bomben auswirft. In dieser Mission gibt es immerhin keine blauen Kreise, wenn ich mich recht entsinne. Aber um die Bomben erscheinen rote Kreise! Und diese Handvoll Missionen wiederholen sich immer und immer wieder, unterbrochen von dem Laufen durch die immer gleich aussehenden Labyrinthe und das Auftauchen von Gegnern, die einem ans Schildkrötenleder wollen.

 

Kommt ihr bis zum Boss durch wird es leider auch nicht besser. Zwar wird einem auch hier vorgegaukelt, dass sie sich gravierend unterscheiden, die Taktik bleibt letztlich aber überall dieselbe: Draufholzen und ausweichen, wenn seine Waffe oder Faust rot leuchtet. Und weil das Turtles-Universum offenbar so wenig brauchbare Schurken zu bieten hat und die Entwickler in Stage 7 zudem so wenig brauchbare Ideen hatten, muss man hier anstatt repetitiven Nebenmissionen alle bisherigen Bosse nacheinander noch einmal besiegen… Hinzu kommt, dass nicht nur zu viele der normalen Gegner bereits, sondern auch nahezu alle Bosse unheimlich nervig sind und sich ewig in die Länge ziehen – selbst, wenn man auf Einfach spielt und sie ein paar Energieleisten weniger haben.

 

Der Gedanke hinter dem Spiel ist, wie es sich für ein Turtles-Spiel ja eigentlich auch gehört, der Multiplayer. Ihr spielt nicht nur einen, sondern alle vier Turtles, die durchgängig zusammen unterwegs sind und sämtliche Kämpfe auch nur zusammen bestreiten. Spielt ihr alleine, könnt ihr beliebig und jederzeit zwischen den Schildkröten wechseln, während der Rest von ganz brauchbarer KI gesteuert wird, viel sinnvoller ist es aber online zu gehen und jede Kröte von einem waschechten Spieler belegen zu lassen. Laut Berichten im Internet kann das sogar deutlich den Spielspaß heben, das konnte ich selbst aber leider nicht ausprobieren. Zum einen, weil ich niemanden kenne, der Mutants in Manhattan noch besitzt (und ich würde es auch niemandem, den ich kenne empfehlen) und zum anderen, weil mir online niemand beitreten wollte. Ihr könnt im Multiplayer entweder selbst einen virtuellen Raum aufmachen und sowohl Stage, als auch Schwierigkeit auswählen oder ihr tretet anderen bei. Bei dem eigens erstellten Raum wartete ich minutenlang ergebnislos auf weitere Spieler und startete das Level anschließend doch frustriert alleine. Was mich dann noch mehr frustrierte: Das Level wurde meinem Story-Fortschritt nicht angerechnet, also musste ich es erneut alleine durchspielen… Über die Schnellsuche fand ich dann endlich doch noch eine volle Lobby, aber auch hier kam ich nicht in den Genuss des Multiplayers, denn der Spielleiter hatte offenbar eine Mittagspause eingelegt und ließ uns solange auf den Start der Stage warten, dass ich über alle Maße frustriert ausschaltete. Die einfachste Lösung, einen lokalen Multiplayer, vermisst man schmerzlich. Und das obwohl die Entwickler behaupteten, während der Produktion besonders intensiv die SNES-Turtles-Games gespielt zu haben, um sich davon inspirieren zu lassen.

 

Bildergalerie von Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in M. (5 Bilder)

Davon abgesehen bietet das Spiel nicht viel mehr, sei es nun positiv oder negativ. Überflüssigerweise kann man seine Spezialfähigkeiten hochleveln und sich mit verschiedenen Glücksbringern ausrüsten, die unterschiedliche Werte erhöhen. Erinnert ihr euch noch an die Folge der Turtles, wo sich die vier vor dem Kampf gegen Shredder gegenseitig Glücksbringer umgehangen haben? Ja, ich auch nicht. Ganz cool hingegen sind versteckte Sammelsachen, die man in der Stage selbst zwar nicht von den restlichen grünen Kristallen unterscheiden kann, die sich im entsprechenden Menü nachher aber als Comic-Cover entpuppen, aus denen man sich eine ganze Galerie aufbauen kann. Schade eben nur, dass man absolut keine Lust verspürt die öden Level gründlich zu durchsuchen.

 


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Mutants in Manhattan ist ein Spiel, das grafisch zwar nett aussieht und auch ein gelungenes, obgleich sehr simples Gameplay aufweist, darüber hinaus aber einfach nur öde ist. Dafür, dass es nach wenigen Stunden durchgespielt ist und nur neun Stages hat, ist es schockierend, wie schnell sich Aufgaben, Gegner und sogar Level-Designs wiederholen. Man braucht im Kampf keine besondere Taktik, nicht einmal im Bosskampf und kann ohnehin nicht viel variieren. Wo es in Deadpool zum Beispiel immerhin noch coole Finisher gab, die Spaß machten, hat man hier nichts dergleichen. Im selben Atemzug kann ich auch sagen, dass der Humor ebenso schwach ist, wie der Rest des Spiels. Die wenigen Cutscenes, die es gibt, spiegeln zwar den Charakter des jeweiligen Turtles wider, nutzen dann aber so flache Gags und Oneliner, dass ich mich fast schämte. Im Multiplayer mag das Ganze akzeptabler funktionieren und mehr Spaß machen, online Fremde zu finden macht aber definitiv keinen Spaß und dass auf einen lokalen Multiplayer verzichtet wurde ist ein absolutes Unding. ABER! Das Cover ist hübsch.


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