Tenchu - Shadow Assassin

Tenchu - Shadow Assassin

Publisher: Ubisoft
Genre: Stealth Action
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 12.03.2009
USK 18

Tenchu - Shadow Assassin   25.03.2009 von Panikmike

Mittlerweile sollte Tenchu ein Name in der Gaming-Gemeinde sein. 2007 erschien das letzte Abenteuer auf der Xbox 360. Den neuesten Streich gibt es auf der Wii von Nintendo und wurde von den gleichen Entwicklern gebastelt. Ob Tenchu: Shadow Assassins auf der Familienkonsole punkten kann, lest ihr hier…

Die Geschichte spielt, wie kann man es auch anders erwarten, in Japan. Aber ist irgendwie auch klar, die Ninjas haben ja dort ihre Herkunft. Wir müssen für unseren Auftraggeber Lord Goda arbeiten und können uns am Anfang einen männlichen oder auch weiblichen Charakter aussuchen. Die Abläufe sind eigentlich wie immer bei Tenchu: Jemanden suchen, möglichst viel schleichen, Kisten verschieben um weiter zu kommen, springen, von hinten meucheln, den Schatten zum eigenen Vorteil nutzen und so weiter. Die Aufträge sind zwar allesamt sehr schön gemacht, aber eine kleine Brise aus neuem Material hätte man schon erwarten können. Generell wird das Spiel nur selten langweilig, aber manch frustrierende Momente trüben den Spielspaß. Da kann auch die, heutzutage fast in jedes Spiel eingebaute, Sammelleidenschaft nicht punkten. Hier könnt ihr Masken und Kartenteile ergattern, aber dieses Feature ist schon lange nichts mehr Neues und wird fast in jedes aktuelles Spiel verbaut. Man sollte sich mal wieder einen neuen Hype einfallen lassen, dieser ist eigentlich schon vorbei. Klar, gibt es mal Augenblicke die auch Abwechslung bringen, aber diese findet man selten im Spiel.

Eine nette Idee finde ich die kleine Wasserpistole, die der Ninja am Mann trägt. Ist mal kein Schatten zum Verstecken in der Nähe, weil eine kleine Kerze irgendwo Licht spendet, so kann man sie mit einem gezielten Wasserstrahl auslöschen. Doch man sollte aufpassen, dass keine Wache das sieht, sonst ist die Aufgabe des „lautlosen Killers“ kläglich gescheitert. Ebenso witzig ist die Angel, mit der man Gegenstände von den Füßen der Wachen klauen kann. Mich erinnerte das an früher, da gab es doch den Kinderstreich mit der Angel und dem Geldschein dran. Gleiches Prinzip, anderer Nutzen. Ein drittes Feature ist die kleine Katze. Mit dieser könnt ihr die Aufklärung vorantreiben, aber Achtung: Wenn der Vierbeiner gesehen wird, so schöpfen die Wachen Verdacht und schon ist wieder buchstäblich „alles für die Katz“.

Im Folgenden werde ich euch mal die erste Mission ein wenig beschreiben, damit ihr versteht, was man überhaupt machen muss. Meine Aufgabe besteht darin, den Händler der Stadt umzubringen. Er hat eine Schönheit gefangen genommen, die ich befreien soll. Die Anfangssequenz ist sehr schön gemacht, ebenso wie die weiteren Zwischenanimationen im gesamten Spiel. Ich bin nun auf mich alleine gestellt und bekomme am Anfang zuerst die Grundzüge des Spiels erklärt. Wie man geht, schleicht und läuft. Wichtig: Wenn eine Wache an ihrem Posten steht, dann kann man nur im Dunklen vorbeischleichen, um hinter sie zu kommen und sie anschließend zu meucheln. Also such ich mir erstmal einen dunklen Punkt, um mich an der ersten Wache vorbeizuschleichen. Als ich dann im Schatten stehe, verschwindet mein Körper im Dunklen, leichte schwarze Nebelfäden umringen mich und zeigen mir, dass ich nun im Schatten versteckt bin und mich weniger um meine Sicherheit sorgen muss. Wenn man aber im Moment keinen Schatten zur Verfügung hat, so sollte man sich die Lichtquelle in der Nähe suchen und diese löschen. Meistens sind es Kerzen, die man entweder mit dem Mund ausblasen kann oder wenn man weiter davon entfernt steht, mit einem gekonnten Wurfstern ausschießen kann. Ein Tonsignal zeigt, ob man mit dem Wurfstern oder Wasserstrahl treffen würde. Ist mal eine Fackel oder größere Lampe vorhanden, so kann man sie mit einem Wasserstrahl aus der Pistole löschen.

So kommt man im Level langsam voran, immer auf der Hut und getreu dem Motto: Vorsicht ist der Samurai der Porzellankiste. Wenn man sich von hinten an einen Gegner heranschleichen kann, so wird er dann mit einer gekonnten Bewegung des Controllers sofort ausgeschaltet. Sobald eine neue Aktion zur Verfügung steht, so wird es einem per Anleitung auf dem Screen erklärt. Also keine Angst, ihr werdet nicht ins kalte Wasser geschmissen. Mittendrin komme ich nicht weiter, eine Tür wird von zwei Samurais bewacht. Doch ich könnte mir ja eine Kiste schnappen und über die Mauer klettern. Gesagt, getan. Nun von hinten an die Samurais anschleichen und sie beide ausschalten. Wenn mehrere Gegner da sind, so kommt eine Quicktime-Sequenz. Allerdings muss man hier nicht nur mit Buttons reagieren, sondern auch mit Bewegungen der Fernbedienung. Wenn man von einer Wache erwischt bzw. gesehen wird, so fängt man im Abschnitt von vorne an. Also heißt allgemein die Devise: Langsamkeit und Vorsicht walten lassen. Wer denkt, er könnte, wie bei einem Shooter, einfach durchlaufen und die Gegner mit dem Schwert oder den Wurfgeschossen töten, der irrt sich gewaltig.

Im Laufe des ersten Levels bekommt man dann als Alternative zu den Wurfgeschossen ein schönes Samuraischwert. Wenn man nun direkt mit einem Gegner konfrontiert wird, so kann man dieses ziehen und mit der Wache kämpfen. Die Wii zeigt nun am Bildschirm an, welche Bewegung ich machen muss, um zu attackieren bzw. zu blocken. Der Kampf dauert meistens ein wenig länger, abwechselnd muss man angreifen und verteidigen. Auch hier sind die Endangriffe sehr gut gemacht, allerdings wie bei den meisten Meuchelangriffen im Spiel ebenso sehr blutig. Deshalb gab es auch nur eine USK 18 Freigabe, da manchmal das Blut aus Fontänen austritt und das schon eher in die Hände von Erwachsenen gehört.

Die Level sind abwechslungsreich, die Sequenzen erzählen immer schön die Story, nur ein Gefühl eines „Must-have“ Titels will sich einfach nicht einstellen. Im Endeffekt besteht das Spiel aus Schleichen, Schwimmen, Gegner Angreifen und leise Töten, Kisten Stapeln und so weiter. Klar gibt es alleine beim Töten eine große Abwechslung. Es gibt verschiedene Finishingmoves, man tötet die Gegner lautlos, ertränkt sie im Wasser, legt ihnen eine Fußfalle, ersticht sie mit ihren eigenen Schwertern, erdrosselt sie, tötet sie mit gut gezielten Wurfsternattacken. Doch die Erfüllung eines Ninja ist das irgendwie nicht. Vor allem weil das Spiel an sich sehr steril wirkt. Die Grafik ist gut, die Details lassen sich auch sehen, aber die Gegner stehen immer dumm in der Gegend rum. Sie bewegen sich zum Teil nicht vom Fleck, wenn sie euch bemerkt haben, dann suchen sie euch, aber mit welchem Elan und welcher Unvorsichtigkeit. Da ist es meistens dann nicht schwer, den Gegner zu töten. Sie sehen oftmals nicht nach links oder nach rechts und warten, bis einer mal kommt. Leider trübt das den Spielsinn sehr.

Der Sound ist phänomenal, die asiatische Musik dröhnt leise aber zielsicher aus den Boxen. Sie passt zum Spiel wie die Faust auf ein Auge eines Boxers. Leider sind die Musiktitel zu wenig, die Auswahl hätte man schon ein wenig erweitern müssen. Die Soundeffekte sind nett, aber da hätte man sich mehr erwarten können. Ebenso auch die Kommunikation zwischen den Charakteren, sie ist ohne Gefühl. Das gesamte Spiel hat eine englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Ubisoft ging den sicheren Weg, denn oftmals wurde die deutsche Lokalisation deutlich schlechter gemacht.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Also ich war noch nie ein Tenchu-Fan, aber der vierte Teil auf der Wii macht wirklich Spaß. Die Steuerung ist perfekt umgesetzt, die Kampfsequenzen sind sehr gut mit der Fernbedienung steuerbar. Die Intelligenz der Gegner zieht das Spiel allerdings nach unten, denn es trübt den Spielspaß schon sehr, wenn man nicht viel gefordert wird. Erwachsene werden auch wegen des Blutfaktors ihre Freude haben, meiner Meinung nach hätte es aber in diesem Ausmaß nicht sein müssen. Gutes Spiel, nette Ideen, aber teilweise eine schwache Ausführung!


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positiv negativ
  • Schöne Kulisse
  • Tolle Zwischensequenzen
  • Gute, innovative Steuerung
  • Schöne, blutige Finishingmoves
  • Relativ dumme KI
  • Wenig Soundeffekte
  • Zuviele gleich aussehende Gegner
  • Keine deutsche Synchronisation
  • Missionsdesign auf Dauer sehr eintönig





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