The Elder Scrolls Online

The Elder Scrolls Online

Publisher: Bethesda
Entwicklerstudio: zenimax
Genre: MMOPRG
Sub-Genre: Fantasy
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 04.04.2014
USK 16

The Elder Scrolls Online   08.04.2014 von Zahnfee

Der Start der Elder Scrolls Serie datiert zurück auf 1994 und seither hat Bethesda es geschafft, eine nicht unbeträchtliche Fangemeinde um sich zu scharen. Spätestens nach Skyrim aus dem Jahr 2011, wurde auch dem letzten Spieler bewusst, welch epische Saga hier über die heimischen PCs und Konsolen huschte. Als Bethesda dann im Mai 2012 The Elder Scrolls Online (kurz: TESO) ankündigte, geriet die Fangemeinde in totale Verzückung und quälte sich durch annähernd zwei endlos scheinende Jahres des Wartens. Doch jetzt ist es endlich so weit! Spieler rund um den Globus können sich aufmachen, um Molag Bal das Handwerk zu legen und Tamriel vor dem daedrischen Fürsten zu beschützen ...

 

Doch wie immer vor dem Questen heißt es erstmal: abwarten und Tee trinken. Wie bei vielen Onlinespielen lädt man sich auch bei TESO nur einen kleinen Installer herunter, der anschließend die restlichen Datenmengen aus der Leitung saugt. Beim Download wurde leider kein absoluter Wert angezeigt, die Inhalte wurden in einzelnen Paketen heruntergeladen. Die Gesamtgröße des Installationsverzeichnisses betrug aber am Ende 31 GB.

 

Im Gegensatz zu beispielsweise Blizzard, hat Bethesda sich gegen verteilte Server und für Megaserver entschieden. Das heißt im Klartext: man wählt am Anfang zwischen EU und Amerika und das war es dann. Auf dem EU Server tummeln sich dadurch natürlich Spieler aus aller Herren Länder und im Chat herrscht manchmal so etwas wie babylonisches Sprachgewirr. Das ist aber nicht schlimm, weil die Entwickler für jede Sprache einen eigenen Channel anbieten und das Chatfenster nach einer Weile ohnehin verblasst.

 

Nach der obligatorischen Einführung darf sich der Spieler an die Erstellung seines ersten Charakters machen, und hat dabei buchstäblich die Qual der Wahl. Zuerst einmal trifft man die Entscheidung, welcher Allianz man angehören möchte. Zur Auswahl stehen das Aldmeri-Dominion, das Dolchsturz-Bündnis und der Ebenherz-Pakt. Neulinge im Elder Scrolls Universum können sich auf der offiziellen Webseite (hier) über die einzelnen Allianzen schlau lesen.

 

Rassen stehen insgesamt neun zur Auswahl, je drei pro Allianz: Khajiit, Waldelfen, Argonier, Bretonen, Dunkelelfen - alles, was das Herz begehrt. Käufer der Kaiserlichen Edition kommen sogar in den Genuss einer weiteren Rasse, den Kaiserlichen, die sich allen Allianzen anschließen können. Schlussendlich muss man sich natürlich auch noch für eine Klasse entscheiden und derer gibt es aktuell vier: Templer, Zauberin, Drachenritter oder Nachtklinge. Wer es kurz und bündig mag, kann ein zufälliges Aussehen wählen. Alternativ kann man sich aber auch endlos mit der Feineinstellung seines Äußeren aufhalten, denn Möglichkeiten gibt es, angefangen von der Schulterbreite bis hin zur Größe der Augen, genügend.

 

Der Auftakt ist für alle Allianzen prinzipiell gleich: man muss sich durch den Wehklagenden Kerker den Weg in die Freiheit und die Hauptstadt der jeweiligen Allianz erkämpfen. Man kann den Kerker allerdings überspringen, sofern man ihn mit wenigstens einem Charakter bereits durchlaufen hat. Spielern, die im TESO Universum neu sind rate ich, vorher wenigstens einmal im Leitfaden auf der offiziellen Webseite oder in den einschlägigen Wikis zu stöbern, um sich ein bisschen Grundwissen über das Spiel anzueignen.

 

Die Steuerung in TESO ist intuitiv und gleich verinnerlicht und auch die Menüführung ist denkbar simpel. "WASD" sind die Bewegungstasten, mit "E" durchsucht man Kisten oder öffnet Türen, "C" öffnet das Charaktermenü und "I" das Inventar. Im Charaktermenü kann man nach jedem Level-Up Fertigkeits- und Attributspunkte verteilen. Mehr Leben oder mehr Magicka? Kein Problem, ein Mausklick genügt und der Spieler kann frei entscheiden. Positiv finde ich auch, dass die Talentbäume nicht so starr sind wie in anderen MMOs. So kann ein Zauberer natürlich Skillpunkte für seine magischen Angriffe vergeben und Neue dazu lernen. Es steht ihm aber auch frei, Punkte in ordinäre Kampfkunst mit zum Beispiel einem Zweihandschwert zu investieren, oder seine Magicka-Regeneration über die Rüstung zu verbessern. Spieler sollten sich auch immer die Zeit nehmen, an Bücherregalen zu halten, da man durch das Lesen der Bücher mitunter seine Fähigkeiten ohne Punkteinsatz sofort verbessern kann.

 

Verzaubern, Schneidern und Kochen sind bei jedem Charakter dabei und müssen nicht extra bei einem Lehrer erlernt werden. Es gibt auch nicht die Einschränkung, wie bei manch anderen MMOs, dass man nur eine gewisse Anzahl von Berufen erlernen kann. Der Spieler entscheidet selbst über die Vergabe von Fertigkeitspunkten. Wie sinnvoll es allerdings ist, alle Berufe auf einem Charakter zu skillen, muss sich letztlich in der Praxis zeigen. Die Materialien finden sich quasi überall, schon alleine deshalb lohnt es sich, Kisten, Fässer oder Körbe zu durchsuchen und auch mal an den Wegesrand zu schauen. Da der Inventarplatz auf 60 Slots beschränkt ist, kann man die gesammelten Materialien oder Rezepte und auch das erwirtschaftete Gold in der Bank ablegen, auf die dann alle erstellten Charaktere Zugriff haben.

 

In der Hauptstadt der jeweiligen Allianz angekommen warten schon die ersten Quests. Und da die Allianzen einander bekriegen, geht es dabei natürlich um Verschwörungen. Und zum Glück gibt es bei den Questen keinen schnöden Einheitsbrei! Natürlich wird man ein bisschen in der Gegend rumgeschickt, muss dies finden, das erledigen und mit diversen Leuten sprechen. Dabei sind die Wege aber immer relativ kurz und man hechelt nicht als kleiner Lowbie endlos durch die Pampa, um zehn Warzenschweine oder hundert Fische zu töten. Tatsächlich kann man in TESO sogar schon relativ früh ein Pferd kaufen und reiten, wenn man das nötige Gold beisammen hat.

 

Hat man die Quest in der Stadt erst einmal abgeschlossen, kann man entweder den weiterführenden Questen folgen, oder ganz in Skyrim Manier einfach das Abenteurer-Bündel packen und drauf los ziehen. Quests gibt es überall zu erledigen und für die wird man in der Regel auch gut entlohnt. Leider ist das Leben in Tamriel nicht gerade günstig. Wer schnell eine bessere Ausrüstung haben möchte, muss dafür auch einiges an Goldmünzen bei den Händlern lassen, wenn er keine Berufe skillen möchte.

 

Wirklich begeistert bin ich von den Wegschreinen. Wer kennt es nicht: man latscht als Lowbie beim Questen durch unendliche Weiten und muss dann mal zurück in die Hauptstadt, weil es mitten in der Pampa keine Bank gibt, oder der Questgeber es gerade von einem verlangt. Also macht man sich zu Fuß oder per Mount auf den Rückweg, vielleicht auch per Lufttaxi wie in World of Warcraft. Das dauert. Lange. Und es ist ätzend! Ich kann mich noch gut daran erinnern wie toll es war, mit Level 60 endlich mal fliegen zu können … und wie frustriert ich war, wenn ich damit auch nicht wesentlich schneller ans Ziel kam. Den Wegschreinen sei Dank geht das bei TESO alles schneller. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass Ihr den Schreinen auf Eurem Weg mal kurz Hallo sagt und damit die Verbindung zu den anderen herstellt. Und ja, da bin ich ehrlich, gerade das günstigste Vergnügen ist es auch nicht. Aber dafür geht es verdammt schnell! Das ist ein dicker Bonuspunkt für TESO. Wegschreine sind auch gleichzeitig die Friedhöfe und Ihr könnt bei Eurem Ableben selbst festlegen, ob Ihr am Wegschrein oder direkt an Ort und Stelle wieder aufersteht. Ein weiterer dicker Bonus übrigens - was hab ich die Latscherei vom Friedhof zum Körper immer gehasst.

 

Wo wir gerade beim Thema sterben sind, noch schnell ein Wort zum Kampfsystem. TESO verfügt über ein aktives Kampfsystem. Man muß den Gegner also nicht anklicken und in den Fokus nehmen wie bei anderen MMOs, sondern greift den Feind an, den der Mauszeiger anvisiert. An sich ist das ein tolles Prinzip. Blöd wird es nur, wenn man mal wackelt und aus Versehen einen Gegner pullt, mit dem man es eigentlich noch nicht aufnehmen wollte. Wer schon ein etwas höheres Level erreicht hat und Instanzen machen möchte, muss sich wie in guten alten Zeiten selbst ein Grüppchen suchen und hat kein Dungeon-Finder-Tool zur Verfügung. Macht aber nichts, denn auf den Servern tummeln sich genug Leute, mit denen man sich, auch für Quests, recht unkompliziert zusammenschließen kann.

 

Bildergalerie von The Elder Scrolls Online (14 Bilder)

Grafisch ist TESO überwiegend sehr liebevoll gestaltet. Lediglich die Animation der NPCs lässt bei der Interaktion zu wünschen übrig und ist nicht ganz so hübsch gelungen. Die Texturen an sich sind zwar verhältnismäßig grob gehalten, doch das wertet das Spiel nicht ab, sondern verleiht ihm eher einen rustikalen und altertümlichen Charme. Vermutlich war es auch genau so gedacht, denn die Handlung von TESO spielt tausend Jahre vor Skyrim und damit in einer alten Welt. Besonders positiv ist mir das Verhalten der NPCs aufgefallen. Die meisten stehen nicht immer stur an einer Stelle oder laufen nur von Punkt A nach B. Sie haben tatsächlich ein Eigenleben und gehen ihrer Beschäftigung nach, bis man sie von der Arbeit abhält. Das gibt dem ganzen Spiel ein sehr authentisches Gefühl und man möchte ab und zu auch einfach mal nur verweilen und das Treiben ein wenig beobachten. Überhaupt kann man sich in TESO auch sehr viel Zeit für kleine Dinge lassen. An jeder Ecke bieten sich Möglichkeiten, Kisten und Objekte nach Materialien, Tränke und Essen zu durchsuchen, und schnell sind ein oder zwei Stunden um, ehe man überhaupt mal eine Quest erledigt hat.

 

TESO ist in Sachen Systemanforderungen sehr genügsam. Wenn Ihr also nicht gerade eine Grafikkarte aus den frühen 90er Jahren des letzten Jahrtausends benutzt, könnt Ihr die Auflösung und Details auf maximalen Anschlag stellen, ohne dass das Spiel anfängt zu ruckeln. Preislich liegt TESO bei ca. 49,99 Euro bzw. 79,99 Euro für die Kaiserliche Edition, die massig Extras für den Spieler bietet. Der Abopreis beträgt 12,99 Euro pro Monat, beim Kauf von TESO sind die ersten 30 Tage im Startpaket enthalten.


Das Fazit von: Zahnfee

Zahnfee

TESO ist echt eine Erfahrung wert. Am ersten Tag bin ich zwar noch etwas verplant durch die Gegend gelaufen und war erst einmal von allem überwältigt, aber mittlerweile ist das Spielen schon deutlich routinierter geworden. Das Spiel kämpft noch mit einigen kleinen und mittleren Bugs und auch wenn viele Spieler darüber schimpfen, finde ich das persönlich nicht so schlimm, es ist schließlich ein neues Spiel und da drücke ich ein Auge zu, wenn die Fehler fix behoben werden. Visuell ist TESO ziemlich beeindruckend und ich genieße die Freiheiten, die man auf Tamriel hat. PvE oder PvP, Quests erledigen oder nur einfach so durch die Gegend laufen … alles kann gemacht werden, nichts ist ein Muss. Man merkt, dass hier sehr viel Liebe im Detail und viel Herzblut im Spiel steckt, und genau das ist es, was mich an TESO so reizt. Nachdem ich für die Rezension alle drei Allianzen mit verschiedenen Klassen angespielt habe, ist noch keiner meiner Charaktere über Level 10. Macht aber gar nichts, denn ich freue mich jetzt schon auf all die Stunden, die ich noch auf Tamriel verbringen werde.


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positiv negativ
  • Intuitive Steuerung und Menüführung
  • NPCs haben ein Eigenleben und gehen z. B. Berufen nach, statt dumm rumzustehen
  • Tolles Spieldesign
  • Viele Konfigurationsmöglichkeiten für Charaktere
  • Große, offene Welt
  • Spielfreiheit
  • Sehr effizientes Reisesystem
  • Schöne Animationen
  • Viel Platz auf dem Display, Ungenutztes (z. B. Chat) wird nach einer Weile ausgeblendet
  • NPCs nicht schön animiert
  • Quests teilweise noch verbuggt
  • Monatliche Gebühren
  • Langsamer Support bei Anfragen per Ticket





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