Oliver Hirschbiegel brachte 2001 eine Verfilmung des Stanford Prison Experiment von 1971 ins Kino, 2010 kam erneut eine Auslegung des realen Gefängnis-Experimentes. Der Film zeigt, wie die Urinstinkte der Menschen innerhalb von Tagen entfesselt werden können und warum uns allen sowas passieren kann…
„Das Experiment“ war in den deutschen Kinos ein Kassenschlager, deutsche Stars wie Moritz Bleibtreu und Christian Berkel zeigten uns auf erschreckende Weise, was innerhalb einer kurzen Zeit alles mit einem Menschen passieren kann. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, 1971 wurde dieser Versuch an der Standford University durchgeführt. Schon
nach kurzer Zeit geriet alles außer Kontrolle und musste von seiner ursprünglichen Form abgewandelt werden. Die Neuverfilmung von Paul Scheuring (Regisseur von Prison Break) wird zwar ein wenig anders ausgelegt, als es in Wirklichkeit passiert ist, jedoch geht der Zuschauer ebenso auf eine psychologische Reise.
Der ehemalige Altenpfleger Travis (Adrien Brody) und eine Gruppe anderer Menschen wollen schnelles Geld verdienen. 14.000 Dollar für 14 Tage klingen sehr verlockend, da können nur wenige widerstehen. Ihre Tätigkeit ist eigentlich sehr einfach, innerhalb der Zeit muss die gesamte Gruppe in ein simuliertes Gefängnis und dort verweilen. Doch vorher werden sie per Zufall in Wärter und Gefangene eingeteilt und müssen diesen Status dann ausleben. Die Wärter werden mit Knüppeln und einer Uniform ausgestattet, die Gefangenen hingegen bekommen eine weiße Kluft und dürfen bzw. müssen auf ihre Grundrechte verzichten. Doch das war nicht alles, sie bekommen gewisse Regeln, wie sie sich von nun an zu verhalten haben und die Namen werden durch Nummern ersetzt. Doch beide Gruppierungen haben eine hohe Priorität, sie dürfen in keinem Fall Gewalt anwenden. Passiert irgendetwas hinter Gittern, so wird das Experiment sofort abgebrochen und niemand bekommt den Lohn.
Travis wird den Gefangenen zugeordnet und findet sich in seiner Rolle schnell zu Recht. Doch schon nach ein paar Tagen gerät das Experiment aus den Fugen, denn die Wärter spielen ihre Macht aus, obwohl sich alle Versuchskaninchen vor ein paar Tagen noch auf einem Level befanden. So entsteht auf der einen Seite eine extreme Gruppendynamik unter beiden Gruppen, auf der anderen Seite wird die Gemeinschaftlichkeit unter den Teppich gekehrt. Barris (Forrest Whitaker) ist einer der Wärter, der mit der gesamten Situation nicht klar kommt. Er genießt seine Macht und spielt sie immer mehr aus. Dies geht sogar soweit, dass sie Travis, den angeblichen Drahtzieher der Unruhen, moralisch und psychisch fertig machen…

Werden alle Probanten das Experiment überstehen oder wird es vorher abgebrochen? Warum hat Barris im Laufe der Zeit einen extremen Hass auf Travis, obwohl sie sich zuvor anfreundeten? Kommt Gewalt ins Spiel oder halten sich alle an die Regeln?
Die Qualität der Blu-ray kann überzeugen, von Constantin habe ich mir allerdings nichts anderes erwartet. Das Bildkorn ist selten zu finden, die Farben sind etwas blass, was aber sichtlich als Stilmittel eingesetzt wurde. Der Ton kommt sehr gut aus den Boxen, die deutsche Übersetzung kann überzeugen, ebenso auch die Trennung der Kanäle. Leider sind zu wenig Surroundeffekte vorhanden, dies ist aber ebenso absichtlich so gemacht, um die Trostlosigkeit des Gefängnisses aufzuzeigen. Bei den Extras findet der Zuschauer interessante Interviews der Darsteller, ein Featurette und einen Blick hinter die Kulissen. Leider gibt es kein Wendecover, so dass der schöne rote FSK 18 Button im Regal sichtbar bleibt!
Kommentare
04.02.2011 17:08:05 von Denis Fischer
Also ich fand diesen Film nicht wirklich berauschend, da man irgendwie alles vorher sagen konnte was passieren wird, und als er doch noch Spannend wurde, war er zu Ende. Fazit: angeschaut, aber muss nicht nochmal sein.