The Good Wife - Staffel 2.1 / 2.2

The Good Wife - Staffel 2.1 / 2.2

Originaltitel: The Good Wife
Genre: TV-Serie
Regie: James Whitmore, Jim McKay
Hauptdarsteller: Julianna Margulies, Matt Czuchry
Laufzeit: Ca. 500 / 501 Minuten
Label: Paramount Home Entertainment
FSK 12

The Good Wife - Staffel 2.1 / 2.2  17.02.2012 von DeWerni

Und wieder einmal können wir Euch eine Serie präsentieren, die vielleicht nicht unbedingt in aller Munde ist, aber dafür wirklich Spaß macht. Auch wenn der Titel eigentlich auf eine typische Frauenserie schließen lässt, geht es bei "The Goodwife" vor Gericht rund – inklusive aller Facetten wie Korruption, Geldgier, Macht und persönlichen Intrigen …

 

Man könnte es an dieser Stelle kurz machen und einfach festhalten, dass es sich bei The Goodwife um eine Serie handelt, der es gelingt, die guten alten Matlock-Marnieren (hier unser Review zu Matlock – Die erste Season) in die heutige Zeit zu transportieren. Der Umfang der Serie ist allerdings deutlich größer, das gilt zum einen für die Story, die sich auch ordentlich abseits der eigentlichen Gerichtsräume abspielt, und zum anderen für die Anzahl der Charaktere, die sich den heutigen Gepflogenheiten angepasst hat. Da steht im Zentrum auf jeden Fall die Rechtsanwältin Alicia Florrick (Julianna Margulies), die meist mit irgendwelchen Fällen bei Gericht unterwegs ist und für eine große Kanzlei arbeitet. Dort hat sie noch während der Fälle der ersten Staffel oft mit Cary Agos (Matt Czuchry) zusammengearbeitet, der sich mittlerweile dazu entschlossen hat, die Seiten zu wechseln und nun im Namen der Staatsanwaltschaft vor Gericht aufzutreten. So hat sie auf der einen Seite einen unerbittlichen Widersacher, mit dem sie zum anderen nicht nur Straffälle bearbeiten muss, sondern zudem in anderen Rechtsgebieten unterwegs ist. Die Besitzer der Kanzlei Will Gardner (Josh Charles), Diane Lockhart (Christine Baranski) und Derrick Bond (Michael Ealy) haben dabei immer ein Auge auf sie und ihre Arbeit. Das gilt im Speziellen auch dafür, dass sie mit Peter (Chris Noth) verheiratet ist, dem früheren Staatsanwalt von Chicago, der noch immer aufgrund von genutzten Prostitutionsdiensten im Zentrum des öffentlichen Interesses steht. Außerdem sind da noch die beiden Privatermittler der Kanzlei Kalinda Sharma (Archie Panjabi) und Blake Calamar (Scott Porter), die immer wieder ihr Leben für den Dienst und neue Indizien aufs Spiel setzen. Des Weiteren existieren natürlich noch eine Menge Kollegen, mit oder gegen die Alicia des Öfteren ermitteln muss.

 

Wenn man die erste Staffel der Serie noch nicht gesehen haben sollte, dann ist es zu Beginn nicht ganz einfach, der Story und dem ganzen Geschehen zu folgen, was auch daran liegt, dass nicht jede einzelne Folge gleich aufgebaut ist. Es handelt sich dabei eher um eine Erzählung Stück für Stück des Gesamtfortgangs. Zu Beginn erfährt man auf alle Fälle gleich, dass es sich aufgrund der Machenschaften ihres Mannes um eine schwierige Situation in der Ehe von Alicia und Peter handelt. Peter versucht sich gerade der Öffentlichkeit zu stellen und die Sache nach seiner Haftstrafe ins Reine zu bringen, während ihr Chef Will ihr nachstellt und das entstandene Verhältnis doch noch zu mehr auszuweiten. Peters Assistent Eli Gold (Alan Cumming) tut dagegen alles, um die Ehe der beiden wiederzubeleben und vielleicht einiges wieder gerade zu rücken. In der Kanzlei von Alicia ist gerade etwas das Chaos ausgebrochen. Diane und Will haben sich dazu entschieden, mit einer anderen Kanzlei aus finanziellen Gründen zu fusionieren. Die drei Inhaber sind nun dabei, ihre machthaberischen Spielchen um die Vorherrschaft und den größten Machtbatzen auszuleben. Zudem gibt es auch auf einmal zwei interne Ermittler, die sich erbitterte Duelle um die Gunst der Angestellten liefern. Vor Gericht muss sich Alicia teils mit gewöhnlichen Straftätern auseinandersetzen, teils aber auch mit ganz ungewöhnlichen Tätern vor Gericht erscheinen. Dabei spielt beispielsweise ein vermeintlicher Killer eine wichtige Rolle, der das Pentagon für seinen Mord verantwortlich macht – und das mit einer erfinderischen und absurden Geschichte. Andererseits gibt es auch diverse Serienkiller, sexuelle Belästigung, alkoholische Eskapaden und Jungstars, die durch das Gericht in ihre Schranken verwiesen werden. Außerdem warten einige ungewöhnliche Fälle auf Alicia und ihre Ermittler: Da taucht auf einmal ein Internetguru auf, der sich an einem Filmstudio wegen übler Nachrede rächen möchte, oder ein brutaler Killer kommt auf die Idee, einen Song über seine Taten zu schreiben und damit auch noch den großen Erfolg zu landen. Hin und wieder warten allerdings gewöhnlichere Fälle, wie beispielsweise die Scheidung eines Drogenbosses oder der übliche Mordfall, auf Bearbeitung durch die Anwälte. Die persönlichen und zwischenmenschlichen Entwicklungen bleiben bis zum Ende der Staffel spannend und lassen einen kaum von der Serie los.

Insgesamt liefert Euch die Serie Facettenreichtum par excellence, die zum einen durch die Vielfalt der Fälle, zum anderen durch die diversen Seitenstränge der Serie gesponnen werden. Schade ist wieder einmal, dass die habgierige Industrie die Serie auf zwei Boxen à 12 beziehungsweise 11 Folgen aufteilt, um so mehr Geld erwirtschaften zu können. Nichtsdestotrotz ist die Serie sehr gut gelungen, macht Spaß und kann vor allem Fans von Gerichtsserien an die Bildschirme fesseln. Ich persönlich freue mich schon auf das Release der nächsten Staffel!

Abschließend noch alle Folgen der zweiten Staffel in der Übersicht:

 

  • Folge 01 – Die Fusion
  • Folge 02 – Zweimal angeklagt
  • Folge 03 – Der Heckenschütze
  • Folge 04 – Panik
  • Folge 05 – VIP-Behandlung
  • Folge 06 – David und Goliath
  • Folge 07 – Böses Mädchen
  • Folge 08 – Abgehört
  • Folge 09 – Neun Stunden
  • Folge 10 – Getrennte Wege
  • Folge 11 – Befangenheit
  • Folge 12 – Sommerloch
  • Folge 13 – Der Maulwurf
  • Folge 14 – Künstlerische Freiheit
  • Folge 15 – Die Wunderwaffe
  • Folge 16 – Die chinesische Mauer
  • Folge 17 – Aussagenverweigerung
  • Folge 18 – Killersong
  • Folge 19 – Psychoterror
  • Folge 20 – Wendepunkte
  • Folge 21 – Neue Fronten
  • Folge 22 – Affären
  • Folge 23 – Schlussplädoyer

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

"The Goodwife" ist eine Serie, der es gelingt, ein älteres Genre wieder aufzunehmen und darin frischen Wind zu verbreiten. Wer Serien wie Matlock gemocht hat, der wird hiervon sicherlich ebenso überzeugt sein. Hier werden gerichtliche Duelle ausgetragen, die es in sich haben. Nebenbei werden aber auch andere Storyfäden weitergesponnen, die sich abseits des eigentlichen Gerichtsgebäudes abspielen. Zudem wird hier der Fokus weniger auf polizeiliche Ermittlungen als auf die Durchforstung von vorliegendem Material Wert gelegt, sodass das Ganze relativ ruhig vonstattengeht. Eine besondere Note bekommt die Serie durch diverse Verhältnisse, die mit den Rechtsanwälten und ihren teils berühmten Partnern immer wieder vorkommen. Auf den ersten Blick mag die Serie ein wenig altbacken und konservativ wirken, je länger man allerdings schaut, desto besser findet man sich in der komplexen, gerichtlichen Welt zurecht und damit dann auch Gefallen an der Serie! Geheimtipp für Genrefans!




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