The Last Story

The Last Story

Publisher: Nintendo
Entwicklerstudio: Mistwalker / AQ Interactive
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Action-Rollenspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 24.02.2012
USK 16

The Last Story   12.07.2012 von BeN

The Last Story aus dem Hause Nintendo versprach ein absoluter Megahit zu werden. Das Rollenspiel für die Nintendo Wii schlug in Japan ein wie eine Bombe, folglich ließ die Portierung in unsere heimischen Gefilde nicht allzu lange auf sich warten. Ob The Last Story die hohen Erwartungen der Fans hierzulande jedoch erfüllen kann oder ob Nintendo gemeinsam mit seinem Spiel untergeht, erfahrt Ihr natürlich in unserem Review ...

Ein Spiel von Hironobu Sakaguchi, Musik von Nobuo Uematsu

Nicht ohne Grund werden die beiden Köpfe des Titels auf dem Cover angepriesen, denn diese beiden bekannten Namen stehen üblicherweise für absolute Qualität. Ersterer erfand die bekannteste Rollenspiel-Serie aller Zeiten Final Fantasy und rettete somit Square vor der drohenden Insolvenz. Später kehrte er der Serie den Rücken zu und gründete sein eigenes Entwicklerstudio namens Mistwalker. Nobuo Uematsu komponierte die passende Musik zu den Anfängen von Final Fantasy und ist nun bei seinem eigenen Musiklabel angelangt. Doch für The Last Story setzten sich die beiden Genies erneut zusammen, um etwas Großartiges zu kreieren, vielleicht sogar den letzten großen Rollenspiel-Hit für die Nintendo Wii.

Wo noch die ersten Titel, wie Blue Dragon (2006) oder Lost Odyssey (2007), dem klassischen Rollenspielideal von rundenbasierten Kämpfen folgten, schlägt der neueste Titel The Last Story ganz neue Wege ein. So verbindet der Titel gekonnt verschiedene Aspekte aus unterschiedlichen Genres (wie Hack & Slay, Adventure, Rollenspiele).
Das Gameplay

Wie bereits erwähnt unterscheidet sich das Gameplay signifikant von den alten Musterbeispielen wie Final Fantasy 1. Im Kampf steuert Ihr lediglich den Protagonisten Zael und das in Echtzeit. Zael könnt Ihr auf dem Schlachtfeld manuell hin- und herbewegen und Attacken einleiten. Euer Repertoire reicht von normalen Angriffen über Zauber bis hin zu Spezial-Attacken (wie Wirbelstürme). Eure Kameraden sind zwar CPU-gesteuert, Ihr könnt ihnen allerdings Befehle erteilen und somit den Kampf in eine gewünschte Richtung lenken. Ferner könnt Ihr zusammen mit Euren Freunden in Deckung gehen und einen verheerenden Überraschungsangriff starten. Dieser richtet einen gigantischen Schaden an und tötet die meisten Gegner mit nur wenigen Treffern.

Wie so oft bringen neue Funktionen aber auch Probleme mit sich. Durch den Überraschungsangriff werden die Kämpfe nicht wirklich abwechslungsreicher, sondern eher monotoner. Außerdem stellt absolut kein Gegner mehr eine Gefahr für Euch dar, da ja sowieso jeder Gegner mit wenigen Treffern tot ist. Einzige Ausnahme sind die Endgegner. Um diese besiegen zu können, müsst Ihr die richtige Taktik herausfinden und den Schwachpunkt des jeweiligen Gegners ausmachen. Das verspricht Spannung und Abwechslung von den langweiligen normalen Gegnern.

Doch genug vom Kämpfen, widmen wir uns nun dem Drumherum. Dieses ist durchaus gelungen. Abgesehen von der klassischen Option, Eure Truppenmitglieder mit Waffen und Rüstungen auszustatten, könnt Ihr ihnen auch ein individuelles Aussehen verpassen. Die Ausrüstungsgegenstände lassen sich fast völlig modifizieren, u. a. in Bezug auf die Färbung oder in Bezug auf das Entfernen ganzer Komponenten. The Last Story bietet hier eine gigantische Auswahl an Möglichkeiten.

Auch der Multiplayer-Modus kann sich sehen lassen. Mithilfe einer Internetverbindung könnt Ihr gegeneinander oder miteinander spielen und je nachdem anderen menschlichen Spielern oder Endgegnern das Fürchten lehren. Zwar ist der Multiplayer sehr einfach gehalten, aber bei einem Rollenspiel darf man auch nicht mehr erwarten, besonders auf der Nintendo Wii.

Bildergalerie von The Last Story (7 Bilder)

Die Story
Widmen wir uns nun dem Hauptteil eines jeden Rollenspiels, der Story. Doch immer ruhig mit den jungen Pferden, wir werden Euch natürlich nichts über die Handlung verraten. Die Handlung ist in sich stimmig und weist viele plötzliche Wendungen auf, die nicht unwesentlich zur Spannung beitragen. Dabei bedient das Rollenspiel so ziemlich jedes Japano-Rollenspiel-Klischee und das ist auch gut so. Haben wir die ellenlangen Dialoge vermisst, die Geschichte vom Waisenkind zum Weltretter und natürlich die tragischen Nebengeschichten zur eigentlichen Haupthandlung. All dies werdet Ihr bei The Last Story finden.

Sowohl der Protagonist Zael als auch die Antagonisten wie Calista, Dagran und Syrenne weisen eine bewegende Hintergrundgeschichte auf und ziehen den Spieler sofort in ihren Bann. Beginnen sie die Handlung noch als unerfahrene und verunsicherte Kinder, entwickeln sie sich im Verlauf der Handlung zu gestandenen Abenteurern. Rollenspieluntypisch ist allerdings die Welt. Diese ist nämlich verhältnismäßig klein und erstreckt sich nur über die Insel Lazulis. Daraus resultiert wahrscheinlich die relativ kurze Spieldauer von nur 20 bis 30 Stunden.


Das Fazit von: BeN

BeN

Technisch kann The Last Story zwar nicht mit der Genrekonkurrenz wie Final Fantasy mithalten und auch der Spielumfang ist beispielsweise im Vergleich zu Xenoblade Chronicles relativ überschaubar, dafür kann The Last Story jedoch mit Herzblut punkten. Die Charaktere sind liebevoll in die Handlung eingesetzt, alles wirkt stimmig. Das Spiel bedient schöne Klischees und begeistert ab der ersten Sekunde. Ihr spielt nicht nur den Protagonisten Zael, Ihr werdet zu ihm. Das aber leider nur für 30 Stunden, denn wie bereits erwähnt ermöglicht der geringe Spielumfang lediglich eine Spielzeit von 20–30 Spielstunden. Das tut dem Gesamtprodukt allerdings keinen Abbruch. Lieber ein schnelles und schönes Spiel mit 30 Stunden Spielzeit als ein in die Länge gezogenes und langweiliges 100-Stunden-Spiel. Wenn Ihr ein absoluter Rollenspiel-Fan seid, ist The Last Story ein absoluter Pflichtkauf.


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positiv negativ
  • Stimmige Handlung
  • Unzählige Wendungen
  • Multiplayer vorhanden
  • Deckt alle Japano-Klischees ab
  • Teils monotone Kämpfe
  • Für dieses Genre zu wenig Spielzeit (20–30 Stunden)





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