The Loft - Tödliche Affären

The Loft - Tödliche Affären

Originaltitel: Loft
Genre: Thriller
Regie: Erik Van Looy
Hauptdarsteller: Chris Van Outryve • Filip Peeters
Laufzeit: DVD (113 Min) • BD (117 Min)
Label: Atlas Film
FSK 16

The Loft - Tödliche Affären   24.11.2016 von Beef Supreme

Ein Loft, eine Leiche, fünf Bewohner und jede Menge Geheimnisse. Das sind die Zutaten aus dem Loft – Tödliche Affären zusammengemixt wird. Das Rezept, dass sich Autor Bart de Pauw und Regisseur Eric van Looy ausgedacht haben, funktionierte wohl so gut, dass sich Hollywood 2014 überlegt hat, die Nummer mit The Loft aufzulegen. Schauen wir doch mal, ob das belgische Original von 2008 taugt.

 

5 verheiratete Männer, Chris, Vincent, Filip, Luc und Marnix, führen ein beschauliches, langweiliges Leben, so wie der Großteil der sexuell unerfüllten Ehemänner. Ändern soll das ein Loft, dass sich die 5 teilen. Was dort drin geschieht, bleibt jedem selbst überlassen und wird diesen Raum nie verlassen. Ganz einfache Regeln, sollte man meinen. Doch das ganze Konstrukt gerät ins Wanken, als eines Morgens Luc über eine blutüberströmte, angekettete Leiche im Bett stolpert. Flugs wird die ganze Truppe zusammentelefoniert. Da es nur 5 Schlüssel gibt, die auch nicht ohne weiteres nachgemacht werden können, muss es einer der 5 Freunde gewesen sein. Doch wer war die Dame auf dem Bett überhaupt? Und wer soll es gewesen sein? Vielleicht Vollkontakt-Koksnase Filip mit Aggressionsproblemen, der zudem auch noch zu spät kommt? Oder Marnix, der sich sogar Essigreiniger in den Hals schütten würde, wenn nur genug Alk drin wäre? Jeder ist verdächtig. Und jeder hat irgendwie Dreck am Stecken.

 

The Loft – Tödliche Affären startet den Tag nicht nur blutig, sondern auch mit jeder Menge offener Fragen. Wer ist die Tote? Warum sieht sie aus wie eine abgestochene Sau? Was ist da geschehen? Und warum? Der Film versteht es, den Zuschauer gekonnt mit immer neuen Entwicklungen bei der Stange zu halten, indem er ihm nach und nach kleine Informationshäppchen in Form von nicht chronologischen Rückblenden vorwirft. Dabei werden hier und da mal ein paar Fragen beantwortet, dafür neue wieder aufgeworfen, sodass die Spannung stets erhalten bleibt, obwohl der Drops eigentlich schon längst gelutscht ist. Jeder der potentiellen Mörder erhält auf diese Weise seine eigene Charakterzeichnung und ganz nebenbei wird auch noch die Geschichte weiter erzählt. Das ist große Filmkunst. Nach jeder Rückblende sieht man die Charaktere in einem anderen Licht und so verschieben sich die Sympathien quasi im Minutentakt. Es bleibt bis wirklich ganz zum Schluss offen, wer es gewesen sein könnte und, was fast noch interessanter ist, warum. Dabei gelingt dem Film ein Kunststück, woran viele andere Filme scheitern: die Plausibilität und Nachvollziehbarkeit trotz unzähliger Twists. Und dabei muss noch nicht einmal der vielbeschriene Deus Ex Machina beschworen werden, da der Film in seinem Verlauf genügend subtile Hinweise fallen lässt, sodass man sich im Nachhinein an den Kopf langt, warum man das nicht selbst gesehen hat. Und genau das ist es, was den Film erst richtig gut macht.

 

Bildergalerie von The Loft - Tödliche Affären (12 Bilder)

Aber das beste Drehbuch ist nichts wert, wenn die Schauspieler den Inhalt nicht anständig transportieren können. An der Front gibt’s aber überhaupt nichts auszusetzen, jeder der 5 Hauptdarsteller versteht es vorzüglich, seinen Part überzeugend an den Mann zu bringen. Dabei werden sie hervorragend von den Nebendarstellern unterstützt, die ebenfalls durchweg sehr gute Leistungen zeigen. Und auch technisch gibt es rein gar nichts an dem Film auszusetzen. Das Bild ist klar und durchgängig scharf und auch der Sound weiß durch unauffällige aber gut auf die Situation abgestimmte Platzierung zu glänzen. Ein weiteres Lob geht an die deutsche Synchronisation, die mit durchaus bekannten Stimmen aufwarten kann, welche dem Film das angemessene Maß an Professionalität angedeihen lassen.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Bei The Loft stimmt eigentlich alles: Es gibt eine spannende, durchdachte Story, sehr gute Schauspieler und, was bei solch einer verworrenen Handlung keineswegs eine Selbstverständlichkeit darstellt, Plausibilität. Der Film macht so ziemlich alles richtig, was man richtig machen kann und wurde zu Recht neu aufgelegt. Eigentlich klingt das alles hier nach Höchstwertung, die ich auch ausgepackt hätte, wären die Extras nicht so mager ausgefallen. Abgesehen von ein paar Trailern vor Filmstart, die sich nicht über das Menü auswählen lassen, gibt’s hier nicht viel zu sehen. Das soll aber nicht groß ins Gewicht fallen, denn die Qualität des Films spricht wahrlich für sich und ich lege Loft – Tödliche Affären jedem ans Herz, der auch nur im Entferntesten Interesse an spannenden Filmen mit nicht vorhersehbaren Wendungen hat.


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