The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot

The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot

Originaltitel: The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot
Genre: Action • Drama
Regie: Robert D. Krzykowski
Hauptdarsteller: Sam Elliott • Aidan Turner
Laufzeit: DVD (94 Min) • BD (98 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 16

The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot    08.07.2019 von MarS

Unter dem Titel The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot veröffentlichte Regisseur Robert D. Krzykowski sein Spielfilmdebüt, welches nun von Capelight Pictures den Weg in die Heimkinos fand. Was steckt wohl wirklich hinter diesem zugegeben äußerst ungewöhnlichen Titel...?

 

Inhalt

 

Calvin Barr (Sam Elliott) ist ein alter Mann, der ein ruhiges, zurückgezogenes und einsames Leben führt. Seine Freuden sind sein Golden Retriever und die Abende bei Whiskey in seinem Stammlokal. Niemand weiß, dass er es war, der vor vierzig Jahren Adolf Hitler bei einem Attentat getötet und damit den Zweiten Weltkrieg beendet hatte, nur er selbst wird seitdem von Schuldgefühlen und Selbstzweifeln geplagt. Doch da steht eines Tages das FBI vor Barrs Tür und bittet ihn darum, für eine ganz besondere Mission zurück in den Sattel zu steigen: Er soll in den kanadischen Wäldern den legendären Bigfoot jagen und erlegen, der dort seit einiger Zeit sein brutales Unwesen treibt...

 

Diesen Titel muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot. Wenn das nicht nach einem Trashfeuerwerk erster Klasse im stylischen Retro-Gewand klingt, was dann? Doch jetzt kommt das riesengroße "Aber", denn Krzykowskis Regiedebüt ist alles, nur kein trashiger C-Movie. Ganz im Gegenteil, denn auch wenn der Titel im Grundsatz genau das bereits erzählt, was im Film auf den Zuschauer wartet, so ist dieser doch ganz anders einzuordnen - wenn er sich denn überhaupt einordnen lässt. The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot ist nämlich eigentlich eine intensive Charakterstudie vor äußerst melancholischer Atmosphäre, und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich die Inszenierung sehr ruhig und figurenbezogen präsentiert. Erst gegen Ende wird es dann etwas rasanter und actionlastiger, bleibt sich selbst und seiner Thematik dabei aber stets treu. Hier geht es eigentlich um Vergangenheitsbewältigung, persönliche Schuldgefühle und den steinigen Weg, sich selbst verzeihen zu können. Und gerade dies wird durch Sam Elliott perfekt zum Zuschauer getragen, denn er agiert ein weiteres Mal in seiner Karriere auf höchstem Niveau und hätte in dieser tragischen Rolle nicht besser besetzt sein können. Zu jeder Zeit kauft man dem gebrochenen Einzelgänger seine innere Zerissenheit und den vom Schicksal geprägten Charakter ab, ohne dabei auch nur einmal einen Gedanken an die Glaubwürdigkeit des Ganzen zu verschwenden. Doch auch sein jüngeres Ich, dargestellt von Aidan Turner (Poldark), weiß absolut zu überzeugen und verbindet damit gekonnt die Ereignisse in der filmischen Gegenwart mit denen der Vergangenheit, die in zahlreichen Rückblenden das Geschehen erklären und damit gleichzeitig intensivieren.

 

Bildergalerie von The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Das Bild der Blu-ray ist stark von Stilmitteln geprägt, die sich vor allem auf die nuancierte Farbgebung beziehen. So haben sowohl Rückblenden als auch die Szenen in der filmischen Gegenwart der 80er Jahre einen jeweils abgestimmten Look, wobei letztere zusätzlich auch von deutlichem Filmkorn durchzogen sind. Während die Schärfe hervorragend ausgefallen ist, bleibt der Schwarzwert oftmals in dunklem Grau hängen. Akustisch weiß die Blu-ray zu gefallen, denn sowohl Dynamik als auch Räumlichkeit sind zu jeder Zeit auf hohem Niveau. Eine klare Kanaltrennung und sehr gute Signalortbarkeit runden den Sound stimmig ab.


Das Fazit von: MarS

MarS

The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot ist eine echte Überraschung. Eine Überraschung vor allem deshalb, weil er ganz anders ist, als man beim Titel vielleicht erwartet hatte. Der Film spielt zwar immer wieder gekonnt mit Trash-Klischees und liefert tatsächlich das, was der Titel verspricht, lässt diese Elemente aber schnell zur Nebensache werden. Denn eigentlich ist The Man Who Killed Hitler and Then the Bigfoot eine sensible Charakterstudie voller Melancholie und Selbstzweifel, gewürzt mit einer Prise Kritik an der amerikanischen Vergangenheitsbewältigung. Damit ist der Film weniger für Trashfans, denn vielmehr für Freunde des intelligenten Arthouse- und Independentkinos zu empfehlen.


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