The Monster

The Monster

Originaltitel: The Monster
Genre: Horror • Drama
Regie: Bryan Bertino
Hauptdarsteller: Zoe Kazan • Ella Ballentine
Laufzeit: DVD (88 Min) • BD (91 Min)
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

The Monster   23.03.2017 von MarS

Wirklich guter Creature-Horror ist im Genre sehr spärlich gesät, und noch schwieriger wird es einen Vertreter zu finden, der durch Innovation oder Eigenständigkeit überraschen kann. Ob sich The Monster von Regisseur und Drehbuchautor Bryan Bertino, der bereits mit seinem Debüt The Strangers einen echten Akzent setzen konnte, erneut aus der Masse hebt, das erfahrt Ihr in der folgenden Kritik...

 

Die elfjährige Lizzy hat kein allzu harmonisches Verhältnis zu ihrer geschiedenen und alleinerziehenden Mutter Kathy. Kathy ist Alkoholikerin und mehr damit beschäftigt, nach dem nächsten Schluck zu suchen, als sich um ihre Tochter zu kümmern. Nicht nur deshalb freut sich Lizzy darauf, ihren Vater und seine neue Frau zu besuchen, doch auch diesmal schafft es Kathy mal wieder nicht, rechtzeitig aus dem Bett aufzustehen. Anstatt wie geplant in der Früh machen sich die Beiden erst gegen Abend auf den Weg, kurz bevor es beginnt in Strömen zu regnen. Zunächst läuft alles gut, doch in einem Waldstück auf der Landstraße steht plötzlich ein Wolf auf der Straße und es kommt zum Unfall. Während Mutter und Tochter auf Krankenwagen und Abschleppdienst warten, verschwindet plötzlich das tote Tier von der Fahrbahn. Irgendetwas scheint dort draußen im Wald zu lauern, und dieses Etwas ist nicht gerade freundlich gesinnt...

 

Mit The Monster gelingt es Regisseur Bryan Bertino erneut, etwas Außergewöhnliches zu erschaffen, indem er einen Creature-Horrorfilm auf gelungene Art und Weise mit einem Mutter-Tochter-Familiendrama vermischt. Wie schon bei The Strangers setzt Bertino auch hier auf eine minimalistische Inszenierung und intensive Charaktere, was über weite Strecken auch hervorragend funktioniert. Gerade die Atmosphäre und die beklemmende, hilflose Stimmung auf der verlassenen Landstraße mitten im Nirgendwo weiß absolut zu überzeugen, wobei auch das lange Zurückhalten der Kreatur selbst für zusätzliche Spannung sorgt. Wirklich bemerkenswert ist das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren Zoe Kazan und Ella Ballantine in ihrer kaputten Mutter-Tochter-Beziehung, denn beide agieren durchwegs authentisch und glaubwürdig und wissen das Geschehen gemeinsam zu tragen. Leider entstehen jedoch durch die intensive Gestaltung dieser Beziehung auch ein paar zähe Passagen und Längen in der Inszenierung, was deutlich auf Kosten von Spannung und Horroratmosphäre geht, auf der anderen Seite ist es aber auch gerade dieses Element von The Monster, dass den Film zu etwas Besonderem macht.

 

Bildergalerie von The Monster (7 Bilder)

Die Bildqualität der Blu-ray ist absolut solide, auch wenn sich Grundschärfe und Detailreichtum immer wieder im satten schwarz der nahezu ausschließlich in der Nacht angesiedelten Handlung ein wenig verlieren. Der Schwarzwert überzeugt dabei durch fein nuancierte dunkle Bereiche die nur selten Details verschlucken und fällt nur in wenigen Momenten ein wenig ins Gräuliche ab. Ein Bildrauschen oder starkes Filmkorn ist nicht vorhanden. Der Ton liefert atmosphärische Arbeit und bindet sämtliche Boxen der Surroundanlage stimmig und differenziert mit ein, was für zusätzliches Unbehagen sorgt. Sowohl Dialoge als auch dezentere Effekte sind dabei zu jeder Zeit klar und verständlich.


Das Fazit von: MarS

MarS

Wer Creature-Horror für den Mainstream sucht, der ist bei The Monster gänzlich falsch und wird schwer enttäuscht sein. Der Film glänzt durch seine ungewöhnliche Mixtur aus Horror und Familiendrama und legt dabei extrem viel Wert auf seine Figuren, wodurch das Horrorelement immer wieder völlig außer Acht gelassen wird. Dem gegenüber stehen absolut bedrückende und minimalistisch inszenierte jedoch sehr eindringlich gestaltete Gruselpassagen, die sowohl durch ihre Atmosphäre als auch das Spiel mit der Kreatur zu überzeugen wissen. The Monster ist kein Creature-Horror von der Stange und wird wohl nicht jeden Zuschauer fesseln können, für den Mut etwas Neues zu machen und dabei anstatt auf ein blutiges Effektgewitter lieber auf seine Handwerkskunst zu vertrauen bekommt der Film von mir aber ganz klar einen Geheimtipp-Award.


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